freiheitsliebender

Die Freiheitsliebe

17.01.2012 | 15:57

Die Wut auf “die da oben”

Wer kennt ihn nicht diesen Satz: “Die da oben verändern doch nichts”? Wir hören ihn im Bus oder in der Bahn, in Cafes oder in Bars, auf der Straße oder bei Freunden zuhause, überall sind die Menschen genervt von der Politik und frustriert. Frustiert das sich an den Verhältnissen nichts verändert, dass die Kleinen belastet werden und die Reichen reicher werden.

Meist folgt der Satz:” Die Reichen werden immer reicher und wir müssen immer mehr zahlen, ob CDU oder SPD, dass ist doch alles das gleiche.” Diese beide Sätze spiegeln die Gefühle der Menschen in Deutschland wieder, wenn sie an Politik denken und an die Veränderungen, die diese ihnen gebracht hat.

Vertrauen in die Politik?

Das Vertrauen in die Politik scheint immer mehr zu sinken, wenn man sich anhört wie die Menschen denken. Immer mehr Frust hat sich in den Köpfen festgesetzt, da viele den Eindruck haben, dass sie diejenigen sind, die die Hauptlast des Staates tragen, während die “Oben” immer reicher werden.

Die Politik der letzten Jahre war nicht im Sinne der Arbeiter in diesem Land. Während Deregulierungen im Finanzmarkt durchgesetzt wurden, hatten die Bürger stetig neue Lasten zu tragen. Die Leiharbeit wurde vereinfacht und mit ihr wurden hundertausende Menschen in Arbeitsverhältnisse gedrängt, in denen sie schlecht bezahlt werden und sich niemals sicher sind, ob ihre Stelle am nächsten Tag noch vorhanden ist.

Hartz 4 hat dafür gesorgt das Arbeitslose in diesem Land täglichem Sozialchauvinismus ausgesetzt sind und jede Stelle annehmen müssen, ob diese nun ihrer Ausbildung entspricht oder nicht. Aus Angst vor der eigenen Entlassung haben Millionen Menschen auf ihr Recht zu streiken verzichtet und darauf gesetzt, dass die Politik ihre Situation verbessert. Doch “sie” hat es nicht. Immernoch arbeiten Millionen Menschen für Löhne, von denen sie nicht leben können und sind auf staatliche Zusatzleistungen angewiesen.

Kann man sich auf die Politik verlassen?

Für viele  Menschen gibt es die Politik und die Politiker, diese Verallgemeinerung führt dazu, das alle Politiker für die gleiche Politik stehen. Es gibt keine einheitliche Politik in diesem Land. Die meisten Regierungen, ob nun auf Landes- oder Bundesebene, waren für die Arbeitenden allerdings eher enttäuschend, denn ihre Situation wurde nicht verbessert, weder sind die Reallöhne gestiegen, noch haben sie an Freiheiten gewonnen.

In Deutschland gibt es Parteien, die für Löhne stehen, von denen die Menschen leben können. Es gibt Politiker, die sich dafür einsetzen, dass die Menschen nicht den ganzen Tag arbeiten müssen um eine Lebensgrundlage zu haben. Aber diese Politiker und diese Parteien werden sich nicht durchsetzen, wenn die Menschen, die über “die Politiker” sprechen, nicht endlich aufstehen.

Wenn sich in Deutschland die soziale Lage verbessern soll, dann müssen die Menschen aufstehen, sie müssen für ihre Rechte kämpfen und diese verteidigen. Eine solidarische Gesellschaft werden wir nicht alleine über die Parlamente erziehlen, wir müssen uns stark machen auf der Straße und die Parteien dazu drängen, dass sie sich mit den sozialen Problemen in diesem Land beschäftigen.

Großer Unmut kann nur zu Veränderungen führen, wenn wir unseren Unmut auch laut und deutlich aussprechen. Die Sprache ist das Werkzeug der Menschen in Deutschland und überall auf dieser Welt, wir müssen lernen unsere Stimme zu erheben und unsere Forderungen rauszuschreien, denn sonst wird sich nichts verändern.

 
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Kommentare
mcmac schrieb am 17.01.2012 um 18:35
Wut (Empörung) ist möglicherweise eine erste, unmittelbare Reaktion. Sie ist notwendig. Bleibt es im Weiteren aber lediglich dabei (und wird Wut/Empörung nicht weiter zu Zorn "umreflektiert", ausdifferenziert - und das ist richtig Arbeit!), bleibt der Meckerer auf seinem folgenlosem Schimpfen hängen.
Wut erzeugt vor allem heiße Luft und manchmal einerseits Heiserkeit, andererseits Gehörschäden. Zorn kann der energetische Treibsatz für vernünftige, durchschlagende Argumente sein, die mindestens einen gesellschaftlichen Diskurs entfachen, voranbringen. Solidarisieren sich viele Zornige, weil sie etwa erkannt haben, dass ihr Beweggrund ihres Zorns derselbe ist, handeln sie gar gemeinsam, kann das die Gesellschaft verändern...
mcmac schrieb am 17.01.2012 um 18:38
(ich bitte um Entschuldigung für die vielen Fehler und das schlechte Deutsch in meinem Kommentar - ich war zu schnell, zu hitzig)
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Dreizehn hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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