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Ich sehe uns als Bürgergemeinschaft, in der es zur Zeit starke Interessensgegensätze und daraus resultierende schwerwiegende Probleme gibt.
Wir müssen feststellen, dass die Politik in den letzten Jahrzehnten überwiegend von den Lobbyverbänden der Groß-und Finanzindustrie bestimmt wurde. Selbst SPD und Grüne haben sich da willig einspannen lassen. Das neoliberale Konzept, dass die Chefideologen der INSM unseren Politikern eingeimpft haben, hat uns an den Rand des Ruins gebracht und wird eine dramatische Verelendung und Zerstörung des sozialen Gefüges zur Folge haben - wenn dem nichts entgegengesetzt wird.
Diese Politik nützt gerade einmal 15-20% der Bevölkerung.
Das ist ein unglaublicher Skandal.
Wir haben es mit einer Politik zu tun, die von 70-80% der Bevölkerung abgelehnt wird. Und es ist nicht so, dass die Bevölkerung nicht wüsste, was zu tun ist - nein es sind die, die sich als Fortschrittliche oder Linke verstanden wissen wollen, die zaudern, jammern und nörgeln.
Besinnung auf die Ideale
Die Linke zeichnete sich immer dadurch aus, auf der Seite des Volkes zu sein und für Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und heute auch für eine ökologisch nachhaltige Politik zu streiten. Sie tun das auch jetzt, in vielen Bürgerinitiativen, Gewerkschaften, Parlamenten, Parteien, Unis und sonstwo - wenn heute auch aus unterschiedlichen Gründen mit gebremstem Elan. Die Enttäuschung über die Schröder/Fischer-Politik - die sie aus den Zigarrenrunden der Mächtigen - in die Parteien getragen haben, sitzt immer noch tief.
Und die Partei dieLinke ist zur Zeit auch mehr mit ihrem wenig werbewirksamen Werdungs-und Klärungsprozess beschäftigt als mit druckvoller Oppositionsarbeit.
Wenn diese Parteien wieder zu vitalen Interessenvertretern der BürgerInnen werden wollen, wäre es nötig, sich aufrecht und ehrlich und für jeden nachvollziehbar von der Politik der Vergangenheit zu lösen und alles neu zu bewerten. Davor müssen sie keine Angst haben – das wird von den BürgerInnen honoriert.
Sie sollten sich dabei von den traditionellen Idealen der fortschrittlichen Linken leiten lassen:
Demokratie
Freiheit
Soziale Gerechtigkeit
Frieden
Wohlstand für alle
Und das im wahrsten Sinne der Worte.
Eine ökologisch nachhaltige Politik gehört heute natürlich auch dazu.
Und das Schöne: All das wünschen sich auch 80% der BürgerInnen im Lande.
Die aufgeklärte Linke als Dienstleister am Volk
Die BürgerInnen sehnen sich nach ehrlichen, engagierten und intelligenten Volksvertretern, die dem allgemeinen Bürgerwillen endlich zur politischen Verwirklichung verhelfen. Und sie suchen Hände ringend Fachleute, die ihnen zeigen, wie sie einen durchsetzungsfähigen Druck aufbauen können und ihnen das nötige Instrumentarium dafür zur Verfügung stellen.
Hier hat die aufgeklärte Linke ein großes Aufgabenfeld. Und als nahezu alleinige Interessenvertreter auch eine große Verantwortung.
Die Linke verfügt traditionell über die Fähigkeit sozial und demokratisch zu denken und zu handeln – sie haben ein besonderes Feeling für das Gemeinwohl. Und wenn sie nicht missionieren wollen, kommen sie auch gut an.
Die BürgerInnen brauchen die aufgeklärte Linke als Impulsgeber und Richtungsweiser.
Ich sehe bei aller Klugheit des Volkes, die immer wieder in Umfragen zum Ausdruck kommt, auch gewisse Defizite im Umgang mit Minderheiten und ich befürchte, dass - wenn die große Volks-Plünderung nach der Wahl in NRW losgeht - hier ein gesellschaftlicher Zustand eintritt, in dem die Rechtspopulisten Oberwasser gewinnen könnten oder Guttenberg als Volkskanzler den "Retter" macht.
Daher sind die Linken heute mehr denn je gefordert, Perspektiven aufzuzeigen und dem zu erwartenden Volkszorn eine Richtung zu geben.
Sie sollten beginnen, sich als Dienstleister am Volk zu sehen und sich als solche zu outen und alle Kreativität einsetzen, dem fortschrittlichen Gemeinwillen zur Verwirklichung zu verhelfen.
Sowohl parlamentarisch, als auch außerparlamentarisch.
Es gibt eine große Übereinstimmung zwischen dem mehrheitlichen Bürgerwillen und den grundlegenden Forderungen der aufgeklärten Linken.
Die Mehrheit des Volkes wünscht sich eine grundlegende Erneuerung der Politik. Man muss die Menschen nicht mehr inhaltlich überzeugen, sondern nur noch attraktive, intelligente und unterhaltsame Möglichkeiten entwickeln und anbieten, die den öffentlichen Druck punktgenau und zeitlich synchronisiert auf die politischen Entscheider richten, um sie zu einer Politik für uns, die unteren 80% zu bewegen.
Das Ganze sollte eher den Charakter eines souveränen, intelligent organisierten Volkshappenings haben – kein Anklagen, kein Gejammer, sondern ein klarer Auftrag an unsere von uns bezahlten Volksvertreter aller Parteien.
Und zur Erinnerung: Unser Grundgesetz verlangt sogar, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht.
Ich sehe eine Linke, die sich untereinander und in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein vernetzt und an einem Strang zieht. Sie ist offen für alle fortschrittlichen Kräfte im Land – ein steter informeller Austausch hält sie auf der Höhe der Zeit, macht sie schlagkräftig und verhindert Fehlentwicklungen.
Das Linke Projekt verstehe ich in erster Linie als umfassende Demokratisierung unserer Gesellschaft und dazu gehört als erstes die Verwirklichung des unten aufgelisteten Bürgerwillens – ein gemeinsames Projekt mit der Mehrheit der der BürgerInnen. Das wäre doch was.
Eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger wünscht:
.................... dass die Verursacher der Finanzkrise die Kosten der Krisenbewältigung 100%ig selber tragen.
................... dass sich Parteien und Abgeordnete in ihrer Arbeit nicht mehr von den Lobbyverbänden der Groß - und Finanzindustrie bestimmen lassen, sondern Politik zum Wohle des gesamten Volkes betrieben wird.
...................die Beendigung des Afghanistan-Krieges.
...................wirklich demokratische Einflussmöglichkeiten auf die Politik - wie zum Beispiel die Möglichkeit des Volksentscheides auf Bundesebene.
................... ein intelligentes Bildungssystem, das den Schülern und Studenten zeitgemäßes Wissen stressfrei vermittelt und 100%ige Chancengleichheit gewährt.
................... die Privatisierung gemeinschaftlicher Errungenschaften wie Bahn, Gesundheitswesen, Rentensystem, Grundversorgung mit Energie und Wasser zu stoppen und falls schon geschehen, auch wieder rückgängig zu machen.
................... die Milliarden Steuergelder verschlingende und gefährliche Kernkrafttechnologie eingestellt wird.
.................... dass Arbeit sich wieder lohnen muss und daher, die Einführung eines Mindestlohns, von dem ein menschenwürdiges Leben bestritten werden kann. (Auch um ein Abrutschen der mittleren Einkommen zu verhindern.)
.................... dass die Möglichkeiten des Staates und der Privatfirmen auf unsere Privatsphäre zuzugreifen, massiv zurückgedrängt werden.
.................... Wohlstand für alle und möchten daher, dass die Vermögens-und Einkommensunterschiede verringert werden. Aus Gründen der Gerechtigkeit und zur Stärkung der Binnenkonjunktur.
................... dass soziale Dienstleister wie: Krankenschwestern, Altenpfleger, Erzieher, Polizisten, Feuerwehrleute usw besser entlohnt werden.
.....................dass die Industrie verpflichtet wird, ihre Produktion und ihre Produkte, so schnell wie möglich auf das ökologisch höchste Niveau zu bringen.
................... ein gerechtes und für jeden verstehbares Steuerrecht eingeführt wird.
Und vieles mehr.
Allein die Realisierung der oben genannten Wünsche an die Politik, würde unser Gemeinwohl deutlich anheben und das binnenwirtschaftliche und kulturelle Geschehen auf ungeahnte Höhen bringen.
Das wäre doch schon mal etwas für den Anfang.....
Was verstehe ich unter eine/n aufgeklärte/n Linke/n?
Locker, aufgeschlossen, kooperationsfähig und das auch über die Parteigrenzen hinweg. die Zeichen der Zeit erkennend, uneigenützig für die linken Ideale eintretend. Und sie sollen sich als Dienstleister der Gemeinschaft verstehen.
Die aufgeklärten Linken findet man in den Parteien SPD, Linke und Grünen.
Sehr viele - so wie ich - sind unabhängig und parteilos.
Nicht zu vergessen: Auch in der CDU, CSU, FDP gibt es einige themenbezogene Bündnisgenossen für eine fortschrittliche Politik.
Hier ein Werbebeitrag zu den Vorteilen des Bürgerdenkens:
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Wow. Was für eine Präambel für eine linke Partei, die es gülte zu gründen. Ich bin begeistert.
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Sehr gut, was soll ich noch sagen? Ich bin Sprachlos! Stimme völlig zu, kann eigentlich jeden einzelnen Satz unterschreiben.
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Danke. Meines Erachtens geht es weniger um neue Impulse für eine linke Partei, sondern um eine - womöglich parteiunabhängige - Plattform für linke Politik. Wäre höchste Zeit.
