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Gebrochene Herzen und Krokodilstränen. Seine Anhänger wollen es einfach nicht wahr haben. Unser Karl-Theodor soll ein Betrüger sein? Gerade derjenige, der immer so aufrichtig und ehrlich war? Der Klartext geredet hat, wo andere nur Phrasen dreschen? Laut Umfragen steht das Volk treu hinter seinem Herrn, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Sicher, liebe Gemeinde, fällt es schwer, sich von Liebgewonnenem zu verabschieden. Aber es gibt auch eine Zeit nach KT. Allen zutiefst Traurigen und Enttäuschten sei empfohlen, ihren Blick nach Norden zu richten. Weg vom schnöden Schein des Adels, hin nach Hamburg. Dort hat es einer geschafft zu gewinnen. Noch dazu mit absoluter Mehrheit. Und das ganz bodenständig, ohne „von und zu“ oder zweifelhafter Doktorwürden. Richtig, das ist der Olaf! Ohne knackige Sprüche oder gegelter Haare kommt er daher. Eindeutig: ein ganz neuer Politikertyp! Ruhig und gelassen. Fast schon zum Knuddeln. Wieso einem Hochstapler aus dem tiefsten Bayern nachweinen, wenn da einer ist, der auf Augenhöhe mit den Menschen redet. Der weiß, dass die Menschen nicht belogen werden wollen und deshalb einfach auf Inhalte verzichtet. Seien wir doch ehrlich: Wer braucht denn schon diese Machertypen, die immer alles reformieren wollen, obwohl das Bestehende doch so schön ist. Denk doch einfach an Olaf, dem man, wenn er so verschmitzt vor sich hin grinst, am liebsten in die Backe kneifen möchte. Das ist doch schön. Ein Politiker zum Anfassen und nicht zum Abheben. Einer wie Du und ich. Endlich wiedereinmal hat sich nach all den abgestürzten Überfliegern echtes deutsches Mittelmaß durchgesetzt. Und das ist gut für Hamburg und gut für Deutschland. Wenn wir diesen Satz, wie alle politischen Botschaften, nur oft genug vorgesagt bekommen, werden wir auch dem Glauben schenken können. Versuch es einfach, denn: Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben!
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Jastimmt der Scholz gewinnt mir auch gewisse Sympathien für sich ab. Schwärmen ist nicht so sehr meins, schon gar nicht für einen Politiker. Und eine neue Liebe ist wie ein neues Leben? Hm. Udo Lindenberg? Nein? Silvio Berlusconi? Sabine Christiansen? Wär ich eher vorsichtig.
Aber ich will das Volk verteidigen. Das brave, liebenswerte. Mich wundert sehr, wie die Umfragen interpretiert werden. Gut, dreiundsiebzig Prozent, stimmt's?, halten ihn für einen guten Verteidigungsminister. Müsst man sich nicht drüber aufregen. Oder? Er macht seinen Job als CSU-Minister, mit dem Verteidigen Deutschlands am Hindukusch hat er nicht mal selber angefangen. Da versteh ich die 73% sogar, und das ist nur der eine Schuh. Erst wenn ich beide Pantoffeln betrachte, kann ich mir ein Bild verschaffen, ob's insgesamt der richtige Mann am richtigen Platz ist, also charakterlich geeignet, bzw. wie die Leute das sehen, und da würd ich die Bild-Umfrage ranziehen, wo 55% den Rücktritt für angebracht halten. Bei der ARD ist die Quote noch deutlicher ausdrucksstärker. Ich denk schon dass in diesem Land ganz viele vernünftige Leute leben, mehr als man zu glauben geneigt ist; eher ist's die Presse, die schräg liegt und Mißverständnisse heraufbeschwört. |
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72% sind der Ansicht, dass der "Verzicht auf den Doktortitel" ausreicht. Da war eben wohl doch mehr Wunsch als vollständige Information. Leider.
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schrieb am
23.02.2011 um 21:52
72 % WOVON? Wie viele Menschen im bewussten Alter haben an dieser Umfrage teilgenommen? Zu welchen sozialen Gruppen sie gehören? In wie fern ist diese Umfrage repräsentativ? Und wo ist die Garantie, dass diese Netzumfragen nicht manipuliert wurden? Solche Manipulationen wären für ein Profi technisch gar nicht so schwierig!
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Das ist ein großer Unterschied, ob man die SPD wählt, weil man sie so umwerfend toll findet, oder ab man es tut, weil man der SDU ein Denkzettel verpassen will.
Richtig glaubwürdig wären die Wahlergebnisse erst dann, wenn man so eine Option möglich gemacht hätte: Ich entziehe ALLEN Parteien meine Stimme, weil ich sie alle für korrupte Lügner halte und keine Lust habe da mitzuspielen. Dabei sollte diese entzogene Stimme genauso ein Gewicht haben wie eine gegebene, d.h. ALLE, die sich an der Wahl aktiv beteiligten, sollten mitgezählt und berücksichtigt werden, unabhängig davon, ob sie ihre Stimmen einer konkreten Partei gegeben haben oder allen Parteien entzogen. Und die Partei (egal welche) dürfte erst dann an die Macht, wenn sie z.B. 30 % Stimmen von ALLEN aktiv Beteiligten bekommt. Ich schätze mal, da würde die prozentuale Wahlbeteiligung des Volkes in die himmlische Höhe steigen... allerdings käme dabei keine Partei an die Macht. Und das wäre auch gut so. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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