freiheitsliebender

Die Freiheitsliebe

22.12.2011 | 22:59

Aufstand im Ruhrgebiet – Soziale Revolten drohen!

Gestern stellt der Paritätische Wohlfahrtsverband seine neuen Zahlen vor.  Während bisher vor allem der Osten im Fokus der Medien stand, scheint nun ein neues Gebiet zum Sorgenkind zu werden, das Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet stellt mit 5 Millionen Menschen auf so engem Raum eines der größten Ballungsgebiete Europas und das größte in Deutschland dar, gleichzeitig ist es aber auch ein Raum in dem besonders viele Menschen in Armut leben.

Nach Aussagen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist das Ruhrgebiet das „Problemgebiet Nummer eins.” Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, sagte: “Wenn dieser Kessel mit über fünf Millionen Menschen einmal ins Kochen gerate, werde es schwer fallen, ihn wieder abzukühlen.”

Folge der neoliberalen Politik

Ulrich Schneider sprach davon, dass die Bundesregierung die Politik nicht nur auf die Armutsfrage konzentrieren dürfe, sondern auch die Frage des Wohlstandes und des Reichtums in unserer Gesellschaft thematisieren müsse, eine Forderung, die der Verband schon seit längerem aufstellt. Der Verband fordert eine deutlich stärkere Besteuerung von großen Erbschaften, Vermögen sowie hohen Einkommen. In Zeiten der Krise des Kapitalismus, die im kommenden Jahr auch in Deutschland zum Tragen kommend wird, scheint es nicht verwunderlich, wenn der Verband Soziale Unruhen vorraussagt.

Die Menschen in Deutschland werden irgendwann erkennen, dass die Meisten von ihnen durch das System nur benachteiligt sind und die großen Parteien außer hohlen Phrasen keine Lösungen haben. Aufstände wie in Griechenland scheinen eher unrealistisch, wenn man beachtet, dass es auch den Menschen in Armut immernoch besser geht, als in anderen Ländern. Ein Erstarken von Demonstrationen und sozialen Kämpfen könnte aber die Folge einer Politik sein, welche sich jahrzehntlage immer auf die Ausbeutung der Ärmsten in der Gesellschaft konzentrierte.

Kampf gegen die Ausbeutung

Es scheint daher nicht verwunderlich, wenn besonders das Ruhrgebiet als Ausgangspunkt für soziale Revolten gesehen wird, denn keine Region in Westdeutschland hat in den letzten Jahrzehnten eine so starke Schwächung ihres Sozialengefüges hinnehmen müssen. Die Armut scheint in vielen Teilen des Ruhrgebiets  normal geworden zu sein und viele Menschen sehnen sich nach Alternativen zu einem System, in dem sie die Verlierer sind. Demonstrationen und Arbeitskämpfe könnten wohl das einzige Mittel sein, in welchem viele Menschen noch Hoffnungen sehen, so zumindest der Bericht des Verbandes.

Armut ist allerdings nicht nur ein Problem des Ruhrgebietes oder Ostdeutschlands, sondern ein gesamtdeutsches Problem. Überall in Deutschland sind Menschen von Armut bedroht oder leben in dieser, die Illussion der sozialen Marktwirtschaft, in der kein Mensch ums Überleben kämpfen muss, scheint nicht mehr glaubwürdig, denn jeder Sechste unter 65 lebt in Armut.

Es wird spannend, ob und wie die deutsche Politik auf einen solchen Bericht reagiert. Der Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist ein deutliches Zeichen, dass der deutsche Sozialstaat nicht mehr funktioniert. Die Politik muss auf die Armut im Land reagieren, wenn sie nicht irgendwann Arbeitskämpfe und soziale Revolten erleben willl.

 
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Kommentare
Baphomed schrieb am 22.12.2011 um 23:09
Hallo fl,

Tja alle Kanzler der Republik bis zu Herren Schröder waren der Maxime verpflichtet:

"Wenn es an der Ruhr brennt, hat der Rhein nicht genügend Wasser, das Feuer zu löschen."

Nun da Herr Schröder und in folge Frau Merkel selbiges Vergessen haben mag es nicht wundern das bald ein Feuer Ausbricht das die Republik verschlingt. Nun und es ist egal was der nächste Kanzler/in nach Frau Merkel tuen wird. Der Brand ist gelegt.

Liebe Grüße
Baphomed

Und nein es wird auf diesen berricht nicht reagiert in der Berliner Republik dafür ist Berlin zu weit weg vom Rhein
Ismene schrieb am 23.12.2011 um 08:28
Hallo Baphomed,

wie schätzt Du die Wahrscheinlichkeit sozialer Aufstände im Ruhrgebiet ein?

Als Ruhri-Pflanze wäre ich geneigt, zu sagen "das ist so ein Menschenschlag, der sich nichts gefallen lässt". Aber, aber das ist auch ein Menschenschlag, der sagt "wir hier unten und die da oben - kannze nichs ran machen". Ich finde, das es in jedem Stadtteil (also in denen, die ich kennen) so dörflich-solidarische Strukturen gibt, die immer noch (fast) jeden auffangen. Und viele ehemalige Arbeiter sind ja auch zu was gekommen und haben was zu verlieren, sodass das vormals starke "Arbeiterbewusstsein" mit der Zeit einfach "wegdiffundiert" ist. Das ist nicht grade die ideale Basis für Aufstände, meine ich.

Letztlich glaube ich, dass es noch ziemlich lange gehen könnte, bis sich da eine Masse zusammenrottet, die tatsächlich nicht zu übersehen ist. Aber da bin ich gar nicht so sicher und für abweichende Einschätzungen dankbar.
Baphomed schrieb am 22.12.2011 um 23:24
eins sei noch kurz angemerkt, wer sich Intensiv mit der Industriearbeiterschat des Reviers beschäftigt weis das dein benutzter ausdruck "Soziale Revolte" eine himmelschreiende Masslose untertreibung ist für das was uns dort erwartet.
Baphomed schrieb am 22.12.2011 um 23:42
eines ist hier Langsam wirklich schade im Freitag, da stellt jemand einen Blog ein und stellt sich nicht der Diskussion über selbigen ?

Naja vielleicht reicht es ja Dinge anzuprangern in dieser Berliner Republik die soweit weg ist von den Menschen.

Aber wie Tickt die Seele des Revier Arbeiters, er Will seine Fanilie er Will sein Haeusken, er Will sein Auto und er WILL nützlich sein. Ja mit diesen Werten hat er die Republik aufgebaut.

Dann Kam die Politik und nahm Ihm die Familie, Sie nahm die Kindertagesstätten die Jugendheime die Clubs und alles andere.

Nun gut soetwas da muss man durch.

Sie Nahm Ihm sein Haeusken das er sich nicht mehr erarbeiten konnte dank sinkender Löhne.

Hmmpf zur not geht auch eine Wohnung.

Sie nahm Ihm sein Auto, dank abgaben für die Umwelt.

Argh Mein Cheffe darf die Umwelt verschmutzen ich muss das Bezahlen ?

Sie nahm Ihm seine Nützlichkeit, dank spät Römischer Dekandenz und ab 40 bist du nutzlos.

Attake!

Das ist es was die Menschen fühlen. Diese Lawine wird niemand mehr aufhalten.

Baphomed
Jan Marten schrieb am 23.12.2011 um 08:11
Moin FL,

wäre es nicht schön, wenn alle Betroffenen der momentanen Gesellschaft erkennen würden, dass die Unterschiede und unlösbaren Widersprüche nicht zwischen Ost und West, sondern zwischen "unten" und "oben" bestehen und dass diese relevant sind? Ist es nicht an der Zeit, dass sich an vielen Stellen Deutschlands "die Kessel so erhitzen", dass sie sich nicht mehr durch Almosen, Verblendungen und allgemeine Verblödung der Massen abkühlen lassen?

Jan Marten
freiheitsliebender schrieb am 26.12.2011 um 23:17
Hallo Jan Marten,
da hast du natürlich Recht. Die Erkenntnis, dass die Unterschieden zwischen unten und oben sind, ist die Grunderkenntnis für wahre Veränderung.
Freiheitsliebe
claudia schrieb am 23.12.2011 um 08:38
>>Es wird spannend, ob und wie die deutsche Politik auf einen solchen Bericht reagiert.<<
Wie bislang: Öffentlich gar nicht. (Ausser der leider nicht sehr starken Opposition natürlich)

Nichtöffentlich werden die Pläne zum Einsatz der Bundes"wehr" im Landesinneren weiter ausgebaut.

Ein Aufstand (das heisst nicht nur die ungehört verhallenden Appelle bei Demos) ist aus der Perspektive der Herrschenden "Terrorismus".
freiheitsliebender
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