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Danke für die Zustimmung.
@misterL Das wäre etwas für alle Parteien. Das ist mein Wunsch als linker Bürger an die Linke. @Dreizehn Darauf sollten sie bis zur Wahl hinarbeiten. Ein schlüssiges verstehbares , visualisierbares und realisierbares Regierungsprogramm. |
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...wären wir jetzt ja eine Viererbande. Hervorragende Ausgangslage. Massives Drohpotential.
Bei Fros erstem Wunsch müsste man, um ihn, wenn gewünscht, mit Fleisch zu versehen, sich anschauen, wie in den USA (seeehr vielversprechend, kann ja kaum einer was gegen sagen) mit den an die Banken ausgegebenen Steuergeldern umgegangen wird, Präsident hat sich dazu gerade dazu geäußert (Huffingtonpost.com). |
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schrieb am
17.01.2010 um 21:03
@Fro
Ich will ja auch gar keine neue Partei gründen, sondern an sich die bestehenden Links Parteien dazu motivieren, sich zu zu verdichten, dass sie glaubwürdig vermitteln können an einem Strang zu ziehen. Zumindest in den durchaus kleineren Linien der Sozial.-, Wirtschafts.- und Finanzpoilitk ggf. auch Innen.- und Umweltpolitik. Aussenpolitik wird schiweriger, weil da mindestes eine auf mehr Grundsätzlichkeit wert legt und unterschiedlicher. Das Problem daran ist einfach und wurde von Dreizehn angesprochen. Wie bewegt man die bestehenden Parteien hin zu einer linken, bürgerlichen Mitte, die wahrscheinlich links von Seeheim bei ihrer Wanderung zur Mitte zu Stehen kommen müßte? |
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Mir ist diese Unschuld der Linken etwas zu naiv - irgendwie, als ob sie keine Geschichte hätten. Gerade bei kritischen Bürgern dürfte diese Sicht direkt Widerstand provozieren. Ich halte die Sicht auf die Linke zudem nicht für ehrlich, wenn ich die Partei DIE LINKE mit einbeziehe, da sie eben personell kein unbeschriebenes Blatt ist. Und aus diesem Grunde würde ich den Text auch nicht einfach unterschreiben.
Ansonsten kann ich vielen Punkten zustimmen und würde sie auch gerne noch erweitern, bin aufgrund der Länge des Textes aber noch in der Phase, in der ich mir Gedanken darüber mache. Bis hier her erst einmal Danke für diesen Blogbeitrag. Ich finde, dieser Artikel ist eine gute Basis. Es sind reichlich Stichpunkte vorhanden, über die man diskutieren könnte und sollte. |
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Ich denke Fro spricht bewusst von der "aufgeklärten Linken". Der Geschichte muss man sich bewusst sein, aber sie kann nicht als Argument gegen eine linke Politik, so wie Fro sie im Beitrag ausführt, herhalten. Welche Geschichte meinen Sie eigentlich? Stalin, Nord Korea? Links ist ja nicht gleich Kommunismus.
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quarktasche, lass doch nicht Streit anfangen, wo ist das Problem? wildcard hat doch gesagt, er würde mitarbeiten, Grundlage sind Fros Punkte, ich les da nix von Nordkorea. Du? Liebe Grüße und machmal versöhnlich, sonst kann nichts werdn
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Es gibt kein Problem, ich wollte keinen Streit anfangen. Bei Fro kommt von Geschichte ja gar nichts vor. Wildcard schrieb ja "Unschuld ... zu naiv ... Geschichte" was ich als Anspielung auf etwas schlechtes, das im Namen von "irgendwie links" passiert ist auffasste, was ich allerdings nicht als Argument gegen etwas in Fros Beitrag gelten lassen will. Das war alles. Sollte kein Streit werden, sorry.
Das wir alle mitarbeiten wollen ist ja super, hoffentlich werden es noch mehr als 5. Persönlich versöhnlich, quarktasche |
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schrieb am
16.01.2010 um 18:42
Hi Quarktasche - die Antwort steht doch da. Ich habe Fro schon richtig verstanden, aber man muss/sollte in seinen Betrachtungen auch immer davon ausgehen, dass die "Kundschaft" es anders sehen könnte. Darum brachte ich ja ganz bewusst die LINKE als Partei ins Spiel.
Und ja - der Begriff Links ist vorbelastet durch das verbrecherische Regime in Nordkorea oder auch durch den Massenmörder Stalin. Es muss - finde ich - Beides sein: Ein positives linkes Konzept und eben auch ein klarer Bruch mit denen, die Links für sich immer genutzt haben, aber eigentlich nur Negatives bewirkten. Das würde ein neues Konzept dann zumindest etwas vor den ewigen Vorhaltungen in Richtung Links schützen. Aber ok - ich wollte das nur kurz anmerken und nicht dahin umlenken. Hier geht es um das Morgen, nicht um das Gestern. |
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Wir haben gleichzeitig geschrieben, schau über dir.
"Es muss - finde ich - Beides sein: Ein positives linkes Konzept und eben auch ein klarer Bruch mit denen, die Links für sich immer genutzt haben, aber eigentlich nur Negatives bewirkten. Das würde ein neues Konzept dann zumindest etwas vor den ewigen Vorhaltungen in Richtung Links schützen." Genau! Das kann ich auch unterschreiben :) und jetzt zurück zum wesentlichen... |
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@quarktasche
@wildcard Ich schrieb: „Wenn diese Parteien wieder zu vitalen Interessenvertretern der BürgerInnen werden wollen, wäre es nötig, sich aufrecht und ehrlich und für jeden nachvollziehbar von der Politik der Vergangenheit zu lösen und alles neu zu bewerten. Davor müssen sie keine Angst haben – das wird von den BürgerInnen honoriert.“ Das müssen die Parteien glaubwürdig leisten und das sollten die aufgeklärten Linken in den Parteien auch von ihrer Führung verlangen. Und ich bin der Meinung, dass wir das auch als Bürger von den Parteien verlangen können – wir finanzieren sie zu einem großen Teil und wollen effektiv arbeitende Parteien. |
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schrieb am
16.01.2010 um 19:09
Ok Fro - das ist unbestreitbar so. Dann mal los.
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Hallo Fro,
ein toller Anreiz zum mitdenken :) Das Verhältnis 80:20 kehrt immer wieder und bringt uns zu Vilfredo Pareto. Das Pareto-Optimum ist das Himmelreich der neoklassischen Theorie. Es bedeutet letztlich, dass bei einem "optimalen" Niveau jede Veränderung sinnlos ist. Durch die Verbindung des Kriteriums der Pareto-Optimalität mit einer Status-quo-Klausel wirkt das Pareto-Kriterium zugunsten der bestehenden Verhältnisse.Wachstumspolitik wäre unter pareto-optimalen Bedingungen die einzig effektive Verteilungspolitik, das Mantra der heutigen liberalen Wirtschaftspolitik. Das Paretoprinzip gibt Auskunft über die 80:20 Verteilung. Vilfredo Pareto untersuchte die Verteilung des Volksvermögens in Italien und fand heraus, dass ca. 20 % der Familien ca. 80 % des Vermögens besitzen. Banken sollten sich also vornehmlich um diese 20 % der Menschen kümmern und ein Großteil ihrer Auftragslage wäre gesichert. |
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Danke Streifzug
Scheint ein Naturgesetz zu sein. Die Frage ist, ob man sich dem unterwirft oder eine sozialere Regelung findet, die eine elegantere Kurve der Einkommens-und Vermögensverhältnisse schafft. |
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Fro,
es ist wie ein Gatter, bewacht von Politikern, Experten, Funktionären, Lobbyisten und ähnlichen Personen. Im Gatter eingpfercht sind 80% der Bevölkerung. Man hat ihre Gemeindewiese beschlagnahmt (heutzutage durch Privatisierung). Den 80% stehen 20% Wiese als Futterplatz zur Verfügung. Dieses System ist sehr fest geschnürt. Auch die eingepferchte Bevölkerung muss sich an die Spielregeln halten, sonst wird das ohnehin knappe Futter weiter gekürzt (Hartz IV). Läßt sich so ein ökonomisches System von innen reformieren? |
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Da lässt sich natürlich, @Fro und @Streifzug, eine akademische Diskussion draus machen. Ist vielleicht auch sinnvoll, will ich gar nicht abstreiten.
Ich hab Fros Artikel so verstanden, dass er auffordert, die Puschen abzustreifen. Man könnte, wenn man denn will, Formulierungen minimal überarbeiten, es ist aber ziemlich aus einem Guss und vor allem inhaltlich völlig korrekt und parteiunabhängig. Gibt es Möglichkeiten, das weiterzutragen? Was muss getan werden, um das beipielsweise als inhaltliche Plattform des Freitag-Blogs zu etablieren? Könnte man eine Regelung "implementieren", derzufolge sowas als "verabschiedet" gilt, sofern ein festzulegendes Quorum der "community" "cloud" zustimmt? Oder anders? Vorbeugend: keinen Aktivismus und bitte keinen Stress. Sondern ruhig und mit Überlegung einen ersten Pflock setzen. |
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Streifzug
Ich glaube schon. Es geht darum die Politik in diese Richtung zu bewegen – oder überhaupt erst einmal den Anspruch an sie zu formulieren. Eine Regierung und das dazugehörige Parlament kann wirkliche Macht ausüben. Die Frage ist, ob sie sich vom Druck der Lobbyisten befreien kann. Alleine auf jeden Fall nicht – da müsste auch der größte Teil der Bevölkerung deutlich dafür sein. |
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Ich glaube man sollte einfach locker weiter schreiben – brainstormmäßig oder lösungsorientiert.
