Georg von Grote

Blog von Georg von Grote

11.02.2012 | 02:42

In the Land of Blood and Honey

Ich wage es einfach mal, auch wenn man mir später diesen Blog um die Ohren haut.

Aber nachdem die gute Maike Hank offenbar schon am 2. Berlinale-Tag leichteErmüdungserscheinungen zeigt - Hoppla Frau Hank? Da hatte Hänkiii mit ihren damals schon fast 60 noch mehr Standvermögen - und am Ende noch In The Land of Blood And Honey sehen möchte, dann bitte dranbleiben, anschauen.

Nicht wieder den 200er nehmen. Ich möchte darüber etwas lesen, da ich den Film bis jetzt leider nur in Ausschnitten kenne.

Zur Einstimmung einfach mal ein altes Interview mit Jolie.

Okay, das dürfte den hohen Ansprüchen der Community vielleicht nicht genügen, weil für Boulevard geschrieben, aber ein wenig zeigt es doch, wie die Frau tickt - Jolie , nicht Hank:

 

  • Angelina Jolie

    Wenn sie mit einem 30.000 Dollar-Kleid auf einer Party in den Pool hüpft ist sie der Liebling der Medien. Ihre kurze aber knackige Ehe mit Kollegen Billy Bob Thornton katapultierte sie in die Luder-Ecke, nicht nur wegen der
    Gerüchte um wilden Sex und Blutspenden mit ihrem verflossenen Gatten. Ab dem Zeitpunkt dichtete man ihr gerne Maso-Sado-Spielchen an und Liebhaber, die vor den Hotelzimmern Schlange stehen. Über solche Geschichten kann sie nur milde lächeln, die tangieren sie nur peripher. Wir trafen in Berlin auf Angelina Jolie, ungeschminkt in knackigen Jeans, T-Shirt und Turnschuhen und einem grenzenlosen Selbstbewusstsein. Die Tochter vom großen Hollywood-Mimen Jon Voight, die längst ihre eigene Karriere gestrickt hat, wirkt überaus tough und  überrascht durch ihre Offenheit. Ihr Rezept: Ich habe nichts zu verbergen
    und nichts, über was ich mich schämen muss.

  • Okay, reden wir über Ihre Tattoos. Auf Ihrem Rücken steht "Know your rights" (Kenne Deine Rechte). Welche Rechte?

  • "Die Fundamentalen. Freiheit, sagen dürfen, was man denkt, respektiert zu werden, Mensch sein und akzeptiert werden, egal ob als Frau oder Mann. Aber ganz wichtig sind die Rechte der Kinder und die haben keine Lobby. Deshalb
    setze ich mich vor allem für die Rechte der Kinder ein, vor allem auch in den USA. Ich besorge ihnen Berater, Rechtsbeistände. Kinder sind unsere Zukunft und wir sind dabei unsere Kinder mit Füssen zu treten und damit
    auch unsere Zukunft."

  • Das andere steht auf Ihrem Bauch: "Quod me nutrit me destruit" (Was mich ernährt, zerstört mich auch), eine Warnung vor Ihrem Job?

  • "So kann man es deuten. Ich sehe es als eine Art Warnung im Sinne: Werde nicht zu leichtgläubig. Traue nicht dem Erfolg, denn der kann Dich auch herunterziehen und blitzschnell verschwinden. Und werde durch Erfolg nie überheblich."

  • Fühlen Sie sich als eine Art Rebellin im glamourösen Sumpf Hollywoods?

  • "Das kann schon sein, dass man mich so sieht. Ich tue es nicht. Ich sage einfach nur was ich denke und lasse mir nicht vorschreiben was ich machen soll. Ich mache das aber nicht um um Aufmerksamkeit zu heischen, sondern ich bin einfach so. Vielleicht hat man ja in der Branche ein wenig Angst vor Frauen, die selbstständig sind, ihr eigenes Leben im Griff haben und sich nicht verbiegen lassen. Wenn mit "Rebell" das gemeint wäre, dann ist wäre es ja auch ein Kompliment. Aber es gibt viele Frauen, die so sind wie ich."

  •  
  • Naja, aber vielleicht nicht so attraktiv wie Sie, kann das störend sein?

  • "Ich kann ja nichts dafür, dass ich so bin, wie ich bin. Aber es hilft auf der einen Seite und kann sich aber auch negativ auswirken, wenn man in eine bestimmte Schublade gesteckt wird."

  • Den Namen Ihres Vaters Join Voight haben Sie schnell abgelegt. War er hinderlich?

  • "Nein, das nicht. Aber ich wollte auf eigenen Füssen stehen und bei meinem Beruf nicht von meinem Vater profitieren. Das habe ich auf ganz andere Weise, denn mein Vater hat mir von klein auf gezeigt, wie das Geschäft läuft. Ich bin da also nicht blauäugig hineingetappt, sondern wusste von Anfang an, worauf ich mich da einlasse. Als ich da anfing, konnte mir keiner mehr etwas vormachen. Das habe ich meinem Vater zu verdanken."

  • Ihre Patentante ist Jacqueline Bisset, War die auch eine Art Mentorin?

  • "Eher weniger. Wir haben nur locker Kontakt. Mögen uns sehr, aber sehen uns leider zu selten. Meine Patentante wurde sie auch eher deshalb, weil sie sich während der Schwangerschaft und meiner Geburt sehr rührend um meine Mutter gekümmert
    hat."

  • Wie wichtig ist Ihnen eigentlich die Schauspielerei?

  • "Nicht lebenswichtig. Ich mache es, weil es mir Spaß macht und ich damit Geld verdiene. Und wenn ich keine Lust mehr habe, höre ich auf. Mein Engagement in Afrika und Kambodscha, vor allem den Kindern dort Hoffnung zu
    geben und eine lebenswerte Zukunft zu eröffnen, sind mir wesentlich wichtiger."

  • Und Männer?

  • "Ich möchte Männer nicht missen, aber ich brauche sie nicht. Ich komme bestens allein zurecht."

  • Sie kennen ja nun schon einige, sind 2 Mal geschieden, was muss ein Mann haben um Sie zu interessieren?

  • "Ausstrahlung und in der Lage sein, auf eigenen Füssen zu stehen. Er muss wissen, was er will, selbstständig sein. Von den Eroberertypen, die dann am Rockzipfel hängen, von denen gibt es genügend. Außerdem habe ich ja Maddox."

  • Ihren Adoptivsohn, Ihr Ein und Alles?

  • "So kann man es sehen. Maddox hat in meinem Leben die zentrale Rolle. Er hat mein Leben verändert und ihm einen anderen Sinn gegeben. Ich sehe durch ihn viele Dinge anders."

  • Was geben Sie ihm auf seinem Lebensweg mit?

  • "Respekt vor anderen. Ich denke das ist ein extrem wichtiger Punkt. Wenn man
    andere Menschen nicht respektiert, dann kann man sich selbst auch nicht respektieren. Ja, und eine gute Erziehung ist auch wichtig."

  • Letzteres dürfte doch schwieriger sein, wenn Sie ihn überall hin mitnehmen.

  • "Das ist das kleinste Problem. Schulen gibt es überall und Maddox geniesst es, unterwegs zu sein. Er kommt mit der Situation bestens zurecht und es ist auch gut für seine Entwicklung zu sehen, dass es auch anderes gibt, als eine
    elitäre Schule mit elitären Menschen hinter großen Mauern, die die Welt nicht hereinlassen."

  • Haben Sie nicht auch solche Mauern? Angeblich ein Penthouse in New York, einen Landsitz in England, aber auf der anderen Seite eine Bambushütte in Kambodscha.

  • "Das ist die Presse, die das behauptet. In New York habe ich ein Büro und das Haus in England, das immer abgebildet wird, gehört gar nicht mir. Ich bin da zu Hause wo Maddox ist und das kann in jedem x-beliebigen Hotelzimmer sein oder in jeder Hütte."

 

Das war zu Oliver Stones "Alexander der Große".  In meinen Augen sein schlechtester Film , aber zeigt doch ein wenig, dass  diese Frau ein wenig anders tickt als was man in ihr sieht.

 

Bin gespannt, wie ihr eigener Film geworden ist.

Also Maike Hank, nicht vorher in den 200er steigen :-)

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Sarah Rudolph schrieb am 11.02.2012 um 11:41
Solange wir auf Maikes Bericht warten: Matthias Dell hat den Film zumindest erwähnt, Begeisterung liest sich aber anders: www.freitag.de/community/blogs/mdell/die-letzte-birne-von-bosnien
Georg von Grote schrieb am 11.02.2012 um 13:18
Dells Birne habe ich schon verspeist. Offenbar eine mit faulen Stellen.
Aber mal sehen, wie Maike Hank das aus ihrer Sicht beurteilt.
archinaut schrieb am 11.02.2012 um 15:28
Gut gewagt, Grotes Georg!
Das Interview im letzten Spiegel klingt noch ganz ähnlich,
Angelina Jolie scheint sich treu zu bleiben....
Georg von Grote schrieb am 11.02.2012 um 17:17
Danke für den Tip, Archie. habs mir gerade runtergeladen und durchgelesen.
Nicht das das jemand falsch versteht. Ich bin kein Jolie-Fan oder Verehrer, aber ich habe einen gewissen Respekt vor dieser Frau, weil sie in meinen Augen glaubwürdig ist. Und nicht viele schaffen diesen Spagat wie sie zwischen diesem Irrsinn Hollywood, Medieninteresse und " halbwegs normalem" Leben.
Mein Interview ist ja nun schon lange her, da haben wir zwar ausführlich über ihre Erlebnisse in Kambodscha gesprochen, alles andere war ja danach noch nicht passiert, aber so was bringt man in manchen Zeitungen nicht unter.
Insoweit ist das Spiegel-Interview in meinen Augen sehr gelungen.
Mich ärgert manchmal, wenn Kollegen so jemanden dann nur auf sein Gesicht, sein Geld, seinen möglichen Ruhm, die Kleider und meinetwegen auch auf Brad Pitt reduzieren, der übrigens ähnlich denkt wie sie.
Georg von Grote schrieb am 14.02.2012 um 13:58
Hier noch ein link, Archie.

