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M: "Also ich liege in meinem Bett und schlafe. Plötzlich merke ich, dass die Tür aufgeht. Jemand tritt ein, kommt näher. Wer es ist, kann ich nicht sehen, weil ich mit dem Rücken zur Tür liege. Ich will mich umdrehen, aber ich kann nicht. Er küsst mich in den Nacken, dann geht er wieder. Später erfahre ich, dass mein Großvater in dieser Nacht gestorben ist."
H: "So was habe ich auch schon mal gehört. Eine Frau liegt nachts im Bett und merkt, dass ihr Mann die Treppe heraufkommt. Sie hört das Knarren der Stufen, will aufstehen um ihn zu umarmen, aber sie kann sich nicht bewegen. Eine andere sieht im Traum, wie ihr Sohn ertrinkt."
M: "Und ich weiß genau, dass ich die Tür vor dem Schlafengehen zugemacht hatte - am nächsten Morgen stand sie offen. Ich bin sicher, er war da."
H: "Solche Sachen passieren, auch wenn es keine wissenschaftliche Erklärung dafür gibt. Ein Mann, der bei einem Unfall stirbt, verabschiedet sich von seiner Frau. Eine Mutter sieht, wie ihr Kind ertrinkt. - Ich hab eine richtige Gänsehaut."
F: "Ich auch, vor allem im Nacken."
Vier Stunden später:
IGMetall-Funktionär: "Die deutschen Gewerkschaften haben auf ihrer gemeinsamen Tagung vor zwei Wochen einstimmig ihre Solidarität mit den Arbeiterinnen und Arbeitern von Tekel bekundet...
Beispiellose Summen sind zur Rettung von Banken und zur Währungsstabilisierung aufgebracht worden. Summen, für die man die Bürgerinnen und Bürger heranziehen wird...
Geldgeber werden die klammen Länder und Kommunen immer wieder darauf hinweisen, dass sie ja noch Betriebe haben, die sie verkaufen können...
In Deutschland stehen uns in den nächsten Wochen und Monaten harte Auseinandersetzungen bevor... "
Türkischer Gewerkschaftsfunktionär: "Der Militärputsch von 1980 markierte den Beginn der Veräußerung staatlicher Betriebe in der Türkei...
Die Privatisierung von Tekel hat 20 Jahre gedauert. Die Schließung der letzten Lager- und Produktionsstätten wurde im November 2009 beschlossen. Die dort Angestellten, die keinen anderen Arbeitsplatz gefunden hätten, wären damit zu staatlichen Leiharbeitern geworden, mit wesentlich geringerem Einkommen und unter Aberkennung sämtlicher sozialer Rechte. Man muss dann zum Beispiel auch bei Krankheit arbeiten gehen...
Wenn man in der Türkei ein Anliegen hat, reist man nach Ankara und protestiert dort vor Regierungsgebäuden und Parteizentralen. Dann fährt man wieder nach Hause. Wir haben es auch so gemacht - aber ohne Rückfahrttickets...
Die Politiker haben die ganze Zeit mit uns verhandelt, aber wir haben uns nicht abspeisen lassen. Mit Müllsäcken aus Plastik haben wir angefangen uns vor der Kälte zu schützen...
Die Bevölkerung von Ankara hat den Leuten in der Zeltstadt Essen gebracht, Decken, Kleidungsstücke, hat sie zu sich nach Hause eingeladen, damit sie sich mal duschen oder baden konnten...Ich bin 55 Jahre alt, aber so eine Solidarität wie in diesen 78 Tagen habe ich noch nicht erlebt.
Applaus. Nach und nach erheben sich Frauen und Männer von ihren Plätzen. Die Männer ganz hinten, die alle Lieder des türkischen Sängers mitgesungen haben, skandieren vorsichtig: "Hoch - die - internationale - Solidarität, hoch - die - internationale..."
Diesmal kribbelt die ganze Kopfhaut.
Informationen zu Tekel: www.labournet.de/internationales/tr/tekel.html
Die Veranstaltung wurde zu 90 % von TürkInnen besucht, obwohl zwei Drittel der Eingeladenen anderen Nationalitäten angehörten. Sehr weit war es mit der internationalen Solidarität also (noch) nicht her.
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Danke fürs Lesen. Ein Bericht ist es ja eigentlich nicht, bin auch schon in der Pause gegangen.
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einige sind noch immer im Hungerstreik
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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