gerhard monsees

Blog von gerhard monsees

27.01.2012 | 18:13

Ist die Freitag-Community das Private Equity der Linkspartei?

Schön ist die offene Community, wenn man an sie glaubt. Es gibt hier Beteiligte, die allenfalls eine gewisse Linksfühligkeit pflegen. Vor einem Jahr gab es sogar ein paar ausgewiesene Linkenkritiker, aber die sind anscheinend verschwunden. Eine Bloggerin aus der Mitte der FC bezeichnete mich als "einsamen Rufer in der Wüste". Eine exakte Bestimmung meiner Beteiligungssituation.

 

Die gefühlten 99 Prozent, die Anleger der Linkspartei in einer fluffigen "Community-Cloud" aufbringen, sind aber nicht das Problem. Im Gegenteil, vor allem deswegen bin ich in dieser Community. Die Linkspartei will eine "neue" gesellschaftliche Ordnung realisieren. Da dies zufällig auf mein Interesse an gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen trifft, ist die Community fast ein idealtypischer Ort für diesbezügliche Problemlösungen.

 

Jeder ist offen für die Argumente und Ideen. Nur laufen die Dinge hier anders. Die parteiliche Mehrheit bleibt vorzugsweise unter sich, und bestätigt sich lieber selbst. So schaut es sich für einen weder links-, noch rechts-, noch medifühlenden Zeitgenossen an. Der kleine Rest, sofern er es in seiner zahlenmäßigen Winzigkeit zustande bringt, gönnt sich kleine Paralleldiskussionen. Ansonsten eignet er sich als vortrefflicher "Beweis" für freitägliche Meinungsvielfalt. Was wäre dieses Blatt ohne die bedeckende Eleganz unserer Feigenblätter? Ich denke darüber nach. 

 

Meine Einlagen seien für eine Diskussion nicht geeignet, der "arrogante" Stil erschrecke (siehe jetzt auch schon wieder), andererseits stände auch ein "Mangel an Wissen und geistigen Kapazitäten einer wirklichen Diskussion im Weg". Merkwürdigerweise interessieren sich ausgerechnet die gefühlten 99 Prozent für meine Personalien, die restlichen 1 Prozent gehen direkt auf meinen Text, und sagen direkt ohne Kapazitätsmessungen was ihnen daran gefällt oder nicht gefällt. Verdrehte Sache. Ich hätte es gern umgekehrt.

 

Was muss ich tun? Ich möchte über meine Thesen diskutieren, nicht zwingend über meine Person. Vorschläge zum Stil und zur Anreicherung meiner geistigen Kapazitäten nehme ich gern entgegen.

Nur eins kann nicht gelingen, ganz einfach weil ich es nicht will: Texte abzuliefern, die dem Kissen eines linken Weltbildes entsprechen, um damit dann für zwischendurch an den Endlosschleifen gegenseitiger Bejahung beteiligt sein zu dürfen. Das wird sich bei mir eben so wenig herausschälen lassen wie bei eventuellen Auflagen seitens rechter Kontexte. 

 

Eine gewisse Rozalia sagte, dass Freiheit nur für die Anhänger einer Partei, mögen sie noch so zahlreich sein, keine Freiheit sei. Und sagte sie nicht auch, dass Argumentation nur unter den Anhängern einer Partei keine Argumentation sei?


 
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Kommentare
Achtermann schrieb am 27.01.2012 um 18:37
@gerhard monsees

Ich möchte über meine Thesen diskutieren, nicht zwingend über meine Person. Vorschläge zum Stil und zur Anreicherung meiner geistigen Kapazitäten nehme ich gern entgegen.

Auch wenn du von verschiedenen Communarden immer wieder gesagt bekommst, dass du vornehmlich nur dich ins Zentrum deiner Überlegungen rückst und diese Thronbesteigungen nicht zur Erbaulichkeit der Leser beitragen, lässt du davon nicht ab. Wenn du über deine Thesen diskutieren willst, weshalb rechtfertigst du immer dein Hiersein? Du weichst aus. Und zwar deshalb, weil du immer wieder die Ebene Community-gerhard monsees ins Spiel bringst. Du magst dich als Wolf empfinden, der in einer Schafsherde wildert. Besser wäre, du würdest dich als Wolf unter Wölfen oder als Schaf unter Schafen sehen.
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 14:05
@achtermann

wenn ich schreibe, dass ich über THESEN diskutieren möchte, dann meine ich das genau so.

