Nach seiner heutigen Sicht auf Dokumente und Berichte, die dem Ärmsten von seinem kriegsähnlichen Ministerium erstmal vorenthalten wurden, kommt unser kriegsähnlicher Minister zu Guttenberg zu dem Schluß, der Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tankwagen sei „militärisch nicht angemessen“ gewesen.
Eine Begründung zu dem Haken, den er damit von der Einschätzung „militärisch angemessen“ von vor ein paar Wochen geschlagen hat, bleibt indeß aus.
Anzunehmen ist, daß die nun zwischenzeitlich studierten Dokumente und Berichte nach dem Vorfall angefertigt worden sind. Hinterher ist es dann immer sehr einfach, schlauer zu sein.
Oberst Klein hingegen hockte um 01:36 nachts in seinem Befehlsbunker im Norden Afghanistans. Taliban hatten zwei Tanklaster gekapert und wenn auch damit ein Angriff auf das deutsche Camp nicht möglich gewesen sein soll, wäre es aus militärischer Sicht aber höchst unklug gewesen, dem Gegner den Treibstoff zu überlassen. Eine Rückerorberung wurde wohl als zu risikoreich bezüglich der dabei zu erwartenden Gefallenen auf deutscher Seite eingeschätzt. Das Video aus dem Kampfflugzeug zeigt die auf einer Sandbank steckengebliebenen Wagen und eine Menschengruppe darum herum.
Um halb zwei Uhr nachts, nach der Vorgeschichte und an dieser Position war eher nicht von Passanten auszugehen, sondern von Truppen des Gegners. Daß man die nicht noch vorwarnt, bevor man sie angreift, ist wohl verständlich.
Insofern kommt selbst der Zickzackminister in seiner Neubewertung zu dem Schluß: "Oberst Klein hat mein vollstes Verständnis, dass er angesichts der kriegsähnlichen Zustände subjektiv von der militärischen Angemessenheit des Angriffs ausgegangen ist."
Das sollte es zu diesem Thema nun gewesen sein. Eine weitere politische Instrumentalisierung ist insbesondere von Seiten einer Opposition unglaubwürdig, die soeben der Verlängerung des Einsatzes in Afghanistan zugestimmt hat.
G. Westerby
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen