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Bürgeransichten

30.01.2010 | 17:24

Das revolutionäre Potenzial des „Deutschen Michel“.

 

Wo ist es ?

 

 

 
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Kommentare
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.01.2010 um 17:30
Das revolutionäre Potenzial liegt wahrscheinlich gesammelt im BKA und wird nicht mehr rausgegeben.
Ich denke, die nationalen Wohneinheiten der entwickelteren Staaten warten lieben auf den Staat, sind demokratisch, werden nix machen.
Die Epoche der menschengemachten Revolution ist zuende, die Globalisierung wird zwangsweise eine Revolutionierung nach sich ziehen, wenn die nächste oder übernächste Krise kommt. Von Menschen ist da nichts zu erwarten.
fruehauf schrieb am 30.01.2010 um 17:43
Coole Collage!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.01.2010 um 17:47
Was meinst Du, wird es noch in wesentlichen Ländern revolutionäre Bewegungen geben? Ich glaube nicht.
fruehauf schrieb am 30.01.2010 um 17:54
Hallo Rainer Kühn,

ich weiß nicht, ob du mich angesprochen hast, oder dein Kommentar aus Versehen unter meinem gelandet ist.

Ich glaub schon, dass es Potenzial für Revolutionen gibt, aber (derzeit) nicht in Deutschland. Da wir trotz allem zu den Begünstigten der Weltwirtschaft gehören, fürchte ich, dass "die Revolution", sollte sie stattfinden, ohnehin für uns erst mal nicht so schön sein wird.

Trotzdem ist Revolution Trend, auf jeden Fall ästhetisch. Das bringt die Collage schön zum Ausdruck, finde ich.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.01.2010 um 17:55
www.attac.de/was-ist-attac/

Attac ist revolutionär.
Fro schrieb am 30.01.2010 um 18:26
Es gibt im Lande einen unglaublichen Zorn auf unserer Regierung und ihre Auftraggeber - die Lobbyverbände. Nur sieht niemand eine wirkliche Alternative. Es bietet ja auch niemand eine an – einschließlich vertrauenswürdigem Personal.
Bisher waren es ja überwiegend defensive Abwehr-Aktionen, die man gesehen hat - wir sind gegen..., schluss mit.... usw. Ein offensives Eintreten für eine grundlegende Veränderung? Das sind sehr wenige die das machen.
Attac ist offensiv das sehe ich auch so chrisamar.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.01.2010 um 18:34
attac ist gut, aber nicht revolutionär. auch so eine ngo. ich halte davon nix. das leisten auch linke parteien und organisationen.
wann aber werden die menschen aktiv nicht mehr mitmachen. wann wollen sie umwälzen. - ich glaube nicht dran. so sehr ich chrisamar die idee wünsche.
Fro schrieb am 30.01.2010 um 18:51
Ich würde mein Auto auch nicht verschrotten, wenn nicht sicher gestellt wäre, dass ich ein deutlich besseres in Aussicht habe. Das kann ich gut verstehen. Eine zeitgemäße Vision muss her.

Attac arbeitet an Alternativen – das ist genau der richtige Weg. Sie sind ein Impulsgeber und Richtungsweiser – sie revolutionär zu nennen wäre zur Zeit vielleicht zu viel. Da fehlt das ganzheitliche Konzept.
Wolfram Heinrich schrieb am 30.01.2010 um 19:18
@fruehauf
Coole Collage!

Hältst'n von der da?
freenet-homepage.de/theo.rieh/Che2.gif (Kommt keiner drauf, woher ich die habe...)
Und die gibt's als Sonderbonus dazu:
freenet-homepage.de/theo.rieh/Tuntenhausen.jpg
(von einem unbekannten Plakateschmierer, Dank ihm.)

Ciao
Wolfram
luggi schrieb am 30.01.2010 um 20:10
ätt Wolfram

meinste jetzt das folgende Bild? Dachte erst, es wär Prosecco Hilton, aber mit Brille hab ich's dann erkannt, ein früherer kubanischer Finanzminister.

