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Antwort auf die vielen "Verschwörungsblogs"
Verschwörungstheorie:
Interessierte Kreise wünschen, dass sich die Kritiker des derzeitigen Herrschaftssystems ins Verschwörungstheoretisieren vertiefen und sich dabei ohnmächtig fühlen gegenüber einer unsichtbaren „allmächtigen Macht“.....
Infragestellen offizieller Darstellungen von Vorgängen und Rechercheeifer bezüglich macht- und übermäßig profitinteressierter Mitbürger kann sehr nützlich sein – aber die Überhöhung und Dämonisierung der Macht einiger Einzelakteure oder Gruppen kann zu einer unangemessenen Stimmungstrübung oder gar zur Resignation führen.
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"...übermäßig profitinteressierter Mitbürger..."
Gute Umschreibung, wobei es sich in Deutschland wesentlich subtiler darstellt, dem genannten Mitbürger in kollektiver Vereinnahmung Absolution erteilt werden muss; weil jegliche differenzierende Sichtweise als Antisemitismus anzusehen ist. Basta! |
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Btw. "differenziert"
Es gab hier mal einen wohl wichtigen, wenngleich resonanzarmen Blog von @wwalkie, www.freitag.de/community/blogs/wwalkie/das-boese-der-banalisierung---das-neue-buch-moshe-zuckermanns den neu aufleben zu lassen sich lohnen tät. Habe mir gerade das Buch von Zuckermann bestellt, den Begriff der "Banalität des Bösen" bei Hannah Arendt nachgelesen. Differenziert eben und eher das Gegenteil von (religiösem), beinahe fanatischem Fundamentalismus des sich gemein machen mit dem, was man doch so zu bekämpfen vorgibt. |
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wozu verschwören und verschwurbeln?
gewohnheiten und traditionen, unhinterfragt, reichen aus, den zug der lemminge in bewegung zu halten. |
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Irgendwann werden die Bürger aus ihrem tranceähnlichen Zustand geklingelt... Vermutlich braucht es da eine Klingel größeren Kalibers.
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Absolute Zustimmung, Fro.
Auf diese Dämonisierung der Macht bin ich bei sehr vielen Menschen gestoßen, auch bei sehr intellektuellen. Und es wundert mich immer wieder, dass solche Sachen rigoros nicht verstanden/ausgeblendet werden. Das sind im Grunde genommen heidnische Anachronismen in uns. Früher gab es allmächtige Götter, heute gibt es allmächtige Politiker oder wer auch immer. Gibt es nicht. Allmächtige Politiker sind genauso frei erfunden wie allmächtige Götter. Ist es ein Zufall, dass die Politiker sich so leidenschaftlich mit Machtsymbolen umzäunen? Dass sie z.B. auf gar keine Fall selbst aus dem Auto aussteigen können, sondern es wird ihnen die Tür von Lakaien aufgemacht? Ist ihnen allen die Hände abgefallen, dass sie keine Autotür aufmachen können? Ist es ein Zufall, dass sie in irgendwelchen aktuellen Fragen selbst keine Stellungnahme öffentlich abgeben können, sondern es wird ihre Meinung immer durch Regierungssprecher mitgeteilt? Sind ihnen die Zungen abgefallen, dass sie selbst für sich nicht sprechen können? Wenn sie Zeit hatten, sich mit dem Regierungssprecher zu unterhalten und ihm (m/w) ihre Meinung zu mitteilen, dann könnten sie ja stattdessen diese Zeit zu benutzen, um selbst aufzutreten? Und so weiter und so fort. Wären die Politiker wirklich so etwas wie allmächtige Götter, hätten sie den ganzen Mist gar nicht gebraucht. Wer allmächtig ist, braucht seine Macht und seine Erreichbarkeit nicht zu demonstrieren. Sie haben genauso Angst von ihrer Untertanen, wie Untertanen Angst von ihnen haben. Mal die Augen aufmachen: Sie sind keine Götter und wir sind keine Untertanen. Sie sind unsere Angestellten, die während des Wahlkampfes hysterisch um unsere Kämpfen werben und zittern. Nach dem Wahlkampf machen sie aber ihre Arbeit verdammt schlecht, missbrauchen ihre Positionen und tun so als wären sie gar nicht unsere Angestellten, sondern was Besonderes. Und wir, die Souveräne, akzeptieren es, als Untertanen behandelt zu werden. Wann wird es endlich in Köpfen klingeln? |
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schrieb am
23.06.2011 um 22:35
Berichtigung: "Wer allmächtig ist, braucht seine Macht und seine Erreichbarkeit nicht zu demonstrieren." Statt "Erreichbarkeit" wurde natürlich "Unerreichbarkeit" gemeint. Papa Freud lässt grüßen oder so...
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Danke Lara
Ja, „Wann wird es endlich in Köpfen klingeln?“ Ich habe heute nochmal einen kurzen Bericht über die Ereignisse 1989 in der DDR gesehen. Bei denen hat es damals geklingelt – die Macht wurde einfach ignoriert und sie hörte auf zu existieren. So etwas ist hier auch möglich – es muss nur mal eine bestimmte Konstellation verschiedener Ereignisse eintreten... Schön wäre, wenn zu dem Zeitpunkt eine lockere, demokratische, lösungsorientierte und vernetzte Bewegung bereit stünde. |
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schrieb am
23.06.2011 um 22:43
>>Nach dem Wahlkampf machen sie aber ihre Arbeit verdammt schlecht,...<<
Es scheint nur so, dass sie ihren Job nicht können. Die an der Legende fleissig stricken, das sind die Politiker selber: Besser für dumm gehalten werden denn als korrupt entlarvt. Der Vergleich mit Angestellten hinkt übrigens: 4-Jahresverträge mit absoluter Freiheit, zu tun und zu lassen was man will, auch parallel mehrere "Nebenjobs" anzunehmen, sind im Angestelltenbereich unbekannt. |
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Als Angestellte oder auftragsgebunden Dienstleister der Bürger sehe ich unsere Politiker auch – bedauerlicherweise lässt ihr Chef alle möglichen Frechheiten durchgehen.
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schrieb am
24.06.2011 um 06:11
>>...bedauerlicherweise lässt ihr Chef alle möglichen Frechheiten durchgehen.<<
"Man kann ja nichts tun ausser nicht mehr wählen..." Kälber die ihren Metzger nicht selber wählen werden auch geschlachtet. Aus der demokratischen Perspektive ist die sogenannte "repräsentative Demokratie" eine Fehlkonstruktion. Die "Repräsentanten" werden ohne inhaltlichen Auftrag gewählt. In Gesellschaften, die grosse private Kapitalakkumulationen zulassen, werden die angeblichen "Volksrepräsentanten" automatisch zu Angestellten der Privatkapitalhaufen, dort mit konkreten Aufträgen. Dieser asoziale Vorgang ist zwar als "Lobbyismus" bekannt, wird aber nicht mit den "Fehlleistungen" der Politik in Verbindung gebracht. Die Ausführung der oft sehr asozialen Aufträge wird als "Unfähigkeit" der gewählten Repräsentanten verschleiert. Leider glauben viele Menschen die Mär von der Dummheit der Politiker und verteidigen so unbewusst die Organisierte Kriminalität des Privatkapitales. Korruption, die tatsächliche Triebkraft hinter der "repräsentativen Demokratie" würde weniger verziehen werden als Dummheit. Wir sind so konditioniert dass wir nicht glauben was wir wissen: "Der "Chef" der gewählten "Volksrepräsentanten" ist nicht das Volk, sondern der Lobbyist. Jede/r kennt den Spruch: "Geld regiert die Welt", aber kaum jemand will wahrnehmen, dass es wirklich so ist. Um dies wahrzunehmen braucht man keine Hypothesen über die grosse Weltverschwörung: Ein bisschen Realismus und Logik würden genügen. |
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„Die "Repräsentanten" werden ohne inhaltlichen Auftrag gewählt.“
Das ist das Problem. Besser wäre, man könnte zur personellen Wahl auch die gewünschten politischen Aufträge bestimmen – und per Volksabstimmung bei Bedarf auch während einer Legislaturperiode die Politik korrigieren und auf Kurs bringen. Wäre kein großer Aufwand das zu realisieren – und auch voll und ganz im Sinne - sogar Auftrag - des Grundgesetzes – wenn die Bürger keinen Auftrag geben, machen es die Lobbyisten. „.....Um dies wahrzunehmen braucht man keine Hypothesen über die grosse Weltverschwörung: Ein bisschen Realismus und Logik würden genügen.“ Genau so isses. |
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schrieb am
27.06.2011 um 18:45
@Fro schrieb am 23.06.2011 um 22:38
"Schön wäre, wenn zu dem Zeitpunkt eine lockere, demokratische, lösungsorientierte und vernetzte Bewegung bereit stünde." Das ist auch mein Gedanke... |
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schrieb am
27.06.2011 um 19:12
@Fro schrieb am 24.06.2011 um 16:57