Wenn ich schreibe, dass ich nicht über die Personalien von Textverfassern diskutieren möchte, dann bezieht sich das auf eine Realität, die ich oben mit Zitaten ("Mangel an geistigen…) belegt habe, wo ich jede Menge weiterer liefern könnte.

Es geht um eine Methode, der SACHLICHEN Auseinandersetzung auszuweichen, die zwingend kritisiert werden muss, wenn man nicht permanent mit Wölfen und Schafen der Linkspartei diskutieren möchte, sondern mit dieser Richtung schlichtweg im Sinne menschlicher Rationalität sachliche Auseinandersetzung sucht.

Wie kommt es, dass man hier mit den wenigen Foristen, die offensichtlich nicht Wölfe und Schafe der Linkspartei sind, problemlos sachlich diskutieren kann?
Achtermann schrieb am 28.01.2012 um 19:01
@gerhard monsees

Es geht um eine Methode, der SACHLICHEN Auseinandersetzung auszuweichen...

Du meinst also, die 99 Prozent, die du hier bei der Linkspartei lokalisierst, weichten der sachlichen Auseinandersetzung aus, während du als Argumentationsheroe einsam auf dem Sockel der guten Argumente stündest. Nimm doch mal deine Person und deine Beziehung zur FC aus deinen Texten, dann kann's vielleicht was werden. Lass' einfach deine Unterstellungen und Vermutungen bezüglich der FC-Blogger und argumentiere für den Kapitalismus, für die Freiheit des Unternehmertums, für die Privatisierung der öffentlichen Hand, gegen die Vermögenssteuer, für die Steuerverlagerungen auf die Kaiman-Inseln, für die Fortsetzung der Steuerverkürzungsmöglichkeiten, für die Privatisierung der Rente, für das Einfrieren der Sozialabgaben für die Unternehmen, also für "mehr Eigenverantwortung". Wir werden sehen, wie gut deine Argumente sind. Hau' sie uns um die Ohren!
gerhard monsees schrieb am 29.01.2012 um 12:53
@achtermann

"gefühlte" 99 Prozent. Und ich hatte Dir schon mal gesagt, dass ich Dich nun gerade nicht zu den Ausweichern zähle. Ich habe bisher immer versucht, auf Deine kritischen Kommentare zu antworten, ohne Ausweichen (falls doch, bitte sofort Hinweis).

Würde mich sehr freuen, wenn wir es weiter so halten.
hadie schrieb am 27.01.2012 um 21:05
Wieso sollte die Freitag-Community ausserbörsliches Eigenkapital sein? Das ist so verblasen ...

Zitat Achtermann: "Du magst dich als Wolf empfinden, der in einer Schafsherde wildert. Besser wäre, du würdest dich als Wolf unter Wölfen oder als Schaf unter Schafen sehen."

Eher ein schwarzer Schafbock unter lila Kampfziegen.
blog1 schrieb am 27.01.2012 um 23:50
@ gerhard monsees

aus Deinen Zeilen entnehme ich , dass Du Dich mit anderen Communarden reiben willst, weil Du nun nicht in der "linken" Ecke stehen willst wie die Mehrheit der hier tätigen Blogger.

Jetzt wirst Du einerseits angefeindet und schlimmer noch, Du wirst sogar ignoriert. In jeder Community gibt es Cliquenwirtschaft und viele, die hier bloggen, kommentieren ausschließlich ihre eigenen Blogs, andere kommentieren hauptsächlich, setze also wenig eigene Blogs und wiederum andere reagieren/lesen nur (auf) Blogs von Personen, mit denen sie sich austauschen wollen, positiv wie negativ. Es soll ja sogar welche geben, die mit sich selbst kommunizieren. Das wäre dann die hohe Kunst der intrinsischen Motivation. Du erreichst also zwangsläufig nur diejenigen, die nicht auf sich selbst bzw. auf eine bestimmte Personengruppe/Themen fixiert sind.

Deine Motivation, hier zu bloggen, sollte ausschließlich davon getragen sein, dass es Dir Spaß macht, einen Blog zu schreiben, egal welche Reaktion Du darauf erhältst. In dem Moment, wo Du mit Deinem Blog eine gewisse Erwartungshaltung verknüpfst, besteht die Gefahr, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden. Und dann kommt naturgemäß Frust auf. Das ist dann in etwa so wie in dem Song (ich weiß gerade nicht von wem) "Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich mich".

