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Die Freiheitsliebe

02.10.2011 | 20:13

Rechtspopulisten immer erfolgreicher in der Schweiz

Die rechtspopulistische Schweizerisch Volkspartei (SVP) hat ein Burka-Verbot durchsetzen können, welchem allerdings noch die zweite Schweizer Kammer zustimmen muss . In der Schweiz gibt es bald nicht nur ein Minarett-Verbot, sondern auch ein Burka-Verbot. Dieser Antrag wurde von Sozialdemokraten und Grünen abgelehnt, welche in ihm berechtigerweise eine Form der Diskriminierung von Minderheiten sehen!

Die Gesetzesinitiative sieht ein Vermummungsverbot in bestimmten Bereichen der Öffentlichkeit vor, etwa im öffentlichen Nahverkehr oder bei Demonstrationen. Zudem können staatliche Institutionen künftig für ihre Einrichtungen ebenfalls ein Verschleierungsverbot verhängen. Ausnahmen soll es beispielsweise für den Karneval geben. Damit das Gesetz in Kraft tritt, muß noch die zweite Parlamentskammer, der sogenannte Ständerat, zustimmen.

Burka als religiöses Zeichen

Nach dem Koran gibt es keinen Zwang sich zu verschleiern oder sogar eine Burka tragen, dennoch steht im Koran geschrieben, dass es die Frauen vor Belästigung schützen kann. So steht in der Sure 33, Vers 59 : “Oh Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Dadurch ist am besten gewährleistet, dass sie erkannt und nicht belästigt werden.” Diese Zeile wird von den verschiedenen islamischen Rechtsgelehrten verschieden Interpretiert, so gibt es einige, die der Ansicht sind, dass damit die Burka gemeint sind, während andere davon sprechen, dass Frauen nur nicht zu freizügig rumlaufen sollten. Was nun gilt, kann man wohl nicht sicher sagen. Beides beruht auf einem veralteten Weltbild, in dem jeder Mann einer Frau hinterherschaut oder sogar mehr, wenn sie freizügig rumläuft. Dies galt mit Sicherheit auch für die Lebzeiten Mohammed, für die heutige Zeit gilt dies allerdings eher weniger.

Mündige Frauen

Wenn Frauen sich nun aber entschloßen haben, sich dem Islam zu widmen, alle Suren zu befolgen und diesen Vers so auszulegen, dass er einer Aufforderung zum tragen des Hijab ist, dann sollte man diese Frauen nicht daran hindern. In dem man jeder Frau unterstellt, dass sie die Burka aus Zwang trägt unterstellt man allen muslimischen Männern, deren Frauen Burkas tragen, dass sie ihre Frauen unterdrücken und ihnen somit keine Rechte gewähren. Diese Annahme ist allerdings diskriminierend, denn man unterstellt nicht nur diesen Männern, dass sie ihre Frau unterdrücken, man unterstellt den burkatragenden Frauen, dass sie keine eigene Entscheidungskraft haben und sie einen Retter brauchen um aus dem Elend ihrer Burka zu entkommen.

Einem Menschen per Gesetz vorzuschreiben, wie er seine Religion auslegt, ist in höchstem Maße diskriminierend und eine Einschränkung der Religionsfreiheit. Für viele Menschen in Europa mag es schwierig sein, sich vorzustellen, dass eine Frau sich freiwillig in eine Burka hüllt. Für viele Frauen gehört, dass allerdings zur Auslebung ihrer Religion. Als Europäer müsste man sich vorstellen, dass ein Land ein Gesetz erlassen würde, dass es Nonnen untersagt ihre religiösen Gewänder zu tragen, da diese sie unterdrücken würden. Dies wäre ein unfassbarer Skandal, da die Kleidung einer Nonne zu ihrer Ausübung  ihrer Religion gehört und sie diese Kleidung für wichtig hält. Ähnlich geht es den burktragenden Frauen, diese werden durch das neue Gesetz an der Ausübung ihrer Religion gehindert und werden für etwas bestraft, dass sie für vollkommen richtig halten.

Als Mensch, der die Freiheit über alle anderen Werte stellt, ist es für mich unvorstellbar, wie man einem erwachsenen und mündigen Bürger seine Ausübung der Religion untersagt, da man diese als Zeichen der Unterdrückung anzieht. Die Unterdrückung entsteht dadurch, dass man diese Menschen zwingt ihre religiösen Vorstellung verbergen zu müssen!

 
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