Wenn er auch für die anderen Freitag-Leser etwas mehr in den Aufmerksamkeitsbereich gerückt würde, wäre das natürlich schön. |
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schrieb am
17.01.2010 um 21:14
@Streizug
Dort steht allerdings auch "Pareto weist darauf hin, dass diese Regel nur gilt, wenn die Elemente des Systems unabhängig voneinander sind. Durch Interdependenz der Elemente (wie etwa in einer Organisation und allen soziotechnischen Systemen) wird die Situation verändert. In der Praxis ist folglich die Zahl der relevanten Elemente sehr gering; sehr wenige Elemente bestimmen fast den gesamten Effekt." Unsere "Organisiertheit" muss also nur in sich komplexer werden und schon paßt diese 20/80 Regel nicht mehr. Heißt also zB viele dezentrale Einheiten, die intensiv miteinander vernetzt werden. In Politik umgesetzt wäre das Entmonopolisierung von zB Energiekonzernen, aber eben nicht Verstaatlichung, weil das nur eine andere Form des Monopols darstellen würde. |
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Hallo misterL,
viele dezentrale Einheiten intensiv miteinander vernetzt komplexer kommt dir da nicht ein Begriff in den Sinn, der in letzter Zeit hier oft durch die Gegend schwirrt? |
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schrieb am
19.01.2010 um 21:00
Sag an. Mir fallen dazu ein paar ein.
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..also irgendwie will ich heute nicht nur an diesem Schirm rumhocken. Abba egal.
Ich hab eben in diese Linke-Plattform-Sammelsurium bei der Redaktion reingeschaut. Paar Standardschreiber, die sich heftigst gegeneinander abgrenzen, kann man knicken. Ich finde das hier bei Fro sehr viel ernsthafter, die Positionen sind angenehm undogmatisch formuliert und enthalten dennoch die Bandbreite der notwendigen Forderungen. Aus meiner Sicht ist dazu gar nicht mehr zu sagen. Die einzige offene Frage: Wie organisiert man hier die Kooperation für ein Linke-Plattform-Projekt, erstmal selbstverständlich die konkrete Ausarbeitung, aber auch: Wie erreicht man aus dieser Höhle heraus Öffentlichkeit? Ohne gleich nach Mutti Redaktion zu gucken, sondern aus eigener Initiative. Kannjaseinesgeht. |
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Was genau meinst du mit "Linke-Plattform-Sammelsurium"? Meinst du dieses "Projekt Linke Mitte" Dings?
Hmm, ja, das ist die Frage... |
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Genau. Da geht's so zu: "Wer nicht ..., sollte besser ... (Stützle); "nur, wenn" (Özdemir); "Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit" (Rulff); Verhältnis "zerbrochen" (Strohschneider) - das ist ja schlimmer als das, was man hier gelegentlich erlebt.
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Eben fand ich einen interessanten blog zur Kampagne - MOVE YOUR MONEY
Arianna Huffington, Nick Penniman und Alexis McGill rufen die Amerikaner in einer Kampagne auf, ihr Geld aus den großen Investmentbanken abzuziehen. Bürger handeln. So etwas müsste hier doch auch möglich sein... |
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Danke für die Zusammenfassung der Ideen. Sieht eigentlich alles ganz einfach aus?
Kleine Kritik: warum Mindestlohn? Setz doch dahin "Grundgehalt für jede/n" Wir würden damit endlich dem Leistungsprinzip gerecht werden. Jede/r kann was leisten, keiner muss. |
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Hallo hibou,
die Liste beinhaltet nur das, was eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung wünscht – das sind stabile Umfrageergebnisse. Das bedingungslose Grundeinkommen hat m.E. noch keine Mehrheit. Aber es ist in in der Diskussion auch hier im derFreitag. |
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"die Privatisierung gemeinschaftlicher Errungenschaften wie Bahn, Gesundheitswesen, Rentensystem, Grundversorgung mit Energie und Wasser zu stoppen und falls schon geschehen, auch wieder rückgängig zu machen."
Da es sich hier um Basics handelt, würde ich gerne noch einen weiteren Punkt einbringen - den der Abschaffung des Mietspiegels, der eigentlich nur die Aufgabe hat, Mieten nach unten abzusichern. Ich würde ihn gerne zur Disposition stellen und gegen ein Gesetz austauschen, in dem festgelegt ist, dass sich die Höhe der Kaltmiete am durchschnittlichen Nettoeinkommen, also an der Wirtschaftskraft der Mieter in einem Gebiet orientieren muss. Damit könnte auch den Zockern am Imobilienmarkt Einhalt geboten werden und ein weiteres Davongaloppieren der Mieten würde gestoppt. Der Mietspiegel sorgt unverhältnismäßig dafür, dass Mieten in keinem Bezug mehr stehen zu den vor Ort erreichten Einkommen und sich stets nach oben entwickeln - auch übrigens gestützt durch die Mietzahlungen der Arge/Sozialämter, die ihrerseits dafür sorgen, dass die Mieten auch dann stabil bleiben oder steigen, obwohl die Gegend wirtschaftlich eine Abwärtsentwicklung durchmacht. Hierbei handelt es sich um eine lobbyistisch geprägte Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Mieter, aber auch der Gewerbebetriebe und des Fachhandels vor Ort, der immer weniger Anteil am lokalen Wirtschaftsgeschehen hat. Gut erkennen lässt sich das am immer weiter steigenden Anteil der Mietkosten an den Einkommen der Bürger. |
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Scheint mir eine gute Sache zu sein
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Wildcard
Es gibt diesen Trend der steigenden Mieten, der dazu führt, dass die attraktiven Wohngegenden im innerstädtischen Bereich von den oberen 20% vereinnahmt und die Minder-und Wenigbemittelten an den Stadtrand gedrängt werden. Ein Problem, das gelöst werden muss. Ist es bei Ihrem Modell nicht so, dass ein Vermieter dann in Zukunft nur noch an die vermietet, die ein hohes Einkommen haben? Beschleunigt das nicht die „Vereinnahmung“ attraktiver Mietobjekte durch Besserverdienende? Ich glaube, dass die Miethöhen einen realen Bezug zum Mietobjekt haben sollten. Die Grenzen des Wuchers müssen mit einer nachvollziehbaren Formel sehr viel enger gezogen werden. |
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Das Problem mit Wildcards Modell habe ich jetzt nicht gesehen, vielleicht fehlt mir das Wissen über die Zusammenhänge, kannst du das vielleicht erklären?
"Ich glaube, dass die Miethöhen einen realen Bezug zum Mietobjekt haben sollten." Ja das stimmt schon, wobei die Miethöhen aber nicht trotz sinken der Einkommen steigen sollten. |
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quarktasche
Das Problem an wildcards Vorschlag sehe ich darin, dass ein Vermieter den Besserverdienenden bevorzugt. Ein Geringverdiener hat von vornherein weniger Chancen eine Wohnung in einem attraktiven Wohngebiet zu bekommen. "Ich glaube, dass die Miethöhen einen realen Bezug zum Mietobjekt haben sollten." Das könnte heißen, dass ein Vermieter nur einen bestimmten prozentualen Gewinn aus seinem Mietobjekt ziehen darf. Da könnte man einen vernünftigen Schlüssel finden. Und das würde zur Folge haben, dass Wucher-Mieten, wie sie allerorten zu finden sind, gesenkt werden müssten. Eine Wohnmöglichkeit gehört genauso wie Wasser z.B. zur Grundversorgung des Menschen. Das darf man nicht dem freien Markt überlassen. |
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"Das Problem an wildcards Vorschlag sehe ich darin, dass ein Vermieter den Besserverdienenden bevorzugt. Ein Geringverdiener hat von vornherein weniger Chancen eine Wohnung in einem attraktiven Wohngebiet zu bekommen."
Das ist ja jetzt auch schon so, oder nicht? "Das könnte heißen, dass ein Vermieter nur einen bestimmten prozentualen Gewinn aus seinem Mietobjekt ziehen darf. Da könnte man einen vernünftigen Schlüssel finden. Und das würde zur Folge haben, dass Wucher-Mieten, wie sie allerorten zu finden sind, gesenkt werden müssten." ok, das könnte eine relativ gute Möglichkeit sein "Eine Wohnmöglichkeit gehört genauso wie Wasser z.B. zur Grundversorgung des Menschen. Das darf man nicht dem freien Markt überlassen." richtig. |
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schrieb am
17.01.2010 um 15:35
"Das Problem an wildcards Vorschlag sehe ich darin, dass ein Vermieter den Besserverdienenden bevorzugt. Ein Geringverdiener hat von vornherein weniger Chancen eine Wohnung in einem attraktiven Wohngebiet zu bekommen."
Genug Besserverdienende werden sich aber nicht finden, wenn es diese in der Gegend nicht gibt, weil die ortsübliche Wirtschaftsleistung das nicht hergibt. Steigert sich die Wirtschaftsleistung, können die Bewohner auch mehr bezahlen, weil die Gegend eine wirtschaftliche Grundlage dafür schafft. "Das könnte heißen, dass ein Vermieter nur einen bestimmten prozentualen Gewinn aus seinem Mietobjekt ziehen darf. Da könnte man einen vernünftigen Schlüssel finden. Und das würde zur Folge haben, dass Wucher-Mieten, wie sie allerorten zu finden sind, gesenkt werden müssten." Das wird nicht funktionieren, da man "Gewinne" gerade im Immobilienmarkt recht praktikabel auf 0 rechnen kann. Dazu reicht es schon, eine Immobilie zu erwerben. Der Gewinn ist praktisch kaum vorhanden - gleich, wie hoch man die Miete treibt. Es ist ein unmöglicher Zustand, dass in Städten Objekte erworben/verkauft werden - mit dem erklärten Ziel, die jeweils höchstmögliche Mieteinnahme zu realisieren - das auch noch steuerlich begünstigt. |
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schrieb am
17.01.2010 um 16:09
Nachtrag: "Ein Geringverdiener hat von vornherein weniger Chancen eine Wohnung in einem attraktiven Wohngebiet zu bekommen."
Das hebt sich übrigens auf. Eine Chance auf eine Wohnung in einem attraktiven Wohngebiet hat ein Geringverdiener aufgrund der Mieten heute auch nicht. |
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„Genug Besserverdienende werden sich aber nicht finden, wenn es diese in der Gegend nicht gibt, weil die ortsübliche Wirtschaftsleistung das nicht hergibt. Steigert sich die Wirtschaftsleistung, können die Bewohner auch mehr bezahlen, weil die Gegend eine wirtschaftliche Grundlage dafür schafft.“
Die Miete für Wohnraum dürfte sich dann aber nur am Nettoeinkommen orientieren und nicht an den Einnahmen des ansässigen Gewerbes. Dafür wäre dann auch der „gläserne Einwohner“ mit regelmäßiger Kontrolle der Einkommen nötig. Und es könnte u.U. Eine Ghettoisierung eintreten und eine gewünschte Durchmischung ausbleiben. Jeder Besserverdienende könnte als Potenzieller Miettreiber angesehen werden. Viele Bedenken. Vielleicht sollten sich die sozial denkenden Kommunalpolitiker einmal mit Ihrem Vorschlag befassen. Ich schrieb: „Ich glaube, dass die Miethöhen einen realen Bezug zum Mietobjekt haben sollten. Die Grenzen des Wuchers müssen mit einer nachvollziehbaren Formel sehr viel enger gezogen werden.“ Sie schrieben: „Das wird nicht funktionieren, da man "Gewinne" gerade im Immobilienmarkt recht praktikabel auf 0 rechnen kann.“ Es kommt auf den Berechnungsschlüssel an. |
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schrieb am
17.01.2010 um 18:10
Na und? Die Zahlen über das Durchschnittsnettoeinkommen in Stadtteilen/Gemeinden sind doch einfach über die Ämter abrufbar. Das funktioniert doch ohnehin schon so, wenn man wissen will, ob sich ein Geschäft in einer Gegend lohnen könnte oder nicht. Schritt 1 ist, sich diese Daten zu besorgen, damit man einordnen kann, ob die Angebots/Preisstruktur in der Gegend passen könnte.
Berechnungsschlüssel - das mag sein, aber dann dürfte er nicht mehr Mietspiegel heißen oder es würde sich nichts ändern. Der Ausgangspunkt bliebe ja das, was die Menschen in der Gegend bezahlen MÜSSEN. Oder haben Sie eine Alternative. Wenn, würde mich das wirklich interessieren. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass es einen sinkenden Mietspiegel gibt. Dieser wäre aber wichtig, um auch in Sachen eine Anpassung in Richtung Wirtschaftskraft zu erzwingen, wenn sie fällt. |
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Der Berechnungsschlüssel soll sich auf das einzelne Mietobjekt beziehen.
Der Vermieter darf aus einer Mieteinheit nur eine begrenzte Gewinnmarge erzielen, weil es um ein Objekt der Grundversorgung geht. Ich bin kein Fachmann in diesen Fragen. Jetzt wäre für mich der Zeitpunkt gekommen, wo ich das an unabhängige Spezialisten weitergeben würde - mit dem Auftrag, eine Lösung zu finden, die die hier geäußerten Vorschläge und Einwände berücksichtigt - wenn es da keine weiteren Wortmeldungen gibt. Der Spezialist könnte sein rundes machbares Konzept dann hier bzw im „Blog zur Lösung des Problems von überhöhten Mieten“ präsentieren und dort würde es dann einer konstruktiven Prüfung seitens der Allgemeinheit unterzogen. So in etwa könnte man zu sinnvollen Reformen kommen. |
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letzter Satz muss natürlich heißen:
So in etwa könnte man zu sinnvollen Reformkonzepten kommen. |
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danke, fro, dass du die initiative ergriffen hast.
den katalog nach den festen umfragewerten konstruiert zu haben, finde ich einen prima grundsatz. dagegen ist es nicht so wichtig, wie viele user hier beteiligt sind. die klasse zählt, nicht die masse. |
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Danke h.yuren,
das tut gut. Eine Nichtkommentierung kann auch Zustimmung sein. Mit Widerspruch wird hier ja nicht gegeizt. Ich habe mich lange damit – sehr locker – beschäftigt, wie wir zu einer anderen Politik kommen könnten. Und erst vor 3 Jahren wurde mir bewusst, dass wir ein vom Grundgesetz abgesichertes Recht auf Volksherrschaft haben. Und dann stellte ich fest, das Volk ist gar nicht so dumm für wie ich es immer gehalten habe. Heute hörte ich, dass 64% der Bevölkerung die schwachsinnigen Steuersenkungsvorschläge ablehnen. Ich glaube, die Zeit ist reif für eine umfassende Demokratisierung und eine Orientierung auf die intelligentesten politischen Lösungen. Und wenn jemand diesen Prozess konstruktiv und schützend begleiten kann, dann sind es die aufgeklärten Linken, die Freiheit, Demokratie, Solidarität und Menschenrechte auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ich weiß nicht wie viele es davon gibt – aber die kubanische Revolution wurde auch nur von 5 Leuten begonnen und erfolgreich zu Ende gebracht. |
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schrieb am
18.01.2010 um 10:10
Wir sind hier ja Minimum 5. :-)
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Dann passt es ja :)
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Auf in den Kampf :)
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schrieb am
18.01.2010 um 11:24
"Und wenn jemand diesen Prozess konstruktiv und schützend begleiten kann, dann sind es die aufgeklärten Linken, die Freiheit, Demokratie, Solidarität und Menschenrechte auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ich weiß nicht wie viele es davon gibt – aber die kubanische Revolution wurde auch nur von 5 Leuten begonnen und erfolgreich zu Ende gebracht."
Stimmt soweit. Man muss/sollte hier natürlich beachten, dass Solidarität auch immer eine Forderung ist, die individuelle Freiheiten beschränken kann. Hier ist es sehr wichtig, das richtige Maß zu finden, da die Bevölkerung das "neue System" auch anerkennen und gutheißen können muss. Ich wäre in diesem Zusammenhang übrigens vorsichtig damit, ausgerechnet Staaten wie Kuba als Beispiel in den Raum zu werfen. Ohne jetzt näher auf die kubanischen Verhältnisse eingehen zu wollen, die aber sicher nicht demokratisch sind, sind diese Länder nämlich genau der Grund, warum linke Politik immer noch mit Misstrauen überschüttet wird. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass die USA eine sehr große Schuld daran tragen, dass es dem Land wirtschaftlich schlecht geht. Man stößt mit derlei Beispielen in einer breiten Öffentlichkeit - die man aber benötigt - auf ganz klare Ablehnung. |
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Ich glaube, die kubanische Revolution wird weltweit von 80-90% der Menschen als notwendiges historisches Ereignis anerkannt. Und das Abbild Che Guevaras ruft in den meisten Menschen große Sympathien hervor. Das Meistgedruckteste überhaupt.
Dass das Kuba von Heute kein Vorbild für uns sein kann, steht glaube ich außer Frage. |
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Die kubanische Revolution beendete eine Diktatur, das was stattdessen kam war dann leider auch nicht so viel besser. Das besste Bildungs- und Gesundheitssystem Lateinamerikas hat Kuba jedoch.
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schrieb am
18.01.2010 um 11:59
Stimmt schon. Ich wollte einfach nur auf die Gefahren von Symbolen hinaus. Neben der Notwengigkeit des Umsturzes auf Kuba existieren eben auch sehr unschöne - und nicht nur wirtschaftliche - Bedingungen, die etwas mit dem eindeutig nichtdemokratischen System zu tun haben. Es ist eben - bei allem Verständnis - schwierig, mit einem Nichtdemokraten für mehr Demokratie und Freiheit zu werben.
Das Abbild von Che ruft bei mir übrigens nur meine Abneigung gegen die Überhöhung von Personen der Zeitgeschichte hervor. Zudem: Es gibt einen Unterschied zwischen der Sympathie zu einer geschichtlichen Figur und einer Wahlentscheidung im Inland. Vermutlich ruft das Portrait von Che auch bei einigen Liberalen und Anhängern der CSU Sympathien hervor - wählen würden sie ihn, gäbe es die Wahl, aber vermutlich nie. Ich übrigens auch nicht, denn für mich ist eine Entwicklung wie auf Kuba ausdrücklich NICHT positiv beispielhaft, weil sie eben genau das nicht repräsentiert, was ich für unser Land möchte. Das das vorherige Regime abgelöst werden musste, steht dabei außer Frage. |
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Und zur Solidarität: Es ist immer die Frage, wie man das Abverlangen einer solidarischen Leistung erklärt. Das kann nur aus einem gemeinschaftlichen Denken heraus erfolgreich sein. Für mich ist es vollkommen klar, dass die Einkommens-und Vermögensverteilung von oben nach unten korrigiert werden muss. Es muss eine Rückverteilung stattfinden. Und die Mehrheit im Lande will es auch. Das kann man den Spitzenverdienern und Superreichen sehr einleuchtend erklären. Auch sie werden sich sagen, wenn sie die unten stehende Grafik sehen, dass da irgend etwas nicht stimmen kann.
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Kleine Werbeeinblendung.
Habe passend zum Thema Demokratie und Bürgerbewusstsein einen weiteren Blogbeitrag geschrieben. Gedanken zum „Schwarmverhalten“ |
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das ist eine eindrucksvolle grafik, fro. wenn es danach ginge, müsste die erneuerung des landes wie von selbst laufen.
besonders die untere mittelschicht müsste aus furcht abzusinken, munter werden. |
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Eigentlich schon, aber in welche Richtung werden sie sich bewegen?
Wer zeigt ihnen einen Weg? Ich glaube, ich muss hier einmal etwas loswerden. Keine Ahnung, warum es hier nicht weitergeht. Vielleicht ist es ein Misstrauen gegenüber meiner Person. Eigentlich wollte ich diese hier raushalten, weil ich der Meinung bin, dass man über das geschriebene Wort sprechen sollte – über den Inhalt. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung z.B. mit wildcard, dass sehr schnell Misstrauen auftreten kann wenn man unsicher ist, welche Motivation hinter einem Engagement steht. Ich bin 100% clean. Das ist mein ganz privates Engagement und erwarte mir keinerlei Vorteile. Da steht keine Ideologie, Philosophie oder Religion dahinter. Ich schreibe wie jeder andere auch, einfach meine Ansichten und Ideen – ohne Plan – aber mit meinen gesammelten Erkenntnissen, die ich immer wieder auf den Prüfstand stelle. Der Druck, der vielleicht manchmal durchschimmert, resultiert aus der Befürchtung, dass wir nach der Wahl in NRW die große Rechnung für die Kosten der Finanzkrise serviert bekommen und es wird die treffen, die zu den Minderbemittelsten gehören – Koch hat sich da ja schon entsprechend geäußert. Durchaus möglich, dass parallel – um den Volkszorn zu kanalisieren und den Afghanistankrieg zu rechtfertigen - eine Kampagne gegen die Muslime gefahren wird. Durchaus möglich, dass Rechtspopulisten versuchen die Situation auszunutzen (daher auch der Schwarmbeitrag). Angesichts dessen ist der Zustand und die bisherige Arbeit der Oppositionsparteien geradezu erschreckend. Das ist meine Motivation. Ein Aufruf an die Opposition endlich ihren Job zu tun. |
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schrieb am
18.01.2010 um 16:44
Ich verrats Dir:
Dein Artikel ist gut, informativ und er zeugt von einer Menge Arbeit, die Du Dir gemacht hast. Für eine anschließende Diskussion fehlt ihm aber der Biss - die Reizworte, die auch zum Protest einladen. Man liest diesen Text; und wenn man sich nicht 100%ig dafür interessiert, ist die einzige Reaktion: Ja, sehe ich auch so. Mir ist da ein wenig Zeter und Mordio lieber, zumal ich dann weiß, wer mit auch abweichenden Meinungen umgehen kann und wer nur linientreu ist. Meine Erfahrung ist, dass in Blogs, die sich eines gewissen gewaltverherrichenden Vokabulars bedienen (nachzulesen bei Streifzug, der aber das System immer noch nicht begriffen hat) zwar zuerst immer verurteilt wird, dann aber doch einige konstruktive Beiträge kommen und die Leute weiter diskutieren - ja, sogar wie hier geschehen, weiterführende Blogbeiträge schreiben. Das ist doch dann super. Manchmal braucht es einen Schlag in den Nacken, damit ein wenig Bewegung in die Sache kommt. Sein wir doch ehrlich: Auch, wenn hier viele Menschen versammelt sind, die so einigermaßen ähnlich ticken, muss man sie dennoch brutalstmöglich motivieren, damit sie aus ihrer Lethargie erwachen. Damit sie dann noch Alternativen aufzeigen und mit dem Denken beginnen, statt es anderen immer nur abzusprechen, braucht es zuweilen auch den verbalen Baseballschläger. So - nun ist aber gut. |
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Ja, wenn es um die Kommentargenerierung geht liegst du wohl richtig – und emotionale Entladungen sind der Gesundheit ja durchaus förderlich.
Ich wollte der Linken einfach einmal mitteilen, wie man es machen könnte. Aber in der Konsequenz ist es wahrscheinlich zu radikal – und es erfordert anfangs ein nahe liegendes aber gründliches Umdenken. Ich bin der festen Überzeugung, dass es so geht. Das ist der kürzeste Weg und eine gute Möglichkeit die Bürger zu motivieren und die Machtverhältnisse zugunsten des Souveräns zu verschieben. Vielleicht hätte ich doch lieber einen Beitrag mit dem Titel schreiben sollen: „Die Linke – Hasenfüße der Nation“ |
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Ich würde da doch gerne ein Fragezeichen hintersetzen, auch wenn es dann nicht mehr so provokant ist.Das ist eine Frage, die sich mir angesichts des Zustandes der SPD tatsächlich stellt.
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@Fro 17:47
@Wildcard 18:04 Man kann ja das eine tun und muss das andere nicht lassen. Nur mal so. |
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schrieb am
18.01.2010 um 18:40
Was die SPD betrifft, steht da bei mir derzeit NUR NOCH ein Fragezeichen.
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Der Widerstand lebt.
poor on ruhr hat gerade zum Widerstand gegen Kochs Arbeitsdienstpläne aufgerufen. |
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Hier ein sehr ergiebiger Beitrag zum desaströsen Zustand der SPD und der Hilflosigkeit ihrer Führung von Tom Strohschneider
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Lieber Fro,
vielen Dank für diesen Artikel. Von Anfang an las ich mit, sah aber nicht, dass ich etwas hätte beisteuern können. Doch es waren viele Denkanstöße dabei. Oder Argumente für ein anderes Mal. Eine Diskussion mit Freunden oder Bekannten. Dieser Beitrag war sehr konstruktiv. Das lässt mich gerne wiederkommen. "merde" |
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lieber fro,
du hast etwas sehr wichtiges gewagt und getan, etwas, das den leutchen hier im forum vielleicht nicht genug zündstoff für heftige diskussionen liefert. das aber nicht, weil du den falschen ansatz gewählt hättest, sondern weil dein aufruf der zeit vorgreift. was du willst, ist etwas anderes als das, was die meisten blogger/innen wollen. ich verstehe deine absicht sehr gut. streifzug hat dich gewarnt, diese gesellschaft sei betoniert, unbeweglich, und du kommst mit einer grundriss-skizze, den bunker umzubauen. trotzdem liegst du richtig. es wird nicht lange mehr dauern, dann werden pläne wie deiner dringend gebraucht. jetzt lebt die gesellschaft in einer art starre. taub für jegliche ansprache, eben wie ein gemäuer. demnächst aber will niemand darin wohnen. dann werden pläne für den neubau gesucht. die einstürzenden regimes in osteuropa sind auch nicht in ein paar tagen oder wochen zerbrochen. du musst außer klarheit, die du hast, eine portion geduld, ausdauer mitbringen. ich meine, tolstoj hat das mal so gesagt: die wahrheit kann warten; früher oder später kommt sie durch. |
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Fro,
es fing mit einem Kommentar an, wurde ein Artikel und steht nun in den Top-Blogs, ganz ohne ein Strohfeuer abzubrennen. Bleib deiner Art treu, Menschen spüren recht gut, ob etwas aufgesetzt ist :) |
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Danke merdeister, h.yuren, streifzug
Ich werde den obigen Text demnächst als ein direktes Schreiben an die Parteien formulieren – nochmal zur Prüfung in einen blog stellen und dann kann man das den passenden Adressaten als Anregung und Ermutigung zukommen lassen. Hier ein kleines Projekt, zu dem jeder etwas beitragen könnte, dass aber auch zu guten Ergebnissen führen kann, wenn nur wenige mit machen. Community-Brainstorming Welche Anforderungen stellen wir als Bürger an einen zeitgemäßen Volksvertreter. |
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Der obige Link funtioniert nicht.
Das müsste gehen.. |
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schrieb am
19.01.2010 um 21:25
nun h.yuren.
Die Problematik liegt schon näher vor der Türe und irgendwie habe ich den Eindruck das zumindest die existierende, parlamentarische Opposition einfach nicht hinschaut. Lass mich dazu einen völlig unverdächtigen Link einstreuen und die Frage stellen, warum hört man nichts von unserer (ja immer noch) Opposition? Die Wahrheiten liegen in Bits und Bytes herrenlos rum. Jede Menge Material, zB der Bahn, Alpe Adria welches von zig hundertausend Normalbürger (m/w) gelesen wird und niemand bietet sich weder als moralische noch sachliche Instanz an, dieses oder jenes an Filz und/oder Selbstbedienung zu beenden. Kein Wunder, dass das Land in eine Art Agonie verfällt. Dabei wäre ein 'Zeichen' bei der NRW-Wahl möglich. An die Moderation. Ich hoffe alle Tags öffnen und schließen korrekt. Falls nicht bitte berichtigen. |
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"Was verstehe ich unter eine/n aufgeklärte/n Linke/n?
Locker, aufgeschlossen, kooperationsfähig und das auch über die Parteigrenzen hinweg ..." Mir würde das als Erklärung, was eine "aufgeklärte Linke" sein sollte, nicht reichen. Es klingt mir zu stark nach Kompromiß bzw. Spaßpartei. Machen wir uns nichts vor: Wirklich etwas ändern würde nur ein radikaler und kompromißloser Weg, den eine geeinte Linke gestaltet. Alles andere kann man immer nur als "irgendwie links" oder "eher links" bezeichnen - so, wie viele den Freitag ja auch sehen. Was dabei herauskommt, wird aber nie über den Status einer Kulturerscheinung in der Nische herauskommen. Über "Parteigrenzen hinweg" denken? Das bringt nichts! Eine Linke, die etwas erreichen wollte, kann nur eindeutig partei nehmen. Zugegeben, mit dem Begriff der 'Freiheit' wird es schwierig. Es darf, dürfte nur soviel Freiheit geben, so daß die Freiheit des einen dem anderen nicht schaden kann. Die 'Freiheit', wie wir sie bis jetzt kennen und genießen, garantiert das jedenfalls nicht. |
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schrieb am
19.01.2010 um 18:00
Eine geeinte radikale und kompromisslose Linke würde auf 3% der Wählerstimmen kommen - vermutlich. Kompromisslosigkeit und Radikalität ist ganz nah an Unmenschlichkeit und derer hatten wir in Deutschland genug - egal, ob aus der linken oder rechten Ecke.