Im Übrigen schließe ich mich meinen Vorkommentatoren an, stelle Deine Thesen zur Diskussion und fahre Dein Ego runter.
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 14:36
@blog 1

"Du erreichst also zwangsläufig nur diejenigen, die nicht auf sich selbst bzw. auf eine bestimmte Personengruppe/Themen fixiert sind".

Stimme Deiner Analyse vollumfänglich zu.

Bei meinen Blogs ist es nur so, dass ich die Linke, um die es mir hier geht, schon erreiche, Kommentare erhalte. Das Problem ist, dass sie einer sachlichen Auseinandersetzung ausweichen, mit den bekannten Ausweichmethoden (Herabsetzung der Person des Verfassers, Unterstellungen usw.)

Die Linke schreibt in ihrem Programm, dass sie eine neue Gesellschaft "erkämpfen" will. Offensichtlich nicht mit belastbarer sachlicher Auseinandersetzung.
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 14:49
@blog 1

"Du erreichst also zwangsläufig nur diejenigen, die nicht auf sich selbst bzw. auf eine bestimmte Personengruppe/Themen fixiert sind".

Stimme Deiner Analyse zu. Nur hänge ich mein "Ego" nicht gerade an diesen FC.

Habe auch kein Problem, mit meinen Blogs die Linke zu erreichen, Kommentare erhalte ich genug. Nur weichen diese einer sachlichen Auseinandersetzung aus, mit den bekannten Ausweichmethoden (Herabsetzung der Person des Verfassers, Unterstellungen usw.)

Mit den wenigen Nicht-Linksparteilichen im FC habe ich ausgezeichnete auf die Sache konzentrierte Diskussion, hallo Freunde der inhaltlichen Auseinandersetzung, vielen Dank dafür.

Die Linke schreibt in ihrem Programm, dass sie eine neue Gesellschaft "erkämpfen" will. Offensichtlich nicht mit belastbarer sachlicher Auseinandersetzung.
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 14:51
@blog1

irgendwie spinnt mal wieder der lahme Server.

Es gilt die Fassung 2 von 14:49!
abghoul schrieb am 28.01.2012 um 15:10
Also meine These ist dem monsees ist gar nicht nach diskussion zumute, der will nur wissen durch welche Methoden sich Freitagsleser am besten provozieren lassen.
Naja, und wer am weitesten spucken kann hat halt recht.
Und jetzt bitte schön schnell und eloquent die Fassung verlieren, mr. monsees...belegen warum diese meine These unwürdig ist,.. erkennen welche Schwächen sich in meinem Denken breitgemacht haben,... und in wessen Auftrag ich ihre Abeit sabotiere.
Das ist einfach nur trauriges Rethoriktraining, naja , wers brauch, viel Vergnügen noch...
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 15:56
@abghoul

Also jetzt mal bitte konkret.

Ich habe beispielsweise in meinem Blog "Standardsituationen der Kapitalismuskritik (2)" versucht zum Thema Finanzkrise/ Staatsverschuldung die Postion der Linken darzustellen:

"Um die Finanzmärkte und Banken zu retten, mussten die Staaten sich verschulden und neokeynesianisch die Welt wieder in Ordnung bringen. Private haben sich in öffentliche Schulden gewandelt, die Staaten ausgebadet, was die Märkte angerichtet haben. Wäre die Finanzkrise nicht passiert, hätte es auch keine Staatsschuldenkrise gegeben".

Was bitte soll daran "provozieren" sein?

Ich habe dann meine Position dagegen gehalten:

"Selbst die als wahre "kapitalistische" Ursache immer wieder zitierte Finanzkrise 2008 findet ursächliche Fakten viel eher in wohlfahrtsstaatlichen Absichten, in staatlichen Interventionen am amerikanischen Immobilienmarkt, die das Ziel hatten, jedermann zu Wohneigentum zu bringen ("Wohlstand für alle"), um damit angesichts stagnierender oder fallender Löhne die Einkommensungleichheiten ("soziale Gerechtigkeit") zu kompensieren. Natürlich hängen die Banken mit drin, staatseigene deutsche Landesbanken waren übrigens auch dabei, woher sollen auch sonst die Kredite kommen?"

Was bitte daran ist "trauriges Rethoriktraining"?