"Besser wäre, man könnte zur personellen Wahl auch die gewünschten politischen Aufträge bestimmen – und per Volksabstimmung bei Bedarf auch während einer Legislaturperiode die Politik korrigieren und auf Kurs bringen." Ich glaube, es wäre gut, wenn möglichst viele kompetente und spitzengebildete Menschen für eine Zeitweile in die Politik gehen, aber nicht so als Basis in irgendeine Partei, sondern die Aufgaben auf der Regierungsebene zu lösen, dabei aber nicht als Berufspolitiker, so wie es heute ist (alle Macht bei Berufspolitiker, die sich viele Jahren lang ausschließlich mit der Politik beschäftigen), sondern sie müssen hauptberuflich woanders arbeiten, aber auf politischer Ebene konkrete, zeitlichbegrenzte Aufgabe übernehmen. Bei zeitlich begrenzt meine ich nicht festgelegte Legislaturperioden, sondern eben die Zeit, die für die Lösung einer konkreten Aufgaben notwendig ist, sei es z.B. 2 Jahren oder nur zwei Wochen. Klar gibt es auch heute mehr als genug Experten, Gutachter, Krisenstäben und was auch immer, aber sie werden ja immer von Berufspolitiker beauftragt und ihnen untergeordnet... und die Berufspolitiker wissen schon Bescheid, wen sie beauftragen müssen, damit das Gutachten richtig aussieht. Ich meine aber, man muss die Zahl der Berufspolitker mindestens halbieren... und die Fachprofi (Wissenschaftler, Ingenieure, Ärzte oder wer auch immer), die die konkrete Aufträge erfüllen/Aufgaben lösen, sollen für die Zeit dieser Arbeit gleiche Machtbefugnisse haben wie Berufspolitiker, also nicht nur analysieren, sondern auch Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen... wenn es sein soll, die Volksabstimmungen in bestimmten Situationen einfordern, und zwar nicht durch Berufspolitiker, sondern aus ihrer eigener Macht... usw., usf. Und natürlich müssen es die Menschen sein, von denen man weiß, dass sie unabhängig sind, also sich nicht verkaufen. Na ja, hundertprozentig kann man es natürlich nicht wissen... aber trotzdem, heute ist das System so konzipiert, dass da diejenige durchkommen, die sich eben möglichst erfolgreich verkaufen und zu allem bereit sind... man muss das System so umstellen, dass dahin andere Menschen reinkommen wollen und dass es auch möglich für sie wird, da reinzukommen. |
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Ein wunderbarer Gedanke. Um mal zu explizit zu sagen, was implizit drinnesteht
Klar gibt es auch heute mehr als genug Experten, Gutachter, Krisenstäben und was auch immer, aber sie werden ja immer von Berufspolitiker beauftragt und ihnen untergeordnet...- die unabhängigen Experten sollen von woanders beauftragt werden, vielleicht von sowas wie "dem Volk". Staatssekretäre und Ministerialbeamte sollten auch nicht berufen werden, sondern gewählt, so a la Sozialwahl. Das ist natürlich nur so ein unausgegorener Gedanke, der mir grad durch den Kopf ging. Spontan wie ich bin hab ich den mal hier hingenagelt. Q. |
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schrieb am
27.06.2011 um 22:11
Jeder Gedanke ist wichtig... gegärt wird später. ;)
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@Fro
Zitat: "Ich habe heute nochmal einen kurzen Bericht über die Ereignisse 1989 in der DDR gesehen. Bei denen hat es damals geklingelt – die Macht wurde einfach ignoriert und sie hörte auf zu existieren. " Wenn im großen der Ostblock (die SU) es nicht zugelassen hätte, wäre passiert, was beim Prager Frühling passiert wäre oder auf dem Platz des himmlischen Friedens. Die Wende ist deswegen gelungen, weil es im Großen günstiger Zeitpunkt war und im kleinen auch ein erheblicher Teil der Staatsapparatur müde von allem war. (Von den ganzen anderen historischen Zusammenhängen vorher - verlorener Afghanistankrieg ab Ende der 70er - wirtschaftliche Zusammenhänge etc. ganz zu schweigen.) Nix mit Macht ignorieren. Man sieht schon was bei einem Popelbahnhof, wie S21 für Mittel aufgefahren werden, gegen Schüler und Rentner. Wer will wissen, was passiert, wenn es wirklich an systemkritische Belange geht? |
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schrieb am
27.06.2011 um 22:53
Nix mit Macht ignorieren? Und wie dann?
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Fahrenheit und Don Quijote
Dem würde ich zustimmen. Die klügsten unabhängigen Berater müssten an politischen Entscheidungen beteiligt werden bzw deren Gutachten Grundlage dieser sein – die Entscheidungsfindung müsste transparent für jeden einsehbar und kommentierbar sein – die schlauste Lösung zum Wohle aller muss zählen – eigennütziges, parteitaktisches und lobbybestimmtes Verhalten muss natürlicherweise Entlassungsgrund für politische Dienstleister sein. Die Bestimmung oder Wahl der Berater müsste transparent und demokratisch geschehen ... Jan Fremder Ja, die Bedingungen waren günstig – und das historisch Schöne: die Bürgerrechtsbewegung hat sie genutzt! Absolut erstaunlich fand ich, dass, obwohl faktisch die DDR-Regierung noch bestand und Krentz sein „Herrschafts-Glück“ versuchen sollte, niemand mehr die Autorität der Regierung anerkannt hat, und auch Polizisten und Soldaten anscheinend ihre Befehle und Befehlsgeber „vergessen“ haben. Das meine ich. Ich glaube nicht, dass die hiesigen schlecht bezahlten Polizisten und Soldaten - die ja auch normale Bürger sind -, anders als ihre friedlichen DDR-Kollegen, mit Engagement und Gewalt auf die Bürger losgingen, sollten diese massenhaft grundlegende, kluge und weitreichende Reformvorschläge friedlich auf die Straße bringen? „Wir sind das Volk“ bedeutete damals soviel wie: Wir sind der Souverän, wir haben das Sagen – auch das DDR-Grundgesetz sah das so vor.... Einige Herrschaftsprofis haben damals die Brisanz dieser Parole erkannt und den Menschen lieber „Wir sind ein Volk“ in den Mund gelegt... und durch ihre "Verbündeten" skandieren lassen.... |
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@Fahrenheit 451
Liebe Lara, Zitat: "Nix mit Macht ignorieren? Und wie dann?" Naja, wenn man Macht ignorieren kann, geht`s ja noch ganz gut. Wenn sie nicht mehr zu ignorieren ist, wird`s halt schwierig. Dafür gibt`s keine Pauschal-Lösung. Ist nur sehr dumm, bei einem überlegenen Gegner auf Frontalangriff zu gehen. Die meisten Leute passen sich an und laufen über, soweit es eben geht. "Moralische Flexibilität" ist das Qualifikationsmerkmal der Stunde. Nur bei totaler Macht beinhaltet die "Anpassung" oft genug die Vernichtung von denen, die sich anpassen sollen, wenn`s schlecht läuft. Wie es bei Schopi steht, man duldet die andern nur unter der Bedingung, dass sie anders werden, als sie unabänderlich sind. Ein paar, die`s können, flüchten. Oder halt Mischung aus flüchten und bekämpfen. Sprich, asymmetrische Kriegsführung mit allem, was dazugehört. In einer immer besser durchleuchteten Bevölkerung mit immer größerem Informiertheitsgefälle zwischen Bewachern und Überwachten wird das jedoch an Bedeutung verlieren. Kurzum, die einzige "Lösung" heutzutage ist, es gar nicht dazu kommen zu lassen, dass eine Lösung nötig wird. Machtansammlungen zu verhindern und zu zerstreuen. Privilegien und Vorrechte sehen danach aus, eine Rolle für die Probleme mit der Macht zu spielen. Und das Bewusstsein um diese Bevorteilung fördert entsprechende Problem-Situationen ja anscheinend gravierend. Zumindest die Fälle ausschließen, in denen alle an etwas beitragen, was keiner wirklich will. Ist halt ein Prozess, der niemals endet. LG, Jan |
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@Fro
Zitat: "Ich glaube nicht, dass die hiesigen schlecht bezahlten Polizisten und Soldaten - die ja auch normale Bürger sind -, anders als ihre friedlichen DDR-Kollegen, mit Engagement und Gewalt auf die Bürger losgingen, sollten diese massenhaft grundlegende, kluge und weitreichende Reformvorschläge friedlich auf die Straße bringen?" Ganz so optimistisch sehe ich das nicht. Bundeswehr im Inneren + Söldnertruppe / Berufsarmee ... sind nur noch sehr bedingt "normale Bürger". Die machen was ihnen gesagt wird, dafür werden sie bezahlt. Dass das funktioniert kann bei Demos immer wieder beobachtet werden - und dank youtube gelangt hin und wieder ein Schnipsel an die Öffentlichkeit. Auch weite Teile DDR Bürgerrechtsbewegung sehe ich da nicht ausschlielich heldenhaft. Wo sind sie denn jetzt? Welche Agitation machen sie jetzt? Bei Lichte betrachtet, das was sie immer schon gemacht, einfach immer dem Sieger auf die Schulter klopfen. Jetzt sieht man halt, wenn es keine "andere Seite" mehr gibt. |
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@ Jan Fremder
Man sieht schon was bei einem Popelbahnhof, wie S21 für Mittel aufgefahren werden Popelbahnhof? der Bonatz-Bau? Ich verbitte mir solche abfälligen Bemerkungen über ein architekturhistorisch und städtebaulich wichtiges Bauwerk, um dessen Streckenführung Stuttgart beneidet wird. Und es geht in Stuttgart nicht nur um einen Bahnhof, es geht um Enteignung öffentlichen Raumes, um Durchsetzen von Kapitalinteressen wider alle Vernunft, um Macht und Ohnmacht. Die CDU wurde nach 58 Jahren aus dem Regierungsamt gefegt. Es geht dort wirklich um "systemkritische Belange"! Q. |
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@Don Quijote
Zitat: "Die CDU wurde nach 58 Jahren aus dem Regierungsamt gefegt. Es geht dort wirklich um "systemkritische Belange"!" Es wird sich zeigen ob Grün wirklich regionaler Systemwechsel heisst. In der Bundespolitik nehmen sich die Parteien bei den wesentlichen Punkten ja nicht so viel. Die CDU kann bei Bedarf auch eine grüne Seite vorgaukeln und die allseits bekannten rot-grünen Heldentaten (Krieg, Sozialabbau etc.) sind so unbekannt auch nicht. Und selbst bei S21 sollten wir erstmal abwarten, was tatsächlich am Ende rauskommt. |
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Es geht erst mal darum, daß sowas überhaupt passierte, und warum. Daß die GRÜNEN die neue CDU ist, wissen wir sowieso. Es geht darum, daß immer mehr dickköpfige Schwaben merken wie sie verarscht werden. Dieser Prozeß geht weiter.
