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Das ist ja mal was Thiel wohl sagen will, gegen Clausewitz, und ich sage, schon die Politik ist falsch. Die Taliban sind ok.
Jedenfalls ist die Frage, wie man mit ihnen umgeht. Wie man mit Afghanistan ueberhaupt umgeht. Was sich der Sicherheitsrat mit dem ISAF Mandat gedacht hat. Es sind doch immer konkrete Kriege, die zu debattieren sind, und das Einmotten der Bundeswehr bewirkt da garnichts.
www.linke-blieskastel.de/nc/news/detail/zurueck/aktuell-37/artikel/yvonne-ploetz-zum-plakat-skandal/
Siehe auch
www.focus.de/politik/deutschland/afghanistan-einsatz-mixa-will-abzugsperspektive_aid_468088.html
Was mich immer nervt, ist die Formulierung "gemaessigte Taliban". Abgesehen davon, dass die Taliban sicher besseres zu tun haben als mit Blixa zu plaudern, muessten es gerade die radikalen Taliban sein. Mit wem sollte es sich sonst zu diskutieren lohnen. Abgesehen davon, nochmal, dass es sich auch fuer die radikalen Taliban nicht lohnt.
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"Die Taliban sind ok" - den Satz lasse ich mal so stehn und verstehe ihn als Ausdruck Ihrer an Clausewitz geschulten Amoralität in Sachen Machtpolitik. Aber Ihr Link zum Focus war interessant. Dort führt ein Forist den Rücktritt Mixas darauf zurück, dass dieser die Kritik Käsmanns am Afghanistan-Einsatz gegen Kritiker verteidigt habe. Käßmann und Mixa als Opfer von Intrigen der Afghanistan-Fans? Was sagen Sie nun? Und gibt's dazu nicht ein passendes Zitat von Meister Clausewitz?
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Das find ich ganz falsch. An den Taliban ist absolut nichts unmoralisches. Das passende Clausewitzzitat steht hier schon irgendwo, knapp, aber man braucht nicht viele Worte. Aus der Fibel fuer den Prinzen zum Thema Oeffentlichkeitsarbeit. Es tut mir leid, ihr misversteht den C. voll, wenn ihr denkt, er schriebe ueber ein Thema der Moral. Man kann auch ueber sonstige Sachen schreiben ohne unmoralisch zu sein.
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Ich wuerde die Vorgaenge um Blixa auch nicht Ruecktritt nennen, sondern Mobbing.
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Wenn msan ueber die Moral der Taliban etwas sagen will, muss man sich erstens darueber klar sein, dass Moral eine Privatangelegenheit ist, wenn jemand eine andere Moral hat als meine ist er deshalb noch nicht unmoralisch, und zweitens darueber, wenn man eine westliche Moral behauptet, dass es auch andere Laender gibt, in denen diese Moral nicht gilt. Genau das ist ganz wunderbar. Es waere ganz entsetzlich, wenn es nur noch eine Moral auf diesem Planeten gaebe.
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Ausserdem bleibt fraglich, was denn nach westlicher Moral die spezifische Unmoralitaet der Taliban sein sollte. Was die Taliban moralisch von anderen Afghanen unterscheidet. Allerhoechsten ihre Effektivitaet.
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Und, sofern es nach westlichen Masstaeben eine spezifisch talibanische Unmoralitaet gaebe, muesste man sich fragen, ob diese ein Kriegsgrund waere. Praeventive Kriege sind verboten, auch in Afghanistan, ISAF ist etwas ganz anderes, insoweit ist der Papst nicht sehr originell, aber selbst diese Binsenweisheiten sind heute out of the world.
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Man sollte sich ausserdem darueber klar sein, dass hinter dem Banner der Moral die internationale Gemeinschaft steht, sprich es nur um die Hegemonie der USA geht.
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Ich mag Ihren Wortschwall jetzt nicht ordnen. Deswegen nur zwei Anmerkungen:
1. Amoralität ist nicht Unmoralität. Amoralisch ist, wenn z.B. jemand ( wie Sie und Ihre Leitfigur ) Konflikte ausschließlich unter dem Aspekt der Interessen, Machtmittel und Handlungschancen betrachtet und nicht in die Bewertung einbezieht, für welche Ziele und Werte die Kontrahenten stehen. 2. Wenn Mixa ein Opfer von Mobbing ist ( ziemlich absurder Gedanke, wie mir scheint, der dem Kardinal zuzutrauen ist ): Wer soll dies in welcher Absicht getan haben? Und: Ist dies nicht in Wahrheit eine alberne Verschwörungstheorie? |
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Mein Ausgangspunkt ist das Interventionsverbot.
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Und C. ist nicht meine Leitfigur, wie koennte er das sein, er ist naemlich kein Ideologe, sondern nur derjenige, der nach meiner Erfahrung den Krieg mit grossem Abstand am besten beschrieben hat. Es beschreibt ihn mit der groessten Praezision. Ohne jeden Kitsch. Die Kitschlosigkeit gefaellt. Und die gefiel wohl auch dem Verleger der Edition Nautilus, in der sonst nur Schriften von Pikabia, Debord etc verlegt werden, Lutz Schulenburg, siehe auch Leopoldshoehe. Das wollte ich mal einem Politologen schenken, hab reingeschaut und mich sofort festgelesen. Waehrend des allgemeinen Gelalles waerend des Jugoslavienkrieges war sein Opus eine Wohltat. Und die ist es geblieben. C. bringt die Dinge praezise auf den Punkt. Im Stil eines typischen deutschen Wissenschaftlers des 19. Jahrhunderts, wozu auch Marx zu zaehlen ist. Diese Leute waren gut, die Mehrzahl Juden, jedenfalls in der Juristerei.
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Käßmann und Mixa als Opfer von Intrigen der Afghanistan-Fans? Was sagen Sie nun? >> Ich behaupte nicht, dass da irgendwer final gehandelt hat, meine aber, dass es sein koennte. Es wuerde passen. Und in jedem Fall ist Mixa im Januar zu Afghanistan fuer mich viel interessanter als diese uralten Geschichten, die mich absolut nicht interessieren. |
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Auch wenn da keiner final gehandelt haette, waeren es doch die, die das Mobbing betrieben haben, die Mixa als Militaerbischof unmoeglich gemacht haetten. Sein Nachfolger wird nichts anderes denken, es aber wie der Nachfolger von Frau Kaesmann nicht mehr so deutlich sagen.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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