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Vor vierzig Tagen veröffentlichte J. Augstein in einem Beitrag zur Zukunft der Zeitung die Aussage (Zitat): „Das ist eine ganz wichtige Grundlage zum Verständnis des Verhältnisses von Netz und Print. Man braucht beides. Aber nur eines verdient.“ und postulierte damit die Meinung, Geld könne nur das Printprodukt verdienen, im Internet wäre dies nicht realisierbar.
Bereits existierende, im Internet auch ökonomisch funktionierende Medienmodelle werden von den, ob ihrer Wandlungsunfähigkeit, gegen die „Umsonstkultur“ des www wetternden OldMedia-Guys gern übersehen, von dem nicht wetternden J. Augstein in diesem Falle auch.
Am 31.01.2010 veröffentlicht dwdl.de ein Interview mit J. Augstein, in dem es an eine zumindest teilweise Revision der vorstehend zitierten Aussage geht. Dem Printprodukt wird eine Verdienstmöglichkeit nur noch hinsichtlich der Einnahmen aus Abonnements zugesprochen. Einnahmen aus Print-Anzeigen für den FREITAG kann man (JA) sich „...heutzutage nicht mehr vorstellen“.
Im OldMedia-Geschäftsmodell für Printmedien funktinierte es indeß genauso. Der aus Werbung resultierende Anteil der Einnahmen überstieg den Anteil aus dem Verkauf des Printproduktes weitgehend. Diesen Einnahmenteil schließt J. Augstein in seinem Interview für sich, bzw den FREITAG aus, ebenso meint er, da eine Kontinuität zu dem oben angeführten Beitrag zur Zukunft der Zeitung, im Internet nichts verdienen zu können/wollen.
Mit einer als zu gering für Printwerbung eingeschätzten Reichweite des gedruckten FREITAG dennoch auf so ausreichende Einnahmen aus dem Verkauf des Printproduktes zu hoffen, daß die Kosten für Qualitätsjournalismus gedeckt sind und ein Gewinn übrig bleibt, darf als „mutig“ bezeichnet werden.
Daher spekuliert J. Augstein in dem Inteview dann doch auch über „paid“-Modelle im Internet, die jedoch nichts mit „paid content“ zu tun haben sollen. Die Webseite des FREITAG wird frei bleiben, aber (Zitat) „...es wird Zusatzangebote und Services redaktioneller und technischer Art geben, die wir uns bezahlen lassen.“
Ja wie und wohin denn nun?
Doch Geld aus dem Internet? Hieß es nicht zuvor, da wäre nichts zu verdienen?
Wie immer diese Bezahl-Angebote und Services aussehen mögen, folgt man dem Interview weiter, wird es wohl nicht dahin gehen, daß zwar die Webseite des FREITAG frei bleibt, aber z. B. der Community-Teilnehmer vor Veröffentlichung seiner Beiträge den Redakteur für’s Drüberschauen bezahlen soll. Oder doch?
.J. Augstein: „...Das Augenmerk für journalistische Qualität liegt auf der Zeitung....“, und das trotz aller ein paar Absätze vorher geäußerten Hymnen auf die Community. Das wohl auch, weil es sich laut J. Augstein als schwieriger als gedacht herausgestellt habe, Beiträge aus der Community in den Print-FREITAG zu übernehmen.
Letzteres Klagelied war ja dann schon öfter zu hören, zumeist ohne daß auf folgende Anregungen aus der Community eingegangen wurde.
Quo vadis, veneris dies?
G. Westerby
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Also, auch auf die Gefahr hin, dass ich es in diesem Verein auf ewig verschissen habe (was ich mit links verkraften würde): Jakob Augstein kann einem nur leid tun.
Er hatte eine Idee, eine Vision, und versuchte sie zu realisieren. Jeder Menschenkenner hätte ihm prophezeien können, dass es schief geht, schief gehen muss. Die Leute sind halt mal so, wie sie sind. An diesem Sachverhalt sind vor und nach Christus schon viele gescheitert. Aber nun zum Thema: Vermehrte Einbindung der Community in die Printausgabe. Mein Gott, Walter! Was wird denn da geboten von seite der C.? Als Abonnent der Printausgabe war ich echt erschüttert, als ich sehen musste, wie so ein armselig-geistloser Thread wie das "gotteln" (wahrscheinlich aus purer Verzweiflung, weil nichts besseres da war) gedruckt wurde. Als zufälliger Erstleser des Freitag hätte ich gesagt: Nie wieder. Seit einigen Wochen beobachte ich diese Community. Sie fühlt sich vernachlässigt. Nicht ausreichend gewürdigt. Wobei sie doch so toll ist! Nebenbei: Manchmal ist sie das auch. Manchmal kommt man sich aber auch vor wie im Kindergarten, Abteilung Entwicklungsgestörte. Und genau aus dieser Ecke kommen auch die Beschwerden: Vernachlässigt, nicht genügend gewürdigt. Aber bezahlen für Irgendwas? Kommt nicht in Frage! |
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"Gotteln" war doch nicht schlecht,
das Wort kannte ich vorher gar nicht (und dann noch direkt vom Erzeuger erklärt!) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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