Schecke Wara

Hat vor Oskar den Oskar gemacht. Aber anders.
Wolfram Heinrich schrieb am 30.01.2010 um 20:43
@luggi
meinste jetzt das folgende Bild?

Ja, dett mein ick. Wie kriegst du hier ein Bild rein? Mich frißt der Neid auf.

Ciao
Wolfram
luggi schrieb am 30.01.2010 um 21:32
dett is (H)a-(T)e-e(M)-e(L); dett Problem is Uhrheberrecht bei sone Bildereinbindungen. Aba ick beschreib et mal per I-mehl an deine unterbayrische Heimat.
Fro schrieb am 30.01.2010 um 21:34
@Wolfram
Ich habe hier ein tool für firefox, damit kann man Bilder einfügen und Text als link formatieren und noch einiges mehr...
hier der link
Wolfram Heinrich schrieb am 31.01.2010 um 08:27
@Fro
Ich habe hier ein tool für firefox, damit kann man Bilder einfügen und Text als link formatieren und noch einiges mehr... hier der link

Man dankt. Ich habe es gleich mal ausprobiert. Das mit den Formatierungen geht hier wahrscheinlich nicht, weil man hier statt [i] "em" schreibt und "strong" statt [b].
Schaumermal ob das mit dem Bild klappt:
[[Image:http://freenet-homepage.de/theo.rieh/Papst.jpg]]
Wolfram Heinrich schrieb am 31.01.2010 um 08:29
Zweiter Versuch:
Fro schrieb am 31.01.2010 um 11:40
Ist ja interessant, dass Du Ratzinger auch zum revolutionären Potenzial zählst.

Wäre es da nicht auch denkbar, dass er die Vatikanischen Truppen hier einmarschieren lässt um hier endlich für demokratische Verhältnisse und Gerechtigkeit zu sorgen? :)
Wolfram Heinrich schrieb am 31.01.2010 um 12:50
@Fro
Ist ja interessant, dass Du Ratzinger auch zum revolutionären Potenzial zählst.

Nein, nein, das war ein Mistverständnis. Ich hab das Bild doch bloß deshalb hierhin gepostet, weil ich das von dir empfohlene Firefox-Add-on ausprobieren wollte. Irgendein Bild mußte ich ja nehmen, lange habe ich geschwankt, ob ich nicht das nehmen sollte:

Und damit eines klar ist: Der Ratzinger-Teddy ist echt, das haben sich nicht irgendwelche Witzbolde einfallen lassen, den gab es damals zum Deutschland-Besuch zu kaufen, wahlweise auch mit deutscher statt lateinischer Fußsohleninschrift.

Ciao
Wolfram
Fro schrieb am 31.01.2010 um 12:59
Damit ist Ratzinger wieder raus - die kann er ja garnicht ab...
Wolfram Heinrich schrieb am 31.01.2010 um 13:27
@Fro
Damit ist Ratzinger wieder raus - die kann er ja garnicht ab...

Die stammt ja auch von einem von der Konkurrenz ab.

Ciao
Wolfram
fruehauf schrieb am 01.02.2010 um 04:56
Der Che ist süß. Endlich wirkt er mal nicht so, als ob er alles wüsste.

Das Strauß-Bild dagegen finde ich ein bisschen billig. Obwohl ich zugeben muss, dass Strauß darauf ausnahmsweise mal nicht z.K. aussieht. Das ist aber einfach zu viel der Ehre.
Giuseppe Navetta schrieb am 01.02.2010 um 05:09
Das unsere vermeintlichen Eliten über kurz oder lang die bürgerlich-kapitalistischen Demokratien (mal wieder) gegen die Wand fahren, ist gar nicht so abwegig mehr. Was danach folgt: Keine Ahnung! Revolutionäres Potential? Weiß nicht! Bei uns in der BRD wird ja immer erst sehr spät gezündet, man denke nur an den Bansteigkarten-Witz

LG Giuseppe
Alien59 schrieb am 31.01.2010 um 06:17
Gegenfrage zur Überschrift: gab es das jemals?

Andere europäische Nationen haben ihre Herrscher und Regierungen unter Druck setzen können. Noch heute bringen es Franzosen oder Italiener fertig, mit Streiks das Land so lange lahmzulegen, bis die Regierung Gesetze ändert bzw. nicht verabschiedet - in Deutschland undenkbar.
Ich vertrete die These, es gibt kein revolutionäres Potential des "Deutschen Michels".
Fro schrieb am 31.01.2010 um 11:47
Ja, Alien59, die historische Bilanz weist darauf hin, dass das Deutsche Volk eher ein obrigkeitshöriges Untertanenvolk ist. Meine Hoffnung ist die, dass in dieser Zeit, in der eine grundlegend andere Politik jenseits des neoliberalen Mainstreams gefordert ist – weil hier ansonsten alles den Bach runter geht - ein Ruck durch Deutschland geht und der „Deutsche Michel“ auch einmal etwas wagt. Aber das geht glaube ich nur, wenn man da ein ziemlich präzises und machbares politisches Erneuerungskonzept vor legt. „Keine Experimente“ gilt hier glaube ich überwiegend immer noch.
Alien59 schrieb am 31.01.2010 um 12:17
Ich denke, einerseits ist es die Angst, zu verlieren, was man hat, auch wenn das nicht viel ist. Aber noch scheint es zu viel zu sein, als das ich deine Hoffnung teilen würde, zumal eben die generelle Haltung zu jeder Art von Protest mehrheitlich eine ablehnende ist.

Die nächste Frage, wenn ich deiner Hoffnung eine Chance geben will, ist natürlich: wo soll so ein Konzept herkommen?
Fro schrieb am 31.01.2010 um 12:33
„Ich denke, einerseits ist es die Angst, zu verlieren, was man hat, auch wenn das nicht viel ist.“

Das sehe ich auch so.

Wo das Konzept her kommen soll?
Einige fortschrittliche Politiker aus den Oppositionsparteien haben sich vorgenommen, eine Alternative zum neoliberalen Konzept zu entwickeln – da muss man sehen, was die bringen.
Ich würde da aber auf keinen Fall nur auf die Parteien vertrauen. Module so eines Konzeptes, oder konkrete zeitgemäße Lösungsvorschläge für die einzelnen Politikfelder gibt es auch in den NGOs oder von Einzelpersonen. Das könnte zu einem schlüssigen Ganzen zusammengführt werden.
Am liebsten würde ich aber sehen, wenn hier im Lande ein breitangelegtes Bürgerbrainstorming – unter dem Motto - in was für einem Land möchte ich leben stattfindet. So eine Art Volksbefragung zu allen Politikfeldern – um da überhaupt mal einen Anfang hin zu bekommen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 31.01.2010 um 13:48
Hier das neueste Modell aus der Revoluzzer-Vogue.

Das trägt man diesen Winter:

mask
Fro schrieb am 31.01.2010 um 14:28
Danke Felicitas, scheint ein Markt zu sein - aber das Modell gefällt mir überhaupt nicht. Sieht aus wie ein zugenähter Mund. Das ist eher eine Untertanenmaske.
Wenn man es schon für nötig hält, eine Maske tragen zu müssen, dann sollte sie gut aussehen aber auf keinen Fall agressiv. Man braucht keine Agression um hier irgendetwas verändern zu können. Man braucht nur Leute, die dazu Lust haben – sich gerne als Evolutionsbeschleuniger (statt Revolutionär) oder Reformbeschleuniger – wie auch immer – zu betätigen.
Ich hoffe nicht, dass der Beherrschungsapparat uns Bürger zwingt, Masken zu tragen. Soweit sollten unsere „Diener des Volkes“ nicht gehen. Ich glaube, wenn ihnen bewusst ist, dass sie es mit dem Souverän zu tun haben, werden sie es sich zweimal überlegen, ob sie den Kontroll-und Repressionsapparat als kleine Junta gegen die Mehrheit der Bürger einsetzen.
Fro schrieb am 31.01.2010 um 14:50
"Man braucht nur Leute, die dazu Lust haben – sich gerne als Evolutionsbeschleuniger (statt Revolutionär) oder Reformbeschleuniger – wie auch immer – zu betätigen."
"Erneuerer" als Titel würde ich ok finden.
Oder "Grunderneuerer"?
Carl Gibson schrieb am 10.02.2010 um 19:18
Im Land der Buchen und der Linden, wird niemals sich ein Brutus finden ... dichtet Heine an einer Stelle.

"Der deutsche Michel" - ein deutsches Schicksal?
Arminius war noch von anderem Geblüt!

Gibt es ein Gen der "Freiheit"?

Oder ein Gegen-Gen der Unterwürfigkeit und Unfreiheit in allen möglichen Formen?

Der Deutsche, sagt man, sei legalistisch!
Er eignet sich gut zum Beamten!

Zum höchst untertänigst gehorsamen Vollzugs-Beamten, der in vorauseilender Pflichterfüllung alles erledigt, was sich ein Diktatorenherz so träumen lässt.

Deshalb hat Adolf Hitler so lange überlebt!?

Wer aus dem Widerstand gegen ein totalitäres System kommt, der macht sich so seine Gedanken, auch über Rebellion ... und Tyrannentod.

Gibt es aber auch ein Widerstandsrecht?
Und ist Brutus eine sittliche Notwendigkeit, ein Gebot der politischen Vernunft?

Hitler soll etwa 40 Attentate überlebt haben!

Also sind die Deutschen doch kein Volk von Duckmäusern, die kuschen um zu überleben,
die sich ducken,
wenn das Schwert über den Häuptern kreist,
die wegschauen,
wenn Unrecht regiert und wenn die freche, schamlose Lüge in allen Formen sich breit macht?

Noch stehen das einige - und können nichts anders; und sie gehen ihren Opfergang - wenn es sein muss auch in Plötzensee, ihrem Gewissen verpflicht und göttlichem Recht.

Nur machte das Schweigen der Vielen die Diktatur erst möglich. Wehret den Anfängen und trotzt denen, die Duckmäusertum und Servilität einfordern, getarnt als Tugenden. Denn so vollzieht sich das schleichende Eintreten in Unfreiheit und Entmündigung.
Fro schrieb am 11.02.2010 um 14:55
Danke für die eindrucksvollen Worte.
Die Gedanken sind frei - dieses unangreifbare Recht wird hier viel zu wenig wahrgenommen.
Ohne frei denkende Bürger wird das aber nichts mit der Demokratie. Hier in Deutschland gibt es die Neigung, einen politischen Führer zu suchen, dem sie vertrauen können und der Freiheit in Sicherheit verspricht – und dem würden sie dann die Freiheit geben, über ihr Leben zu bestimmen. Die Obama-Euphorie hat das für mich noch einmal bestätigt.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.02.2010 um 15:53
Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wisst: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in den fernsten Wüsten Afrikas werden sich in ihre königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte.
HEINRICH HEINE
Schlusswort von "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland".

Ciao
Wolfram
Fro schrieb am 11.02.2010 um 16:58
Ja, Wolfram, das macht Angst.
Er schrieb auch:

"Aber wir verstehen uns bass,
Wir Germanen auf den Hass.
Aus Gemütes Tiefen quillt er,
Deutscher Hass! Doch riesig schwillt er,
Und mit seinem Gifte füllt er
Schier das Heidelberger Fass."

Aber das hat das Deutsche Volk ja hoffentlich „durch“.

Der hoffnungsvolle Heine schreibt auch:

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch
Was fleißige Hände erwarben.

„Deutschland. Ein Wintermärchen“
Fro
es wird Zeit für eine demokratische Erneuerung
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