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Die Bundesregierung hat unlängst, auf ihrer Klausur in Meseberg, die Verlängerung verschiedener Bundeswehreinsätze beschlossen. Im Zusammenhang mit dem Rücktritt des früheren Verteidigungsministers und der aktuellen Diskussion um den Afghanistaneinsatz, Grund genug, mal einen genaueren Blick auf diese Einsätze zu werfen.
Auf der Webseite der deutschen Streitmacht, www.bundeswehr.de finden sich nach einigem Herumklicken Fakten zu aktuellen und vergangenen Einsätzen, und die sind schon etwas verblüffend.
Danach ist die Bundeswehr derzeit in zwölf Auslandseinsätzen involviert und stellt dafür fast 9.000 Mann bereit.
Eine detaillierte Aufstellung dazu, mit größerer Karte, kann hier als pdf-Dokument heruntergeladen werden.
Die personalintensivste Mission ist natürlich die Front am Hindukusch, wo in Afghanistan und Usbekistan unter zwei Einsatzbezeichnungen knapp 5.500 Bundeswehrangehörige dienen.
Darüber hinaus sind deutsche Soldaten vom Kosovo, über Mittelmeer und Libanon und in verschiedensten Missionen in Afrika eingesetzt.
Für den Zeitraum von 1992 bis heute verzeichnet die Bundeswehr nochmals elf inzwischen abgeschlossene, internationale Einsätze, mit einer Personalstärke von ca. 3.800 Mann, wobei bei diesen Zahlen die Einsatzstärke zweier Missionen in ExJugoslawien fehlen.
Nach Angaben auf wikipedia dazu sind bisher 84 Soldaten bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr ums Leben gekommen. Die Bundeswehr selbst macht dazu keine Angaben und diese Zahl beinhaltet auch nicht die Gefallenen des Kommandos Spezialkräfte (KSK), diese sind geheim.
Das Aufgabenspektrum ist dabei weit gefächert, von Beobachtungsmissionen für die UNO bis zu Kriegseinsätzen, wie in Afghanistan.
Dabei ist diese globalen Abkehr der Bundeswehr von der grundgesetzlich als einzigem Auftrag verankerten Landesverteidigung, hin zu weltweiten Militärdienstleistungen sehr diskret vor sich gegangen. Zwar gelangen aus gegebenem Anlaß immer wieder einzelne Einsätze in das Licht medialen Interesses, aber der Gesamtumfang findet wohl eher selten Beachtung. Gut vorstellbar, daß man auf der Bonner Hardthöhe und im Berliner Bendlerblock froh darüber ist.
Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, daß nur bewaffnete Einsätze der Zustimmungspflicht des Parlaments unterliegen.
Genaue Zahlen über die Kosten dieser Engagements sind schwer zu finden, nach verschiedenen Quellen, sollen sie aber in der Größenordnung von einer halben Millarde Euro liegen, das ist soviel, wie im Haushaltsplan des Bundes 2009 für das Bundesministerium der Justitz insgesamt vorgesehen ist.
G. Westerby
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Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, daß nur bewaffnete Einsätze der Zustimmungspflicht des Parlaments unterliegen.
Woran werden denn bewaffnete Einsätze festgemacht. Waffen hat das Militär doch immer dabei oder? |
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Diese Frage sollten wir an den Bundestag, respektive "unseren Abgeordneten" weiterleiten.
GW |
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"Genaue Zahlen über die Kosten dieser Engagements sind schwer zu finden ..."
Wenn die deutschen Steuerzahler schon nicht recht interessiert, wofür ihr Geld ausgegeben wird, dann sollte sie doch wenigstens interessieren, wie viel ausgegeben wird. Vielleicht könnte der freitag auch dafür Abgeordnete finden, die das per Anfrage an das Kriegsministerium klären lassen. Abgesehen von der unsäglichen Geldverschwendung bin ich tief erschüttert, dass die Bundeswehr auch in meinem Namen (im Auftrag des deutschen Volkes) in Afghanistan Krieg führt und dort Zivilisten umbringen lässt, wie im Mittelalter Hexen verbrannt wurden. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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