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Was habe ich gelesen? Wer ja sagt, muss auch Onkel Horst einladen von Theresa Selig
Worum geht es? Theresa Selig schrieb 2008 eine wöchentliche Hochzeitskolumne "Ich will" auf jetzt.de. Daraus ist nun ein Buch entstanden mit den Höhepunkten der Hochzeitsvorbereitungen vom Antrag an einem italienischen See bis zum Alltag nach der Hochzeit.
Warum habe ich es gelesen? Weil in meinem Freundeskreis in diesem Jahr geheiratet wird und das Thema wohl die nächsten Monate ohnehin auf der Agenda steht. Eigentlich ist es ja ein Buch aus Frauensicht für Frauen, die bald selbst heiraten. Daher bin ich nicht in der engeren Auswahl des Zielpublikums, habe allerdings auf einige Einblicke in diese mir fremde Welt gehofft.
Wie und wo habe ich es gelesen? In etwa zwei Stunden am Tresen einer Cocktailbar. (Es ist ein kurzes, dünnes Buch mit maximal Vier-Seiten-Episoden, dazwischen viele Leerseiten und Illustrationen, man kann es also schnell weglesen und zwischendurch immer mal wieder an einem alkoholhaltigen Mixgetränk nippen.)
Was fiel mir auf? Zunächst die Illustrationen von Lisa Hartung: Zeichnungen im Stil der 60er Jahre ließen mich wiederholt schmunzeln - die Texte leider nicht. Es waren dann doch zu viele Allgemeinplätze und Altbekanntes, das nicht einmal in neuer, frischer Formulierung daher kam. Der vom Verlag erhoffte "Ja, so isses"-Ausruf blieb zu oft ein "Kenn' ich schon"-Gedanke.
Was bleibt? "Heiraten ist nicht nur stressig, sondern macht glücklich." Ach nee, wirklich? Sport auch. Vielleicht sollte ich ein Buch darüber schreiben, Arbeitstitel: Drum prüfe, wer sich ewig schindet... Ich verspreche, wir kommen ebenfalls an einigen Allgemeinplätzen vorbei und die Lesestrecke wird ausgesprochen flach sein.
Welche Seite sollte man anlesen? Seite 123, "Epilog". Wem die wenigen Schlussseiten nicht gefallen, der kann das Buch direkt wieder zurück ins Regal stellen.
Wem kann man dieses Buch (dennoch) schenken? Allen jungen Bräuten in spe, die auch "Sex and the City" mögen.
Was sollte man außerdem lesen? Anna Karenina von Lew Tolstoi, gern auch in der Neuübersetzung von Rosemarie Tietze (Hanser Verlag 2009). Das große Epos um Ehe und Ehebruch liegt zwar in einer ganz anderen Schublade, bietet aber dafür alles, was dem hier besprochenen Büchlein fehlt: Tiefe, Details, Leidenschaft, Lüge, Betrug, Zweifel, Wahn. Tipp: Beide Bücher mit in den Urlaub nehmen, bei Sonnenschein Wer ja sagt,... am Strand lesen und bei Regenwetter den dicken Russenschinken auspacken.
(P.S.: Dieses Buchblog wurde stark inspiriert von Mikael Krogerus' Kolumne 52 Bücher in 52 Wochen.)
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Vielen Dank für den tollen Buchtip (Anna Karenina natürlich!),
beim anderen Werk warte ich lieber auf die Fortsetzung: Wer nein sagt,... |
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Ich muss gestehen, als ich, ist noch nicht lange her, Anna Karenina zum ersten mal las, nein, hörte, war mein erster Gedanke, nun weiß ich, woher die 'soap opera'-Autoren ihre Ideen haben... Aua!
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Die Themen sind alt und immerwährend: Lüge, Liebe, Leidenschaft usw... Aber WIE es geschrieben bzw. übersetzt ist, das ist dann doch etwas Besonderes...
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genau, friedland! so wie es nur ca 200 Witze gibt, die immer neu variiert werden.
unsere ahnen haben das leben nicht verändert, es kommt aber darauf an, es neu zu erzählen. herzlich kk |
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im zdf-schusswechsel "die vorleser" haben sie sie auch gerade am wickel, die neue Karenina. aber so schnell kann man gar nicht nachschenken, wie die ein buch besprechen.
kk |
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vor zig jahren hatte ich die idee, auch mal was triviales zu lesen, um mich an den stilblüten und den platitüden zu erfreuen, die ja oft so tapsig daherkommen wie junge hunde oder kleinkinder mit worten. irgendwo in den regalen sind die paradepferde auf der strecke geblieben.
dein motiv, sowas zu lesen, friedland, ist genehmigt, aber überzeugend ist es nicht. wie du das dings vorgestellt hast, finde ich aber sehr in ordnung. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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