Georg von Grote

Blog von Georg von Grote

29.01.2012 | 00:11

Filmkritiker – Arbeit am Abgrund des ganz normalen Wahnsinns. Teil 1

Teil 1: Wie alles begann

 

Filmkritiker werden wollte ich eigentlich nie. Lokführer oder Feuerwehrmann auch nicht. Eher Architekt oder Pilot auf einer Super-Constellation. Mit der durfte ich als Kind mal mitfliegen.
Ich wurde das doch trotzdem irgendwann und nun hat mich jemand hier angestupst und meinte, erzähl doch mal, wie das so ist als freier Journalist im Glanze der funkelnden Sterne aus Hollywood.
Ich kann es nur aus meiner Erfahrung heraus erzählen. Insoweit möge man mir nachsehen, dass das, was jetzt kommt, manchmal sehr persönlich ist, manches Mal absurd wirkt und manchem möglichweise nur als pure Aufschneiderei vorkommen mag. Einige dürften danach auch einiger Illusionen ärmer sein. Ich wage den Schritt trotzdem. Ich werde Namen nennen und auch weglassen, wenn Gefahr besteht, sie zu desavouieren.


Wie fing eigentlich alles an?


Meine Eltern, vor allem meine Mutter waren eifrige Kinogänger. Flimmerkisten im Wohnzimmer gab es ja noch nicht. Und wenn es ging, schleppten sie mich mit. Meist habe ich es genossen, auch wenn ich manchmal nicht so richtig verstand um was es geht. Der Saal wurde dunkel, die Spannung stieg, man konnte zittern, bibbern, mitfiebern, juchzen, heulen. Vor allem konnte man träumen. Später, in den amerikanischen Kinos, gab es dann sogar Popcorn, Tüten fast so groß wie ich. Noch warm und salzig. Süß durfte ich nicht, wegen der Zähne. Und 7up gab es, Cola war auch tabu, schmeckte mir aber auch nicht. Ab da beschloss  ich Kino richtig knorke zu finden. Cool oder geil sagte man damals noch nicht. Ich hatte mich für knorke entschieden. Okay, später dann als Dietls ‚Münchner Geschichten‘ liefen, wurde knorke beerdigt und es hieß ab da nun ‚ois chicago‘ (ois = alles). Klang auch irgendwie weltoffener.


Aber zurück zum Kino. Damals entdeckte ich Ausgaben der ‚Cahiers du Cinéma“ aus den 50ern und weil ich gerade in Frankreich aufwuchs, konnte ich die auch lesen. Gut, das meiste war noch zu hoch für mich, aber die Interviews weckten mein Interesse. Zum Teil kannte ich die Namen ja schon, Alfred Hitchcock, Orson Welles, Howard Hawks, weil ich schon deren Filme gesehen hatte. Dass die Macher dieser Ausgaben später mal zur ‚Nouvelle Vague‘ gehören würden, lernte ich erst später.


Filmkritiker wollte ich trotzdem nicht werden, aber das Kino blieb. Ob wir nun als Schüler uns abends im Kino trafen oder man sich mit ein paar Kumpels manchmal später in München vom Unterricht abseilte, weil wir lieber Im AKI am Hauptbahnhof alte Fuzzy-Filme sehen wollten. Ob man dann später als Student mit Freunden Filme guckte und bis zum Erbrechen danach diskutierte oder einfach nur ne Bierkiste ins Arri-Kino schleppte um die Mittwoch Nacht mit Eddie Constantine tot zu schlagen, Filmkritiker stand nie zur Debatte.


Nach einigen Jahren spannender Gerichtsverhandlungen, glühenden Plädoyers, langweiliger, auch stumpfsinniger Arbeit am Schreibtisch begann ich das Diktiergerät mit der Schreibmaschine auszutauschen. Ein paar Sachen über Juristerei, aber dann doch mehr Design. Design war damals absolut der Hit. Jeder wollte plötzlich nen Benz, ein de Sede im Wohnzimmer. Plötzlich saß man unbequem auf Eileen Gray oder räkelte sich auf Le Corbusier vor der Glotze, futterte nur noch von Alessi  und putzte sich danach die Zähne mit Philippe Starck. Für Ottonormal nicht finanzierbar, aber total in.


Da machte ich die ersten Kontakte mit den Medien, unter anderem auch mit einer ‚kleinen‘ Zeitung mit 3 Buchstaben in Berlin.
Ich schrieb also und ob was gedruckt wurde  war noch nicht so wichtig, hatte ja nen Job. Den hängte ich aber von einem Tag auf den anderen an den Nagel, ging nach Hause, setzte mich ans Telefon und informierte die, die bisher von mir was zu drucken wagten um ihnen stolz zu erzählen, ich hätte jetzt mehr Zeit. Die Reaktion? Ernüchternd. ‚Bist Du vom Wahnsinn umzingelt? Hast Du überhaupt eine Ahnung, auf was Du Dich da einlässt? Du hast 2 Kinder, Du bist verantwortungslos, so was zu wagen.‘ waren sozusagen das Ergebnis.
Es ging aber noch, nur deckten die Einnahmen nicht halbwegs die Ausgaben und die Reserven schrumpften. Bis dann ein Anruf der Zeitung mit den 3 kleinen Buchstaben kam. Damalige Kulturchefin persönlich. Habe gehört, Sie sind so ein absoluter Filmfreak. Da wäre was nächste Woche in München, wir wollen da was bringen, haben aber niemand, der das machen kann.
Da kann man einfach nicht nein sagen.


Ernüchterung folgte allerdings auf dem Fuß. 48 Stunden Splatterfilme nonstop. Splatter war damals nicht mein Ding, ist es auch heute noch nicht. Also Augen zu und durch.  Akkreditierung, Dauerkarte abgeholt, ins Kino gegangen und dann ging es los. Das Blut spritze fast in den Kinosaal, die Stories wurden immer dünner, abgehackte Hände, Füße, Köpfe, kreischende Frauen auf der Leinwand, johlendes Publikum. Ich saß da, mittlerweile Bierflasche in der Hand und dachte nur noch: ‚Ich bin ein Vollidiot, holt mich hier raus.“. Zum Glück nahte die Erlösung. Eine kurzfristige Ankündigung der Verursacher dieser filmischen Blutorgie, dass sie kurzfristig zwei neue Filme im Programm hätten. Das waren dann Abel Ferrara mit „Bad Lieutenant“ und John Woo mit „Hard Boiled“.als Erstaufführungen.
Filme angesehen, nach Hause gegangen, geschrieben und nach Berlin gefaxt. 2 Tage später erlösender Anruf. Angenommen und ob ich nicht noch mehr da machen könnte. Über Film können wir immer was gebrauchen. Dazu muss man sagen, Berlin war damals noch ein wenig Entwicklungsland, die wichtigsten Filmverleiher waren in Hamburg, Frankfurt und in München.


Nur hatte ich keine Ahnung. Wie und wo soll ich mir die Filme ansehen? In der Not half mir ein alter Bekannter, der war früher bei der Quick, danach zwangsläufig woanders und der sagte mir, da gibt es Pressevorführungen, morgen ist da und da eine.


Pressevorführungen sind cool. Filme sieht man da lange bevor sie im Kino landen. Man ist unter sich. Kann sich sein Plätzchen selbst aussuchen. Später hast Du Dir sogar einen Stammplatz erkämpft. Es gibt Kaffee für lau, manchmal auch Häppchen, anfangs sogar Bier oder ein Weinchen und früher konnte man in der hinteren Reihe auch noch qualmen, heute würden die Kollegen dich rausschmeißen. Und das Beste daran, kein störendes Publikum.


Ich ging also zu diesem Termin. War ein  kleines Kino, das Arena in München und sagte, Ich bin der Neue,kenne mich nicht aus, wie läuft das hier.

Der Empfang extrem herzlich, die Fragen und Informationen flogen mir nur so um die Ohren. Die Clique, die damals über Filme schrieb war noch übersichtlich, da kannte eigentlich jeder jeden und man arbeitete miteinander, nicht gegeneinander. Das hat es mir leicht gemacht. Denn ab dem Moment bestand plötzlich mein Leben daraus, den ganzen Tag Filme anzusehen – bis zu 4 oder 5 am Tag teilweise- , in den Pausen in der Sonne zu sitzen, Espresso zu schlürfen und Informationen aufzusaugen. Eigentlich eine  verrückte Arbeitssituation, aber es  sollte später noch viel verrückter werden.


Manchmal waren einige der mittlerweile Bekannten nicht da. Die sind auf einem Junket, hieß es dann. Junket stellte sich dann alsbald als Interviewveranstaltung heraus. Meine Neugier wurde immer größer und dann plötzlich die Frage, hast Du nicht Lust Interviews zu machen? Wusste zwar nicht, wie das da funktioniert, dachte mir aber, wenn Du jahrelang Zeugen, besonders die Belastungszeugen solange löchern konntest bis die nicht mehr wussten, was sie überhaupt noch gesehen haben, oder ob sie Männlein oder Weiblein sind, dann kannst Du auch Interviews machen.


Diese Überheblichkeit verflog aber blitzschnell, als man mir den Namen meines ersten Interviewpartners nannte: Oliver Stone. Ich muss schon ziemlich geschockt geschaut haben, denn der war sogar mir schon bekannt als ‚pain in the ass‘, gefürchtet auch bei erfahrenen Journalisten wegen seiner unverhofften cholerischen Anfälle.  Sagte aber nur, kein Problem. Eine erfahrene Kollegin hat wohl meine leichte Angst bemerkt, nahm mich später beiseite und schlug mir vor, das Gespräch gemeinsam zu führen. Die Dame war Frauke Hank, zärtlich unter Insidern auch als ‚Schlachtross der Filmkritik‘ bezeichnet. Dabei war sie klein und zierlich, aber eben erfahren.


Frauke und ich flogen also 2 Tage später nach Hamburg in die Suite des Löwen. In Hamburg lernte ich dann auch Klaas Akkermann kennen, aber dazu noch später.
Damals lümmelte man sich im Hamburger Atlantic noch in der Lounge in die weichen Sessel nicht wie heute in extra angemieteten und spartanisch bestuhlten Empfangssuiten, wo jeder sitzt, wie ein Spatz auf der Stange, bekam etwas zu essen, was zu trinken, konnte sich sogar, wenn man wollte ein wenig Mut antrinken und es hieß warten, warten, warten.  Beste Gelegenheit wieder Informationen zu sammeln, denn da waren dann auch die aus Berlin, Köln aber auch Hamburg.  Zwischendurch huschte Udo mal durch, den mochte ich zwar schon damals, aber der war jetzt nicht wichtig. Ich hatte das Gefühl, trotz Hilfe an meiner Seite, geradewegs unters Fallbeil zu geraten.


„Ihr seid dran“. Frauke stupst mich an, komm, du schaffst das schon. Fahrstuhl, Empfang durch eine Mitarbeiterin des Verleihs. Man latscht durch lange Korridore, die Knie werden immer weicher. Dann wieder warten. Vor der Tür. Irgendwie ging mir durch den Kopf, ob ich jetzt Sternsinger oder Bettler bin. Eigentlich wollte ich nur noch weg. Ging nicht. Die Tür ging auf, ein nicht gerade glücklich dreinblickender unbekannter Kollege kam raus, schien nur noch zu flüchten. Ich ließ Frauke Hank den Vortritt, war noch gar nicht halb in der Tür und hörte nur noch ein lautes, lang gezogenes: „Hääääääääääänkiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!“

 

Ich stoppe hier mal. Sollte Interesse daran bestehen, wie es weitergeht, dann gerne, ansonsten war es wenigstens mal einen Versuch wert :-)

 

Teil 2:   www.freitag.de/community/blogs/georg-von-grote/filmkritiker--arbeit-am-abgrund-des-ganz-normalen-wahnsinns-teil-2

 
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Kommentare
SuzieQ schrieb am 29.01.2012 um 00:22
weitermachen ...
und ganz nebenbei erzählen, wie Du hier gelandet bist.
Und nein, bitte keinen song, ...
Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 00:58
Nee Suzie, so leicht kommste nicht davon :-)

Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 01:40
Und wie ich hier gelandet bin, sagte ich irgendwo schon einmal. Ich sags besser jetzt hier, weil mit der obigen Geschichte hat das nichts zu tun

Ich bin hier per Zufall reingewulfft. Habe gerade Zeit, weil ich an einem Buch schreibe, war mal wieder zur Ablenkung auf SPON, stolperte über Augsteins Streiflicht und der link zum Freitag war nicht zu übersehen.
Da Neugier das Kerosin des Lebens ist, folgte ich dem link und fand mich plötzlich mitten in Augsteins Spielwiese und lauter hoppelnden eifrigen Häschen.
Gefiel mir aber irgendwie und nun bin ich hier.
SuzieQ schrieb am 29.01.2012 um 02:23
'lauter hoppelnde Häschen auf der Spielwiese von Augstein', ja, nee, is klar,
irgendwie,
kann man s dann nicht lassen,
reingewulfft,
und weiter geschrieben an dem Buch, eifrig.
Gefiel mir aber irgendwie, soso ...
Alien59 schrieb am 29.01.2012 um 06:26
Soll ich das als Perle melden:
"Habe grade Zeit, weil ich an einem Buch schreibe"?
Musste breit Grinsen.

Ansonsten: Wunderschön erzählt. Danke.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 29.01.2012 um 00:34
***** superior deluxe, ehrlich!
Und der Cliffhanger: 'chicago' ist gar kein Ausdruck :o)
SuzieQ schrieb am 29.01.2012 um 01:34
Chicago von CSNY:

: )
Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 01:51
kay.kloetzer schrieb am 29.01.2012 um 00:52
weiter! bitte!
Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 01:13
Gebt mir Zeit, das kann ne Dauerserie werden :-)
SuzieQ schrieb am 29.01.2012 um 13:51
"..., das kann ne Dauerserie werden ..."
achnee, sag bloß mit mehreren Folgen ; )
archinaut schrieb am 29.01.2012 um 02:07
Ja, bitte mehr davon...;-))
weinsztein schrieb am 29.01.2012 um 02:12
Mit Vergnügen gelesen.

Sie machen gefälligst weiter!

Ist das klar?
tlacuache schrieb am 29.01.2012 um 03:02
Sehr schoen !!!
Bei nicht Weiterverfolgung gibt es eine Sitzung mit den
"Chefbloggern" in Berlin und dann wird der Grote gesperrt.
:-)))))
Weitermachen !
;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 29.01.2012 um 03:45
Ab da beschloss ich Kino richtig knorke zu finden. Cool oder geil sagte man damals noch nicht. Ich hatte mich für knorke entschieden. Okay, später dann als Dietls ‚Münchner Geschichten‘ liefen, wurde knorke beerdigt und es hieß ab da nun ‚ois chicago‘ (ois = alles). Klang auch irgendwie weltoffener.

Ich korrigiere dich nur ungern, aber "chicago" als Eigenschaftswort bedeutet - jedenfalls soweit es sich auf Dietls "Münchner Gschichten" beruft - genau das Gegenteil von "knorke". Ich weiß, ich weiß, im Internet wird das Gegenteil behauptet
www.fernsehserien.de/index.php?serie=460,
aber das liegt nur daran, daß sich die Leute nicht erinnern können.
In einer der Geschichten (ich glaube, es war "Geschäft ist Geschäft") braucht Charlie einen Kredit, den er schließlich von seinem alten Kumpel Max (Hans Brenner) bekommt. Jemand weist Charlie drauf hin, daß die Konditionen ruinös wären und Charlie nimmt ihn schließlich doch nicht. Darauf sagt ihm der Max: Freilich, die Konditionen seien chicago, für ihn, Charlie. Daß er den Kredit jetzt doch nicht nehme sei auch chicago, aber für ihn, Max.
Paßt ja auch viel besser. Chicago ist die Stadt der Gangster und anderer Geschäftsleute.

Ciao
Wolfram
Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 05:06
Wolfram, ich glaube den Begriff begreift nur ein Bayer wirklich. Wir denken hier anders. :-)

ich geh mal pennen und schreib morgen weiter, aber Hälfte der nächsten Folge ist schon geschafft :-)
Wolfram Heinrich schrieb am 29.01.2012 um 05:20
@Georg von Grote
Wolfram, ich glaube den Begriff begreift nur ein Bayer wirklich. Wir denken hier anders. :-)

Ihr seids so was von arme Schweine, wo immer dieses "hier" auch liegt. Ich werde dich in mein frühmorgendliches Nachtgebet einschließen.
Geht ein Nachtgebet von einem katholischen Atheisten für dich in Ordnung?

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 30.01.2012 um 13:20
Hahaha, das ist herrlich... zwei Bayern begreifen gegenseitig nicht, dass sie beide Bayern sind und versuchen sich gegenseitig zu erklären, wie man in Bayern denkt... wo bekommt man so etwas noch serviert? Jungs, Ihr solltet Euch schon alleine am Akzent erkennen können...
Georg von Grote schrieb am 05.02.2012 um 17:50
Das kann nur jemand sagen, der Bayern nicht kennt. Heinrich ist Niederbayer, ich Oberbayer. Da gibt es durchaus manchmal dialektische Verständigungsprobleme, Wie auch mit den bayrischen Schwaben, den Franken und mit den Oberpfälzern ist es schier unmöglich :-)
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 18:10
Oje, es wird kompliziert. Dass Bayern ein Mittelpunkt des Universums ist, hat Wolfram mich schon aufgeklärt. Aber dass dieser Mittelpunkt so viele lokale Mittelpunkte hat? Ich glaube, wir müssen hier beim Freitag eine Rubrik für Bayernkunde einrichten...
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 22:10
@Georg von Grote
Das kann nur jemand sagen, der Bayern nicht kennt. Heinrich ist Niederbayer, ich Oberbayer. Da gibt es durchaus manchmal dialektische Verständigungsprobleme,

Oberbayern ist ein völlig anderer Kulturkreis. Ich bin ja öfter mal von Eggenfelden (Niederbayern) die 30 km nach Neumarkt-St. Veit (Oberbayern) gefahren, und ich habe jedes Mal gedacht: Ja, leck mich doch am Arsch, was sind denn das für Leute? Es war wie am Kongo oder in Bagdad.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 22:11
@DandelionWine
Oje, es wird kompliziert. Dass Bayern ein Mittelpunkt des Universums ist, hat Wolfram mich schon aufgeklärt. Aber dass dieser Mittelpunkt so viele lokale Mittelpunkte hat?

In der Schule haben wir einst gelernt, daß der Rottaler Bauer arbeit- und schweigsam wäre, während der Vilstaler Bauer schweig- und arbeitsam sei. Ich wohne jetzt im Vilstal, anfangs war das schon ein Kulturschock, obwohl doch beides in Niederbayern liegt.

Ich glaube, wir müssen hier beim Freitag eine Rubrik für Bayernkunde einrichten...

Das sollten wir unbedingt! Dein Bayer, das unbekannte Wesen. Das wäre auch ungemein lehrreich für all die Preißn, die wo zu uns umziehen, weil es sich hier halt besser leben läßt als bei ihnen droben in Südschweden.

Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 22:30
@Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 22:10

"Oberbayern ist ein völlig anderer Kulturkreis. Ich bin ja öfter mal von Eggenfelden (Niederbayern) die 30 km nach Neumarkt-St. Veit (Oberbayern) gefahren, und ich habe jedes Mal gedacht: Ja, leck mich doch am Arsch, was sind denn das für Leute? Es war wie am Kongo oder in Bagdad."

Jungs, Ihr habt ein Knall...
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 22:34
@Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 22:11

"Ich glaube, wir müssen hier beim Freitag eine Rubrik für Bayernkunde einrichten...

Das sollten wir unbedingt! Dein Bayer, das unbekannte Wesen. Das wäre auch ungemein lehrreich für all die Preißn, die wo zu uns umziehen, weil es sich hier halt besser leben läßt als bei ihnen droben in Südschweden."


Hm... wenn Ihr mit Georg die praktische Teile des Unterrichts übernimmt, und zwar unmittelbar in Bayern... er in Oberbayern, Du in Niederbayern... dann kann ja natürlich nix schief laufen...
Georg von Grote schrieb am 05.02.2012 um 22:49
Also meine Töchter sind ja so ab 6 in Hebertsfelden aufgewachsen und in Eggenfelden aufs Gymnasium gegangen.
Zum Glück wohnte Papa in München und so konnten sie sozusagen bi-kulturell aufwachsen :-)
Georg von Grote schrieb am 05.02.2012 um 22:51
Lara, wenn Du jetzt auch noch wüßtest, dass der Bayer an sich im Grunde seines Herzens immer noch ein Anarchist ist :-)
DandelionWine schrieb am 05.02.2012 um 23:02
@Georg von Grote schrieb am 05.02.2012 um 22:51

Ups... dann bin ich auch Bayerin???? Und das erfahre ich erst jetzt????
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:35
@DandelionWine
Jungs, Ihr habt ein Knall...

Wer nicht verrückt wird, der ist nicht normal.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:36
@DandelionWine
Hm... wenn Ihr mit Georg die praktische Teile des Unterrichts übernimmt, und zwar unmittelbar in Bayern... er in Oberbayern, Du in Niederbayern... dann kann ja natürlich nix schief laufen...

Wir könnten natürlich auch erst mal theoretische Lehrbriefe verfassen, so quasi im Fernstudium. Etwa in dieser Art:
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/10/muschi-maria-theresia-und-fotze.html
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2011/08/schwulitaten.html
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2010/06/atheismus-sudliche-variante.html
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2009/05/bayerische-seele.html

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:37
@Georg von Grote
Also meine Töchter sind ja so ab 6 in Hebertsfelden aufgewachsen und in Eggenfelden aufs Gymnasium gegangen.

In Hebertsfelden, kein schlechter Ort zum Aufwachsen. Als seinerzeit mein Göt (Firmpate) in Hebertsfelden zu Grabe getragen wurde (Mitte der sechziger Jahre), gingen routinierte Klageweiber vor dem Trauerzug einher und schrieen sich die Seele aus dem Leib. Gott, war das ein Auftritt, ich war aufs Höchste irritiert. So was kennst du sonst nur aus dem Fernsee und selbst da spielt der Film in Süditalien.
Das ist jetzt nicht erfunden, ischwör.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:38
@Georg von Grote
Lara, wenn Du jetzt auch noch wüßtest, dass der Bayer an sich im Grunde seines Herzens immer noch ein Anarchist ist :-)

Sowieso. Nicht umsonst ist in den alten Geschichten der Wilderer der Held und nicht der Jäger. Und der Wappenspruch der CSU ist "Legal, illegal, scheißegal". Und dann gibt’s da noch die Geschichte von der Mayer Bruni im Landkreis Rottal-Inn:
derfranzehatgsagt.blogspot.com/2010/08/bruni-mayer-eine-felsin-im-schwarzen.html

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 06.02.2012 um 00:39
@DandelionWine
Ups... dann bin ich auch Bayerin???? Und das erfahre ich erst jetzt????

