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Andries Jonker soll den FC Bayern in die Champions League retten. Dabei wirft die Beförderung des auf dem Cheftrainerstuhl nicht sehr erfahrenen Niederländers einige Fragen auf.
Johan Derksen ist ein impulsiver Zeitgenosse. Als Spieler fiel er mehrfach durch eindeutige Gesten und Bemerkungen in Richtung des Publikums und seiner Vereinsoffiziellen auf, und auch als Chefredakteur des Fußballblatts Voetbal International nimmt er kein Blatt vor den Mund. Dennoch sind seine Worte über Andries Jonker, den neuen Cheftrainer des FC Bayern, überraschend deutlich: In einer Videobotschaft im Juli 2008 ließ Derksen sich dazu hinreißen, Jonker als „selbsteingenomme Rotznase“ zu bezeichnen, die er „so, wie Jonker mit seinem Kollegen Dennis van Wijk umgegangen ist, nicht ernst nehmen“ könne.
Damit spielt Derksen auf Umstände an, die in der Geschichte des niederländischen Erstligisten Willem II Tilburg für einige Aufregung sorgten: Am 5. November 2007 trat van Wijk als Cheftrainer des Vereins zurück. Sein Nachfolger wurde sein Freund und bisheriger Mitarbeiter, der technische Direktor Andries Jonker, der schnell die vermeintlichen Verbesserungen im Spiel der Mannschaft hervorhob. Bis heute ist unklar, welche Rolle Jonker bei der Entlassung selbst spielte – seine Äußerungen in den darauf folgenden Wochen sorgten jedenfalls dafür, dass van Wijk die Freundschaft der beiden Trainer seitdem als beendet betrachtet: Er selbst hatte Jonker als technischen Direktor nach Tilburg geholt und „ihm zu hundert Prozent vertraut“, wie er Voetbal International wissen ließ.
Die Rolle des Königsmörders scheint Andries Jonker zu stehen. Bereits 1999 löste er Dick de Boer als Trainer des FC Volendam ab – nachdem dieser ihn als seinen Co-Trainer verpflichtet hatte und gemeinsam mit ihm in die zweite Liga abgestiegen war. Und nun ist es in München so weit, und wieder ist es Jonker offenbar gelungen, sich in den Augen der Vereinsführung ausreichend scharf von seinem Vertrauten, in diesem Fall Louis van Gaal, zu distanzieren. Ein erster Beleg folgte prompt: Gestern Abend berichtete die Bild, die Vereinsführung sei von Jonkers Antrittsrede begeistert gewesen. Die Spekulationen, dass van Gaals größter Fehler, der Torwartwechsel, schnell rückgängig gemacht wird, reißen derweil nicht ab.
Dabei ist dem FC Bayern vor allem eines zu wünschen: dass Jonker sich neben seinen Fähigkeiten als Netzwerker auch als Trainer hervortut. Genau das ist ihm nämlich bei keiner seiner bisherigen Cheftrainerstationen gelungen: In Maastricht und Volendam verpasste er trotz hervorragender Voraussetzungen den Aufstieg, und auch in Tilburg war ohne nennenswerte Erfolge bald Schluss. Für das Erreichen der Champions League aber wird die Fähigkeit, rechtzeitig die Segel zu setzen, nicht ausreichen.
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Die Hoffnung ist, das es reicht, die Gaal'sche Blockade zu lösen, die Spieler sind dann gut genug.
Sich mehr mit der Abwehr zu beschäftigen, was Gaal voll vermied, und ein etwas flexibleres Spiel zu inszenieren. die hoffnung stirbt zuletzt ich kann seit Nürnberg nicht merh hinschauen woran erkennt man einen Bayern-Fan ? Am Fernglas, mit dem er nach oben guckt: uii, Dortmund !! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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