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Angesichts der Flüchtlingsströme aus Nordafrika scheinen immer mehr EU-Länder ihre Grenzen am liebsten wieder dichtmachen zu wollen, die Schlagbäume wieder herunterzulassen, die im Zuge des Schengen-Abkommens dauerhaft gehoben worden waren. Natürlich haben sich die Staaten solche Maßnahmen vorbehalten - welcher Staat würde sich denn auch freiwillig selbst entmachten und die Kontrolle über seine Grenzen aus der Hand geben? Aber mit dem Zustrom von Flüchtlingen vom Südrand des Mittelmeers steht Europa einer Herausforderung gegenüber, für die einseitiges, unkoordiniertes nationalstaatliches Handeln kein gelungenes Konzept ist. Leuchtturm Europa: die EU verspricht einen Raum von Freiheit, Sicherheit und Recht - und einige nationale Regierungen geraten in Panik, verfallen in Aktionismus und schielen nach kurzfristigen Popularitätszuwächsen, sobald sich ein Flüchtlingsboot nähert. Festung Europa? Und wo sind die Mauern dieser Festung? Sie verlagern sich zusehends in die Ausgangsländer der Migration, entziehen sich unserer Wahrnehmung, stehen aber dennoch fest. Oberst Gaddafi war bis zuletzt ein verlässlicher Partner im Grenzregime, die libyschen Sammel- und Haftlager für aufgegriffene Flüchtlinge berüchtigt: ein stolzer Preis für Freiheit, Sicherheit und Recht. Wenn Menschen vor Armut, Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit fliehen, dürfen wir Europäer nicht die Augen verschließen oder gar in xenophobe Reflexe verfallen. Können 25.000 Nordafrikaner voller Hoffnung auf ein besseres Leben denn die EU ins Wanken bringen? Sollten wir nicht vielmehr Verantwortung übernehmen dafür, dass Europa keine Festung wird, sondern seinen eigenen Idealen treu bleibt, sich Neuankömmlingen öffnet?
Das TRANSEUROPA Festival 2011 wendet sich auch der EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik zu: Morgen findet im Südblock ein Vortrags- und Diskussionsabend zu diesem Thema statt. Mit dabei sind die grüne Europaparlamentarierin Ska Keller sowie Oktay Durukan von Helsinki Citizens´ Assembly Turkey, einer Flüchtlingsschutzorganisation. Diskutiert wird über die Verantwortlichkeit der EU für Flüchtlingsschutz an ihren Grenzen und die Lage in Nordafrika. Und nach der Diskussion gibt´s Party!
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Morgen, Freitag, 13. Mai 2011
19:30 Uhr (nach 22 Uhr DJ)
Safe return? Zur Verlagerung der EU-Asyl- und Flüchtlingspolitik an die Außengrenzen und die aktuelle Flüchtlingskrise in Nordafrika
Südblock
Admiralstr. 1-2, Berlin-Kreuzberg
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Das Schengener Abkommen ist faktisch die Aufgabe der Souveränität über Grenzkontrollen der EU Staaten, das ist eine Säule des EU Vertrages, daraus können die EU Länder jetzt nicht einfach wieder aussteigen. Sonst können Sie ja auch gleich aus der EU aussteigen, wie ein Kommissionsprecher provokant gebenüber Frankreich's und Italien's Vorschlägen zu Schengen anmerkte. Er wusste natürlich, dass sich keines der Länder wirklich ernsthaft darüber Gedanken machte. Am Ende ist eines klar, Rechtspopulismus bekommt gehörig Aufmerksamkeit und die Initiative temporärer Aufenthaltsgenehmigungen und eine solidarische Verteilung innerhalb der EU reichlich wenig. Daran scheint sich nichts zu ändern. Heute berät ein Justiz und Innenminister Sondergipfel in Brüssel darüber. Übrigens interessanter Verweis zur Titelstory der jetzigen Ausgabe des Freitag, wie die Deutschen rechtspopulistischen Parolen zustimmen..
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Beitrag mit klarer Kante, jetzt auch verlinkt auf www.politikalarm.de!
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Schluss mit dem Spiel ohne Grenzen - die Gartenzwergisierung Europas kommt zurück (den Rechtsradikalen sei Dank)!
Ob wir dann wenigstens auch unsere gute alte Mauer (bzw. den Antifaschistischen Schutzwall) wiederhaben können? misanthrope.blogger.de/stories/1823788/ |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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