www.berliner-zeitung.de/berlinale-2012/berlinale-interview-mit-angelina-jolie--ich-kann-zwischen-den-welten-wandern-,11463210,11628044,item,0.html

Gibt es denn niemanden in Berlin beim Freitag, der in der Lage ist, solche Interviews zu machen? Oder würden die gar nicht erscheinen, weil sie nicht ins Konzept passen?
die_edda schrieb am 14.02.2012 um 15:58
lieber georg,

ich lese jetzt schon seit ein paar wochen hier deine beträge mit wachsender begeisterung und komm dabei selber ins nostalgische strudeln (vor allem bei der erwähnung von frauke hank, mit der ich u.a. zwei ausgesprochen denkwürdige interviews führen durfte... höhö).
tatsächlich ist diese berlinale die erste seit 20 jahren, an der ich mich nicht beteilige, und das obwohl ich vor 6 jahren eigentlich wegen der berlinale nach berlin gezogen bin. (aber dazu vielleicht an anderer stelle mehr... )

was ich aber zu frau jolie, ihrem film und ihrer anwesenheit auf dieser berlinale sagen möchte:

- es ist ja nett medienwirksam, wenn kosslick jolie als vertreterin hollywoods ausweist, ihr film, seine entstehung, ja sogar die produktion hat mit hollywood überhaupt nichts zu tun. dass sie durch hollywood-produktionen zum weltstar geworden ist, hilft diesem film lediglich bei der vermarktung.

- was ich bisher in keinem interview zu diesem film, ihrem autoren- und regiedebüt, gefunden habe, sind jegliche art von fragen, die sich mit mit dem eingreifen der internationalen staatengemeinschaft in BiH beschäftigen. sie klagt an, dass es so spät passiert ist. aber weiß noch irgendwer, was dann passiert ist?
z.b. das de.wikipedia.org/wiki/UNPROFOR#Srebrenica
übrigens ist der gesamte balkan, seine krisen und kriege ein prima beispiel dafür, wie kopflos es zugehen kann, wenn mit oder ohne un-mandat militärisch eingegriffen wird.
ruanda ist ein anderes gutes beispiel.
und syrien steht auf einem ganz anderen blatt.

- zum anderen habe ich in allen interviews die frage vermisst, warum frau jolie einen film über die auswüchse des bosnienkrieges selbst schreiben und inszenieren musste. warum hat sie nicht einfach eine produktionsfirma aufgemacht, die einheimischen autoren und regisseuren die möglichkeit gibt, ihre filme und ihre geschichten zu erzählen?
etwa weil es solche leute nicht gibt? denkste!!
ich war 1999 privat und eher zufällig in sarajevo. und 2000 in der fipresci-jury beim filmfest sarajevo.
de.wikipedia.org/wiki/Sarajevo_Film_Festival
wir (meine zwei kollegen und ich) wurden zwar eingeladen, um einen film aus dem internationalen wettbewerb zu prämieren, haben uns aber die dreistigkeit erlaubt, den preis einem film aus der inländischen sektion zu geben. sehr zum missfallen von herrn eder und sehr zur freude der bosnischen filmemacher.
ja, es werden jährlich 5-8 filme in BiH verwirklicht, mit spärlichsten mitteln! viele von ihnen erzählen mit weit mehr intensität davon, wie tief der krieg auch noch 5, 10, 15, 20 jahre danach in den knochen sitzt. und sie erzählen auch davon, wie fragil dieser staat immer noch ist, trotz diverser un-wellen.

ich habe kurz vor der berlinale "in the land of blood and honey" gesehen. er ist vielleicht ein gut gemeinter, aber kein gut gemachter film. (dafür gibt es zu viele brüche in der psychologie der charaktere)
und es ist mal wieder ein film, der mir sagt, wie böse und menschenverachtend kriege sind und dabei keine offene wunde, hübsch ins bild gerückt, auslässt. er ist kein "herz der finsternis", sondern kopf einer prominenten unhcr-botschafterin, die um authentizität bemüht ist, während um sie herum die realität tobt.
Georg von Grote schrieb am 14.02.2012 um 16:12
Liebe Edda!

Erstmal feste umarmen und dann abknutschen :-)
Wieso bist Du nicht mehr offiziell auf der Berlinale :-)

Schön, Dich zu lesen. In München geht gerade die Sonne auf :-)
ich wollte eigentlich in der anderen Serie weitermachen mit Klaas. Trau mich mich aber irgendwie nicht. Oder soll ich?
Georg von Grote
Journalist und Cosmopolit. Ach ja, auch noch Jurist und Hobbykoch. Über die restlichen erlernten Fähigkeiten hänge ich vorerst lieber den Mantel des Schweigens. :-)
Mitglied seit:
10.01.2012
Zuletzt aktiv:
27.05.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 68
Kommentare: 3070
Logbuch
05:07
marvinius hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:26
JR's China Blog hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:10
weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:59
archinaut hat gerade einen Kommentar geschrieben.
03:33
archinaut hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG