9
]
Die Situation in Syrien verschärft sich und einige westliche Politiker und Militärs drohen dem Iran offen mit Krieg. Es war nur eine Frage der Zeit bis auch die deutsche Linke es wieder schaffen würde, sich über die Situation in beiden Staaten zu streiten und unterschiedliche Aufrufe zu starten.
Am 3. Januar wurde ein Aufruf veröffentlicht sich mit den Völkern Syriens und des Irans zu solidarisieren und einen Aufruf zu unterschreiben.
Mit ständigen Kriegsdrohungen, dem Aufmarsch militärischer Kräfte an den Grenzen zu Iran und Syrien sowie mit Sabotage- und Terroraktionen von eingeschleusten „Spezialeinheiten“ halten die USA gemeinsam mit weiteren Nato-Staaten und Israel die beiden Länder in einem Ausnahmezustand, der sie zermürben soll. Zynisch und menschenverachtend versuchen USA und EU, mit Embargos ihren Außenhandel und Zahlungsverkehr planmäßig lahm zu legen. Die Wirtschaft des Iran und Syriens soll bewusst in eine tiefe Krise gestürzt, ihre Arbeitslosenzahlen erhöht und die Versorgungslage ihrer Bevölkerung drastisch verschlechtert werden. Die inneren sozialen Konflikte sollen ethnisiert und zugespitzt, ein Bürgerkrieg entfacht werden, um einen Vorwand für die längst geplante militärische Intervention zu schaffen. An diesem Embargo gegen Iran und Syrien beteiligt sich auch ganz maßgeblich die deutsche Bundesregierung.
so schreiben die Verfasser des Aufrufs und fordern sinnvoller Weise auch das Ende der Sanktionen.
BAK Shalom und die Schlächter
Die Mitglieder des antideutschen Arbeitskreises BAK Shalom sehen die Situation natuürlich anders:
Der Appell fordert zudem das Prinzip der Nichteinmischung in syrische sowie iranische Angelegenheiten und richtet diese Forderung an den Westen. Richtig wäre es jedoch, den Westen für die viel zu lange Zusammenarbeit mit Iran und Syrien zu kritisieren! Es ist das iranische Regime und die vom Iran aufgerüstete Terrororganisation Hisbollah, die innerhalb Syriens operieren, um die Aufständischen zu stoppen!
Die Forderung die Zusammenarbeit mit diktatorischen Regimen zu kritisieren ist vollkommen richtig und im Falle des Irans mehr als berechtigt, der BAK Shalom vergisst aber wieder einmal zu erwähnen, welche Auswirkungen Kriegsdrohungen auf die eigene Bevölkerung haben. So wird vergessen, dass die israelische Regierung dem Iran sehr offen mit Gewalt droht und dieser sich auch darauf vorbereitet. Sowohl der Aufruf für den Iran und Syrien, als auch die Antwort des BAK Shaloms sind in der aktuellen Situation vollkommen unzureichend und treffen nicht die wahren Probleme.
In Syrien wütet ein Bürgerkrieg und weder die Free Syrian Army als auch das syrische Regime vertreten nicht die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung. Beide Seiten haben Interesse an einem ausufern der Lage, damit die wahren Revolutionäre keine Chance haben ihre Anliegen zu vertreten. So werden die berechtigen Anliegen des Volkes nach einer besseren Sozialversorgung, welche auch durch die Sanktionen schlechter geworden ist, als auch nach wirklicher Demokratie und Freiheit nicht mehr gehört, während die Welt nur noch über Krieg und Sanktionen spricht.
Im Iran dagegen ist die Protestbewegung sehr ruhig geworden, eine Folge der harten Angriffe des Regimes auf friedliche Demonstranten. In beiden Ländern will der größte Teil der Zivilbevölkerung vor allem Frieden, eine bessere soziale Absicherung und Freiheit. Diese Forderungen vergessen beide Appele, sondern rücken sich die Situation nach eigenem Belieben zurecht. Weder Sanktionen noch Krieg werden die Situation der Menschen dort verbessern, alle Demonstranten und Revolutionäre als Vasallen des Westens zu sehen, ist mehr als unverantwortlich und schwächt die Position der Menschen dort.
Die deutsche Linke sollte in diesem Konflikt die friedlichen Demonstranten und Revolutionäre unterstützen, gleichzeitig aber jede Form von Gewalt ablehnen!
Dem Fazit des Appels kann man daher fast zustimmen, wenn es auch dem vorherigen Text widerspricht:
Das iranische und syrische Volk haben das Recht, über die Gestaltung ihrer politischen und gesellschaftlichen Ordnung allein und souverän zu entscheiden. Die Erhaltung des Friedens verlangt es, dass das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten konsequent eingehalten wird.
|
|
Das bei dem Thema Iran Öl eine wichtiger Rolle spielt als eine Revolution ist jedem Realpolitiker klar. Syrien hat nicht ganz soviel zu bieten, also denkt man doch erstmal die angeblichen Geldgeber dingfestzumachen. Da springen dann noch ein paar Öl- und Gasgeschäfte für die entsprechenden Länder raus.
Was erwarten Sie von der deutschen Linken noch? Auf der einen Seite Frauenrechte ganz oben auf der Agenda, auf der anderen Seite die Islamisierung als totale Propaganda abtun. Alle Anzeichen kommen aus dem rechtsradikalen Raum, hier z.B. aus dem Spiegel: www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,807917,00.html |
|
|
Ja, Hetiritter.
"Die" Männer waren schon immer das Probelm, wenn es darum ging, dass Frauen ohne Rechte waren. Es gibt aber auch in "diesen" Ländern Frauen, die dagegen kämpfen, dass Ihnen "die" Männer sagen, was sie zu tun oder zu lassen haben. www.migration-boell.de/web/integration/47_1139.asp Und wie das mit dem Feminismus und den Frauen so ist, gibt es die unterschiedlichsten Strömungen, denn -das wissen wir ja mittlerweile- Frauen sind keine homogene Gruppe. Männer im Übrigen auch nicht. Es gibt solche und solche. Übrigens meint der Autor hier vermutlich mit "die deutsche Linke" nicht die Partei, sondern die Linke als Bewegung. Die entscheiden nichts, die Positionieren sich höchstens so oder so. Übrigens auch keine homogene Masse, diese linke Bewegeung. Und ich unterstelle: um Öl geht es Leuten, die sich als links bezeichnen und sich zu einem Konflikt Positionieren wohl eher nicht. Im Gegensatz zu manchem Realpolitiker, vielleicht. Aber hauptsache Du hast einen hochemotionalen Artikel über schlimme Zustände in einem islamischen Lande verlinkt, gegen den Mann und Frau nichts einzuwenden haben können, weil es offensichtlich ungeheuerlich ist, wenn 11 Jährige von 25 Jährigen schwanger werden. Das nenn ich Diskussionskultur... |
|
|
Ach luzieh.fair,
ich wurde mit meinem Kommentar vor einer Woche (inzwischen gelöscht) von einigen Teilnehmern als rechtsradikal tituliert, weil ich von einer Islamisierung in der Türkei gesprochen habe. Da ist es doch wohltuend, dass das Basisblatt der Rechtsradikalen (Spiegel) dazu einen Bericht bringt und ich den natürlich hier mal schön unter die Nase reiben kann. |
|
|
Das ist ein relativ ausgewogener Bericht über eine gesellschaftliche Entwicklung (schließlich gewinnt die AKP seit Jahren die Wahlen), während Du hier immer wieder mit Pauschalurteilen glänzt...
