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Die Freiheitsliebe

09.11.2010 | 23:09

Unterstützt die katholische Kirche gewaltsame Regierungswechsel

Der Vatikan hält an der nicht-anerkennung der Putsch-Regierung in Honduras fest. Während der Erzbischof von Tegucigalpa, Óscar Andrés Rodríguez Maradiaga, die Regierung sogar offen unterstützt und verteidigt, sprachen sich Vertreter des Vatikans gegen die Anerkennung aus.

In Honduras habe am 28. Juni 2009 ein Staatsstreich stattgefunden und das Land müsse zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückkehren, sagte der vatikanische Prälat und Vertreter des Vatikans vor den Vereinten Nationen, Francis Assisi Chullikat, nach Angaben der honduranischen Tageszeitung El Libertador. Chullikat, der derzeitige Apostolische Nuntius in Irak, hatte den Vatikan in dieser diplomatischen Funktion in der Vergangenheit in Honduras vertreten.

Risiko für Erzbischof

Die Ausssage des offiziellen Vertreter des Vatikans könnte für eine Menge Ärger sorgern, sondern auch die katholische Hilfsorganisation Caritas International, der Rodríguez Maradiaga vorsteht, den Putsch nicht kritisiert. Seit dem Putsch hatten vor allem Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland den umstrittenen Kirchenfunktionär unterstützt und mehrfach eingeladen. So trat Rodríguez Maradiaga im Mai etwa auf dem Ökumenischen Kirchentag in München auf, obwohl in ganz Südamerika schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden.

Festhalten an der eigenen Aussage

Der Position des Vatikan ungeachtet hält Rodríguez Maradiaga an seiner Verteidigung des Putsches fest. „Wir leben in einem Land der Freiheit“, entgegnete er auf Nachfragen von Journalisten nach einer Messe in Tegucigalpa. Weitere Nachfragen tat er nach einem Bericht der honduranischen Tageszeitung El Tiempo ab: „Darüber haben wir doch wirklich zur Genüge gesprochen“. Passanten bewarfen sein Auto daraufhin im Wegfahren mit Eiern, so El Tiempo.

Mitte Oktober erst hatten EU-Parlamentarier, der europäischen Linkspartei und der Grünen, gegen einen Besuch des regimenahen Kardinals in Brüssel protestiert. Auch in Hamburg sollen Proteste stattfinden. Allerdings stehen auch deutsche Parteien wie die FDP hinter der Putschregierung.

 
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