Fro

Bürgeransichten

10.10.2011 | 16:12

Demokratie

 

 

Freie aufgeklärte Bürger bestimmen, wie die Lebens-, Geschäfts-und Produktionsbedingungen in ihrem Lande, von ihnen selbst oder ihrem politischen Personal und ihren Beamten gestaltet werden sollen.

Artikel 20 des Grundgesetzes:

"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen ….. ausgeübt."

 

Die Bürger sollten darüber abstimmen können, wer den Verlust gescheiterter hochriskanter Kreditgeschäfte tragen soll.

 

 

 
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Kommentare
Fro schrieb am 10.10.2011 um 16:36
Nietzsche 2011 schrieb am 10.10.2011 um 17:16
Ist der springende Punkt nun das Wort "freie" oder das Wort "aufgeklärte" :-))?
Fro schrieb am 10.10.2011 um 18:43
Das „frei“ habe ich hier herausgestellt, weil allgemein noch viel zu sehr parteiisch, gruppenspezifisch und ideologieverhaftet gedacht wird. Auch lassen sich noch zu viele Mitbürger in Stimmung versetzen und von „charismatischen Führungspolitikern“ beeindrucken.
Demokratische Entscheidungen sollten unbedingt vernunftbestimmt sein.
Die Aufklärung läuft, und der allgemeine Trend ist der Wunsch nach Unabhängigkeit. So schlecht sieht es nicht aus...
In vielen Sachfragen traue ich es „den Bürgern“ heute schon zu, weise Entscheidungen zu treffen.
Die Frage, wer die Krisenkosten übernehmen möge gehört dazu.
Nietzsche 2011 schrieb am 11.10.2011 um 12:17
@ Fro um 18. 43
Da seh ich in punkto Aufklärung wesentlich andere Tendenzen. Wer macht sich denn die Mühe, hinter Ursachen, "Rezepte" und Folgen der sog. Eurokrise zu blicken? Viel lieber wird doch nachgeblökt, was Medien vorgeben.
Und das Wissen des Nachwuchses - s. Pisa.
claudia schrieb am 11.10.2011 um 12:53
Aufklärung im Sinne von selbständigem Denken kann natürlich nur ausserhalb der Massenmedien laufen. Denn die haben die Aufgabe, unbewusste Konsumenten & Untertanen zu konditionieren.
Und ausserhalb von Wahlspektakeln, mit denen von Verkaufsprofis „charismatische Führungspolitiker“ verhökert werden, versteht sich.
Man muss immer wieder klarstellen, dass es sich einfach nicht lohnt, den ganzen Mumpitz zu konsumieren und dafür Zeit und Energie aufzuwenden.

An anderem Ort hatte ich schon mal die "Arbeiterbildungsvereine" angesprochen (eine Idee von Wilhelm Weitling). Daraus entstand politische Bewegung. Aber auch dabei war bald das Problem, dass neben den eigeniniativen Vereinen vom Bürgertum "Arbeiterbildungsvereine" gegründet wurden, um die Leut wieder auf den Pfad der Untertanentugend zu führen.

---
Das Internet wird meiner Meinung nach überschätzt: Es ist nur eine kleine Minderheit, die das Netz für intensive Diskussionen nutzt.
Auch im Netz kann eine stumpfsinnige "gefällt mir / gefällt mir nicht" - Mausklickmentalität installiert werden.

Ein anderes Problem ist, dass viele Menschen sehr mit dem Allstagsstress belastet sind und dann eben abends erschöpft vor dem Fernseher zusammensacken.

Demokratisches Bewusstsein zu wecken, ist nicht ganz einfach. Aber sicher möglich. Wichtig ist dafür auch der Mut, jeden Gedanken zu äussern, denn die Spreu kann erst vom Weizen getrennt werden wenn er mal geerntet wurde.
Fro schrieb am 11.10.2011 um 15:37
Claudia

„Man muss immer wieder klarstellen, dass es sich einfach nicht lohnt, den ganzen Mumpitz zu konsumieren und dafür Zeit und Energie aufzuwenden.“

Ach, wenn man erst den Unterhaltungswert einer bundesweiten schlaudemokratischen Erneuerung erfahren hat, legt sich der übermäßige Fernsehkonsum von selbst.

„Ein anderes Problem ist, dass viele Menschen sehr mit dem Allstagsstress belastet sind und dann eben abends erschöpft vor dem Fernseher zusammensacken.“

Das ist wohl war. Ein großer Teil der Bevölkerung hat keine Zeit und Muße sich mit politischen Fragen auseinanderzusetzen. Aber sie könnten ohne viel Aufwand sagen, was sie wollen, und ob sie eine Idee haben, wie man etwas sinnvoller arrangieren kann....

Sehr richtig:
„Demokratisches Bewusstsein zu wecken, ist nicht ganz einfach. Aber sicher möglich. Wichtig ist dafür auch der Mut, jeden Gedanken zu äussern, denn die Spreu kann erst vom Weizen getrennt werden wenn er mal geerntet wurde.“
Fro schrieb am 11.10.2011 um 15:46
Nietzsche 2011 schrieb am 11.10.2011 um 12:17

Zur Zeit sehe ich auch nur ein sehr langsames Aufklärungstempo in Sachen Finanz/Wirtschaftskrise und Euro. Das aber eher bei Politikern und Journalisten.
Die „Normalbürger“ haben da oft mehr Durchblick und sind schon lange der Meinung, dass man die gescheiterten Risikogeschäfte nicht sponsern sollte, weil so der Binnenwirtschaft der „Saft“ abgedreht wird.. Außerdem sind die meisten der Meinung, dass es sich bei der sog. Krise um eine riesige Enteignungsaktion der europäischen Bürger handelt und um die Umsetzung neoliberaler Wunschträume – siehe Griechenland als Vorreiter.
GEBE schrieb am 10.10.2011 um 17:28
Freie Wahl der Auswahl!

Aber ja doch!
Und solange, bis Volksabstimmungen praktiziert werden (d. h.: "eingeführt" worden sind), gehen wir alle fleißig zu ALDI und Co. und geben per Einkauf unsere Aufträge ans System ab, daß ja möglichst billig, billig, billig produziert wird und alles möglichst bleibt wie es ist.
Fro schrieb am 10.10.2011 um 18:58
Nein GEBE, man muss nicht warten. Ich würde uns Bürgern empfehlen auch ohne das entsprechende Gesetz eine Bürgerbefragung darüber zu machen, wer denn nun die Spekulationsverluste tragen soll. Etwas Zeit, bis uns die große Rechnung für den Spekulantenrettungsschirm serviert wird, ist ja noch. Natürlich sind auch Demonstrationen und das dazugehörige Bürgerfeedback Willensbekundungen – aber eine kampagnenartige Bürgerbefragung hätte auch was... mit Sicherheit ein interessantes Ergebnis.
claudia schrieb am 10.10.2011 um 20:58
>>...gehen wir alle fleißig zu ALDI und Co.<<
Ja, so funktioniert der Kapitalismus: Arbeit bringt immer weniger Geld, die Agenda 2010 hat diese Entwicklung beschleunigt.
Und da kommen Aldi, Lidl & Co. und sagen: "Liebe Leute, wir sind gut zu euch, bei uns könnt ihr noch was kaufen. Ist zwar ein bisserl minderwertig, Dicountmampf eben, aber eure miesen Löhne gerade richtig und macht auch satt".
Und KIK sagt: "Liebe Leute, wir haben euch so lieb, dass wir in Bangladesh die ArbeiterInnen noch heftiger ausbeuten als euch, sodass ihr euch sogar noch was zum Anziehen kaufen könnt und nicht nackt herumlaufen müsst."
Dafür lieben wir den Kaputtalismus, aber nicht mehr lange.
Angelia schrieb am 10.10.2011 um 19:31
aufgeklärt Fro... wenn es nicht mal Abgeordnete schaffen sich dezidiert in die Materie einzuarbeiten, wie soll das dann der Bürger hinbekommen.

Um Probleme zu lösen und die Interessen des Volkes zu vertreten, dazu sind Politiker da. Das ist ihr per GG definierter Auftrag, dafür werden sie bezahlt und da kann man ja wohl ein Mindestmaß an Qualifikation erwarten.

