Aufstieg und Fall der Liberalen haben die gleiche Ursache. Gegen das strukturelle Handicap der Partei hilft auch intelligentes junges Personal wenig>> mehr
Prominente vereinen sich vor 30 Jahren in Krefeld gegen neue US-Atomraketen auf deutschem Boden. Ende 1983 stehen unter ihrem Aufruf vier Millionen Unterschriften>> mehr
Mein Kritiker hält es mehrmals für erwähnenswert, dass mein Artikel „Wahlkampf im Tollhaus“ von einem (ehemaligen) Professor verfasst wurde. Sehr höflich ist das nicht. Ich wüsste gern, wie meine Argumente zu beurteilen sind, und zwar unabhängig von irgendwelchen Kenntnissen, die der Kritiker sonst noch über die Person des Verfassers hat. Möchte er künftig bei diesem Verfahren bleiben, werde ich ihm wohl noch einige weitere Daten über mich zukommen lassen müssen, z.B. über meine Partei-, Vereins- und Gewerkschaftsmitgliedschaften, Familien- und Vermögensverhältnisse, Gesundheitszustand, sexuelle Orientierung, frühkindliche Prägungen usw.
Dass ich 2000 einen Appell unterschrieben habe, in dem Roland Koch zum Rücktritt aufgefordert wurde, war wohl wirklich nicht sehr klug. Stattdessen hätten die Wählerinnen und Wähler aufgerufen werden sollen, diesem Politiker besonders genau auf die Finger zu sehen und bei der nächsten Wahl (2003) sich an das zu erinnern, was erst nach der vorigen (1999) herausgekommen war: die Sache mit dem Schwarzgeld und den fingierten „jüdischen Vermächtnissen“. Das wäre dann ein Appell ans Volk gewesen.
Den wirft mir mein Kritiker jetzt im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise vor. Sie ist nicht der übliche zyklische Abschwung, sondern ein Krach wie 1873 und 1929. Dessen Ursachen begannen vor dreieinhalb Jahrzehnten: ein Wechsel des Wirtschaftsstils hin zum finanzmarktgetriebenen Kapitalismus. Es lassen sich zahlreiche wirtschaftspolitische Entscheidungen aufzählen, die diesen Wandel herbeigeführt haben. Da sie in demokratischen Staaten vorgenommen wurden, sind sie mit Billigung und Mitwirkung des Wahlvolks durchgesetzt worden, also unter den Bedingungen der verfassungsrechtlich garantierten Volkssouveränität. Von dieser kann sehr unterschiedlicher Gebrauch gemacht werden. Es darf auch an das Volk appelliert werden, sie demnächst anders – ich hoffe: besser – zu nutzen.
Georg Fülberth
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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