G.Westerby

Eine Art Held

06.01.2010 | 18:56

Zombie

Der Bund Deutscher Mädel (=BDM) war im sogenannten „Dritten Reich“ der weibliche Zweig der Jugendorganisation „Hitlerjugend“. Ab Ende 1936 war die Mitgliedschaft Pflicht, soweit nicht rassische Gründe dem entgegen standen.
Gemäß dem Motto (Zitat) „Auch die deutsche Frau hat ihr Schlachtfeld: Mit jedem Kinde, das sie der Nation zur Welt bringt, kämpft sie ihren Kampf für die Nation.“ sollte die weibliche Jugend darauf vorbereitet werden, den (Zitat) „...politischen Soldaten Kameraden [zu] sein - und unsere nationalsozialistische Weltanschauung später in ihrer Familie als Frauen und Mütter leben und gestalten...“
Nach 1939 folgten dann zwangsläufig kriegsunterstützende Einsätze in Lazaretten, bei der Unterstützung von in Polen umgesiedelten (Zitat) „volksdeutschen Bauern“, bis hin zur direkten Anwerbung von BDMädels durch die SS zum Einsatz als KZ-Aufseherinnen.
Folgerichtig wurde der BDM als Untergliederung der Hitler-Jugend nach Kriegsende durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten.

Dabei scheint jedoch etwas schief gegangen zu sein.
Offensichtlich ist der BDM ein „Zombie“, ein „Untoter“, der immer noch umgeht. Schließlich tönte ein BDM-Sprecher Hans Foldenauer unlängst in der WELT (Zitat)
"Wir sind mit Gentechnikgegnern und der AbL in engem Kontakt und arbeiten in vielen Fragen zusammen."

Was soll das denn bitte?

Heute noch?

BDM?

Und Gentechnik?

Geht es etwa um die Erzeugung besonders zeugungsfähiger, besonders blonder und besonders kälteresistenter BDMaedels, die auch unter den unwirtlichen Bedingungen von Neuschwabenland in überragender Weise (Zitat) „...Mädel und Frauen, die um die Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes wissen und dementsprechend handeln.“, sein werden? Die gar des dort nun angeblich im 121 Lebensjahr stehenden Führers Gene in sich und ihren Kindern weitertragen sollen?

Weit gefehlt, die mit dem Geruch von Blut-und-Boden-Lyrik (VORSICHT wikipedia-link!) behaftete Abkürzung BDM benutzt heute der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter mit seiner Milch-Bauer-Kuh-Lyrik.
Wahrscheinlich mit dem Motto: „Auch die deutsche Kuh hat ihr Schlachtfeld: Mit jedem Liter Milch, den sie spendet, kämpft sie ihren Kampf für die Nation“ oder so.

Ob es rechtens ist, sich dazu mit „BDM“ der Abkürzung einer verbotenen Organisation zu bedienen, mögen entsprechend beschlagene Zeitgenossen entscheiden.
Wie sinnvoll es ist, das „deutsche Mädel“ und die „deutsche Milchkuh“ damit auf eine Ebene zu heben, mag dem Leser und Eva Herman (VORSICHT wikipedia-link) überlassen bleiben.
Der im Jahre 2001 verstorbenen BDM-Führerin und 1932 Gründerin  der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen, Jutta Rüdiger (VORSICHT wikipedia-link), die nach dem Krieg in den alten Bundesländern unbehelligt als Kinder- und Jugendpsychologin gearbeitet haben soll, hätte es vielleicht sogar gefallen.

G. Westerby

 
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