G.Westerby

Eine Art Held

09.02.2010 | 19:55

Des Mohren Happy End

Die letzte Nachricht, die sich heute im Pressebereich findet, ist vom 15.09.2009. Das ist für einen Fußballclub in einer laufenden Spielsaison, auch wenn es „nur“ dritte Liga ist, kein Zustand in der Arbeit mit den Medien.
Verständlich, daß man da auf Abhilfe sinnt und Gelegenheiten ergreift, wenn sie sich bieten, wenn zum Beispiel ein aus der ersten Liga der Medienwolke abgestürzter Engel günstig zu haben ist.
Noch dazu, wenn man sich auch noch medienwirksam mit dem Mäntelchen der Nächstenliebe schmücken kann, indem man einen verurteilten Straftäter „die zweite Chance, die er verdient“, gibt.
So geschehen heute in Erfurt, wo die Führung des Fußballclubs Rot-Weiß-Erfurt (RWE) heute Wilfried Mohren als neuen, freiberuflich tätigen Pressesprecher vorstellte.

Man habe gemeinsame Interessen festgestellt, begründete der Vereinspräsident die Entscheidung.
Von Seiten Rot-Weiß-Erfurt sind die klar. Man bekommt einen Medienprofi, ehemals in der ersten Liga des deutschen Sportjournalismus, mit sicherlich immer noch einem großen Beziehungsgeflecht, das man für die Zwecke des Vereins zu nutzen hofft, und das ganze Paket wahrscheinlich für ein außerordentlich günstiges Salär.
Was Mohren motiviert, muß offen bleiben. Sicherlich nicht die Aussicht, seine neue Position auch noch in Richtung RWE-Marketing ausweiten zu können. Schwadronierte er doch noch in den Prozesspausen fröhlich von seinen Erfolgserlebnissen auf Kreuzfahrtschiffen und seinen vertrauensvollen Kontakten, die ihm erlaubten, unter anderem für Senta Berger Immobiliendeals abzuwickeln. Innerhalb des Prozesses befragt, hörte sich das dann alles ein paar Nummern kleiner an.
Ob das noch am ersten Prozesstag von Mohren angekündigte Buch über seinen Fall und „...wie alles wirklich war...“, noch erscheint, muß auch offen bleiben. An allzuviel weiterer Publicity zu dem Thema dürfte der FC Rot-Weiß-Erfurt nicht interessiert sein. Und Wilfried Mohren wohl auch nicht.

G. Westerby

 
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Kommentare
Hermanitou schrieb am 09.02.2010 um 20:02
Unkraut vergeht nicht. Und Mohrenköpfe wirds (nicht nur beim Bäcker) immer geben.
G.Westerby
„Die Täuschung der Öffentlichkeit durch Politik und Medien hat einen Grad erreicht, den ich für höchst gefährlich halte.“
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