Ich würde sie jedenfalls nicht wählen - im Gegenteil - ich würde sie mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. |
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Leider resultieren aus der Kompromißhaftigkeit unserer politischen Landschaft, und auch der Linken, bereits gewaltige Unmenschlichkeiten.
Sicherlich, ein radikaler Weg ist nicht ohne Klippen und nicht ohne die Gefahr, zu kippen. Aber: das Wirtschaftswunder ist schon lange vorbei und seit auch der Ostblock schon lange ausser Sicht ist, gibt's auch weniger Notwendigkeit für die Besitzenden, sich eine "Soziale Marktwirtschaft" auf die Fahnen zu schreiben. Eine kompromißhafte Linke wird da leider - und das sehen wir unmißverständlich - ziemlich zahnlos bleiben. Die im Blogbeitrag formulierten Ziele werden aber auch, sehend die Angst vor konsequenten Einschnitten, so nie erreicht werden. |
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miauxx
Ich würde jemanden als aufgeklärten Linken bezeichnen, der einen inneren Impuls hat, zu helfen, dass sich Deutschland zu einem wirklich demokratischen und sozialen Staat entwickelt. Betonung liegt natürlich auf „wirklich“ - im wahrsten Sinne der Worte. Ein Linker soll die Mehrheit und insbesondere die Benachteiligten im Lande politisch vertreten. Etwas anderes kommt für mich nicht in Frage. Es geht m.E. um das Erreichen von Zielen. Und da kann ein jeder Linker zeigen, was er drauf hat – nur so bekommt er Zuspruch – nur das bringt Wählerstimmen. Und wenn jemand für seine weitergehenden Ziele wirbt ist das ok. Nur sollte niemand irgendjemandem etwas aufdrücken wollen. Es gibt viel zu tun. Z.B. die Verhinderung der Plünderung der mittleren und unteren Einkommensbezieher und AlgII-Empfänger. Da sollten andere zur Bewältigung der Finanzkrisenkosten herangezogen werden. Ein echtes Thema, dass auf uns zukommt. |
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Wenn man den jetzigen Zustand als undemokratisch betrachtet, kann man auf das Wort "wirklich" verzichten ;-)
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Da stimme ich Dir zu, merdeister. :)
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es ist ein simples rechenexempel:
wem hilft das schöne motto: wasch mir den pelz, aber mach mich nicht nass? |
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Lafontaine hat m.E. in seiner Neujahrsrede am 19.1. eine für die Partei dieLinke, eine richtungsweisende Rede gehalten. Vorstellungen, die ich als Bürger ausdrücklich begrüßen kann. Und die ich auch von der SPD erwarte, deren Mitglieder sich soziale Demokraten nennen.
Wenn die Parteimitglieder derLinken das wirklich verinnerlichen, hätten sie m.E. die Chance eine Volkspartei zu werden. Dazu müsste aber auch gehören, dass sie dafür sorgen, dass jeglicher politische Einfluss von ehemaligen Mitarbeitern des MfS konsequent ausgeschlossen wird. Wenn sie ihre „Sünden“, die sie gegenüber den DDR-Bürgern begangen haben, reumütig abarbeiten wollen, können sie organisatorische oder soziale Aufgaben übernehmen. Und wenn dann noch irgendwann ihre ausgrenzende Name „dieLinke“ geändert würde.... An Lafontaines Rede hat mir besonders gefallen, dass er seine Partei als Dienstleister des Volkes versteht: „Wer sich als demokratische Erneuerungsbewegung begreift, muss sagen, was er unter Demokratie versteht. DIE LINKE beruft sich auf die klassische, dem athenischen Staatsmann Perikles zugeschriebene Definition: "Der Name, mit dem wir unsere politische Ordnung bezeichnen, heißt Demokratie, weil die Angelegenheiten nicht im Interesse weniger, sondern der Mehrheit gehandhabt werden." Und die beiden ersten Punkte seiner insgesamt 11 Punkte umfassenden Prioritätenliste für ein Grundsatzprogramm befassen sich mit der überfälligen Demokratisierung Deutschlands: 1.Wir halten daran fest, dass eine Demokratie eine Gesellschaft ist, in der sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen. 2.Das parlamentarische Regierungssystem muss deshalb durch Elemente direkter Demokratie ergänzt werden. Der Volksentscheid ist das geeignete Mittel. Die Richtung stimmt und ich halte Lafontaine für glaubwürdig. Ich hoffe nur, dass das in der Partei nicht zu einem populistischen Marketingkonzept verkommt. Da müssen wir Bürger aufpassen. Im übrigen bin ich der Meinung, dass die SPD und Grünen sich davon inspirieren lassen sollten. Die Opposition sollte weniger auf einen Abgrenzungskurs gehen. Jeder hat seine Kompetenzfelder und ein bestimmtes Kontingent an politischem Personal anzubieten. Das bietet genug Unterscheidungsmöglichkeiten für die Wahl. |
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Ach ja, der Link zu Lafontaines Rede
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Hallo,
im Grunde hebst du ja darauf ab, dass es eine parteiübergreifende Linke, einschließend die Grünen u. SPD, geben sollte, richtig? Ich befürchte eben, dass nur die gegenwärtige "Zwangslage" angesichts der schwarz/gelben Regierung einiges mehr an Annäherung bringen könnte. Temporär. Stellen wir uns vor, Schwarz/Gelb würde jetzt scheitern; es gäbe Neuwahlen. Würde nicht die Parteienlandschaft wieder in ihren parteipolitischen Egoismus zurückfallen, um nur den eigenen Platz an der Macht zu erreichen? |
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Da stimme ich Dir voll zu. Daher plädiere ich dafür, dass wir unserer Opposition insgesamt den richtigen Weg weisen. Die Bürger sollte ihnen sagen, was sie von ihr erwarten. Und sie unterstützen - und umgekehrt.
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Natürlich nur unterstützen, wenn sie das Richtige tun....
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Miauxx, ich fand deine Fragen sehr gut, wenn du noch welche hast?
Ich will noch einmal auf die Bürgergemeinschaft zurückkommen. Auch die Milliardäre und Manager sind Menschen und Bürger. Sie wollen ihren Job machen und das sollte erst einmal respektiert werden. Es darf keine Feindschaft bestehen – die wäre vollkommen sinnlos und schädlich. Es geht darum, dass es in der Bürgergemeinschaft sozial und demokratisch zu geht. Und man kann den Milliardären und Managern anschaulich darlegen, dass hier ein Problem zu lösen ist. Niemand will, dass sie unzufrieden sind – auch sie können nur gut arbeiten, wenn sie gut gelaunt sind. Daher mein Vorschlag: Vertrauenswürdige Abgeordnete aller Parteien könnten ihnen mitteilen, dass die Mehrheit der Bürger wünscht, dass die unteren und mittleren Einkommensbezieher nicht zur Finanzierung der Finanzkrise herangezogen werden. Und ihnen wird gestattet, sich ein eigenes Konzept zu erarbeiten wie sie es regeln wollen. Sie haben drei Tage Zeit sich zu entscheiden, ob sie den Wünschen der Mehrheit ihrer Mitbürger nachkommen oder nicht – und drei Monate um ihr Finanzkrisenkostenbegleichungskonzept vor zu stellen. Und dann sehen wir weiter. Aber bis dahin muss die Vernetzung stehen. 80% muss schon nach was aussehen. Im übrigen bin ich der Meinung, dass auch die Spitzenverdiener und Milliadäre gewinnen – z.B. an Ansehen. |
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Die Grünen möchte ich hier auch einmal lobend erwähnen, sie hat ja auch ein fortschrittliches Potenzial. Immerhin hat sie zur FDP-Parteispenden-Affäre am schnellsten reagiert und die Rücknahme der Steuersenkungsvorhaben für Hoteliers im Bundestag beantragt. SPD und Linke haben dem Antrag zugestimmt.
M.E. haben wir zur Zeit die gefährlichste(lobbyistenbestimmt und unfähig) Regierung der Nachkriegszeit und wenn Guttenberg Kanzler werden sollte (einige Großstrategen träumen davon) dann wird es ganz finster. Insofern sollte man die Opposition ermutigen und anspornen, damit so schnell wie möglich demokratische Zustände und soziale Gerechtigkeit einkehren. Der Wochenschwerpunkt von derFreitag zum Lobbyismus unterstreicht m.E. die Dringlichkeit. |
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Das Problem ist m.E., dass Du von "den Bürgern" sprichst; wie du ja auch am Beginn Deines Blogbeitrags von einer "Bürgergemeinschaft" sprichst, derselben aber "starke Interessengegensätze" zuschreibst. Kann man dann von einer "Bürgergemeinschaft" sprechen?
Wie sollten "die Bürger" den Parteien, die derzeit (!) jenseits von CDU u. FDP stehen, verklickern, was sie wollen? Wollen sie das gleiche? Vielleicht ist es aber tatsächlich so, dass die Mehrheit die Ziele verfolgt, die Du in deinem Blogbeitrag zitierst (Quelle ??). Liegt's dann wieder mal am "deutschen Michel", dass sich der Bürgerwille nicht kraftvoll äußert? |
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Man darf nicht davon ausgehen, dass die Wähler alles das gut heißen, was die von ihnen gewählte Partei macht. Z.B. lehnen (nach Deutschlandtrend ARD) 53% der FDP-Wähler die Steuersenkungspläne ab.
Oder 59% der Union-Wähler lehnen den Afghanistan-Einsatz ab. Ich bin auch skeptisch, wenn es um Umfragen geht – aber wenn es da stabile Mehrheiten in unterschiedlichen Umfragen und das über einen längeren Zeitraum gibt, nehme ich das als Mehrheitsmeinung. Zusätzlich überprüfe ich das in Gesprächen mit Normalbürgern im eigenen Umfeld und letztlich auch mit meinem unparteiischen Menschenverstand. Und zur Bürgergemeinschaft: Dazu gehört jeder Bürger im Lande. Wenn Du die obige Grafik über die Vermögensverhältnisse ansiehst, siehst Du ein grobes nach Vermögen unterschiedenes Abbild aller Bürger. Und es wird ersichtlich, dass da erheblicher Korrekturbedarf besteht. Ebenso könnte man ein Abbild der Einkommensunterschiede erstellen. Oder auch ein Abbild, wem die Politik der letzten Jahrzehnte zugute gekommen ist usw. Und es sind immer nur ca 20% die profitieren, während die „unteren 80%“ benachteiligt sind. Und davon gibt es dann noch eine Gruppe, die besonders mies dran ist. Ich verlange von der Politik, dass sie unsere Bürgergemeinschaft als Ganzes sieht und die offensichtlichen Ungerechtigkeiten mit intelligenten Konzepten beseitigt. Da ich es den aufgeklärten Linken von ihrer Geschichte und Programmatik am ehesten zutraue, wende ich mich als Bürger an sie. Und ich kenne etliche Leute, die sich nicht als links verstehen und im Grunde genau das Gleiche wollen. Und das ist die Chance der aufgeklärten Linken. Und die aufgeklärten Linken sind eine Chance für die Bürger (80%). Oder um es noch einmal salopp auszudrücken: Es gibt in unserer Bürgergemeinschaft einige Vertreter, die die Mehrheit übers Ohr hauen und Macht über sie ausüben will. Und das muss unterbunden werden. |
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Ach ja miauxx, das Problem mit dem deutschen Michel, traditionell obrigkeitshörig – dass muss auch noch gelöst werden. Ich glaube, wenn die NGOs, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, ich sehe da sogar in vielen Fragen sogar Karnevalsvereine:) usw und Einzelpersonen zu einzelnen Themen an einem Strang ziehen und sich auch zeitlich koordinieren, kann da m.E. schon ein großer öffentlicher Druck entstehen.
Das erste Thema wäre meines Erachtens die Frage, wer für die Kosten der Krise aufkommen soll. Zu Afghanistan, was auch wichtig wäre, sehe ich da leider nicht so viel. |
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Karnevalsvereine, ja, da fällt mir spontan die FDP ein
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Quarktasche
Die meisten Leute wollen die Krisenkosten berechtigterweise nicht übernehmen. Und die in den Karnevalsvereinen auch nicht. Ich träume von einem bundesweiten Sternmarsch zum Regierungsviertel nach Berlin und einer Zweiwöchigen-Belagerungs-Fete. Ein großes Bürgerwillen-Happening. Dafür sollte es aber wärmer sein. Ein kleines linkes Häuflein bringt es nicht – das muss breiter angelegt sein. Ohne inhaltliche Abstriche natürlich. Wir wollen keinen Cent für die Krisenkosten bezahlen! |
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Das klingt gut, Fanmeile der Demokratie
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Vor den Landtagswahlen NRW (9.5.) wäre natürlich gut - aber das Wetter muss schon stimmen.
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Es geht um eine Einpunktbewegung – um die Erreichung eines Ziels und das unterhaltsam und Druck erzeugend.
Natürlich muss gewährleistet sein, dass sich da mind 2 Mill. Menschen dran beteiligen. Aber das ist eine Frage, ob die Unzufriedenen, es wollen und wenn ja, ob sie sich sinnvoll organisieren. Keine Ahnung ob da schon etwas läuft. Mit 100000 roten Fahnen wird man unsere Regierung nicht beeindrucken können. |
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Natürlich läuft da was, aber ob sie eine Vernetzung mit den Bürgern und ihren Organisationen anstreben mit dem Ziel eines breiten Bündnisses, das weiß ich nicht. Aber das wäre m.E. notwendig. Warum sollten die Mitglieder eines Feuerwehrvereins nicht sagen: „Geiles Ding, da machen wir mit.“
Es ist eine Einpunktbewegung – da sind sich alle in der Sache einig – die Unterschiede der sonstigen Ansichten spielen da keine Rolle, außer beim Bier nach einer gelungenen Aktion. |
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Da fällt mir sogar noch ein Lob für die SPD ein. Gabriel hat nämlich auf seiner Parteitagsrede nachdem er zum Vorsitzenden gewählt wurde, genau diese Vernetzung mit dem Bürger beworben. Wie weit sind sie? Wäre das Einpunktthema nicht eine schöner Anlass, mal mit den Bürgern in Kontakt zu kommen und sich als Dienstleister in der Sache anzubieten? Und sinnvolle Aktionen zu unterstützen oder gar zu initiieren – ohne Eigennutzgedanken natürlich. Es geht ja um die Sache.
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Sorry, das Lob kann ich natürlich erst einmal nur Gabriel zuerkennen.
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Und quarktasche, du hast Dir hoffentlich nicht schon frei genommen. Ich glaube es ist besser, wenn das Bürgerwillen-Happening am Wochenende nach der Steuerschätzung beginnt – mitte Mai.
„Fanmeile der Demokratie“ finde ich super – so könnte man den Versammlungsort / das Camp nennen.... |
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Ich finde es nicht plausibel, dass "die aufgeklärte Linke" bloss "Impulsgeber einer politischen Erneuerung" sein soll, gar an der Seite des "Volkes" stehen soll. Ich mag eigentlich alle Begriffe nicht, sie klingen nicht nur so bürgerlich, sie sind es auch.
"Erneuerung" - was soll das heissen ... "Impulsgeber" - in der gleichen kritisierten Gesellschaft ... "Aufgeklärt" und/oder "Linke" - von Marx und vom Klassencharakter der Gesellschaft auch heute ist das alles nicht mal angeweht. Es verbleibt beim schlechten Alten. Erneuerung wäre etwas ganz anderes. Gute Grüsse Rainer Kühn (mit Tastaturfehler) |
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Hallo Rainer,
Impulsgeber und Richtungsweiser. Das ist das, was die Linke in den besten Zeiten auch gemacht hat. Die Linken werden dann als solche anerkannt und Erfolg haben, wenn sie etwas zu bieten haben. Bisher habe ich da noch nichts Attraktives gesehen. Daher konnte ich „Richtungsweiser“ nicht in die Überschrift bringen. Lafontaines gute Rede ist auch erst einmal nur ein Stück Papier. Es geht den Linken um das Wohlbefinden der Menschen im Lande. Worum sonst sollte es gehen? Die Linke kann nur das realisieren, was von der Mehrheit gewünscht und befürwortet wird. Und wenn sie weitergehende gute Ideen haben, sollen sie dafür werben. Ich sehe da eine große Chance für Alle. Beste Grüße |
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schrieb am
22.01.2010 um 22:44
Die Linken, ja die Kreativen und Modernen waren immer die Richtungsweiser, aber sie haben nie die konservative Gesellschaft umgewälzt. Die Revolutionen der Linken sind gescheitert, alle. -
Es wurde ja sogar seit den 70ern ff. von einem linken Mainstraem gesprochen, ich glaube aber, der ist schon lange vorbei, und war zudem gar keiner. Linke sollten meiner Meinung nach keine innersystemischen Reformideen entwickeln. Gewerkschaften haben wir schon. Wir brauchen Ideen, die ins Andere weisen. Also revolutionäre. |
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Ja, Rainer die Evolution geht aber weiter. Heute stimmen die linken Vorstellungen mit denen der Mehrheit im Lande überein.
Personell werden die Linken aber aus unterschiedlichen Gründen eher als nicht vertrauenswürdig angesehen. Vertrauen erarbeiten durch Leistung ist angesagt. Im übrigen empfinde ich das was ich hier skizziere als ziemlich revolutionär - es birgt ein großes Potenzial. So sehe ich das jedenfalls. Ein System "zerschlagen" und ein neues installieren läuft nicht - das ist der Grund, warum Revolutionen scheiterten. |
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schrieb am
22.01.2010 um 23:26
Die Französiche Revolution hat ein System zerschlagen: Und würdest Du als Linker nun wirklich sagen, das klappt ... nur weil es fortbesteht durch Weltkriege hindurch und durch Vernichtungskrieg hinweg ... bis neuem Börsenkrach und Hartz IV ...
Ich denke, Reformen sind inzwischen kontrasozial, und ich setzte natürlich auf die Aufhebung der Klassengegensätze. Alles weniger ist für mich auf der anderen Seite der Frontlinie. Gescheiterte Versuche sind nicht das Ende von Projekten ... |
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Klar wäre eine umfassender Systemwechsel wünschenswert, allerdings kann daraus meiner Meinung nach nicht folgen, dass man nicht zum Systemwandel in die "richtige" Richtung beiträgt. Reform ist erstmal ein wertfreier Begriff, natürlich gab es einige unsoziale Reformen, dennoch heißt das nicht, dass man keine Reformen machen kann, die das System sozialer machen. "Aufhebung der Klassengegensätze", dafür bin ich auch und für alles was in diese Richtung geht.
"Ein System "zerschlagen" und ein neues installieren läuft nicht - das ist der Grund, warum Revolutionen scheiterten." aber "Gescheiterte Versuche sind nicht das Ende von Projekten", mit Revolutionen hat es bisher nicht geklappt, also muss ein neuer weg gegangen werden um das Projekt einer gerechten Gesellschaft voran zu bringen. Ich denke ein kontinuierlicher Systemwandel hat mehr Erfolgschancen als ein plötzlicher Systemwechsel und kann in der Summe das gleiche erreichen. |
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Ich halte mich für aufgeklärt und links und freute mich zunächst über den motivierenden juvenilen Charme der Blogbeiträge. Doch dann irritierten mich Sprache und Inhalt. Zunehmend musste ich an "politische" Aktionen von Mädchen aus besserem Hause denken(oder an den CVJM): Orangene Schals für den Dalai Lama! Rettet die Tiere, vor allem die Robbenbabies und die süßen Delphine! Esst veganisch! Gegen die Geflügel-KZs!
Oder war alles nur satirisch gemeint? Also Prachtexemplare "revolutionärer" Jugendromantik, SPD-PR oder simples Veräppeln? Einige Beispiele: Betr.: Definition: "Der Begriff Links ist vorbelastet durch das verbrecherische Regime Nordkorea und den Massenmörder Stalin!" Echt? Wirklich? Man lernt doch nie aus! Betr.: Parteien: "Wir wollen effektiv arbeitende Parteien!" Das wird die Unternehmer freuen.Effektiv arbeitende Parteien haben die aber schon! Betr.: Konkrete Politik: Ein rechter aufgeklärter Revoluzzer und Lampenputzer hat aber auch keine Angst vor konkreten Problemen. Wenn er zum Beispiel keinen Schimmmer von Mieterproblemen hat (was ja an sich nicht schlimm ist), löst er dieses Problem durch Verweis auf irgendeinen Spezialisten, der ein rundes machbares Projekt vorschlagen soll - am besten "brainstormmäßig und lösungsorientiert". Betr.: Sympathieträger: "Das Poster Che Guevaras ist das meistgedruckteste überhaupt." Und das meistverkaufteste in der ganzesten Welt. Betr.: Solidarität: "Es ist immer die Frage, wie man das Abverlangen einer Solidarität erklärt." Echte Politiker würden nie "Abverlangen" sagen. Betr.: Stasi: Stasizuträger sollen "reumütig abarbeiten", indem sie organisatorische und soziale Arbeiten verrichten. Ich verschweige hier meine in der Tat obsessiven Assoziationen. Betr.: Glaubwürdigkeit: "Bei mir steht keine Ideologie, Religion oder Philosophie dahinter." Nein, nie und nimmer! Es gibt nur unschuldige Meinungen. Betr.: Obrigkeitsdenken: "Das Problem mit dem deutschen Michel - das muss auch noch gelöst werden." Spätestens morgen. Betr.: Klassengesellschaft: "Auch Milliardäre und Manager sind Menschen. Sie machen ihren Job..." Und sie machen ihn gut! Revolutionäre Methode: "Fanmeile der Demokratie". Hört sich an wie bei Horst Köhler. Aber bitte mit "Promi-Lounge". Und immer dieses positive Feedback auch bei Nullbeiträgen, das mich schon bei Grundschullehrerinnen nervte und nervt! Ein Horror vacui befällt mich. Was wäre, wenn diese Blüten das politische Bewusstsein des sich fortschrittlich verstehenden Teils der jüngeren Intelligenzia spiegeln? |
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"Revolutionäre Methode: "Fanmeile der Demokratie". Hört sich an wie bei Horst Köhler." oder doch Horst Schlämmer?
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@wwalkie
Ich glaube du hast nicht verstanden worum es geht. Es geht um die Durchsetzung von Zielen, die in einer Mehrheitsmeinungsliste aufgeführt sind und die auch Programmpunkte der Linken sind. Und es sind hier relativ einfache realitätsbezogene Hinweise zu finden, wie man es am reibungslosesten, druckvollsten und unterhaltsamsten machen kann. Und da die aufgeklärten Linken die Profis sind – oder zumindest den Anspruch haben es zu sein – sind sie hier gefragt. Sage mir, für wen sollen die Linken streiten? Für die Interessen des Volkes oder für ein Stück Papier, dass sie Programm nennen? |
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Und wwalkie, wahrscheinlich hast du auch nicht verstanden, was die „Fanmeile der Demokratie“ ist. Hier handelt es sich um den zweiwöchigen Belagerungsring rund um das Regierungsviertel zur Durchsetzung der mehrheitlichen Forderung, dass die Verursacher der Finanzkrise und die Nutznießer des deregulierten Finanzmarktes, für die Krisenkosten aufkommen.
Ein durchsetzungsorientiertes Volkshappening. Das ist möglich – ob es geschieht ist eine andere Frage – da braucht es Macher. |
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Über die AGENDA, die Fro oben auflistet, gibts doch gar keine Unstimmigkeit. Man muss sich das mal reinziehen: dass tatsächlich die Riesenmehrheit der Leute in diesem Land sowas will. Gab's das jemals?
Deshalb kommt mir das bisschen kleinlich vor, was Du vorbringst, wwalkie. Nicht dass ich Dir widersprechen würde. Egal. Weshalb streiten, wenn Ziele wie die obengenannten mehrheitsfähig sind? Besser ist ojZ der Ansatz von Fro: die AGENDA! als gemeinsame Basis akzeptieren und dran arbeiten - dass jeder individuell Akzente setzt, das ist immer so und kommt im ranking ganz hinten. |
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Über die AGENDA, die Fro oben auflistet, gibts doch gar keine Unstimmigkeit. Man muss sich das mal reinziehen: dass tatsächlich die Riesenmehrheit der Leute in diesem Land sowas will. Gab's das jemals?
Deshalb kommt mir das bisschen kleinlich vor, was Du vorbringst, wwalkie. Nicht dass ich Dir widersprechen würde. Egal. Weshalb wie die Parteien streiten, wenn die obengenannten Ziele mehrheitsfähig sind? Besser ist ojZ der Ansatz von Fro: die AGENDA! als gemeinsame Basis akzeptieren und dran arbeiten - dass jeder individuell Akzente setzt, das ist so und kommt im ranking ganz am Ende . |
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Ach und noch, wwalkie: lass UNS doch mal die Begriffe setzen. Wenn WIR eine "Fanmeile der Demokratie" ansagen, wird die gewiss anders aussehen als eine von den Schwarzgelben. Das wär doch nicht schlecht. Und dazulernen geht immer.
Mach das nicht wieder doppelt, Du saudummes Gerät!! |
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Ach und noch, wwalkie: lass UNS doch mal die Begriffe setzen. Wenn WIR eine "Fanmeile der Demokratie" ansagen, wird die gewiss anders aussehen als eine von den Schwarzgelben. Das wär doch nicht schlecht. Und dazulernen geht immer.
Mach das nicht wieder doppelt, Du saudummes Gerät!! Ich hab jetzt zwei Minuten gewartet und drück jetzt nochmal. Passmal bisschen auf, du Apparat. |
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Ach und noch, wwalkie: lass UNS doch mal die Begriffe setzen. Wenn WIR eine "Fanmeile der Demokratie" ansagen, wird die gewiss anders aussehen als eine von den Schwarzgelben. Das wär doch nicht schlecht. Und dazulernen geht immer.
Mach das nicht wieder doppelt, Du saudummes Gerät!! Ich hab jetzt zwei Minuten gewartet und drück jetzt nochmal. Passmal bisschen auf, du Apparat. Reagiert nicht. Also nochmal. |
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es hat jedes mal funktioniert, nach dem abschicken die Seiten neu laden wenn du deinen Kommentar nicht gleich siehst, und vorsichtshalber den Kommentar kopieren
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Danke. Beim letztenmal bin ich einfach rausgegangen, und als ich dann wieder reinlief, war plötzlich alles da, dreifach natürlich. Ich gebe mir Mühe, mich diesen untoten Apparaturen anzunähern. Mit aller Vorsicht. Man weiß ja nie.
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schrieb am
23.01.2010 um 20:07
Ich finde den Beitrag von wwalkie nicht kleinlich, sondern punktgenau. Nachdenkenswert.
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Ich glaube zu verstehen, was wwalkie meint. Er hat recht. Aber können wir uns hinstellen und rufen: "Sieh nur, was die wieder machen!", wenn es solche Ansätze gibt? Klar, wir werden immer wieder auf die Schnauze fallen und kein Weg führt geradeaus - soll man deshalb stillstehen?
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@wwalkie
@Rainer Noch einmal: Es geht immer nur um die optimale Lösung eines Problems. M.E. sollte man gerade jetzt in dieser Zeit, den linken Konservatismus einfach einmal stecken lassen und etwas mehr Lockerheit entwickeln. „Unsere“ Regierung ist dabei, uns in den Abgrund zu regieren. Was wäre denn nach eurer Auffassung der beste Weg, es zu verhindern? |
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SPD-Gabriel und die Nahles bestätigen's erneut: Von den jetzigen Oppositionsparteien ist ein Linksbündeln nicht zu erwarten.
www.focus.de/politik/weitere-meldungen/spd-gabriel-erwartet-keine-rot-rote-annaeherung_aid_473783.html Ähnlich wie bei der Bildung der WASG müssten die Kräfte also wieder eher 'von unten' kommen. |
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Hallo miauxxx
„Ähnlich wie bei der Bildung der WASG müssten die Kräfte also wieder eher 'von unten' kommen.“ Das sehe ich genauso. Es geht bei diesen Äußerungen m.E. um den Wahlkampf in NRW. SPD/Grüne stehen laut Umfrage gut da - sie glauben, dass sie die Linke dort nicht "brauchen". Ich denke schon, dass sie sich die Option auf eine Rot/Rot/Grüne Koalition auf bundesebene offen halten. Sie wollen die Linke anscheinend einfach nur auf Realo-Kurs bringen. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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