|
|
|
Es wird immer als Pauschalurteil empfunden,
dabei ist es klar, dass nicht alle gemeint sind. Wenn man anfängt sein reden und schreiben so zu gestalten, dann kommt man zu solchen "gestelzten" Sätzen: "Es gibt einige Teile in der türkischen Gesellschaft, die einer fortschreitenden Islamisierung der Türkei positiv gegenüberstehen." Das ist nicht richtig, in der Türkei gibt es eine allgemeine Islamisierung (Auskunft meines türkischen Nachbarn, sucht Käufer eines Hauses im Randbereich von Istanbul), in Tunesien (laut dem Vater meines besten Freundes, der nach 2 Wochen Heimaturlaub kopfschüttelnd wieder gekommen ist) und in Ägypten (Cousin meines Chefs, der seinen verstorbenen Vater gerade in Kairo zu grabe getragen hat). Aber das sind ja alles nur Hirngespinste. Ich kann Sie auch gerne über die Tricks der Machthaber informieren, z.B. funktioniert das Internet in Jordanien ab Donnerstag Abend bis Freitag Abend so gut wie gar nicht, damit es nicht zu organisierten Demonstrationen kommen soll. Ich bin in der arabischen Welt bestens vernetzt und meine Kommentare sind im Grunde nur die, die ich von Menschen, die aus diesen Ländern kommen, mir so mitgeteilt wurden. |
|
|
Na, dann freu ich mich doch auf einen wohldifferenzierten Blogbeitrag von Dir, der sich dann aber vielleicht auf mehr stützen sollte, als auf statische Größen, wie Vater, Nachbar, Cousin & co. Deine alten Beiträge sind ja auf wundersameweise verschwunden.
Du wirkst eben mehr wie der Kolonialherr,nicht wie der Soziologe. Letztere wissen nämlich meist, dass es mehr gibt als nur das eine Phänomen, das sie untersuchen. Das Foto in dem verlinkten Spiegelartikel zeigt auch protestierende -das Ganze nicht hinnehmende- Frauen, die bis zum Schnappschuss jedenfalls, noch nicht niedergeprügelt wurden. Übrigens: "Es wird immer als Pauschalurteil empfunden,dabei ist es klar, dass nicht alle gemeint sind(...)Das ist nicht richtig, in der Türkei gibt es eine allgemeine Islamisierung" Nicht besonders differenziert, oder? Eins noch: deine zensierenden Machthaber gibt es auf der ganzen Welt und nicht nur das wo die Menschen Moslems sind. Das macht es nicht besser, aber der Islam hat damit doch weniger zu tun, als der Wille zum Machterhalt. Und von wegen Diskussionskultur: die Art wie Du von dem, was Du selbst anführst wieder ablenkst, indem du neue Unzulänglichkeiten in der "islamischen Welt" anführst, ist nicht besonders Förderlich. Im Gegenteil, es wirkt entweder unbeholfen, oder wie ein billiger Trick. Hier bin ich dann fertig, denn das was wir hier treiben ist off topic. |
|
|
Hetiritter:sorry, völlig falsch. Es ist richtig, dass ich Donnerstag abend manchmal über die Internet-Verbindung fluche, weil um die Zeit einfach zu viele Leute im Netz sind und es oft langsamer ist als vielleicht Montag morgen - aber dass es gar nicht funktioniert, ist einfach nicht wahr.
Freitags schon gar nicht - da habe ich viel Zeit und sitze oft stundenlang am Laptop. Schlechter als normal ist der Empfang da auch nicht. Eines der Probleme meiner Leitung: ich habe kabelloses Internet, und bei Regen .... |
|
|
Hallo Alien59,
da habe ich andere Informationen und Erfahrungen. Ausserdem habe ich nicht gesagt, dass es nicht funktioniert, sondern so gut wie gar nicht, aber ich meinte auch nicht das kabellose Internet. Neulich konnte ich am Freitag nicht einen unserer Partner erreichen, obwohl alle bei der Arbeit waren (wichtiges neues Projekt). In Aqaba ist es noch schlimmer, aber da gibt es ja zum Glück nicht mal Regen also so 360 Tage im Jahr ;-) |
|
|
Ich sollte es wohl wissen: ich lebe hier. Es wird oft und gerne gemeckert, aber frag mal Wolfram Heinrich, wie sehr er von seinem Internet behindert wird - auch Zensur?
|
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen