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Es wird endlich Frühling und spätestens jetzt wird auch in der realen Welt um die Wette gezwitschert. Im Netz hingegen zwitschert, bzw. twittert es schon länger. Doch warum gibt es Twitter eigentlich? Was macht man damit? Wem nutzt es? Wen interessiert's? Einen Selbstversuch habe ich noch nicht gestartet. Deshalb sammle ich hier (eure) Argumente für einen solchen Versuch.
Ich erkläre kurz, wie ich Twitter verstanden habe:
Twitter lässt auf seiner Platform Nachrichten bis zu 140 Zeichen zu, also weniger Inhalt als eine reguläre SMS. Das heißt dann Mikro-Blog. Man bloggt als Privatmensch, was man gerade macht, denkt, fühlt, tippt. Außerdem benutzen auch Firmen und Politiker diese Technik zur Information ihrer „Follower“ (Abonnenten), was in den alten Medien entweder unter Werbung oder Wahlkampf abzuheften gewesen wäre.
Die SMS habe ich ja noch verstanden:
Nachricht im Telegrammstil, kurz, präzise. Keine Interpretation, nur Information. Manchmal zu viele Abk. Sonst i.O. LG
Ein Sender übermittelt eine SMS an zumeist einen Empfänger. Punkt. Message recieved and understood. Oft werden SMS ja auch geschrieben, um unangenehme Dinge wie Absagen nicht mündlich am Hörer übermitteln zu müssen. Außerdem sind sie mit ihren 160 Zeichen noch lang genug für die meisten vierzeiligen Gedichte oder Shorter Stories. Alles in allem ist die SMS ein von mir sehr gern genutztes Kommunikationsmittel.
Aber Twitter? Als Blog? Für alle? So kurz? Warum?
Da es an alle (Abonnenten) geht, ist es eben nicht „the telegraph system of Web 2.0“ (Nicholas Carr, Autor von „Does IT Matter?“). Es ist eher ein Lautsprecher, ein Megaphon auf dem Marktplatz der geschriebenen Eitelkeiten. Twitterer's Corner im WWW-Park.
Schon die Eingangsfrage ist eher eine rhetorische: Was machst du gerade? Die Antwort müsste jedesmal gleich lauten: Ich twittere. Da dies auf Dauer langweilig wäre, schreibt man eben Dinge wie:
„the west wing is gorgeous and the chief of staff has a great office“ (US-Kongress-Abgeordneter Jared Polis, der auch schon während Obamas erster Rede vor dem Kongress zwitscherte)
“Warum braucht man im 21. Jhd. immer noch eine spezielle Vokabel (Atheist) für Menschen, die *nicht* an unsichtbare Superwesen glauben?”(Mario Sixtus vom elektrischen Reporter)
Wobei das erste Beispiel hier eher für Nutzlose Info 2.0 stehen soll und das zweite für Aphorismus 2.0. Ich hoffe natürlich, dass es bei Twitter mehr Letzteres geben wird, damit es nicht in Online-Bekenntnissen endet wie
„Sch..., Papier ist alle!“
Kurz: Was ist das Besondere/Neue/Wichtige an Twitter?
fragt Friedland
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Hallo Friedland,
ehrlich gesagt, weiß ich es nicht genau. Oder vielmehr: Ich habe einen Verdacht, oder auch mehrere, aber mehr ist es halt nicht. Ich versuche seit ein paar Wochen, den Reiz nachzuvollziehen - langweile mich aber dabei, so dass mein Account eigentlich eher döst. Also hier mein Halbwissen: - Twitter ist ähnlich einer Sammel-SMS, die zusätzlich für xBeliebige sichtbar ist, die gar keine Follower sein müssen (es sei denn, dein Account ist so eingestellt, dass er nur für deine Follower sichtbar ist) - Twitter ist ein Must im Moment, weil es - wie bei allen Musts - eben ein Must ist: Offenbar twittern alle, die kreativ, PR, politisch-hip oder sonstwie zu einer gefühlten Kommunikationsavantgarde gehören. - Keiner weiß im Moment, ob Twitter nur so ein temporärer Hype ist und schnell wieder verschwindet. - Twitter gehört zu den Social-Mikromedien, bei denen jeder so viel Wind wie möglich macht, um Aufmerksamkeit zu erregen, frei nach dem Motto: Zeig mir deinen Längsten (also: wer hat die meisten Follower). Entsprechend überwiegt auch die Zahl der männlichen Zwitscherer ,-) - Ab und zu hab ich Hinweise auf interessante Texte oder Links bekommen von denen, denen ich "followe" - Twitter ist ein Stressfaktor zusätzlich, wenn man sich damit stresst (du kannst z. B. auch "abonnieren", dass du alle 24 Stunden erinnert wirst, solltest du nicht pflichtschuldig getwittert haben... - Man kann jetzt offenbar auch Videos twittern - Hilfreich ist eine URL-Zipping wie z. B. hier: is.gd/ - Meines Wissens hat auch eine SMS nur 140 Zeichen? - Meines Wissens kann man in Deutschland noch nicht auf ordinäre Handys twittern? - Der Freitag twittert auch. (Und hier ein Verdacht: Twitter ist nicht so spannend, wie manche glauben machen wollen, zumindest nicht, was Inhalt oder praktikablen Austausch (gemeinhin "Kommunikation" genannt) betrifft, spielt sich aber dafür auch nicht als Inhalt auf - sonst hieße es ja nicht "Twitter". Es gibt da ein nettes Video: it20.eu/blog/2009/03/24/twitter-video/ |
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Herrliches Video; das beschreibt meine Probleme mit Twitter sehr gut. Also, ich werde mir so schnell wohl keinen zwitschern...
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Danke! Auch ich wusste nichts mit twitter anzufangen. Mithilfe deines Filmtipps und der Worte bin ich jetzt im Bilde.
LG |
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Twitter ist für jeden etwas anderes. Was man bekommt hängt davon ab, wen man (alles) abonniert, und was man gibt, von einem selbst. Für mich ist Twitter ein handverlesener Medien- und Blogger-Nachrichtenstream (followFreitag ;-)), der es mir erspart, haufenweise RSS zu abonnieren. Brauche nur noch eines.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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