S21 wollen wir nicht abwarten, sondern verhindern. Q. |
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schrieb am
29.06.2011 um 11:02
@Jan Fremder schrieb am 28.06.2011 um 20:05
Lieber Jan, das Ignorieren von Macht hat viele verschiedene Aspekten, die manchmal gar nichts mit frontalen Angriffen haben (ein Angriff ist übrigens kein Ignorieren). Es fängt schon mit Kleinigkeiten an und diese Kleinigkeiten können alles extrem verändern. Schmetterlingseffekt. Keiner braucht mir zu erzählen, dass ein paar Tausenden Menschen die ganze Nation in der Macht haben können, wenn die Nation selbst dazu nicht beiträgt. Insbesondere wenn es um moderne industrielle Länder geht, wo es nicht mehr gefoltert wird und so. Nehmen wir mal die Hochzeit des britischen Prinzen, die vor Kurzem von Millionen bejubelt wurde. Warum eigentlich? Was ist da so Besonderes geschah, dass das Volk (und nicht nur britisches) aus den Höschen raus sprang? Warum ist den Leuten die Hochzeit von den Nachbarn komplett egal ( es sei denn, es handelt sich bei den Nachbarn um persönliche Freunde), die Hochzeit von dem dämlichen königlichen Knaben ist so wichtig? Hat er besondere Verdienste vor der Menschheit? Nein, er hat Macht. Nehmen wir mal an, alle Leute weltweit würden die Hochzeit ignorieren, kein sonst was. Weil es eben egal ist und keinen interessiert. Dann wird schon allein dadurch automatisch ein neuer Verhältnis zwischen der Macht und dem Volk entstehen... und zwar ein Verhältnis, dass (wenn am Anfang nur rein psychologisch) für die Macht ungünstig ist. Wenn man Werbung für Berufsarmee ignoriert und keiner sich bewirbt... wenn man die Politiker bei der Wahlkampf ignoriert und keiner sich für ihre PR-Kampagnen interessiert... wenn... wenn... wenn... dafür muss man keine personale Konsequenzen tragen (wobei ich nicht sagen will, dass man alle Situationen vermeiden muss, wo es sich um personale Konsequenzen handelt... man muss auch zu frontalen Angriffen bereit sein, denke ich mal... aber ich wollte halt sagen, dass es verschiedene Aspekte gibt, die nicht immer gefährlich sind, und dass man eben schon bei den Kleinigkeiten anfängt), die Wirkungen können aber enorm sein. Ich habe vor ein paar Jahren in einem Buchhandel eine Werbung für ein neues Buch gesehen. Da ich diese Werbung nur so im Vorbeigehen gelesen habe, kann ich jetzt weder Buchtitel noch den Autoren nennen. Es handelt sich aber über ein nicht fiktionales Buch eines Journalisten, der bei einer großen Zeitschrift arbeitet und ins Kanzleramt auf Dauer zugelassen wurde (Pressekonferenzen, Erstattung von Berichten und übliche Sachen). Dann hat er sich mal hier und da kritisch gegenüber Angela Merkel geäußert und wurde dementsprechend aus dem Kanzleramt "verbannt". Es geschah ihm nichts Schlimmes, er hat seine Arbeitsstelle nicht verloren und hatte keine weitere Konsequenzen auszuhalten... er durfte nur nicht mehr ins Kanzleramt rein. Und er hat öffentlich zugegeben, dass es für ihn sehr schlimm war, dass er diese Teilhabe an der Macht verloren hat. Nach ein paar Jahren wurde er aber wieder zugelassen. hat sich wahrscheinlich umerziehen lassen, keine Ahnung. Nun, sehen Sie, er hatte zwar genug Mut, die Macht frontal anzugreifen (und er musste dafür keine nennenswerte Konsequenzen tragen!), aber er konnte die Macht nicht ignorieren, weil er süchtig danach war, dazu zu gehören. Und es gibt jede menge PR-Berater, wissenschaftlichen Berater usw., usf., die eben auch süchtig danach sind. Und solange es so ist, werden Politiker sich für allmächtig und extrem wichtig halten und alles tun, was sie wollen. Wären sie z.B. seitens Wissenschaft komplett ignoriert... ja, was wäre dann? |
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Schön!
So schön knapp beschrieben, - die abwertende Betrachtung von Theorien die nicht die "normalen" Klischees bestättigen. Aber, Erkenntnis-Theorien sind ja auch nicht ganz unproblematisch. |
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Das starren auf die „Macht“ der „großen“ Strippenzieher habe ich moniert,
nicht die geprüften Hintergrundinformationen, die von den vielen fleißigen Rechercheuren ans Licht der Öffentlichkeit gebracht werden. |
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„moniert“ ist Quatsch. Ich habe einfach etwas zu denken geben wollen.
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Verschwörung?
Welche Verschwörung? Es ist eben einfach nur äußerste Undankbarkeit, wenn die Wurst in Gegenwart anderer Würstchen das Schwein ein Schwein nennt. Vom Senf will ich erst gar nicht reden. |
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schrieb am
23.06.2011 um 23:58
Gero, ich versuche schon seit Jahren die Blume auf Deinem Profilbild zu identifizieren...
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Blume?
Welche Blume? |
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Ja genau. Da verweise ich zur Vertiefung gerne wieder mal auf Hans-Jürgen Krysmanski.
Q. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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