4
]
Vor kurzem bin ich mal wieder durch Kreuzberg spaziert, genauer die Gegend um die Oranienstraße. Vor einem Jahr hatte ich solche Lust darauf, dass ich beschloss, meinen Sommerurlaub dort zu verbringen, was ich dann auch in die Tat umsetzte. Es war ein bisschen wie Urlaub vom sonstigen Leben: Ich hatte eine Arbeit (ein paar ehrenamtliche Stunden am Tag), eine Wohnung und an der Ecke ein Internetcafé. Es gab sogar Leute, mit denen ich mal einen Kaffee trinken konnte, also Anfänge eines sozialen Netzwerks. Diese Parallelexistenz fand ich Klasse, obwohl sie schon recht künstlich war, wie mir beim neuerlichen Besuch des Kiezes bewusst wurde.
Richtig wohnen möchte ich dort gar nicht. Berlin als Stadt ist mir inzwischen zu groß, das Millionendorf Köln passt bei aller Biederkeit doch besser zu mir. Dass Kreuzberg sich zu einer solchen Touristenattraktion entwickelt hat, hatte ich nicht gewusst und war recht abgetörnt. Man kommt sich ein bisschen wie in einem alternativen Disney-Land vor - auch wenn man in Wirklichkeit selbst der Schar der Besucher zuzurechnen ist. Und so jung waren diese Leute! Und immer dieses amerikanische Englisch! Es erzeugte solche Abwehr in mir, dass ich mir in der Reflexion darüber schon fast rassistisch vorkam. 'So ähnlich fühlen sich bestimmt auch Leute in Ländern, die von westlichen TouristInnen überrannt werden', sagte ich mir. Aus Heidelberg, wo ich mal gewohnt habe, kenne ich die Dauerpräsenz von TouristInnen, aber dort hatte sie mich überhaupt nicht gestört, ich hatte mich eher ein wenig gewundert über Leute, die sich pikiert darüber äußerten. Aber da waren die Leute meistens nur für ein paar Stunden, zogen mit oder ohne StadtführerIn durch die Straßen, kauften Souvenirs und setzten sich dann wieder in den Bus. Die Kreuzberger TouristInnen waren anders - eigentlich eher wie ich selbst, mit meiner Pseudoeinwohnerinnenschaft.
Tja, nun muss ich leider gehen, vielleicht schreib ich demnächst mehr über Kreuzberger Reminiszenzen.
|
|
und ich sitz in rain-mein-ähria und hab schon wieder sooon heimweh! nach x-berg. nich nachem kurfürstendamm.
|
|
|
Wie lang musst du denn noch ausharren? Oder bist du umgezogen?
|
|
|
warum so früh auf???
|
|
|
Ich fang um 6 an zu arbeiten und gehe vorher noch in ein Internet-Café. Ab Ende März steh ich "später" auf (in Wirklichkeit nicht, wg. Sommerzeit), außer wenn ich früh wach bin. Manchmal geh ich tagsüber in W-Lan-Cafés, Internet zu Hause will ich (noch) nicht.
|
Ausgabe 07/12
16.02.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen