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MDR-Info ist einer der Radiosender des Mitteldeutschen Rundfunks und bringt werbefrei 24 Stunden täglich Berichte und aller 15 Minuten Nachrichten, Verkehrslage und Wetter. Neben den immer gleichen Blödeleien der Moderatoren sogenannter „Format“-Radios, den immer gleichen Gewinnspielen, die als Zielgruppe offensichtlich ein Intelligenzprekariat haben, an das sich auch die dort ausgestrahlte Werbung zu richten scheint, erstmal sehr sehr erholsam.
An jedem Dienstagmorgen läuft zum Beispiel die Serie „Die späte DDR“. Und für die wird auf dem Sender natürlich schon getrommelt. Natürlich mit einem Werbeeinspieler, der neben Musik verschiedene Zitate enthält. Neben O-Tönen von Politveranstaltungen der DDR auch Volkes Stimme von der Straße. „Mir sinn de Osttürken, hammer immer gesacht“ zum Beispiel. Und es fällt in diesem Einspieler der von anhaltinischem Dialekt geprägte Satz „Wir haben Autos verstecken müssen vor den Kunden, weil wir nicht genug hatten."
Der Hörer stellt sich gruselige Szenen in leeren, verstaubten Hallen des IFA-Vertriebs vor, der Firma, die in der DDR die Neuwagen verkaufen durfte. Daß es deren nicht allzuviele und vor allem nicht genug gab, ist allgemein bekannt.
„Hören“ wir uns nochmal diesen Satz an: „Wir haben Autos verstecken müssen vor den Kunden, weil wir nicht genug hatten." Stellen wir uns dazu eine typische mitteldeutsche Aussprache vor. Die Gruselbilder verfestigen sich. „Passt!“ denkt sich Ottonormalhörer.
Passt nicht!
Das Zitat stammt aus einer Sendung der Serie „Wendegeschichten“, mit dem Titel „Auf einmal war die Werkstatt leer“ vom 28.04.2009 und die befasste sich mit Freud und Leid eines frischgebackenen Vertragshändlers einer fernöstlichen Automarke von Anfang der 1990er Jahre.
Somit wird also ein aus dem originären Zusammenhang gerissenes Zitat einfach an ganz anderer Stelle eingefügt, „weil es passt“. Passiert das bei Nachrichten, Berichten, Features auch? Mal eben so oder sogar mit Absicht?
Der Altmeister dieser Disziplin war der Chefredakteur des Originals. Aber Karl Eduard von Schnitzler hat, so scheint es, würdige Erben gefunden in der Medienschmiede in Leipzigs Altenburger Str. und so tut wohl auch MDR-Info sein „Bestes“, damit der „Ehrentitel“ erhalten bleibt: Der schwarze Kanal 2.0.
G. Westerby
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diesen werbeeinspieler und den später folgenden beitrag hatte ich auch gehört, und leider ist das kein einzelfall, und auch nicht allein beim mdr - von zufall kann da kaum die rede sein, eher von instrumentalisierung ...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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