Mit dem Rechten sieht man besser, heißt es ab jetzt in Mainz. Das meinten wohl auch die CDU/CSU-orientierten Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrates, die heute unter Führung des Merkelbeauftragten Roland Koch den ihnen unbequemen ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender entsorgt haben.

Dabei wurden wohl auch gleich mal alte Rechnungen beglichen. Schließlich sah sich schon 2002 der CSU-Kanzlerkandidat Stoiber im Flutwahlkampf Schroeders von ARD/ZDF hinten angestellt. Die Politik vergisst eben nicht.
Wohl niemand glaubt an eine idealistische Konstellation, bei der es gar keine Einflußnahme von Parteien und Regierungen auf die Medien, offen und dreist - oder versteckt und indirekt, gäbe. Das ist untrennbarer Bestandteil des Spiels zwischen Politik und Journalismus.
Bedeutsam dabei ist allein die Frage, wer kann was bestimmen? Und das ist die Demarkationslinie der Demokratie: Die Vertreter des Staates dürfen nicht entscheiden, wer über den Staat und sie was oder wie berichtet.
Diese ist heute, mit der Entlassung des unbequemen, weil sich politischen Einflüssen widersetzenden Chefredakteurs Brender, im ZDF-Verwaltungsrat überschritten worden.
Das ZDF ist auf eine Ebene mit dem früheren DDR-Fernsehfunk, ist zum Staats- und Parteifunk degradiert worden.
Der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet nun erstmalig in einer Nachrichtenmeldung über die Causa Brender, versucht man jedoch diese über die Suchfunktion der Webseite zu finden, sind die Suchergebnisse immer noch die gleichen, wie in Selektive Information am 25.11.09 dargestellt.
Und „natürlich“ gab es bis heute auf die an Intendant, Fernsehdirketor und Zuschauerredaktion gerichtete E-Mail keine weitere Antwort, als die in vorstehend genanntem Beitrag zitierte automatische Empfangsbestätigung.
G. Westerby
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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