G.Westerby

Eine Art Held

26.11.2009 | 17:57

Im Osten nichts neues

Es gibt nichts wirklich neues an der deutschen Front im mittleren Osten.
Die angeblich zurückgehaltenen Informationen über den von der Bundeswehr in Afghanistan angeforderten Luftangriff gingen bereits kurz danach durch die Medien. Auch die Tatsache, daß die Kampfjets das Gelände gefilmt und diesen Film vor dem Angriffsbefehl in das Quartier der Bundeswehr gesendet haben, ist nicht neu, sondern war bereits kurz nach dem 04. September 09 zu lesen.
Alle relevanten Informationen waren also zeitnah zu dem Vorfall bekannt, auch daß es dabei zivile Opfer gab. Letzteres ist tragisch, aber im Krieg leider völlig normal. Verteidigungsminister Jung hielt sich an die damals noch in der deutschen Politik üblichen sprachlichen Verrenkungen im Bezug auf den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan.

Der von den Kampffliegern aufgenommene Film wurde jetzt veröffentlicht.
Zu sehen sind die beidenTanklastwagen und um sie herum Menschen. Ob Zivilisten oder Taliban, ist nicht auszumachen, ebensowenig, was dort gerade passiert. Die Entscheidung des Oberst Klein, diese bombardieren zu lassen, ist auf dieser Grundlage verständlich. Zu verhindern, daß eine "Mega-"Brandbombe auf das deutsche Feldlager zurollt, war ebenso im Interesse der deutschen Truppe, wie zu verhindern, daß der Treibstoff vom Feind, von den Taliban genutzt werden kann.
Die Abwägung, daß es bei einem Luftangriff neben Taliban, die die Tanklaster kurz zuvor entführt hatten, auch zivile Opfer geben könnte, musste und wurde der Gefechtslage entsprechend vom verantwortlichen Kommandeur vor Ort getroffen. In Deutschlands warmen und sicheren Wohnzimmern oder auf den bequemen Bundestagssesselchen daran herumdeuteln zu wollen, ist verfehlt.

Genau so verfehlt ist aber, den Generalinspekteur der Bundeswehr für die sprachlichen Verrenkungen seines vormaligen Ministers haftbar zu machen und zu opfern.

G. Westerby

PS in eigener Sache:  Marie und Paul 1908 - wer kann Hinweise geben?

 
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Kommentare
gustav2009 schrieb am 27.11.2009 um 04:50
'Ob Zivilisten oder Taliban, ist nicht auszumachen, ebensowenig, was dort gerade passiert.
Die Entscheidung des Oberst Klein, diese bombardieren zu lassen, ist auf dieser Grundlage verständlich.'

Interessant. Dann ist es also ok, in diese Menschenansammlung unklarer Zusammensetzung Raketen abzufeuern? Ist Ihnen klar, dass Sie hier einen Massenmord rechtfertigen?
Und was die von Ihnen erwähnte, rollende "Mega-Brandbombe" anbelangt:
Das Video zeigt zwei im Flusssand festsitzende Tankwagen, da rollte nichts mehr.

Aber lügen Sie sich das entsetzliche Geschehen gerne weiter schön, es wurden ja nur ein paar Afghanen gegrillt - was soll's, gell...?
G.Westerby
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