fridolin znersch

Blog von fridolin znersch

Blogbeiträge

28.07.2009 | 12:23 fridolin znersch

Gott Autor. Daniel Kehlmann, oder eine Rumpelstilziade in Salzburg.

Daniel Kehlmann geißelt das Regietheater. So oder synonym  lautete fast allerorten im deutschsprachen Zeitungsraum der Kommentar zur Festrede (www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/themen/?em_cnt=1853951) zur Eröffnung der Salzburge... >> mehr
03.07.2009 | 12:34 fridolin znersch

Gebrochener Schall. Oder: Ein Physiker in Klagenfurt.

Es ist/war Juni in Klagenfurt und wieder lasen vierzehn geladene AutorInnnen -- zum Geburtstagsjubiläum von Ingeborg Bachmann gewissermaßen -- Texte, die von einer siebenköpfigen Jury zuweilen mehr, zumeist jedoch minder adäquat besprochen... >> mehr

Kommentare

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28.07.2009 | 22:50 kay.kloetzer
Lieber Fridolin Znersch: Ich haben diese Rede mit Gewinn gelesen, dem Gewinn der Bestätigung. Ich gebe zu, der Reflex "endlich sagt's mal einer" spielte auch eine Rolle. Eben weil Kehlmann nicht irgen...
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29.07.2009 | 14:38 fridolin znersch
hall kk, also, gleich vorweg, in vielem stimme ich zu, vor allem der rechnung autor+regie+schauspieler+zuschauer=theater, aber offensichtlich ist/war nicht ganz klar, was meines erachtens das problem an der rede ist. mein problem beginnt und endet, könnte man sagen, bei der maßlosen überhöhung des/der schriftsteller(s), die daniel kehlmann immer und immer praktiziert, und die hier eben eingang in eine debatte übers theater gefunden hat. und genau die von ihm aufgestellten gleichungen wie autor=gott, literaturkritik=mühsamer als zahnarzt, regisseur=diener des autors, etc. sind es auch, die die obige theatergleichung falsch machen, weil, um dinge summieren zu können, sie von gleicher dimension, gleicher einheit, gleicher art in einer menge jedenfalls sein müssen. das von ihm so angeschossene regietheater -- genau das würde die gleichung erfüllen, weil da der autor auf gleicher ebene agieren, als kreative menschen. genau das aber will kehlmann eben nicht gelten lassen, und wehrt sich nicht gegen das aufkommen einer kunstform, sondern gegen dessen endgültige etablierung. nur ein beispiel: es hat nicht immer dirigenten gegeben, und beim aufkommen der ersten waren die aufschreie vermutlich ähnlich. mit gleichem recht müsste kehlmann alle dirigentenstars von den opernbühnen verjagen, weil die im grund nichts anderes mit der musik machen, als ein regisseur mit einem stück. und ich muss noch einmal betonen: ich plädiere auch für offenheit. das eine _und_ das andere. hab selber tolle regietheaterstücke gesehen, ebenso wie einen regietechnisch hingerichteten nestroy am burgtheater. tatsache ist aber, dass niemand gezwungen wird, ins theater zu gehen. und wenn niemand das furchtbare regietheater mehr ansieht, wird es verschwinden. punkt. in diesem fall wird und sollte sich die sache von selbst regulieren. und wenn ein regisseur etwas anderes macht, als im stück steht, ist das nichts anderes, als ein technisches gerät entgegen der gebrauchsanweisung zu verwenden. der hersteller/autor haftet dann sozusagen aber auch nicht mehr für funktion, was auch immer. deswegen jedoch jede von der gebrauchsanweisung abweichende verwendung eines geräts zu verbieten -- das braucht nicht weiter kommentiert zu werden. oder wollen wir, dass auch in den theaterstücken anti-regieanweisungen eingebaut werden a la: die katze nicht in die mikrowelle stecken? das plädoyer gilt dem freien umgang mit literatur und auch theaterstücken. was kehlmann vorschlägt ist in gewisser weise nichts als restriktiv und autoritär. und was konkrete inszenierungen angeht: das ist im grund eine ganz andere frage.
fridolin znersch
mathematischer literaturmensch, hauptberuflich interessiert, an allem.
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