Meine Thesen können falsch sein, ich beanspruche keinen absoluten Wahrheitsanspruch. Also kann man sich sachlich mit meinen Thesen auseinandersetzen, versuchen, sie sachlich zu widerlegen.

Immer vorausgesetzt, man will sich sachlich auseinandersetzen, und nicht nur eine vielleicht unbequeme Kritik anpöbeln.
abghoul schrieb am 28.01.2012 um 17:45
Schön gesammelt.
Also Soziale Gerechtigkeit abschaffen um Banken zu retten, oder zumindest reduzieren um die Finanzwelt sicherer zu machen?
Oder welche Konsequenz hätte die These?
gerhard monsees schrieb am 29.01.2012 um 13:07
@abghoul

1. geht es um Klärung der Ursachen.

2. Konsequenz: Banken, auch deutsche Staats-und Landesbanken, retten sich selbst. Die Behauptung "systemisch" wäre zumindest mal präzise darzulegen.

Das Konzept "soziale Gerechtigkeit" wäre zumindest zu überprüfen, ob es tatsächlich "sozial" ist.
ch.paffen schrieb am 28.01.2012 um 17:04
@ gerhard monsees

Gegenfrage: Wie kommen Sie zu der putzigen Annahme die dFC sei Ihr Private Equity @ Diskussionsbedarf (um über Ihre Thesen zu diskutieren) und die Diskussion, dann doch bitte so wie gewünscht.

Ohne Frage ist es blöd, wenn Personalien zum Dreh und Angelpunkt werden. Nach m.E. geht es aber um etwas anderes.

Kommunikation hat auch etwas mit Sprache zu tun. Beispiel: Wenn vorrausgesetzt wird der Ausdruck: Private Equity gehöre zum Alltagsslang in der dFC, dann kann der Verfasser ggf. auf einem fein ausgebauten Holzweg sein. (bei der Thronbesteigung @ mein Duktus ggf. hilfreich - kann aber auch als "Arroganz" ausgelegt werden).

Feinen Resttag noch Christiane Paffen

PS: zur Anreicherung? och nimm´s hin sind ja nur Worte .....
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 17:25
@ch.paffen

"sind ja nur Worte"

och nö, wenns denn so wäre, hätte ich es vielleicht "Hinterhofmoschee" gewortet. Aber ich kenne meine FC, sie mag so was nicht, deshalb sollte es etwas besser klingendes sein, so was dann der Alltagsslang in der dFC gewöhnlich "Heuschrecken" nennt, womit so oder so beim Schwarmverhalten ankommen.
ch.paffen schrieb am 28.01.2012 um 19:01
wohl gewähte Worte....

meine FC ..... ohne Worte .....

Anreicherden Resttag noch Christiane Paffen
Uwe Theel schrieb am 28.01.2012 um 18:21
Werter Herr Monsees,

Sie pusten sich hier auf, dass die "gefühlten 99% der Kapitalsimuskritiker" in der FC "ihr Thesen" (man beachte den Plural) nicht genügend diskutieren, sich nur an Ihrer Person rieben.

In Ihrem Blog "Standardsituationen der Kapitalsimuskritik FC" habe ich einmal nach "Thesen" von Ihrer Hand gesucht.

Machte der Titel noch glauben sie würden Methodenkritik oder gar Theoriebildung initieren wollen, fand ich dann als Aussagen allenfalls hohle Phrasen wie diese, alle nur mit einem Tenor um sich selbst kreisend:

"Nachdem ich einige Zeit schon im Freitag blogge, fällt mir die Quantität der Kapitalismuskritiken auf, die offensichtlich, fast als wären sie aus einer Hand geschrieben, an einem bestimmten Nichterkennen arbeiten. Den "Kapitalismus" zu kritisieren, scheint in eine Art von Unfehlbarkeit zu versetzen, die die Wertprämissen ihrer Kritik selbst zu einer unkritisierbaren Angelegenheit machen. Darf man also in ein penibel geputztes too big to fail überhaupt eine Beobachtung setzen, die ein grundsätzliches Scheitern der Idee nicht ausschließen will? "

Das ist das Standardvokabular bürgerlich ideologischer Nebelwerfer, die linke Kapitalismuskritik in Ermangelung jeder eigenen Begrifflichkeit oder eigenem rationalen Verständnis glauben widersprechen zu können. - Melden Sie sich bei INSM, da werden Sie geholfen.