Ich sehe die Aufgabe des Volkes darin, sich politisch in Verbänden oder NGO´s zu engagieren. Das tun auch viele.
Oder man nimmt an Diskussionen teil, z.B in Foren und wenn das als Druck und Engagement nicht bei den Politikern ankommt, dann, ja dann müssen sie auf die Straße gehen und sich lautstark empören!

Keinesfalls müssen Bürger Vorschläge und Problemlösungsmodelle unterbreiten. Da hätte die Regierung genug neutrale Fachleute zur Verfügung, wenn sie denn dann nicht mehr Klientelpolitik betriebe und Politik zum Selbstzweck
pervertierte.

Es reicht voll und ganz zu protestieren. Und das Recht, eine desolate destruktive Regierung abzuwählen, das haben wir lt. GG. auf jeden Fall.

Die meisten Menschen spüren, dass es ungerecht zugeht, sie haben eine Idee was schief läuft und sie können das auch artikulieren. Das muss nicht wissenschaftlich analysiert und perfekt sein. Es reicht Ungerechtigkeit zu fühlen sich sich darüber zu empören.

Empört euch!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.10.2011 um 20:00
Angelia schrieb am 10.10.2011 um 19:31
Empört euch!

Klar!
Volles Rohr!
Und dann?
Fro schrieb am 10.10.2011 um 20:26
Ja klar Angelia, das politische Personal sollte schon in der Lage sein zu unser aller Zufriedenheit zu arbeiten. Und wenn die Abgeordneten gute Arbeit leisten, werden sich viele Bürgerentscheide erübrigen.

Und „Keinesfalls müssen Bürger Vorschläge und Problemlösungsmodelle unterbreiten.“ - so sehe ich es auch – aber sie sollten die Möglichkeit haben es zu tun.

Es ginge bei Bürgerentscheiden nur um die Leitlinien der Politik, die aber unmissverständlich formuliert werden müssen.
Friedenspolitik oder Kriegspolitik?
Sollen gescheiterte Finanzgeschäfte von der Allgemeinheit gesponsert werden?
Soll die Bahn privatisiert werden?
Nur mal einige Beispiele – und ein paar Worte mehr könnten es natürlich sein.
Und selbstverständlich müssen da gut aufbereitete Hintergrundinformationen bereitgestellt werden.

Es ist die Zeit der Empörung - aber es muss auch klare Ansagen an die Abgeordneten und Regierung geben – sonst machen sie wieder nur was sie und ihre Klientel wollen.
claudia schrieb am 10.10.2011 um 21:18
>>...wenn es nicht mal Abgeordnete schaffen sich dezidiert in die Materie einzuarbeiten, wie soll das dann der Bürger hinbekommen.<<
Wir können uns Fachleute anstellen, die für uns beratend arbeiten. In ganz normalen Anstellungsvertägen mit 4 Wochen Kündigungsfrist. Wenn nur 20 Mio. mitmachen und 1 € / Jahr dazu geben, 20 Mio zusammen. Damit kann man schon ein paar Gehälter bezahlen. Wir müssten allerdings wissen, wir deren Chefs sind und nicht umgekehrt.

Und wir müssen nur aufhören zu glauben dass wir uns gängeln lassen müssen.

---
Das war jetzt ein Spontaneinfall, für den cih 5 min gebraucht haeb, einschliesslich Niederschrift.
Mit ein bisserl brainstorming können uns noch viel bessere Sachen einfallen.
claudia schrieb am 10.10.2011 um 21:31
>>Ja klar Angelia, das politische Personal sollte schon in der Lage sein zu unser aller Zufriedenheit zu arbeiten.<<
Na ja, wir müssen aber die Dinge klar erkennen, die aus demokratischer Perspektive Systemfehler sind: Wenn z.B. die SPD/Grün-Regierung nicht die Agenda 2010 und Hartz-Gesetze mit Zwang zur Armutsarbeit auf den Weg gebracht hätte, dann hätten sie erhebliche Spendeneinbussen gehabt. Das Gleiche mit der Kriegspolitik.
Das Gleiche mit den Geldanlagerettungsschirmen der gerade akuten Regierung.

Zu den Parteispenden, die stets mit Erwartungen verbunden werden, kommen noch "Beraterverträge" einzelner Abgeordneter.

Die Mittel aus Steuern bekommen sie immer, egal was sie tun. Das wirkt natürlich korruptionsfördernd. Und wer korrumpierbar ist, muss nicht viel können & wissen: Die Korrupteure ("Lobbyisten") sagen ja, was zu tun ist.
claudia schrieb am 10.10.2011 um 23:06
>>Es reicht Ungerechtigkeit zu fühlen sich sich darüber zu empören.<<
Aber immer.
Das sollte wirklich das Maximum sein.
Demonstrieren, dann aber wieder ab zum Fännseh.
Wo kämen wir denn sonst hin?
Angelia schrieb am 11.10.2011 um 22:15
Klar!
Volles Rohr!
Und dann


Dann sehen wir weiter...

Für eine Bürgerbefragung ist es definitiv zu spät. Bis die vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet ist, hat uns die Krise schon längst überholt. Aus diese Weise kann man Demokratie im Bürokratismus und somit im Keim ersticken.
Außerdem reicht es nicht, die Kosten der Krise zwischen Staat und Finanzsektor hin und herzuschieben. Denn so werden ja nur die Symptome der strukturellen Veränderungen in den letzten Jahren bekämpft, nicht die Ursachen der strukturellen Veränderungen. Wie Arno Schmidt schrieb waren es Regierende die die Rahmenbedingungen schafften. Siehe dieses Video
was hat die Politk mit uns vor
2008 habe ich mich in einem Forum an einer Gruppenarbeit zur Riesterrente beteiligt. Im Rahmen dieser Recherchearbeit ist mir die Ungeheuerlichkeit der politisch gewollten Umstrukturierungen zu Lasten der Bevölkerung klar geworden. Ich schrieb dann 2008 noch was zum damaligen Armutsbericht und anschließend einen Vierteiler zur Ideologie des angloamerikanischen /neoliberalen Wirtschaftskonzepts. Jedenfalls war das eine Menge Lesen und Recherchieren.
Dabei stieß ich auch auf all diejenigen, die mit viel Sachverstand und Engagement die Folgen, die wir jetzt tragen, abstrahierten, quasi voraussagten.
Ausschlaggebend an meiner persönlichen Erfahrung ist, dass trotz aller Kritik unbeirrt am neoliberalen Kurs festgehalten wurde. So sagte Merkel 2010 bei Anne Will kurz nach Ausbruch der ersten Krise doch glatt: Anne Will: "Mein Ziel ist, dass das Land Exportweltmeister bleibt, damit können die Menschen hierzulande weiter in Sicherheit leben." Und weiter: [...] "Deutschland kann den Binnenverbrauch nicht zu Lasten des Exports steigern. Das ist nichts, was wir überhaupt ändern wollten. Wir wollen statt dessen versuchen, die Turbulenzen durchzusitzen und dabei nicht zu viel industrielle Kraft zu verlieren, so dass wir von dem Aufschwung profitieren, wenn er kommt".
Der Aufschwung ist aber nie beiden Bürgern angekommen.
Nein, die Zeit des reden, diskutieren und aufklären ist vorbei. Am 15. 10 geht es los und ich werde auf einer Demo irgendwo in Deutschland auf jeden Fall dabei sein. Und ich weiß warum ich dahin gehe.

Aktionstag
Fro schrieb am 12.10.2011 um 01:22
„Für eine Bürgerbefragung ist es definitiv zu spät“ Nein Angelia, man kann so etwas parallel zu allen anderen Aktionen machen. Befragung ist eine Form der Mobilisierung und ein Mittel den gesellschaftlichen Diskurs anzuschieben, und die zu erreichen, die nicht demonstrieren können, oder wollen. …. Eine Möglichkeit der Willensbekundung. Das Ergebnis dürfte wohl klar sein... aber wäre ja gut, wenn man es auch schwarz auf weiß hätte..

