freiheitsliebender

Die Freiheitsliebe

17.05.2011 | 00:20

Demonstranten werden ermordet – Wo sind die deutschen Medien???

Gestern war der Nakba-Tag, der Tag steht symbolisch für die Vertreibung von mehr als einer Million Palästinenser, für die Ermordung von etlichen Palästinensern durch israelische Soldaten und Terrorgruppen und er steht auch für das Massaker von Deir Yassin! Der Tag stand,nicht wirklich im Zentrum der Aufmerksamkeit, denn einen Tag vorher fand der ESC statt, ein eindeutig bedeutenderes Ereignis, als Demonstrationen von mehreren 10.000 Palästinensern für ihr Rückkehrrecht!

Es liegt mir nicht fern über den gestrigen Tag zu berichten und die traurigen Ereignisse, die dieser Tag für die Palästinenser und alle Friedensaktivisten, mit sich brachte. Aber dies ist ein Kommentar über unsere und ausschließlich die deutschen Medien.

Die deutschen Medien – Meister der Neutralität

Am gestrigen Tag wurden mehr als 20 Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen, dass sind Angaben von israelischen Seiten, die Angaben von arabischen Medien waren deutlich höher. In den deutschen Medien wird natürlich über dieses Ereignis geredet, aber viel wichtiger scheint ihnen zu sein, dass tatsächlich Demonstranten Steine gegen Panzer warfen.

Wir sollten uns nun fragen, wieso die deutschen Medien es nicht schaffen, etwas negatives zu schreiben, wenn Demonstranten, die Steine werfen, von einer hochbewaffneten Armee erschossen werden. Ist es tatsächlich hilfreich, wenn man in einem Konflikt sich so eindeutig auf die Seite Israels stellt. Ist dem Frieden geholfen, wenn wir nur den israelischen Ministerpräsidenten und seinen rechtsextremen Außenminister zitieren?

Während die deutschen Medien über das gewaltsame Vorgehen der syrischen Armee gegen Demonstranten berichten und dabei die syrische Armee heftigst kritisieren, gelingt es ihnen nicht einmal ausgewogen über die Ereignisse in Israel und Palästina zu berichten. So schreiben mehre Medien aus dem Norden Deutschlands, dass die Gewalt begann, als ein arabischer Israeli einen Israeli mit seinem LKW überfuhr, wobei noch nicht einmal sicher ist, ob dies Mord war oder eine Tötung! Diese Tat gehört natürlich verurteilt, wenn es sich um Mord handelt un das tun die Medien auch!

Der tote Junge

Wieso aber erwähnen unsere Medien denn nicht, dass schon am Samstag ein 14 Jähriger Palästinenser in Ostjerusalem ermordet wurde, von israelischen Soldaten? Wenn man eine Geschichte erzählt und erzählt, dass die Demonstrationen dieses Jahr größer waren als in den vergangenen Jahren, dann sollten die Gründe genannt werden. Die Ermordung des Jungen ist einer der Gründe, weitere sind der stetige Siedlungsausbau und die Gewalt die Extremisten von beiden Seiten verüben!

Weiterhin frage ich mich, wieso die Medien, welche immer auf der Suche nach Bildern voll Blut und Tod sind, nicht wenigstens die Situation schildern, bei der die Menschen erschossen wurden. Wenn man die deutschen Medien liest, denkt man eine wilde gewordene Meute voll radikaler Islamisten wollte Israel überrollen. Dies ist aber eine Verdrehung der Tatsachen, die Demonstrationen wurden größtenteils organisiert von linken palästinensischen Organisationen und innerhalb Israel, sogar von israelischen Organisationen, die sich für einen gerechten Frieden einsetzen.  Wieso gelingt es den Medien nicht, über die innerisraelischen Demos zu berichten. Demonstrationen von israelischen Friedensaktivisten, israelischen Arabern und der israelischen Linke. Es waren Demonstrationen gegen das Verbot über die Nakba zu berichten, ein Verbot, dass die rechtsextreme Partei von Avigdor Liebermann durchgesetzt hat. Die Demonstrationen in Israel waren Demonstrationen für ein gemeinsames Zusammenleben und für den Frieden. Wieso gelingt es den Medien nicht dies zu erwähnen?
Und wieso gelingt es den Medien nicht, die Toten als das zu beschreiben was Sie sind? Nämlich Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden und nun für ihre Rückkehr streiten, Menschen die sich für einen demokratischen Staat einsetzen!

Unter diesen Demonstranten mag es Radikale geben, diejenigen die Israelfahnen verbrennen und zu Gewalt aufrufen. Aber die überwiegende Masse waren friedliche Menschen, die die Sehnsucht nach ihrer Heimat antrieb, Menschen die sich nach Frieden sehnen und die von Soldaten erschossen wurden!

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
BanaBab schrieb am 17.05.2011 um 09:11
Tja die Medien ducken sich grösstenteils weg. Es war garantiert nicht nötig mit scharfer Munition in den, in Bezug zur Gesamtzahl der Demonstranten, sicher kleinen Anteil aggresiverer Jugendlicher zu schiessen. Dafür gibt es auch in Israel weniger tötliche Mittel. Die Verrohung der derzeitigen "Staatsführung" kann nur durch die Israelis selbst kontrolliert und überwunden werden. Leider werden die Friedensaktivisten welche es auf israelischer wie palästinensischer Seite gibt kaum unterstützt. Sie werden jeweils als Verräter gebrandtmarkt. Eine Sichtweise welche auch in Deutschland verbreitet ist sonst gäbe es z.B. regelmässig grössere Demonstrationen gegen unsere Kriegseinsätze.
Alien59 schrieb am 17.05.2011 um 11:33
Danke. Ich habe diesen Blog in einem Kommentar in meinem Nakba-day Blog verlinkt, weil ja mal wieder alles nicht wahr ist, was ich schreibe ^^
Alien59 schrieb am 17.05.2011 um 12:09
Nachtrag: nicht nur die Toten in Israel werden gerne totgeschwiegen, auch unpassende Demonstrationen in 50 spanischen Städten fand die Presse weitgehend nicht erwähnenswert:
7h3linguist.wordpress.com/2011/05/17/spanische-revolution-stell-dir-vor-sie-findet-statt-und-die-presse-schweigt/

Und wieder stellt sich die Frage, wie "die Presse" eigentlich ihre Aufgaben sieht.
Gustlik schrieb am 17.05.2011 um 17:05
Die Frage hab ich mir auch gestellt, aber schon oft, eigentlich schon 20... 30... Jahre.
freiheitsliebender
Jung und politisch!
Mitglied seit:
2 Jahre 29 Wochen
Zuletzt aktiv:
26.05.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 161
Kommentare: 97
Mein Web:
Logbuch
00:12
Dreizehn hat gerade einen Kommentar geschrieben.
00:10
marvinius hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:58
brefcourte hat gerade einen Kommentar geschrieben.
23:52
koslowski hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
23:52
drhwenk hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG