G.Westerby

Eine Art Held

17.07.2010 | 19:19

Blechbüchse – zum Letzten: Das Ende

Am Samstag, dem 17.04.2010 folgten etwa 300 Menschen dem Aufruf des Fernsehmoderators Bodenburg zu einer Protestdemo für den Erhalt der Kaufhausruine, die unter der Aluminiumfassade der Leipziger Blechbüchse zum Vorschein gekommen war.
Aus der Idee, daraus machtvolle, den Montagsdemonstrationen des Jahres 1989 ähnliche Samstagsumzüge zu generieren, wurde nichts. Aus dem erhofften Popularitätsschub für Renato Bodenburg wurde auch nichts.
Am darauf folgenden Samstag sollen sich noch 30 – 40 Leutchen versammelt haben, danach war dann die Idee gestorben. Auch weil der Termin denkbar unpopulär war. Samstagnachmittag geht der Leipziger eben lieber shoppen, setzt sich ins Cafe oder, wenn das Wetter danach ist, liegt er an einem See. Demos für den Erhalt einer Ruine können damit nicht wirklich konkurrieren.

Ende April begann dann auch schon der Abriß. Große Maschinen wühlten sich durch den in den 1960er Jahren als Anbau errichteten Verwaltungstrakt.


Am 21. Mai war der Gebäudekern hinter der umstrittenen Fassade erreicht.

Anfang Juni wurde der zur Erhaltung auserwählte Teil der Fassade abgestützt,

während sich die Abrißbagger weiter in das ehemalige Kaufhaus hinein fraßen.

Auch an den dabei an Tageslicht kommenden Stahlbetonböden, -decken und Stützpfeilern wurde deutlich, daß außer den stark beschädigten Fassaderesten nichts von dem alten Kaufhaus den Bombenangriff 1943 und den Umbau in den 1960er Jahren überstanden hatte.


Am 02. Juli war die Ruine bis auf den Gebäudeteil unmittelbar hinter der zur Erhaltung vorgesehenen Fassadenfront abgetragen.


Seit dem 08. Juli steht nun nur noch dieses Fassadenteil auf dem Baugrundstück,

während die Schutberge abtransportiert werden.

Von der Ausführung der während der Kontoverse um die Ruine getroffenen Aussagen des Investors mfi, gut erhaltene Teile der übrigen Fassade abzunehmen und für spätere Verwendung einzulagern, war während des Abrisses nichts zu beobachten.

In der Printausgabe der LVZ war unlängst zu lesen, daß sich auf Grund von Problemen mit dem Baugrund die Errichtung der auf dem Grundstück geplanten Einkaufsmeile weiter verzögert und eine Eröffnung nun erst für 2012 vorgesehen sei.
Man darf also gespannt sein, welche Wendungen die Geschichte noch nimmt.

G. Westerby

 

Blechbüchse zum Dritten Die Demo vom 17.04.2010

Blechbüchse - Die Fortsetzung vom 09.04.2010

Blechbüchse vom 27.02.2010

 

 

 
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Kommentare
hadie schrieb am 23.07.2010 um 14:07
Vermute mal, die Bauherren werden die Brache so lange lassen, bis sie dort bauen dürfen, was sie wollen - einen fast fensterlosen Hochbunker.
G.Westerby
„Die Täuschung der Öffentlichkeit durch Politik und Medien hat einen Grad erreicht, den ich für höchst gefährlich halte.“ ______________________________________________________________________
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17.07.2010
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archinaut hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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