Natürlich gehört auch ein intelligentes und sichereres Geldversorgungssystem auf die Bürgerwunschliste - eines, an dem sich außer die Allgemeinheit niemand bereichern soll. Sehr wichtig, dass sich Bürger, und vor allem die Fachleute unter ihnen, damit befassen.

Ich werde mich auch an einer Demo beteiligen – großartige Sache so eine weltweite Aktion.
..Aber dann gehtś irgendwann auf nach Berlin - zur großen Bürgerversammlung im Regierungsviertel.;-)
claudia schrieb am 12.10.2011 um 07:25
>>Im Rahmen dieser Recherchearbeit ist mir die Ungeheuerlichkeit der politisch gewollten Umstrukturierungen zu Lasten der Bevölkerung klar geworden.<<
um das Jahr 1999 herum wurde erstmals in der Gewerkschaft (das heisst an der Basis, wo ich mich befand) über die "Agenda 2010" diskutiert. Einige Informiertere sagten: "Wenn wir dagegen keinen Widerstand aufbauen, werden wir es bereuen".

Die häufigste Antwort, auch vom Vorstand, war: "Jetzt lasst doch die neue Regierung erst mal machen. Ihr könnt sie doch nicht gewählt haben, um euch gleich gegen sie zu stellen."
Das sahen natürlich die Meisten ein: Es klang so schrecklich vernünftig.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.10.2011 um 19:48
Die Bürger sollten darüber abstimmen können, wer den Verlust hochriskanter Kreditgeschäfte tragen soll.

Klingt gut!
Aber es dürfte klar sein, dass die Mehrheit der Bürger so abstimmt, dass die Verantwortlichen der hochriskanten Kreditgeschäfte die Verluste tragen soll.
Die Verantwortlichen sind aber neben den profitgeilen Bankern auch die Politker als Volksvertreter.

Denn unsere Volksvertreter haben hohe Schulden (vornehmlich für Sozialtransfers) verursacht und haben bislang auch keine geeigneten Gesetze für nenneswerte Kontrollen von hochriskanten Kreditgeschäften eingerichtet.

Niemals hätte Griechenland z. B. so hohe Kredite im Verhältnis zu seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erhalten dürfen.

Niemals hätten Politiker Derivate für wertlose Hypotheken unkontrolliert genehmigen dürfen!

Aber, was soll eine Abstimmung des Volkes gegen ihre eigenen gewählten Vertreter?

Selbst wenn diese für die entstandenen Schäden selber persönlich haften müßten, wäre der Erlös nur ein Fliegenschiß im Verhältnis zum erforderlichen Finanzbedarf zur Lösung der Krise.

Deshalb würde eine Volksabstimmung auch nicht viel bringen!

Die Lösung kann nur lauten, dass die Anleger von Anleihen und Derivaten den größten Teil der Verluste selber schlucken müssen und ein (hoffentlich) nicht zu großer Teil von Steuerzahlern gedeckt werden muß, welchen ihre Volksvertreter verrissen haben.

Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewisen, dass überhaupt nur etwa 20 % der bundesdeutschen Bevölkerung noch Netto Steuern bezahlen muß (ca. 20 Millionen von 40 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten).

Die anderen 20 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bekommen bereits genau so viel Sozialtransfers zurück, wie sie Steuern bezahlen.
Die übrigen ca. 42 Millionen Bundesbürger sind Kinder, Rentner, H4ler usw. und leben ohnehin von Transfers.

Wie sollen Ihrer Meinung nach, Herr @Fro, die Wahlberechtigten aus den ca. 20 Millionen "Nettosteuerzahlern" und aus dem Rest der übrigen ca. 62 Millionen Transferempfänger der Bevölkerung denn für was bei der Finanzkrise abstimmen?

Wenn ich für Freibier abstimmen dürfte, wäre ich natürlich immer dafür, weil andere bezahlen! ;-)
Fro schrieb am 10.10.2011 um 21:10
@arno schmidt

„Die Verantwortlichen sind aber neben den profitgeilen Bankern auch die Politker als Volksvertreter.“

Ja, die haben mitgemacht. Und sie werden bedauerlicherweise nicht zur Rechenschaft gezogen – dazu sollte man sich m.E. auch mal Gedanken machen, wie man das ändern könnte...
Und auch die Bürger tragen Verantwortung – denn sie waren so gutgläubig und haben ihre Regierungen gewählt und gewähren lassen – aber m.E. sind sie hintergangen worden, man hat ihnen die Wahrheit vorenthalten und unerfüllbare Versprechungen gemacht ("das kriegen wir hin"). Und „bezahlt“ haben die meisten Bürger genug – insbesondere Niedriglöhner und Arbeitslose.

Den Hauptanteil der Krisenkosten müssten die zahlen, die die Krise verursacht, und die, die von diesem krisenhaften System bisher profitiert haben. Da müsste man mal einen (weitestgehend) fairen Krisenkostenfinanzierungsschlüssel entwickeln.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.10.2011 um 22:37
Fro schrieb am 10.10.2011 um 21:10
Da müsste man mal einen (weitestgehend) fairen Krisenkostenfinanzierungsschlüssel entwickeln.

Das meinte ich auch mit meinem Lösungsvorschlag im o. a. Posting.
Am meisten sollte die Anleger bezahlen.
Leider wird es ohne eine Belastung von Steuerzahlern wohl nicht laufen.
claudia schrieb am 10.10.2011 um 23:01
>>Leider wird es ohne eine Belastung von Steuerzahlern wohl nicht laufen.<<
Sage mir wo du deine Asche angelegt hast und ich berechne deinen egokratischen Kostenverteilungsschlüssel.

>>Leider<<
die krododilein weinen zur nacht

hab acht

Halb neun!

Halb zehn!

Halb elf!

Halb zwölf!

Zwölf

sie falten ihre krallenzehlein

die krokodilein
Fro schrieb am 11.10.2011 um 15:50
arno schmidt

„Am meisten sollte die Anleger bezahlen.“ Ja, aber nicht die angeschmierten Kleinanleger – denen sollte man helfen – soweit sie nicht über die Risiken des Geschäftes informiert waren, also mitgezockt haben.
claudia schrieb am 12.10.2011 um 08:34
>>Die Verantwortlichen sind aber neben den profitgeilen Bankern auch die Politker als Volksvertreter.<<
Schon. Wir sollten die Lobbyisten abwählen.
GeroSteiner schrieb am 10.10.2011 um 22:12
Die DDR war eine soziale Demokratie, aber keine politische Demokratie. Die Bundesrepublik ist weder das Eine noch das Andere.
miauxx schrieb am 10.10.2011 um 23:28
"Die Bürger sollten darüber abstimmen können, wer den Verlust hochriskanter Kreditgeschäfte tragen soll."

Wenn das dann auch nur die Bürger sind, die nicht angesichts einer Offerte ihres Bank- oder Vermögensberaters, die ihnen Haus, Auto oder Altersvorsorge verspricht, feucht und schwach werden ...
GEBE schrieb am 10.10.2011 um 23:37
Ich zweifele mittlerweile daran, daß die meisten "Bürger" überhaupt noch Millionen und Milliarden auseinander halten können.
Fro schrieb am 12.10.2011 um 03:37
Keine Sorge, die Menschen werden immer schlauer - und: "Eine globale Bewegung entsteht"
claudia schrieb am 13.10.2011 um 07:40
>>Ich zweifele mittlerweile daran, daß die meisten "Bürger" überhaupt noch Millionen und Milliarden auseinander halten können.<<
Soweit es um Geldmengen geht, ist 1 000 000 um den Fakror 20 grösser als das, was sie jemals zur verfügung hatten. Für einen wachsenden Bevölkerungsteil um den Faktor >1000.
Die Milliarde ist so weit weg wie der Andromeda-Nebel: Man hat von seiner Existenz gehört, mehr nicht.
tlacuache schrieb am 13.10.2011 um 07:55
Der Andromeda-Nebel lichtet sich rasch, wenn das Brötchen nicht mehr 0.50 € kostet, sondern 5 €, da werden dann auf einmal wieder NULLEN gezaehlt, insbesondere, was Machthaber angeht...
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