Wie Sie ernsthaft erwarten wollen. auch nur über z.B. Ihren von mir zitierten Texteil in eine intellektuell substanzielle Diskussion mit Leuten zu kommen, die über die Dinge tatsächlich nachdenken, ist mir schleihaft.
gerhard monsees schrieb am 28.01.2012 um 19:03
werter Herr Theel,

Frage an Sie: Was soll jetzt dieser billige Zitate-Trick? Warum unterschlagen Sie, worauf sich das von Ihnen zitierte bezieht?

"Unter Pervertierung der sozialistischen Idee wurden Verbrechen begangen. Dies verpflichtet uns, unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen".

Dies steht nicht im "Standardvokabular bürgerlich ideologischer Nebelwerfer", das steht im Parteiprogramm der Linkspartei, hierauf bezieht sich das von Ihnen aus diesem Zusammenhang gerissene Zitat. Haben Sie Angst, in diesem Zusammenhang zu diskutieren?

Mit Leuten, "die über die Dinge tatsächlich nachdenken", ist Auseinandersetzung möglich, mit Leuten, die Dinge aus dem Zusammenhang reißen, um mit dem " ideologischen Nebelwerfer" zu kommen, ist es schwer bis unmöglich.
Uwe Theel schrieb am 28.01.2012 um 19:31
Dieser Satz

"Unter Pervertierung der sozialistischen Idee wurden Verbrechen begangen. Dies verpflichtet uns, unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen".

ist allenfalls eine Behauptung, die Sie als Axiom ausgeben. Wenn nicht dies, dann sollten Sie selbst neue Gedanken zum Sozialismus ohne Nebelvorhang zur Diskussion stellen, statt das matte, längst gelbbraun gewordene Gras wiederzukäuen, mit dem das bürgerliche Lager seine Kälber im Stall aufzieht, dass sie nicht vom grünen Gras naschten.
gerhard monsees schrieb am 29.01.2012 um 13:33
@uwe theel

Also haben sie den Zusammenhang in meinem Blog "Standardsituationen der Kapitalsimuskritik FC" gewusst, nur mal versucht, es aus dem Zusammenhang zu reißen.

Also was soll das? Wenn Sie der Meinung sind, es sei "allenfalls eine Behauptung", dann schreiben Sie es doch ohne Tricks gleich.

Es wäre jetzt nur interessant zu erfahren, ob die Verfasser des Parteiprogramms bzw. Linkspartei es ebenso als "allenfalls eine Behauptung" ansehen, folglich die Bestimmung "Dies verpflichtet uns, unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen" allenfalls als eine Allenfalls-Behauptung zu verstehen ist.

Auf Ihren Vergleich "ohne Nebelvorhang" bezogen: Liegen mit "allenfalls" für die "Kälber im Stall" schon die Schlachtprämien vor?
Uwe Theel schrieb am 29.01.2012 um 13:45
Sie stellen die Ihnen genehmen Zusammenhänge willkürlich durch Unterstellung her.

Argumentieren sie einmal auf Grundlage von Fakten und seriösen Methoden. Ihr abstraktes Ideologiegedampfe ist den Tastenanschlag nicht wert beantwortet zu werden.

Ist Ihr Haustier eigentlich ein Murmeltiier das ewig grüßt?
gerhard monsees schrieb am 29.01.2012 um 14:30
@uwe theel

Erinnern Sie sich noch?

Das "matte, längst gelbbraun gewordene Gras wiederzukäuen, mit dem das bürgerliche Lager seine Kälber im Stall aufzieht, dass sie nicht vom grünen Gras naschten" - kommt von Ihnen!

Also lassen Sie doch bitte Ihre Kälber und Murmeltiere und werden endlich menschlich sachlich.

Wenn Sie meinen, ich stellte Zusammenhänge willkürlich durch Unterstellung her, dann stellen Sie doch bitte den Zusammenhang zwischen "Perversion", "Verbrechen", "Sozialismus neu bestimmen" und Ihrer Aussage "allenfalls eine Behauptung" RICHTIG bzw. ohne "Unterstellung" her.

Wie gesagt, der betreffende Zusammenhang "auf Grundlage von Fakten und seriösen Methoden" interessiert mich sehr.
Uwe Theel schrieb am 29.01.2012 um 18:31
@ gerhard monsees,

Sie mögen meine metaphorischen Sprachgebrauch ablehnen, aber von mir zu verlangen, dass ich "substanziell" Ihnen etwas anböte, setzte voraus, dass Sie Substanz anböten; Sie eröffneten die Diskussion.

Was Sie da aber anboten ist schlicht indiskutabel und ich werde ihnen keine Substanz anbieten, die Sie nicht einmal im Zusammenhang Ihrer Anklage selbst formulieren können, würden Sie sich doch damit selbst widerlegen, was Sie a priori aber gar nicht für möglich halten.
gerhard monsees schrieb am 29.01.2012 um 20:17
@uwe theel

Sie hatten kein Problem bei mir mit fehlender "Substanz", sondern hatten genau umgekehrt einen Text von mir von seinem "substanziellen" Bezug abgetrennt, weil der erst durch diesen plumpen Trick von Ihnen substanzlos gemachte Text bei Ihnen "diskutabel" wurde.

Der von Ihnen entfernte Bezug war ein Satz aus dem Parteiprogramm der Linken:

"Unter Pervertierung der sozialistischen Idee wurden Verbrechen begangen. Dies verpflichtet uns, unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen".

Zu dieser Aussage im Parteiprogramm der Linken hatten Sie geschrieben:

"ist allenfalls eine Behauptung".

Besser können Sie es nicht verdeutlichen, was in den Köpfen dieser Partei tatsächlich steckt, wo Sie auch dafür von Ihren gut versteckten Genossen die parteiobligatorischen fünf Sterne bekommen haben.

Vielen Dank, für Ihre freigegebene Antwort.
Uwe Theel schrieb am 29.01.2012 um 23:06
Herr Monsees,

vielleicht sind Sie mit den Regeln des Umgangs mit Texten und vernünftiger Kritik und Diskussion nicht so vertraut.

Da Sie der Linkspartei absprechen, dass diese "wissen" wolle, wie ihr Verhältnis zum Sozialismus nach eingestandenen Vergrechen neu zu bestimmen sei, sie also deren Vorschläge dazu argumentlos abweisen, ist ihr Argument tatsächlich substanzlos. Es bleibt es solange, bis Sie entweder die neuen Vorschläge der Linkspartei konket kritisierten und meinetwegen dann aber eben mit eigenen Argumenten zurückwiesen, oder eigene Vorschläge für einen neuen Sozialismus machten.

Man ist gespannt.
gerhard monsees schrieb am 30.01.2012 um 10:41
Herr Theel,

Ich spreche niemanden etwas ab, sondern umgekehrt Ihnen ausdrücklich zu:

Zur Präambel der Linkspartei:

"Unter Pervertierung der sozialistischen Idee wurden Verbrechen begangen. Dies verpflichtet uns, unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen".

hatten Sie geschrieben:

"ist allenfalls eine Behauptung".

Diese Ihre Feststellung teile ich vollumfänglich. Die fünf Sterne für Ihre Feststellung seitens FC unterstreichen die Bedeutung Ihrer Aussage.

Nochmals Dank für die klare Aussage.
Uwe Theel schrieb am 30.01.2012 um 19:36
Sie wollen mir also laxes Lesen und unvollständiges Zitieren vorwerfen, wenn sie mein Argument

"ist allenfalls eine Behauptung"

um dessen Bedingung

"bis Sie entweder die neuen Vorschläge der Linkspartei konket kritisierten und meinetwegen dann aber eben mit eigenen Argumenten zurückwiesen, oder eigene Vorschläge für einen neuen Sozialismus machten"

verkürzten?

Ich gestehe der Linkspartei diesen Umgang zu, Sie tun es nicht, belegen dabei nichts, sondern behaupten nur, dass es nicht so sei. Genau da sind Sie substanzlos.
gerhard monsees schrieb am 04.02.2012 um 15:45
@uwe theel

Ich habe Ihnen nichts vorgeworfen, sondern nur festgestellt, dass Sie die Aussage des Linkenprogramms zu "Verbrechen im Sozialismus" mit

"allenfalls eine Behauptung"

bezeichneten.

Warum soll ich Ihnen und Ihren Fünfsterne-Gebern etwas vorwerfen, was offensichtlich mit der Meinung der Täter und ihren nachfolgenden Verehrern und einer mir schon längst bekannten linken Rechtfertigungstradition kompatibel ist.
gerhard monsees
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