GM bringt sich derzeit in Stellung für ein erfolgversprechenderes Anbetteln des deutschen Staates. Man verlegt die Europazentrale von Zürich nach Rüsselsheim, wurde heute verkündet.
Nach dem gescheiterten Verkauf von OPEL an das Magna-Konsortium waren weitere Staatshilfen von der deutschen Regierung zuerst schroff abgelehnt und dann wieder als möglich benannt worden.
Mit dieser Sitzverlegung einer, nach dem Verkauf von SAAB wohl mit der Führung der Töchter OPEL/Vauxhall und Chevrolet/exDaweoo unterforderten Europazentrale nach Deutschland möchte GM ein Signal setzen. Und benimmt sich dabei in etwa so, wie der Welpe neben dem Esstisch, der, wenn man seine bettelnden Blicke lange genug ignoriert, auch schon mal einen lauten Quietzscher von sich gibt.
Und es gibt die Aussage von GM, wenn es keine Staatshilfen gäbe, würde man OPEL allein sanieren. Wenn man das bei GM könnte, warum fragt man dann erst nach Staatshilfen?
Für eine erfolgreiche OPEL-Sanierung werden je nach Quelle Beträge zwischen 3 und 7 Milliarden Euro veranschlagt. Es darf bezweifelt werden, daß GM die rechtzeitig aufbringen oder sich irgendwo leihen kann.
Es ist aber durchaus möglich, daß das immer noch börsenorientierte Management mit einem Quartalshorizont ausgestattet ist und einfach die abwrackprämiengestützten Verkaufszahlen aus 2009 auf 2010 hochrechnet und noch nicht versteht, daß die Mehrumsätze aus diesem Jahr im nächsten fehlen werden.
Das Ende dieser Strophe des OPEL-Liedes wird sein, daß der Welpe nochmals quietscht und dann Frauchen Angie die Geldtasche des Staates öffnen lässt. Nach der Wahl ist schließlich vor der Wahl.
Aber das verlängert nur den Prozess des Sterbens. Solange Entwicklungen zwar in Rüsselsheim gemacht, Entscheidungen jedoch in Detriot getroffen werden, besteht keine Aussicht auf einen dauerhaften Fortbestand des Unternehmens im europäischen Markt und ist das Ende vom Lied, die Insolvenz irgendwann vorprogrammiert.
G. Westerby
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen