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Ich mache mal einen kleinen Ausflug von meinem langweiligen Filmkritikerdasein in andere Gefilde.
Balladen. Okay die Jüngeren kennen Balladen, ob von den Scorpions oder sonst wem.
Ich musste noch die von Schiller, Goethe und, und und auswendig lernen und vortragen. Auch in Frankreich, am Lycée International, denn da hatten wir speziellen Deutschunterricht.
Es war nicht witzig. Anstrengend. Ehrlich gesagt, hat mich und uns dieser Zwang den Verfassern dieser Texte dadurch nicht unbedingt näher gebracht. Oft, war eher das Gegenteil der Fall.
Erst viel später war ich wieder frei im Kopf und bereit, mich damit zu befassen.
In Hamburg traf ich dann irgendwann Achim Reichel.
Okay, meine Generation kannte den Namen von den Rattles. Danach verloren wir ihn ein wenig aus dem Auge und aus den Gehörgängen.
Irgendwann tauchte er wieder auf. In der ZDF-Hitparade mit "Fliegende Pferde".
Reichel in der Hit-Parade? In meinen Augen ein Abstieg, obwohl ich das Lied heute noch mag.
Irgendwann kam dann auch mal das Shanty-Album. Gefiel mir als Segler.
Dann traf ich ihn, wir mochten uns. Streiften durch Hamburg, klönten am Hafen auf der Mole.
Und dann erzählte er mir was von Balladen. Von Schiller, Goethe und Co.
Da wurde ich hellhörig. Reichel und Goethe?
CD war schon raus, ich habe sie mir besorgt. Angehört. Dachte mir, das ist es. So kann man Kids die Klassiker nahe bringen. Einige Deutschlehrer dachten wohl ähnlich und bauten das in ihren Unterricht ein.
Vielleicht kennen hier viele Achim Reichel nicht, deshalb habe ich ein wenig gestöbert und erlaube mir, ein paar Videos zu verlinken.
Und Dir, Achim, wenn Du das mal lesen solltest, sage ich nur Aloha He!
So fing es mal an:
Achim Reichel ist übrigens der ganz links im Video.
Und vielleicht mögen es viele gar nicht glauben, die Rattles waren in England damals beliebter und bekannter , als die Beatles. Sogar in Liverpool.
Die Beatles hatten eigentlich erst ihren Durchbruch, als sie im Star-Club auftraten. Auf der Großen Freiheit. Ausgerechnet in Hamburg, der Heimat der Rattles
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Okay, das kannte ich ja aus meiner Jugend. Aber dann 1991, Auf der Großen Freiheit 36, sah ich dann diesen Achim Reichel.
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Spätestens da war mir klar, wenn Du irgedwann nach Hamburg ziehst, dann auf den Kiez, nach St. Pauli.
Aber die Fliegenden Pferde will ich nun auch nicht unterschlagen, aber dann ab zu den Balladen. |
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Und da war er schon, der Ribbeck aus dem Havelland.
Der mit dem Birnbaum. Aber was war mit John Maynard? Und who the fuck is Fontane? |
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Und dann kommt Achim Reichel mit so was daher.
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Okay, wer Maynard musikalisch begraben kann, der macht auch vor Königen nicht Halt :-)
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Auch nicht vor Hexenmeistern
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Aber der olle Wolfgang von hatte ja noch mehr auf Lager damals.
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Und irgendwann hörte ich da hier. Und wer kennt schon Otto Ernst?
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Und nachdem ich die Planken unter meinen Füssen kenne, im Moment sehr vermisse, Kap Horn kenne , weil umsegelt und weiß wie ohnmächtig wir sind, wenn wir die Natur uns am Schlawittchen packt, ist das mein Lieblingssong von Achim. Detlev von Liliencron hat ihn geschrieben
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Und wir saßen öfter auf einer Parkbank in St. Pauli, oberhalb der Hafenstrasse, Achim und ich. Und wir beide kannten das Meer. Wir kannten seine Wucht, seine Stille, seine Gnadenlosigkeit, wenn es mal toben konnte
Und dann saßen wir da. Der Hafen lag still vor uns zu unseren Füßen. Und wir fragten uns, warum unsere Dichter und Denker dieses Meer, das manche von ihnen nie kennengelernt hatten, aber jedesmal wenn es denn mal wild wurde, fast unisono mit den stampfenden Hufen von schnaubenden Rössern verglichen. |
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Dabei ist sowas wie "Die Bürgschaft" von Schiller doch auch sehr schön. :-)
Die Rattles kenne ich nicht, aber Johnny B Good kenne ich von Johnny Cash & Elvis :-) |
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Und den nicht? :-)
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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