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Die Ossis sind schuld! Vor allem sind natürlich die Ossis schuld. Woran? Neben Solidarzuschlag, Waldsterben und Weltgriechenkrise auch am Sterben der deutschen sogenannten „überregionalen Oualitätszeitungen“. Meinte zumindest Prof. Ernst Elitz am vergangenen Montag auf dem Mitteldeutschen Medientreffpunkt.
Elitz verstieg sich weiter zu den Behauptungen, daß es die deutsche Einheit ohne Westmedien nicht gegeben hätte und daß die Ursache für marginalen Absatz der sogenannten „überregionalen Oualitätszeitungen“ im Osten alleine bei der dortigen Leserschaft läge.
Er übersieht dabei großzügig, daß Westmedien, weil schlicht nicht anwesend, anfangs keine Bilder von Leipziger Montagsdemonstrationen gehabt hätten, wären die ihnen nicht aus der damaligen DDR zugespielt worden. Und er ignoriert natürlich auch, daß „die deutsche Einheit“ im Leben und Denken in der ehemaligen Bundesrepublik in den späten 1980er Jahren genauso wenig ein Thema war, wie in deren Medien.
Bei Elitz überrascht diese Denkweise nicht, blickt doch der Gründungsindendant von Deutschlandradio auf eine lange Karriere in Schwarzen Kanälen zurück. So moderierte er einst mit „Kennzeichen D“ beim kürzlich zum Staatssender geadelten ZDF eines der westdeutsche Propagandagegenstücke zu von Schnitzlers Schwarzen Kanal-Ost.
Den Verantwortlichen der „überregionalen Oualitätszeitungen“ wird dies jedoch Musik in den Ohren sein, kann man doch solcherart medial gestärkt, weiter Preise erhöhen und Qualität absenken. Es liegt nicht an der Tippfehlerseuche, am sturen Abschreiben von Agenturmeldungen, am Newsdesk. Nein, der blöde Kunde ist schuld, besonders der im Osten.
Es ist anzumerken, daß diese Meinung auch unlängst auf einem FREITAGs-Salon von einem Mitherausgeber des FREITAG thematisiert wurde und dabei auch vom anwesenden FREITAGs-Neugründer unwidersprochen blieb.
Anlaß für die Tiraden war, daß der ehemalige Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“, Sergej Lochthofen auf dem Podium den Westzeitungen Versagen in der Berichterstattung vorgeworfen hatte. Deren „Berichte aus den neuen Bundesländern lesen sich trotzdem teilweise noch immer wie die von einem Auslandskorrespondenten“, so Lochthofen.
Das verwundert nicht, wenn man weiß, daß zum Beispiel die sogenannte „überregionale Oualitätszeitung“ Frankfurter Allgemeine Zeitung allein im Freistaat Sachsen einen eigenen Korrespondenten unterhält und alle anderen neuen Bundesländer diesbezüglich ignoriert. So kommen natürlich keine Qualitätsinhalte zustande, die Leser oder noch dazu Abonnenten in großer Zahl ansprechen.
Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, hauen FREITAG, FAZ & Co. mal lieber alle in die gleiche Kerbe.
Der doofe Leser ist schuld. Besonders der im Osten.
Für diese „freundliche“ Sichtweise allerdings noch zu erwarten, in großer Zahl zwei Euronen und mehr pro Tag oder auch nur pro Woche für magere Inhalte und tippfehlerverseuchte Printausgaben einsammeln zu können, das überschreitet wohl die Grenzen von Hochmut.
Und jeder weiß wohl, was dem Sprichwort nach auf Hochmut folgt.
G. Westerby
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Qualitätszeitungen gibt es in Deutschland nicht mehr, nur noch neoliberale Kampfpresse und einige marginalisierte Linkstöner. Und in beiden ist es mir mittlerweile zu mühsam, Information und Desinformation auseinander zu sortieren. Die dt. Berichterstattung ist immer "politiklobbylastig", wie ein lokaler Forumist schreibt.
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Die Ostdeutschen gucken schließlich auch nur RTL. Qualitätsjournalismus goutiert er nicht, der Ostdeutsche.
"und tippfehlerverseuchte Printausgaben" ... damit kannst Du nur den "der Freitag" meinen. |
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Die "Auslandsberichterstattung" goutiert er tatsächlich nicht.
Fairerweise, auch SPIEGEL STERN und ZEIT u.a. sind erkrankt an der Seuche GW |
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Die "Auslandsberichterstattung" goutiert er tatsächlich nicht.
Fairerweise, auch SPIEGEL STERN und ZEIT u.a. sind erkrankt an der Seuche GW |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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