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So langsam kann man es nicht mehr nachvollziehen:
Immer wieder werden Blogger aus den verschiedensten Gründen abgemahnt und müssen für diese Abmahnungen vergleichsweise hohe Summen zahlen.
Der neueste Fall ereignete sich in Augsburg:
Wegen Verletzung des Namensrechts soll ein 25-jähriger Webdesigner und Blogger jetzt knapp 1900 Euro zahlen.
Die Augsburger Allgemeine zitiert den jungen Mann wie folgt: "Ich habe die Stadt schriftlich um Genehmigung gebeten, den Namen augsburgr.de benutzen zu dürfen", sagt der 25-Jährige. "Erwartet hatte ich darauf ein Ja oder ein Nein. Dass ich stattdessen eine anwaltliche Abmahnung bekomme, fand ich schon sehr erstaunlich."
Die Motive der Stadt erscheinen mir schleierhaft: Hätte es ein netter Brief oder eine Email nicht auch getan?
Der Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl hat sich selbst gegenüber Spiegel Online bisher noch nicht zum Fall äußern wollen.
Vielleicht quillt aber auch das Postfach des Oberbürgermeisters vor Beschwerden über...
Update: (25.11.09, 19h45)
Augsburgs Oberbürgermeister hat inzwischen reagiert und dem Blogger die Abmahngebühren erlassen.
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Abmahnen zwecks Sanierung des eigenen Haushalts: Ein Vorbild für viele Städte?
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Friedland,
das sind deutliche Zeichen, die meiner Meinung nach noch zu sehr auf die leichte Schulter genommen werden, wenn auch nicht von den gerade Betroffenen. |
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Nichts könnte besser verdeutlichen das in in einigen Behörden denken verboten ist und Amtsanmaßung mit so etwas wie "Namensanmaßung" verwechselt.
@ streifzug, das ist erst der Beginn der Suche alle möglichen Gründe zu finden die Internet-Nutzung unter Kontrolle zu bekommen. In Frankreich ist es jetzt schon viel schlimmer. |
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schrieb am
24.11.2009 um 21:19
azälma, bitte!
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schrieb am
24.11.2009 um 21:38
Es gab hier vor ein paar Wochen so eine Schmierkampange gegen den ehemaligen Aussen- und späteren Premier Minister Villepin. Es ging um die sogennte "Clearstream-Affaire" ( die Regierungs-Crew hat mal ganz frivol 6 Fregatten an Taiwan zum doppelten Preis verhökert und sich dann güttlich am Überschluss aus diesem Verkauf von Staatseigentum ein Taschengeld von ein paar Millionen eingesteckt) Jedenfalls haben ein paar Leute in Blogs über die parteische Justiz rumgeätzt. Denen wurde auf Anordnung von einem Gericht der Internetzugang durch den Provider abgeknipst.
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schrieb am
24.11.2009 um 21:42
Oder, ein Journalist vom L'Monde, der etwas über Kouchners Machenschaften in seinem Blog etwas genauer schrieb als er es in der Printausgabe tun konnte wurde aus dem Job angeekelt.
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schrieb am
24.11.2009 um 21:43
Mann, aber in Kina is viel schlimma!
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schrieb am
24.11.2009 um 21:53
Und da gibt's eben auch jede Menge Tricks gegen die Tricks, z.B. Linux USB Stick vom Hotspot. Es geht eben nicht nur das Unliebsame lahmzulegen, aber dem Kommerz freien Lauf zu lassen.
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Meisterfalk, wo kommt denn Dein neuer Dialekt her?
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Ja, das ist ernst. Das sehe ich auch so.
Da droht tatsächlich ein gefährlicher Kulturwandel.Und ich bin Streifzugs Meinung: Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Darum finde ich ja auch den Fall der taz-Autorin Eva Schweitzer so beunruhigend: Wenn eine Journalistin einer eigentlich link(sliberal)en Zeitung das Netz und seinen Freiheitscharakter schon nicht mehr begreift, dann muss man sich noch auf einiges gefasst machen. Ich bin ja der Meinung, dass der dt Blogger-Szene noch vieles fehlt, vor allem Bekanntheit und Anerkennung auch außerhalb indigener Netzkreise. Was, wenn jetzt die Angst überhand nimmt, und die Entwicklung gleichsam im Keim erstickt? JA |
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schrieb am
24.11.2009 um 23:17
Oben beschriebenes Exempel von Abklageverfahren finde ich einfach lächerlich, dh. natürlich, es ist kontototernst. Trotzdem sollte man sich solchen Anfeindungen gar nicht erst erwehren, sie privat ignorieren, aber bekanntmachen und Öffentlichkeit herstellen. Wo sind wir denn?
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gerade vom staat, und zu dem zähle ich eine stadt, muss man in solchen fällen eine besondere feinfühligkeit an den tag legen.
natürlich reagieren politiker dann bei genug öffentlichkeit auch entsprechend milde... es kann doch aber nicht die aufgabe des bürgers sein sich jedesmal ständig empören zu müssen, damit der staat mal was gescheites tut und nicht ausartet und übertreibt. für mich zeigt das nur ein weiteres mal auf, dass eine gute demokratie nur dann funktionieren kann, wenn politiker auch anders haftbar gemacht werden können, als per wahlergebnis. mfg mh |
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schrieb am
26.11.2009 um 21:06
> für mich zeigt das nur ein weiteres mal auf, dass eine gute demokratie nur dann funktionieren kann, wenn politiker auch anders haftbar gemacht werden können, als per wahlergebnis.<
Gut, dennoch in der Realität darfst Du nur wählen wer Dich nach der Wahl verarscht. |
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Wie so oft in solchen Fällen ist entscheidend die Frage nach dem Sachverhalt. Hat der Blog(g)er nun um Erlaubnis gefragt, wie er selbst behauptet, oder hat er die Stadt lediglich in Kenntnis gesetzt, wie es der OB-Jurist berichtet? Letzterenfalls kämen nämlich die Vorfälle in den Sinn, als "geschäftstüchtige" Domainabgreifer Namen besetzten, um sie dann gewinnbringend einer "Zweitverwertung" zuzuführen.
Merkwürdig ist, dass die Stadt keinen eigenen Schriftverkehr geführt, sondern sofort einen (externen) Anwalt eingeschaltet hat. Nach dem Behördenprinzip in Bayern ein klarer Verstoß, wenn die Stadt in einem zwar speziellen, aber nicht übermäßig komplizierten Rechtsgebiet nicht eigenen, sondern teuer eingekauften fremden Sachverstand verwendet hat, ohne wirklichen Anlaß gehabt zu haben. Ein huter Journalist hätte sich den Wortlaut der Mitteilung des jungen Mannes geben lassen, den Behördenleiter damit konfrontiert und ihn nach dann auch noch nach seinem Aufgabengebiet gefragt, einschl. seiner einschlägigen Vorbildung (Volljurist oder lediglich Schnellsieder mit erstem Staatsexamen nebst Verwaltungshochschule). Alles in allem ... Spekulationen, an denen sich trefflich Dinge aufhängen lassen, die mit dieser Sache nichts zu tun haben. |
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Wie der Sachverhalt in all seinen Feinheiten juristisch zu bewerten ist, und ob die Stadt Augsburg "im Recht" ist, ist für mich zweitrangig.
Ich finde die Reaktion der Verantwortlichen aber überzogen und bar jeder Nachvollziehbarkeit. Wenn selbst in diesem relativ einfach gelagerten Fall ein externer Anwalt (wie auch bei der taz-Bloggerin Frau Schweitzer) beauftragt wird, ohne zunächst selbst in direkten Kontakt miteinander zu treten, dann wirft das auch ein schlechtes Bild auf die Umgangs- und Kommunikationsformen allgemein, nicht nur im Netz. Meine Meinung... |
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Was für eine wunderbare Form des Stadtmarketings. Man erscheint bundesweit als Abzockverein.
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die URL erscheint als 403-Seite "forbitten". Ich denke mal die Aparatshiks haben noch nie etwas vom Streisand-Effekt gehört.
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Ich finde es erstaunlich, dass Augsburg seinen Namen mit gerade einmal 1900 Euro veranschlagt. Könnte ein ausgewachsener Minderwertigkeitskomplex sein...
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Neue Erkenntnisse:
Augsburger Domainaffäre: Nachgefragt beim Bürgermeister ... |
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schrieb am
26.11.2009 um 21:29
Wenn der mal nicht auf Rache sinnt und nun Gleichgesinnte sucht...
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Ausgabe 06/12
09.02.2012
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