Hab ich dir nicht schon mal gesagt, daß Sibirien ein Vorort von Miesbach ist?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 29.01.2012 um 05:22
Wie sagte schon der berühmte Trüffoo Franze: "Es gibt keine Filmkritik, außer man schreibt sie."

Ciao
Wolfram
Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 06:23
abghoul schrieb am 29.01.2012 um 08:46
aaaahhh, George.
Irgendwie wusste ich das dat kommen würde, hab mich schon drauf gefreut! Good Stuff!
Mein *ehem* FilmProjektor im Innenhirn *ehem* hat mir eine Visualisierung als Retro-Fernsehserie gegönnt.
da war ich erstmal baff, um das zu realisieren bräuchte man wohl so ein paar Doppelgänger Schauspieler und etwas ComputerRumgetrixe aber das wär ein Volltreffer, wette ich ma.
Auf jeden Fall-...lecker, ich will mehr,...
see you on Part Two!
abghoul
Magda schrieb am 29.01.2012 um 11:31
Danke, das ist doch klasse. Und toll erzählt.
Magda schrieb am 29.01.2012 um 11:35
Und bereue auch nochmal nachhaltig...aber andererseits - wenn sie was bewirkt haben ist es gut.
Ich finde, für solche Geschichten eignet sich das Bloggen doch wunderbar.
tlacuache schrieb am 29.01.2012 um 11:45
"Magda schrieb am 29.01.2012 um 11:35"
?
bereue?
Erklaerungsbeduerftig !?
LG
Georg von Grote schrieb am 29.01.2012 um 13:54
Lach Magda,
da gibt es nichts zu bereuen. Ich hab das längst vergessen. Ausserdem war ich auch nicht gerade zärtlich zu Ihnen.
Vielleicht brauchte es gerade diesen Anstoß, dass ich mich hinsetzte und einfach mal frei Schnauze losgeschrieben haben :-)
Theda schrieb am 05.02.2012 um 11:58
"48 Stunden Splatterfilme nonstop."

Wo liefen denn zu den Zeiten Splatter im Kino, also, unter welchen Bedingungen?
Georg von Grote schrieb am 05.02.2012 um 14:24
Das war ein Mini-Festival in den beiden City-Kinos in München.
Veranstalter waren die, die später das Fantasy-Filmfest aus der Taufe holten.
Theda schrieb am 05.02.2012 um 15:13
Dann ist es ja eigentlich auch nicht verwunderlich, dass so viele eine utopische Vorstellung von der Arbeit eine Filmkritikers besitzen, wenn die Involvierten Quereinsteiger über Body Genres schreiben lassen.
Georg von Grote schrieb am 05.02.2012 um 15:21
Schau an, da kennt jemand Carol Clover :-)
Theda schrieb am 05.02.2012 um 15:40
Mit ein bisschen Hypertext-Klickerei "kennt" man so ziemlich alles.
Theda schrieb am 05.02.2012 um 15:40
Mit ein bisschen Hypertext-Klickerei "kennt" man so ziemlich alles.
Theda schrieb am 05.02.2012 um 15:42
P.S.: …und mit Einmal-Klickerei erscheint so ziemlich alles doppelt.
Georg von Grote
Journalist und Cosmopolit. Ach ja, auch noch Jurist und Hobbykoch. Über die restlichen erlernten Fähigkeiten hänge ich vorerst lieber den Mantel des Schweigens. :-)
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