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Letzten Freitag habe ich erfahren, dass Dogan Akhanli, mit dem sich meine Wege in den letzten Jahren immer wieder gekreuzt haben, in der Türkei inhaftiert wurde. Inzwischen (am 26. August) hat die Nachricht sogar die Bild-Zeitung erreicht (wenn sein Nachname dort auch nicht fehlerfrei wiedergegeben wird).
Wie so viele seiner Generation war Dogan als junger Mann politisch sehr aktiv, ich glaube in der TDKP. Mit dieser Art Politik zu machen hat er später vollständig gebrochen. 1985 bis 1987 saß er schon einmal in einem türkischen Gefängnis ein; damals wurde er gefoltert. Seit den frühen 1990ern lebt er in Köln.
Ein Mensch, der den intellektuellen Austausch liebt, ein Arbeitstier, ein zäher, bescheidener, freundlicher Zeitgenosse, dessen Leben sein Engagement für Versöhnungsarbeit, interkulturellen Dialog, die Erinnerung an die Genozide des 20. Jahrhunderts ist. Unter anderem hat er Führungen in türkischer und kurdischer Sprache im EL-DE-Haus, dem Kölner NS-Dokumentationszentrum, initiiert und durchgeführt (die auf Kurdisch wahrscheinlich nicht selbst). Sehr imponierte mir das Projekt "Mit Konflikten leben lernen": Junge Leute setzten sich mit den vielfältigen, oft von Gewalt geprägten Erfahrungen und Überlieferungen ihrer Herkunft-Communitys auseinander. All diese Aktivitäten kannte ich allerdings nur vom Hörensagen. Erst in diesem Jahr, und eher durch Zufall, nehme ich an einer von ihm mitkonzipierten Veranstaltungsreihe teil, Thema ist die Geschichte der türkisch-kurdisch-deutschen Beziehungen. Am 4. September treffen wir uns wieder, Dogan wird wohl nicht dabei sein.
Von seinen Büchern habe ich nur eins gelesen, "Madonna'nın Son Hayali" über eine Episode im Zweiten Weltkrieg. Ein anderer Roman, "Die Richter des Jüngsten Gerichts", der den Völkermord an den ArmenierInnen thematisiert, erschien 2007 auf Deutsch. Auch im "Freitag" gab es aus diesem Anlass einen Artikel über Dogan.
Weitere Informationen, insbesondere über die Hintergründe seine Festnahme, enthält die Presseerklärung vom 24. August.
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er ist nicht der einzige in den verliesen unseres ministerpraesidenten. mustafa balbay ist nu seit fast einem jahr ohne prozess "verschwunden".... ein journalist, der nichts als schrieb......
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Danke für diesen Blog. Seit Jahren ebbt die Verhaftungswelle gegen Oppositionelle hier in der Türkei nicht ab. Die Regierung von Recep Tayyib Erdogan will einschüchtern, was nicht im erwünschtem Maßte gelingt. Darum weitere Verhaftungen, oft unter fadenscheinigen Vorhaltungen und anonym bleibenden Zeugen. Die EU deckt das. Keine Proteste.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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