gerhard monsees

Blog von gerhard monsees

22.01.2012 | 19:48

Standardsituationen der Kapitalismuskritik (FC)

 

Eine Situation der besonderen Art entsteht, wenn ein Blog mit diesem Titel in ein idealtypisches Forum, das sich „Freitag Community“ nennt, eingestellt wird. 

99 Prozent fühlen sich hier als Kapitalismuskritiker. Sie wollen die Welt verändern, sich nicht damit abfinden, dass "Kapitalismus" die gesellschaftliche Entwicklung bestimmt, wollen eine "bessere" Gesellschaft. Hierfür liefert sich die Community jeden Tag gegenseitige Bestätigung. Extrem unterbeachtet ist dabei der Zusammenhang, dass die gewollte "bessere" Zukunft, eine miese Vergangenheit hat. Die Linkspartei, die die Kapitalismuskritik parteipolitisch repräsentieren möchte, will wissen,

dass unter "Pervertierung der sozialistischen Idee Verbrechen begangen wurden", was dazu verpflichte, "unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen".

Dass Verbrechen in einem System namens Sozialismus begangen wurde, ist bekannt. Es ist weltweit bekannt, damit aber nicht erkannt. Dass es hier, sofern man weitere Verbrechen vermeiden will, um ein Erkennen gehen müsste, das tabufrei auch die "Idee" selbst, also auch die sogenannte Kapitalismuskritik nicht schonen kann, ist nicht einmal andeutungsweise Thema in dem ansonsten wortreichen Parteiprogramm. 

Nachdem ich einige Zeit schon im Freitag blogge, fällt mir die Quantität der Kapitalismuskritiken auf, die offensichtlich, fast als wären sie aus einer Hand geschrieben, an einem bestimmten Nichterkennen arbeiten. Den "Kapitalismus" zu kritisieren, scheint in eine Art von Unfehlbarkeit zu versetzen, die die Wertprämissen ihrer Kritik selbst zu einer unkritisierbaren Angelegenheit machen. Darf man also in ein penibel geputztes too big to fail überhaupt eine Beobachtung setzen, die ein grundsätzliches Scheitern der Idee nicht ausschließen will? 

Man kann es, nur darf man sich über Reaktionen der Community nicht wundern. Die Kommentare beschäftigen sich weniger mit den eingestellten Texten, als vielmehr mit der Person des Verfassers selbst: "Ich denke, ihr Mangel an Wissen und geistigen Kapazitäten, steht einer wirklichen Diskussion im Weg". Dabei bestehen Texte üblicherweise aus Sätzen, die falsch sein können, logisch falsch, weil widersprüchlich, oder faktisch falsch, weil die enthaltenen Behauptungen nicht den Tatsachen entsprechen. Also kann man einem Text logische, faktische usw. Fehler entgegenhalten. Durch logische bzw. faktenbezogene Textkritik könnte man zumindest weiterkommen. 

Nicht im FC *), selten anderswo, holt sich die "linke" Bewegung die "Verbrechen" über das Bekannte hinaus näher. Viel eher ist es stilles Verdrängen, das sich permanent darin bestätigt, jede Möglichkeit von Verbrechen auf "Kapitalismus" zu projizieren. Die Projektionsfläche ist definitionsgemäß unbegrenzt.  "Kapitalismus", wie es verbreitet ist, über "Profit" zu definieren, macht jede moderne Gesellschaft zum "Kapitalismus", inklusive die realsozialistischen Gesellschaften.

Anders gesagt: die "Verbrechen", die "Perversionen" einer Idee, deren mögliche ideelle Ursachen werden zu einer Angelegenheit des diffusen Nichterkennens.

 

*) Sollte ich diesbezüglich einen Beitrag übersehen, bin ich für Hinweise dankbar 

 

 

 
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Kommentare
Lukasz Szopa schrieb am 22.01.2012 um 20:15
Ich gehöre zu den von Ihnen kritisierten "Kapitalismuskritikern". Entgegen dem was Sie behaupten, verstehe ich mich keineswegs als "links", habe weder mit der "Linkspartei" viel am Hut, noch mit anderen linken Bewegungen. Ich habe ein paar Jährchen im "realen" Sozialismus erlebt, und bedarf keinerlei Belehrung über die historischen wie wirtschaftlichen Verbrechen dieses Systems. Ich kritisiere den Kapitalismus oft gerade deswegen - weil er mich in seiner Absurdität, seinem Allmachtwillen ("alternativlos", "systemrelevant"), seiner Propaganda, seinen schädlichen Zielen (Wachstum, Materialismus, Hinwegsehen über den Menschen und Umwelt) sehr an den "realen Sozialismus" errinert. Auch an seiner Unfähigkeit die eigenen Fehler einzugestehen. Wie Sie vielleicht nicht wissen - meist kritisiere ich den Kapitalismus, weil ich in seinem Wirken die Freiheit bedroht sehe, oft auch die.. Freiheit des Marktes, der (realen) Marktwirtschaft. Ich behaupte nicht, dass meine Texte und Ideen Sinn haben oder ohne Paradoxe sind - doch es ist zumindest ein Versuch, nach Wegen aus dem Kapitalismus zu suchen, die nicht sozialistisch oder gar kommunistisch sind.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 10:21
@lukasz Szopa

"Belehrung über die historischen wie wirtschaftlichen Verbrechen dieses Systems" ist hierarchisch, wie damals umgekehrt die SED über das "Verbrechen Kapitalismus" belehrt hat, für mich das Gegenteil von "Erkenntnis".

Wenn ich mit Leuten rede, die in der realen DDR gelebt haben, habe ich oft den Eindruck, dass die "Belehrung" noch immer irgendwie in den Köpfen hängt, weshalb du als "Wessi" auch sofort zum Lehrer wirst, wenn du deinen Eindruck äußerst.

Nichtsozialistische Wege aus dem "Kapitalismus" würde mich interessieren. Gibt es dazu etwas im Freitag oder anderswo?
abghoul schrieb am 23.01.2012 um 10:49
Ich glaube mich zu erinnern das es sogar Mr. Szopa selber war der so etwas wie: "Sozialismus als Begriff funktioniert nicht mehr. Wir brauchen alternative Konzepte" und dann unter anderem "Humanismus" vorschlug.
Kann mich, wie so oft, aber auch irren.
Das Problem sind die Pauschalisieungen, es wird sich zu einfach gemacht und einfach polarisiert.
z.B. Wasser ist schlecht, darin kann man ertrinken!
Daniel Domeinski schrieb am 23.01.2012 um 13:05
@Monsees

"Wenn ich mit Leuten rede, die in der realen DDR gelebt haben, habe ich oft den Eindruck, dass die "Belehrung" noch immer irgendwie in den Köpfen hängt, weshalb du als "Wessi" auch sofort zum Lehrer wirst, wenn du deinen Eindruck äußerst."

Da ist sie wieder, diese Mischung aus Arroganz und angemaßten Halbwissen, die ihre Schreibe so unappetitlich macht.
Diese Menschen möchten sich nicht von jemanden, der in diesen Dingen keine Erfahrung hat, vorschreiben lassen, welche Lehre sie aus der Geschichte zu ziehen haben. Aber für sie, der in der heilen BRD-Welt stecken geblieben ist und sich konsequent vor dem Anderen abschirmt, wird das wahrscheinlich immer ein Rätsel bleiben.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 18:44
@daniel domeinski

Wollen Sie meinen Beitrag nochmals bestätigen?: "Die Kommentare beschäftigen sich weniger mit den eingestellten Texten, als vielmehr mit der Person des Verfassers selbst".

Im Text geht es nun mal um "Erkennen" von URSACHEN, immer Leser vorausgesetzt, die unterscheiden können. Und zwar ursächliches "Erkennen" bezogen nicht auf das, was war, sondern vor allem auf das, was noch kommen könnte.

"Belehrung" steht im Kommentar von @lukasz szopa, Sie können ihm direkt antworten, ich bin hier nicht der Vermittler.

Beziehen Sie sich auf meinen tatsächlichen Text und versuchen Sie nicht immer, hier eine Personalakte über mich zu führen. So fangen Perversionen an.
KarinL. schrieb am 23.01.2012 um 23:12
@gerhard monsees,

über den sozialismus kann nur einer befinden, der ihn erlebt hat. Genau deswegen sind die ehmaligen DDR-Bürger ja auch im Vorteil. Könnten demzufolge zur Arroganz neigen. Wobei natürlich auch immer alles subjektiv ist. Und wir sind eben auch nicht so Oberlehrer behaftet wie "Sie". Das liegt ganz einfach daran, dass die BRD uns alten Ossis immr einreden möchte, das nur der Kapitalismus das beste für den Menschen ist. Wo doch die Mehrheit der ehmaligen DDR-Bürger eben ein vollkommen neues System haben wollten. Und nicht eins übergestülpt bekommen. Uns Ossis ging es nämlich um Selbstbestimmung und wahre Demokratie.

Im übrigen gabs in der DDR auch keinen wahren Sozialismus. Es ist nicht immer alles drinn, was drauf steht :-)
KarinL. schrieb am 23.01.2012 um 23:14
@abghoul,

Genau...es wird zuviel pauschalisiert!! Nur wird es eine humane Gesellschaft auch nicht geben fürchte ich. Denn solange das Geld existiert, wird es auch gierige Menschen geben.
Daniel Domeinski schrieb am 24.01.2012 um 00:20
@monsees

"Beziehen Sie sich auf meinen tatsächlichen Text und versuchen Sie nicht immer, hier eine Personalakte über mich zu führen. So fangen Perversionen an."

Und wie kommen sie zu der Annahme, dies beurteilen zu können? Vielleicht weil sie viel auf FAZ und Zeit-Online herumtrollen?

Die FC-Kommentatoren haben sie in diesem Blog und auch im voherigen mit vielen guten Gegenargumenten konfrontiert. Sie konnten bisher keines widerlegen. Dies bestätigt meine Vermutung, dass sie zu einer ernsten Auseinandersetzung nicht fähig sind.
miauxx schrieb am 24.01.2012 um 01:36
@g. monsees
"Wenn ich mit Leuten rede, die in der realen DDR gelebt haben, habe ich oft den Eindruck, dass die "Belehrung" noch immer irgendwie in den Köpfen hängt, weshalb du als "Wessi" auch sofort zum Lehrer wirst, wenn du deinen Eindruck äußerst."

Na, wenn Sie dabei immer so agierten, wie mit ihrem Blog zu Ingo Schulze, den sie schon im Titel mit "realsozialistischer Ossi" runterstuften, oder mit Sätzen wie "Dass Verbrechen in einem System namens Sozialismus begangen wurde, ist bekannt." hausieren gehen, ist ein Oberlehrervorwurf kein Wunder.
Es geht dabei um die Art der Kommunikation und wie viel Erkenntnisinteresse man seinem Gegenüber entgegenbringt. Das ist eine grundsätzliche Frage des Respekts, die für jeden Austausch gilt, der erkenntnisfördernd sein soll.
Wenn man nur bestätigt wissen will, was man ohnehin bereits als vermeintliches unumstößliches Faktum im eigenen Denkapparat versteinert hat, erfährt man eben auch Ablehnung.
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 12:32
@daniel domeinski

"mit vielen guten Gegenargumenten"?

ich habe obigen Foristen geschrieben: "Nichtsozialistische Wege aus dem "Kapitalismus" würde mich interessieren. Gibt es dazu etwas im Freitag oder anderswo?"

Warum bringen Sie es nicht zustande, sich dem konstruktiven Dialog, den ich hier mit einigen Foristen führe, anzuschließen, anstatt ständig zu vergiften?
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 12:44
@miauxx

Mir ist schon klar, dass ich ein System-Tabu bestimmter linker Kreise verletze, und diese Kreise entsprechend mit Beschimpfung reagieren.

Ansonsten kommt auch niemand auf die Idee, einen Satz wie "Dass Verbrechen in einem System namens Sozialismus begangen wurde, ist bekannt." als "Oberlehrervorwurf" hinzustellen.
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 12:53
@karinL

"Uns Ossis ging es nämlich um Selbstbestimmung und wahre Demokratie."

Welcher Vollidiot wird denn einen solchen Satz anzweifeln wollen?

Und "Kapitalismus" rede ich niemandem ein, wie ich überhaupt niemandem irgendeinen Ismus einrede, schon gar nicht ehemaligen Ismus-Bürgern.
Daniel Domeinski schrieb am 24.01.2012 um 13:03
@monsees

"Mir ist schon klar, dass ich ein System-Tabu bestimmter linker Kreise verletze, und diese Kreise entsprechend mit Beschimpfung reagieren."

Das einzige was sie hier regelmäßig verletzen sind Diskussions-Regeln, die sie für sich selber in Anspruch nehmen, den anderen aber regelmäßig verweigern.

Ich habe noch einen Rat für sie. Gehen sie doch einmal in ein Land, in dem ihre politische Ausrichtung wirklich nicht opportun ist. Dort können viele wertvolle Erfahrungen sammeln, z.B. was es heißt staatlichen Repressionen ausgesetzt zu sein. Das würde sie in ihrer persönlichen Entwicklung wesentlich weiter bringen, als immer hier völlig risikofrei den Online-Dissidenten zu mimen.
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 13:23
@domeinski

Wegen risikofrei den Online-Dissidenten mimen bleibe ich, und arbeite mit daran, dass eine bestimmte "politische Ausrichtung" mich NICHT zum Real-Dissidenten macht.
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 13:38
@domeinski

Sie hören nicht auf, den interessanten Dialog, den man hier mit einigen Foristen führen kann, zu vergiften.

Und zwar fortgesetzt. Die Strategie, die hier verfolgt wird, ist durchschaubar. Sie ist untergründig, übel und mies.
Lukasz Szopa schrieb am 24.01.2012 um 15:19
Ich habe "Belehrung" bewußt als Wort gewählt - weil mit Ihre Argumentation eben nicht als (erlebte) "Erkenntnis" über den Sozialismus schien, sondern als eine pauschale Betrachtung "von Aussen". Es ist mir aber egal ob Sie "Wessi" oder "Ossi" sind.
Ich habe nicht in der DDR gelebt, sondern in Polen, und wenn wir schon persönlich werden müssen: Weder meine Erfahrungen, Erkenntnisse, noch Erziehung in jener Zeit haben mich zum Sozialismus oder zu linken Ideen hingezogen - eher umgekehrt. Es ist gerade der Kapitalismus, den ich heute ähnlich die den Sozialismus kritisch betrachte. Darum suche ich genauso wie Sie nach "unsozialisitischen" Wegen aus dem Kapitalismus. Dennoch: es sind zwei paar Schuhe: Die Analyse des Problems und die Lösungen. Beim ersten bin ich oft "Seit´an Seit´" mit Sozialisten und Kommunisten, das meiste hat sogar Marx erkannt. Was wiederum - zweiter Punkt - nicht bedeutet, dass man dessen Lösungsideen befürworten muss.
Wenn Sie nach nichtsozialistischen gegen den Kapitalismus Ideen suchen: Sollte ich mich wieder selbstvermarkten? Wie wäre es mit Occupy? Oder einigen Papst-Enzyklikas seit 1979? Nichtsozialistische Ideen gegen den Kapitalismus finden Sie sogar bei Ron Paul, Le Pen oder der NPD...
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 16:22
@Szopa

…oder Žižek, der mal erzählte, dass ein mutiger chinesischer Dissident eine Klage gegen die Kommunistische Partei wegen des Massakers von 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens eingereicht hatte, aber das Gericht sie nicht angenommen hat, weil es keine Organisation in China gäbe, die Kommunistische Partei heißt.

Himmlischer Kommunismus durch Nichtzurkenntnisnahme.
abghoul schrieb am 22.01.2012 um 20:19
Ist denn bei jeder Kritik eine klar definierte Opposition automatisch standard?
Wenn ich gegen den Papst was sage bin ich automatisch Satanist?
Schade eigentlich das der Begriff "Critique" so negativ belegt ist heutzutage.
Also ich behaupte mal, wenn ich an etwas Kritik übe, muss ich nicht automatisch Anhänger des (vermeintlichen) Gegenteils sein.
Ich muss nicht einmal dagegen sein...
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 10:37
@abghoul

Klar, Kritik ist frei und rücksichtslos.

"Kapitalismus" als eine dieser beliebten Ismen setze ich meistens in Gänse-Guillemets. "Kapitalismuskritik" ohne diese Zeichen ist tatsächlich eine Herabsetzung von "Kritik", die nur in Zeichen gehört, wenn sie eben nicht Kritik ist, nur angeblich.
chrislow schrieb am 22.01.2012 um 20:34
Yo,... du kritisierst linke Projektionen und Gewalltanteile ... und übersiehst wohl auch, dass es mit der linken Utopie eben damit (utopie) aufsich hat. Die Leute müssen halt irgendwo abgeholt werden - und das ist etwa hier. Die Leute sind ja nicht aus freien Stücken links und deswegen lassen diese die guten Menschen auch nicht im Trauma zurück, sondern inszenieren eine Glaubensgemeinschaft um sie auf den rechten Weg zu leiten...
Ganz nach dem Motto: niemand wird zurückgelassen...!

Und wenn denn sich dazu eben die gute alte Kapitalismuskritik noch am besten eignet ... shit hapends ... oder so.

Integration kennt viele Wege.
chrislow schrieb am 22.01.2012 um 20:36
Ach ne... es muß ja heissen: Assimilation kennt viele Wege...
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 11:06
@chrislow

"du kritisierst linke Projektionen"

hallo, ich werde verstanden! Ich muss das hervorheben, weil es hier im FC schon eine Seltenheit ist. Es geht tatsächlich um "Projektionen" in Bezug auf "Verbrechen", und nicht um irgendeine Pauschalkritik, wie man es mir immer gern unterschiebt.

"Utopie" hat keinen Ort, und Leute, die "abgeholt werden müssen", haben vielleicht ein "hier", aber noch kein "dort". Das alte realutopische "dort" war real ein Ort des "Verbrechens", dass ist das, was ich wie Linkenprogramm feststelle, noch nicht kritisiere.

Was ich kritisiere ist diese "Leitung" auf den "rechten Weg". Die Leitung kann nur Fehlleitung sein, wenn sie nicht konkret die Gründe klärt, die den geglaubten "richtigen" Ort zum Ort der Perversionen und des Verbrechens machten.
chrislow schrieb am 23.01.2012 um 16:32
Schon verstanden. Du meinst also, es sei auch und gerade aus der Geschichte und seinen Erfahrungen heraus nur möglich, diese Utopie nur mit "Verbrechen" aufrecht zu erhalten. Dies meinst du durch die Historie als bewiesen erkannt haben zu wollen.
Dise Möglichkeit ist sogar sehr wahrscheinlich. Aber es ist auch nicht allein eine Eigenschaft der linken Utopie, sondern versteckt sich hinter der Ideologie aller "Utopien" - welcher Regierungsform auch immer. Die Kapitalismuskritik sei dazu ein Hinweis. Ist sie doch der Meinung, dass es quasi unmenschlich und ungerecht im Kapitalismus zugeht.

Aufgrund der Annahme von Gier und Vorteilsinanspruchnahme mag ich daher vorhersagen, dass es tatsächlich nicht möglich sei, diese linke Utopie in einem demokratischen System dauerhaft aufrecht zu erhalten. Innerhalb demokratischer Wahlmöglichkeit täte das Objekt der "Versuchung" nicht wiederstehen können.
chrislow schrieb am 23.01.2012 um 16:42
Das es der Ansicht nach im Kapitalismus ungerecht und unmenschlich zugeht, ist in diesem Weltbild ebenso ein "Verbrechen" ... Beide Weltbilder erkennen die jeweils eigenen von den jeweils anderen Weltbilder vorgeworfenen "Verbrechen" nur als eine Strukturelle Gewallt an... die sich eben aus dem Weltbild und ihrer Organisationsstruktur ergibt - der aber kein Vorsatz zugrunde liege...

Du darfst diese Ausführungen natürlich als zweifelhaft und Anmaßend bezeichnen - was aber endlich nichts an ihrer jeweiligen (ideologischen) Realität ändern würde.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 17:47
@chrislow

In "Standardsituationen" befasse ich mit dem, was derzeit abläuft. So wie ich strukturiert habe, bleiben meine eigenen Ansichten im Hintergrund.
Nur kurz: Ich selbst sehe nicht, dass sich Gesellschaften innerhalb eines durchgängigen "Systems" entwickeln. Das mag "Realsozialismus" versucht haben. Ansonsten sehe ich die gegenwärtigen europäischen Gesellschaften als mehr oder weniger chaotischen Prozess mit Gier, Neid und jede Menge guter Absichten, was natürlich politische "Verbrechen" nicht ausschließt, aber ich kann nicht erkennen, dass es "Systemverbrechen" sind. Systemverbrechen sind typisch für Gesellschaften, denen nach einem Utopieversprechen real ein durchgehendes "System" übergezogen wird.
chrislow schrieb am 24.01.2012 um 01:01
"Systemverbrechen sind typisch für Gesellschaften, denen nach einem Utopieversprechen real ein durchgehendes "System" übergezogen wird."

-> Was anhand einer representativen Demokratie einmal zu beweisen wäre...

...um meine These zu untermauern.

Vele Ansichten entwickeln sich aus kaotischen Zusammehängen und Erklärungen derer in den Medien und bilden sehr subjektiv eine Art Realität aus. Wie auch immer - diese Art Ansicht wollte ich hierbei versuchen zu erklären.
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Entwicklung von Gesellschaften habe ich auch nie in der anzunehmenden Art im Sinne von "Fortschritt" der sonst wie grandios / utopisch gemeint. Es ging wenn überhaupt nur um eine Entwicklung im Geiste - schlicht ideologisch, mehr meist nicht. Der Rest entsteht unabhängig von Ideologie.
@dllxllb schrieb am 22.01.2012 um 21:12
Eine Kapitalismus vs. Sozialismus-Debatte ist nicht zeitgemäß und am Thema vorbei. Mehr als eine Absicht zu polarisieren kann ich im Blogpost auch nicht erkennen. Des Weiteren erschließen sich mir in Ihrem Text an einigen Stellen die logischen Zusammenhänge nicht.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 11:24
@dllxllb

Eine "Kapitalismus vs. Sozialismus-Debatte" wird hier im Freitag, gelegentlich auch anderswo, jeden Tag geführt. Ich kann nichts "polarisieren", was schon polarisiert ist. Oder denken Sie an eine Symbiose aus "Kapitalismus" und "Sozialismus"?

Konkret, welche "logischen Zusammenhänge" Zusammenhänge erschließen sich Ihnen nicht?
chrislow schrieb am 23.01.2012 um 16:57
Das eigendlich diese Symbiose schon längst praktizierter Alltag sei... und bei Bewahrung und Anerkennung aller relevanten Details wie Menschenrecht, Freiheit und sonstigen Zugeständnissen/Rechten des Individuums auch im Kapitalismus eine tendenzielle Sozialisierung der Grundbedingungen entstehen muß/wird.

Viele Hinweise darauf tummeln sich schon im (politischen) Alltag fast unbemerkt - etwa das Klimaproblem, Welternährung, Wissenschaften, Lebensraum, .... Globalisierung und all diese Fragestellungen deuten auf eine globale Sozialisierung von Grundbedingungen hin - ohne diese irgendeine Zukunft möglicherweise niemals ernsthaft beherrschbar sein wird.
Und auch in diesem quasi-determinierten weg wird "strukturelle Gewallt" nicht vermeidbar sein...
@dllxllb schrieb am 24.01.2012 um 21:33
@gerhard monsees

Nun, wie ich das sehe polarisieren Sie schon. Sie müssen ja nicht nur weil Sie es andernorts so sehen/empfinden.

Eine Symbiose aus Kapitalismus und Sozialismus... Man könnte argumentieren dass Deutschland nach dem Sozialstaatsprinzip bereits eines Symbiose daraus ist. Inwieweit es aussieht als würde sich das vermehrt nur auf dem Papier abspielen ist der andere Punkt. Verwundert mich dann auch nicht dass man anfängt kapitalismuskritisch zu werden.

Abgesehen davon scheint doch der 'neoliberale' Kapitalismus (Bsp. Finanzkrise) genauso gescheitert wie der 'real existierende' Sozialismus (Bsp. DDR).

zu den logischen Zusammenhängen im Text:
Vierter Absatz, "Darf man also in ein penibel geputztes too big to fail überhaupt eine Beobachtung setzen, die ein grundsätzliches Scheitern der Idee nicht ausschließen will?", ab siebentem Absatz.

So wie ich das sehe, sehen Sie in der Idee des Sozialismus bereits die Anlage zu den Verbrechen der Vergangenheit. Das meinen Sie erkannt zu haben. Andere (vor allem 'Kapitalismuskritiker') aber nicht? Die Anlage zu Verbechen (gegen die Menschlichkeit) kann man genauso gut der Idee des Kapitalismus unterstellen. Ist das erkannt? Um es mal a la Google zu sagen: Die Idee ist das was du draus machst. "You can make money without doing evil" (nochmal die Datenkrake).
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 22:24
@dllxllb

Wo jetzt die Wogen hochgehen wegen Beobachtung der Linkspartei ist dieser Satz doch hochaktuell. Das vollständige Zitat aus dem Parteiprogramm war aber:

dass unter "Pervertierung der sozialistischen Idee Verbrechen begangen wurden", was dazu verpflichte, "unser Verständnis von Sozialismus neu zu bestimmen".

obwohl ich es fett herausgestellt habe, wundert es mich schon, dass Kommentatoren es falsch darstellen. Es ist die Linkspartei! die wegen der Verbrechen neu! bestimmen will. Ich frage nur , welche konkreten Erkenntnisse werden aus den sozialistischen Verbrechen gezogen und was wird diesbezüglich konkret getan als "Neubestimmung"

Ich habe darauf bisher nicht mal andeutungsweise eine Antwort erhalten. Nun kann ich nicht erkennen, wer von den Kommentaren der Partei nahesteht. Aber es gibt hier im FC bekanntlich eine ganze Menge.
chrislow schrieb am 25.01.2012 um 14:22
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 22:24

"welche konkreten Erkenntnisse werden aus den sozialistischen Verbrechen gezogen und was wird diesbezüglich konkret getan als "Neubestimmung"..."

-> Na, vielleicht ist es eben auch wieder nur reine Suggestion - ebenso, wie bei vielen anderen Parteien?

Ich kenne nämlich auch keine "neue" Idee vom Sozialismus...
Es wird auch nichts davon zusammenfassend ausgesprochen - was aber wiederum nicht einzig Problem von linker Politik sei. Politik hat sich schon immer nur auf reduzierte und populistische Phrasen beschränkt...man kann gar nicht beklagen, dass es ein neues Phänomen sei...

Und letztlich solltest du dir keine Sorgen machen, dass das Leben in einen neuen sozialistischen Weltbild irgendwie "schlimmer" werden würde können, als es heute noch ist.
ebertus schrieb am 22.01.2012 um 22:17
Den Blogtitel gelesen, das "(FC)" nicht interpretiert, dachte ich gar in meiner beinahe grenzenlosen Einfachheit, dass jetzt Ernstes, Seriöses sich vor meinen staunenden, gar lernwilligen, für Anregungen sehr dankbaren Augen entfalten wird.

Zur neuen Marx Lektüre vielleicht, von Michael Heinrich bis Robert Kurz, oder via Hardt/Negri (Multitude) gar zu Occupy, vielleicht der Bogen von Hegel bis Zizek spannend. Dachte ich...

Stattdessen einmal mehr Freitags-Nabelschau, im Sog derer, die da reden (müssen), zu neuen, qualitätshaltigen, möglicherweise kostenpflichtigen, dafür aber "guten" Ufern streben.

Na dann: "go ahead" - oder wenigstens hinterher...
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 11:46
@ebertus

Wenn Sie gern den "Bogen bis Zizek" möchten, können Sie das haben:

"Lass uns die schlechten Elemente, den Derivatehandel, die jüdischen Bankexzesse verbieten, dann wird es schon laufen. Vor dieser Rhetorik habe ich große Angst."

"Wenn du sagst, weg mit den Bankern, ist dir bewusst, dass jeder Faschist genau dasselbe sagt?".

"Die ganze Fokussierung auf den Finanzkapitalismus als Wurzel des Bösen scheint mir falsch. Es steckt auch etwas potentiell Antisemitisches darin".

Ist Ihnen das Zizek genug? Wenn Sie jetzt immer noch nicht wissen, wie sich der "Bogen" zu meinem Blog spannt, werde ich, sozial gerecht eingestellt wie ich bin, die Hilfe nicht verweigern.
ebertus schrieb am 23.01.2012 um 12:37
Was zu hinterfragen, zu beweisen war.

Klingt doch verdammt nach der Guten Frau und übrigens, die Nazis haben auch die Autobahnen gebaut, sollten gemieden, gar geächtet werden.

Einen hab ich noch auf diesem qualitätshaltigen Diskursnivauu:

Hitler, Goebbels et al. waren Männer - ergo sind alle Männer einschließlich der von mir weiter oben genannten ebenfalls Nazis!

Vor dieser Rhetorik braucht man doch nun wirklich keine Angst zu haben...
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 16:30
@ebertus

Diese Art von "qualitätshaltigen Diskursnivauu", wie einige Foristen hier meinen es abliefern zu müssen, verdient dokumentiert zu werden:

Ein gewisser EBERTUS kommentierte meinen Beitrag: "vielleicht der Bogen von Hegel bis Zizek spannend. Dachte ich…".

Daraufhin habe ich jenem EBERTUS seinen ZIZEK geliefert. Nun gefällt ihm aber sein ZIZEK nicht, weil das nun wieder gerade nicht in sein geliebtes Weltbild passt.

Soll ich ihm auch noch die entsprechenden Quellenangabe aus Zeit und Faz liefern?

Wenn EBERTUS jetzt doch wieder nicht sein ZIZEK gefällt, dann sollte er sein "qualitätshaltiges Diskursnivauu" mit demselben abhalten, nicht mit mir, wo ich in meinem Text ZIZEK überhaupt nicht drin habe, wie selbiger EBERTUS unbedingt selbst bedauernd feststellen wollte, jetzt bedauernd, dass sein ZIZEK irgendwie nicht funktioniert.

Aber man kennt schon diesen endlosen Dauer-Reflex: Schuld an der eigenen Misere sind immer andere. Anders gesagt:

Standardsituation der Kapitalismuskritik.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.01.2012 um 00:43
Hallo Herr Monsees,

wie wollen Sie es schaffen, mit einem solchen Bündel an Vorurteilen und unhaltbaren Prämissen in eine ernsthafte Diskussion das Thema betreffend einzusteigen? Was Sie machen ist Schwarz-Weiß-Malerei. Wenn Sie ein Grau von vornherein nicht zulassen, wird das mit der inhaltlichen Diskussion nichts.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 11:59
Hallo Herr Katzer,

wie geht es Ihren Rheinischen Kapitalismus?

Da ich den rheinischen Humor etwas kenne, habe ich extra für die Rheinländer in meinen Beitrag reingenommen:

"Dabei bestehen Texte üblicherweise aus Sätzen, die falsch sein können, logisch falsch, weil widersprüchlich, oder faktisch falsch, weil die enthaltenen Behauptungen nicht den Tatsachen entsprechen. Also kann man einem Text logische, faktische usw. Fehler entgegenhalten. Durch logische bzw. faktenbezogene Textkritik könnte man zumindest weiterkommen".

Ist es einem "ernsthaften" Rheinländer möglich, einmal ein wenig konkreter mit "Bündel" zu werden? Ein einziges Beispiel könnte schon genügen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.01.2012 um 18:36
Bündel? Ich bin ja kein Rheinländer. Da, wo ich jetzt wohne, nennt man das Hübbel. Aber das auch nur nebenbei.

Ernsthaft: Ich habe gesehen, dass sich dieser Text von den anderen unterscheidet. Ich vermisse lediglich die Empirie in der Beweisführung insgesamt.
Provokative Texte zu schreiben ist das eine. Sich hinterher zu beschweren, provokativ rüber gekommen zu sein, das ganz andere.
Sie fordern von Ihren Lesern Dinge ein, die Sie selbst nicht leisten. Das ist das.

Und ja: es ist schade um's Thema. Darüber könnte ich mich stundenlang unterhalten. Aber nicht auf Grundlage von Texten, bei denen ein Allgemeinplatz den nächsten jagt - und eine Herabwürdigung geschliffener daherkommt als die nächste.

Ganz oben angefangen:

"99 Prozent fühlen sich hier als Kapitalismuskritiker. Sie wollen die Welt verändern, sich nicht damit abfinden, dass "Kapitalismus" die gesellschaftliche Entwicklung bestimmt, wollen eine "bessere" Gesellschaft."

"Logisch" und "faktisch" falsch daran ist, dass Sie Ihrer persönlichen Meinung einen wissenschaftlichen Status zuweisen - und zwar in jedem einzelnen Satz aller Texte, die ich bisher von Ihnen gelesen habe.

Ich sage was: Mein Vater hat knapp zwei Jahre in Hohenschönhausen eingesessen. Ich projeziere nichts. Sie treffen den Falschen.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 19:30
@herr katzer

Schön, jetzt geben Sie ein Beispiel.

Aber wie kommen Sie darauf, dass ich einen "wissenschaftlichen Status" zuweise. Das wäre schrecklich. Stelle mir vor, eine Wissenschaftsgröße überprüft es, und stellt fest, falsch, es sind wissenschaftlich bewiesen keine "99 Prozent", sondern 99,9 Prozent, was wäre ich blamiert, ein wissenschaftlicher Status, der falsche Zahlen produziert.

Die gefühlten 99 entsprechen aber meiner Wahrnehmung, und wenn Sie jetzt dagegen setzen, dass es tatsächlich nur 2 Prozent sind, sage ich gut, ich bin beruhigt.

Nein, es ist eigentlich nicht mein Punkt. Der Punkt ist, was Sie jetzt mit Hohenschönhausen verorten. Und da haben wir etwas, wo auch Sie sagen, das es faktisch ist, vielleicht sagen Sie sogar "logisch", "systemlogisch". Dann wären Sie meiner Meinung nach sehr nah an meinem Text, den Sie als "Herabwürdigung" sehen, wo es mir aber um das ERKENNEN einer gewissen Art von SystemLogik geht, die möglicherweise dann entsteht, wenn ein System, das eigentlich die Welt verbessern wollte, nicht entsprechend funktioniert, ein projiziertes Feindbild braucht.

Könnte sein. Ich hatte auch nicht geschrieben, dass ich die Antwort kenne, nur, dass das diesbezüglich Erkennen nicht weggeschoben werden kann, ohne zugleich das Bemühen wegzuschieben, ein neues Hohenschönhausen zu vermeiden.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 24.01.2012 um 01:25
@Gerhard Monsees

"Gefühlte 99%" gefällt mir wesentlich besser. Ob es real mehr oder weniger sind, darf dann dahingestellt sein. Wichtig ist, dass man, wenn man in Frontalopposition zu "gefühlten 99%" tritt, jedes Wort sauber wägt. Wenn man gegen gefühlt so viele Leute anschreibt, ist hundertprozentige Sorfalt das A und O :o)

Ich verstehe, was Sie mit "Systemlogik" meinen. Ich habe mir darüber vor kurzem auch noch den Kopf zerbrochen. (Falls jemand vorhat, das nochmal zu lesen: die Überlegungen zum "perfekten System" sind rein theoretischer Natur)

Ich sagte ja, dass ich mich einen Kapitalismuskritiker" nenne. Aber deshalb strebe ich noch lange keinen Systemwechsel an. Warum sollte ich?

Mir würde es schon vollkommen reichen, wenn das bestehende System zur Anwendung gebracht würde. Das ist der ganze Witz.

Wenn Steuern und Abgaben nach Bedarf erhoben würden. Wenn Steuern da entrichtet würden, wo sie erhoben werden (link, link2)
zu link2: Das sind pro Kopf mehr als 3,5 Million Euro!!

Wenn es um echte Solidarität gige - und nicht um die Spaltung der Gesellschaft durch Enteignung (organisierte Verschuldung) der Habenichtse.

Wenn die Kartellämter (wiki) ihre Arbeit verrichten würden.

Wenn erfolgreiche Steuerfahnder nicht in Klapsen eingewiesen würden (so geschehen in Hessen unter R. Koch).

Wenn die gesamte, gleichgeschaltete, unter finanziellen Druck geratene Presse sich nicht so hysterisch gegen rot-rot in Frankfurt (Hessen) eingesetzt hätte. Wenn man zwischen Werbe-Anzeigen und redaktionellen Inhalten noch unterscheiden könnte.

Wenn man Bertelsmann, dem größten Medienkonzern Europas, nicht kampflos die Deutungshoheit über akademische Lehrinhalte zugestehen würde.

Wenn der Hippokratische Eid einen höheren Stellenwert einnehmen dürfte, als die finanzielle Bereicherung z.B. einer Familie zu Guttenberg (s. Rhön AG).

Wenn die Ministerien nicht von Lobbyisten durchsetzt wären, die sich ihre eigenen Gesetze schreiben. Wenn es nicht Sozialdemokraten gewesen wären, die diese Praxis salonfähig gemacht hätten (+ Drehtüreffekte à la Clement, Schröder, Fischer etc.).

Wenn nicht so dreist behauptet würde, jeder einzelne, lokal verwurzelte Mensch auf der Erde profitiere vom zusammengerückten Standortvorteil (genannt Globalisierung).

Wenn es solche Internetseiten nicht gäbe, auf denen man sich zu jedem Schrott einen Experten (m/w) bestellen könnte (vgl. Atomkraft ist alternativlos, Krieg ist alternativlos, Finanzkatastrophe ist alternativlos, Sozialstaats-Rückbau ist alternativlos etc. pp.)

Und so weiter und so fort.
Jetzt kommt's: All das wäre ohne Systemwechsel problemlos zu lösen. Macht aber niemand.

Frage: Warum eigentlich nicht? Warum wird PPP (public private partnership) ausgeweitet, anstatt abgeschafft, wenn es sich als eindeutig nachteilig herausgestellt hat? Wie pleite muss eine Kommune eigentlich sein, bevor sie vom finanziellen Vernichtungsfeldzug gegen sich selbst abrückt? Oder ein Bund?

Um mir diese Dinge alle nicht erklären zu können, brauche ich keine planwirtschaftliche Diktatur, an der ich mich abarbeiten kann. Dafür muss ich ausschließlich in die geltenden Gesetzesschriften DIESES Systems schauen, um mich schwer zu wundern.

Die Presse ist frei?
Die Lehre ist frei?
Vor dem Gesetz sind alle gleich? Ha ha!

So, genug gelacht für eine Nacht.
Das rechtstaatlich-freiheitliche, sozial-marktwirtschaftliche System ist nicht mein Problem. Dass es immer weniger zur Vollstreckung kommt, das ist mein Problem!

Dass DIESER Verfassungsschutz sich über die Demokratie erhebt, während Ackermann im Kanzlerinnen-Amt V-Zeichen bei Trallala schwenkt und alles den Bach runter geht, das ist mein Problem. Dass Lafontaine kein Sozialdemokrat sein darf, das ist mein Problem. Schnauze voll, ich geh jetzt ins Bett. Tschüss.
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 12:06
@herr katzer

Hatte schon in einem anderen Kommentar geschrieben, dass die Schweinereien in dieser Welt immer eine konkrete Adresse haben. "Kapitalismus" ist eine viel zu ungenaue Adresse.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 25.01.2012 um 15:37
@gerhard monsees

>>"Kapitalismus" ist eine viel zu ungenaue Adresse.<<

Ja, sie ist ungenau. Aber zu ungenau?
Ich glaube, dass ich einfach ausdrücken will, dass ich versuche, Augen und Ohren offen zu halten, wenn ich mich als "Kapitalismuskritiker" bezeichne. Jedenfalls weiß ich, dass ich Teil des Systems bin, das ich kritisiere. Das macht es kompliziert, ist aber nicht schlimm. Die großen "Systemdiskussionen" führe ich normalerweise nicht. Ich gehe immer von mir aus und sage: Der Mensch ist schlecht. Von diesem (willkürlich gewählten #*+$~) Standpunkt aus erkläre ich mir selbst und anderen die Welt. Wenn es mir dabei gelingt, mich selbst zu widerlegen: umso besser! :o)
cuchulainn schrieb am 23.01.2012 um 11:06
über die kapitalismuskritik müssen wir uns gar nicht mehr lange unterhalten, werter monsees.

ich habe neulich einen bericht gelesen, wo in irgendeinem kaff hinter athen, dessen name mir weder einfällt noch wichtig ist, die bullen in ein neubaugebiet rein sind und die leute massenweise aus ihren wohnungen geschmissen haben.

warum? weil sie die hypotheken nicht bezahlen konnten!

jetzt stellen sie sich die sache mal vor:
es gibt gute, weil fast neue häuser, in denen menschen wohnen könnten. und es gibt leute, die da sehr gern wohnen würden. und was macht die staatsmacht? sie sorgt dafür, dass die, die da gern wohnen würden, da nicht mehr wohnen können, obwohl sie es könnten, und sie stellt mit all der ihr zu gebote stehenden gewalt sicher, dass die leute künftig ganz sicher unter der brücke schlafen und nicht mehr in den häusern, die jetzt leer stehen.

in dieser lage ist es wirklich müssig, sich über die "berechtigung" zur kritik am kapitalismus zu unterhalten, weil die absolute absurdität dieses gesellschaftssystems so dermassen offensichtlich ist, dass man sie nur mehr leugnen KANN, wenn man sie leugnen WILL.
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 12:15
@cuchulainn

Es gibt viele Schweinereien in der Welt, und die haben meistens eine konkrete Adresse, wie Sie schreiben, der griechische Staat.

Es gab im Realsozialismus eine Menge Menschen, die in verrotteten Wohnungen "leben" mussten, noch dazu von der Stasi beschnüffelt. Die konkrete Adresse lautete hier SED-Parteiführung.

Warum allgemein über "Kapitalismus" oder "Sozialismus" reden, wenn die Schweinereien konkrete Verursacher haben, hier wie dort?
cuchulainn schrieb am 23.01.2012 um 12:42
"Warum allgemein über "Kapitalismus" oder "Sozialismus" reden, wenn die Schweinereien konkrete Verursacher haben, hier wie dort?"

weil es keine "konkreten verursacher" gibt, herr monsees, sondern die scheisse - pardon: schweinerei - der zum system geronnene wahn-sinn ist, der ganz und gar unabhängig von personen funktioniert, weshalb es übrigens auch rein gar nix bringt, nach diesen zu fahnden und sie auszutauschen (abzuwählen, einzusperren, umzulegen usw).
gerhard monsees schrieb am 23.01.2012 um 16:44
@chuchulain

Der Griechische Staat, den Sie zuvor als Verursacher von Wohnungsrausschmissen genannt haben, besteht meines Wissens aus konkret handelnden Personen. Ist mir neu, dass der Griechenstaat leer ist.
KarinL. schrieb am 23.01.2012 um 23:26
Werter Herr Monsees,

sie scheinen mir eine wahre sozialismus phopie zu haben. also ich kenne keinen ehm. ddr-bürger, der in verrotteten wohnungen leben mußte. ok, es war nicht alles so penibel wie jetzt hier. und selbst hier gibt es genug wohnungen mit schimmelbefall. in berlin gibt es genug wohnungen, die völlig überhöhte mieten haben, weil nur primitiv renoviert und nach kurzer zeit verrotten!

werden sie mal objektiv und realisieren sie kapitalismus! was früher zu ostzeiten in der brd war, war auch nur polit. verordnete, soziale marktwirtschaft. schliesslich gab es einen klassenfeind! jetzt gibt es nur noch kapitalismus pur, der sich noch nicht einmal von seiner "besten" seite gezeigt hat. nur keine angst...kommt noch. da bin ich mir ganz sicher!
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 12:18
@karinL

Nein, es gab ja auch die Plattenbauten. Aber hier ging es um konkrete Adressen, und die von mir erwähnte Stasi-Adresse haben sie natürlich vergessen, die führte direkt nach Hohenschönhausen.

Mein Text: "Kapitalismus" ist eine fiktive Projektionsfläche für "Verbrechen", wobei die Benutzer dieser Projektionsfläche über die Ursachen einer bestimmten Sorte ideologisch motivierter Verbrechen schweigen.
Rapanui schrieb am 23.01.2012 um 13:49
Wie immer lautet Ihr Thema: Die Psychologie der FC.

Sie fragen nicht: Was sind die Parameter einer Kapitalismuskritik? Sie äußern lediglich Vermutungen zur Psychologie der Kritiker. Das wiederholt sich in einem Rhythmus, der Fragen zu Ihrer Verfassung aufkommen lässt.

Kritik am Kapitalismus kann von verschiedenen weltanschaulichen Positionen aus geäußert werden. Sie aber unterstellen regelmäßig, zudem unsachlich und unwissend, dass Kritik am Kapitalismus z.B. nur von "realsozialistischen Ossis" geäußert wird. Sie unterstellen auch in diesem hier vorliegenden Text, dass der Kapitalismus- Kritik Äußernde immer ein Schuldbekenntnis zum "verbrecherischen System des Sozialismus" ablegen muss. Das impliziert, dass der Papst, wenn er gegen die Auswüchse des gegenwärtigen Wirtschaftssystems argumentiert, erst einmal zu den Verbrechen der Inquisition Stellung nehmen müsste.

Zudem scheint mir, dass Sie den Begriff "Kritik" nicht verstehen. Mir scheint, dass Sie darunter eine moralisierende negativ wertende Meinungsäußerung verstehen.
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 11:53
@rapanui

"Fragen zu Ihrer Verfassung"

Ich hatte es bereits in meinem Beitrag gesagt, die "Verfassung" eines Verfassers wird immer angezweifelt, wenn sein Text von der "Linie" abweicht, oder sogar dagegen steht. Wie hier übrigens umgekehrt ein Verfasser zum klugen Denker hochgebogen wird, wenn er der "Linie" entspricht.

In beiden Fällen werden Texte nicht wirklich kritisch gelesen. Auch Sie haben ihn nicht gelesen, wenn Sie unterstellen, es ginge um "Schuldbekenntnis". Das liegt seitens der Linkspartei längst vor, wie dem Text zu entnehmen.

Lesen Sie doch erst mal den Text, bevor Sie die Verfassung anderer Leute bezweifeln möchten.
Rapanui schrieb am 27.01.2012 um 08:53
@ gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 11:53

Auch in diesem Blog können Sie Ihre, ich hatte es andernorts schon einmal gesagt, "Marotte" nicht unterlassen, die Reaktion des Publikums - hier "im FC" vorwegzunehmen. Noch einmal: das ist lästig. Diese Marotte zeigt Ihre "Verfassung".

>>>Nicht im FC *), selten anderswo, holt sich die "linke" Bewegung die "Verbrechen" über das Bekannte hinaus näher.<<<

Unverständlich.

Kapitalismuskritik ist von ganz unterschiedlichen weltanschaulichen Positionen möglich. Sie setzen voraus, dass diese immer von "sozialistischen" Positionen aus erfolgt. Auch hier im Freitg gibt es ganz verschiedene Ausgangspositionen für eine "Kapitalismuskritik". Die Diskussion läuft wesentlich darüber, welche Positionen der "Kapitalismuskritik" die ergiebigsten sind. Wir Inhaber verschiedener Standpunkte streiten uns regelmäßig und fundiert darüber. Uns alle in einen "99%" Sack zu stecken und d'raufzuschlagen zeugt von einer starken Arroganz in Ihrer Meinung. Es stellt sich also die Frage nach Ihrer "Verfassung". Ignoranz, Arroganz, Unwissen?

Sie machen sich nicht die Arbeit, diese Ausgangspositionen zu differenzieren, Sie unterstellen, dass "99%" die gleichen Argumentationsmuster einsetzen und manövrieren sich selbst in die Position eines "Unverstandenen". Sie aber sind nicht "unverstanden" sondern einfach "unverständlich".

Ihre Positionen sind nicht kritikfähig, einfach weil sie "unverständlich" sind. Kritik an Ihren Texten ist deshalb in erster Linie Kritik an Ihrem Stil, weil über Ihre Argumente nicht diskutiert werden kann.

Auch in Ihrem Blog "Realsozialistischer Ossi" - dessen Titel Sie nun auch noch dummerweise verändert haben und damit auch noch die letzte Kritikmöglichkeit, nämlich die stilistische unmöglich gemacht haben, setzen Sie sich nicht mit Argumenten auseinander.

>>>"Kapitalismus", wie es verbreitet ist, über "Profit" zu definieren, macht jede moderne Gesellschaft zum "Kapitalismus", inklusive die realsozialistischen Gesellschaften.<<<

Was für ein sinnloser Satz! Ich weiß gar nicht, wo ich hier ansetzen soll.

>>>"wie es verbreitet ist"<<< Wen meinen Sie? Ist Ihr Problem die "Verbreitung"? Ist eine "Verbreitung" eine kritikfähige Kategorie? Wer sind die Träger dieser "Verbreitung"?

>>>Kapitalismus über Profit zu definieren<<< Einerseits ist "Profit" eine wichtige Kategorie für die Definition des Kaptalismus, andererseits bleibt mir unklar, wie Sie "Profit" verstehen. Kennen Sie diverse Mehrwerttheorien? Wenn ja, auf welche beziehen Sie sich?

>>>jede moderne Gesellschaft<<< Was meinen Sie damit? Ist eine moderne Gesellschaft eine gegenwärtige Gesellschaft? Dann aber gibt es doch die "realsozialistische Gesellschaft" gar nicht mehr, wenn Sie mal von einem willkürlich herbeigezerrten Beispiel KDVR absehen wollen. Dagegen gibt es eine Reihe von gegenwärtigen Gesellschaften, deren Existenz als nichtkapitalistisch oder sich auf verschiedenen Stufen einer kapitalistischen Entwicklung beschrieben werden muss. Meinen Sie mit "modern" zukünftige Gesellschaften. Dann aber können wir doch auch "kommunistische" Gesellschaften diskutieren, die nicht vom "Profit" beherrscht werden, sondern eben gar nicht beherrscht werden.

>>>..., inklusive die realsozialistischen Gesellschaften<<< Das ist der einzige Teil Ihres Satzes, mit dem ich etwas anfangen kann. Diese Möglichkeit habe auch ich mal in einem Blog erörtert. www.freitag.de/community/blogs/rapanui/kommunismus-als-globaler-frieden

Statt nun aber selbst eine Ideologiekritik des "Realsozialismus" zu versuchen, unterstellen Sie, dass es genau jene Ideologiekritik bei "99%" nicht gäbe.

Wie bei "realsozialistischer Ossi" ist auch der Titel "Standardsituationen der Kapitalismuskritik" vor allem eine stilistische Provokation. Wenn Sie diesen Titel wie den von "realsozialistischer Ossi" auch noch ändern, dann bleibt nichts Kritikfähiges an Ihrem Text erhalten.

Instinktiv spüren Sie, dass Sie nichts kritikfähiges leisten können und greifen zu diesen stilistischen Provokationen. Allein diese sichern Ihnen eine gewisse Aufmerksamkeit.
gerhard monsees schrieb am 27.01.2012 um 12:42
Hallo, Rapanui

ich hatte die 99% schon Herrn Katzer erläutert, und kann seinem Fazit hierzu nur zustimmen:

""Gefühlte 99%" gefällt mir wesentlich besser. Ob es real mehr oder weniger sind, darf dann dahingestellt sein. Wichtig ist, dass man, wenn man in Frontalopposition zu "gefühlten 99%" tritt, jedes Wort sauber wägt. Wenn man gegen gefühlt so viele Leute anschreibt, ist hundertprozentige Sorfalt das A und O :o)

Ich verstehe, was Sie mit "Systemlogik" meinen. Ich habe mir darüber vor kurzem auch noch den Kopf zerbrochen. (Falls jemand vorhat, das nochmal zu lesen: die Überlegungen zum "perfekten System" sind rein theoretischer Natur)"

"Systemlogik" ist bei mir ein Punkt, und ich glaube nicht, dass ich da schwer zu verstehen bin, wenn man mich verstehen will, wie ich auch Sie verstehe, was aber wiederum nur daher kommt, dass ich Sie verstehen will.

Man mag es "Provokation" nennen, für mich ist es Zuspitzung, wobei ich einfach vor mir ausgehe. Weil ich keine Texte mag, die die Breite suchen, möchte ich auch keinem anderen breite Abhandlungen zumuten, schon gar nicht in einem Blog.

Ich habe geschrieben, dass "Kapitalismus" eine "Projektionsfläche" ist, definitionsgemäß "unbegrenzt", will sagen begrifflich konfus, was auch durch "Profit" nicht besser wird, denn der macht jede moderne Gesellschaft zum "Kapitalismus", "inklusive die realsozialistischen Gesellschaften". Und dieses "inklusive" haben Sie, wie Sie sagen, in Ihrem eigenen Blog schon behandelt, so dass ich wirklich nicht erkennen kann, wo genau Sie jetzt das Problem mit meinem Text haben.

Ich mach hier keine "Ideologiekritik des "Realsozialismus", eher eine "Ideologiekritik" dessen, was m.E. diffus mit "Kapitalismus" verbunden wird. "Standardsituationen" habe ich hier als Serie angelegt, die sich eben damit auseinandersetzt.
gerhard monsees schrieb am 27.01.2012 um 12:46
PS: "Realsozialistischer Ossi" - dessen Titel Sie nun auch noch dummerweise verändert haben und damit auch noch die letzte Kritikmöglichkeit, nämlich die stilistische unmöglich gemacht haben"

Es ist wirklich schwer, es allen recht zu machen.
chrislow schrieb am 23.01.2012 um 17:18
Und Zizek hat nachweislich (wie er in den Interviews sagt) vor dieser Rethorik angst...

Und Angst essen Seele auf. Und eine "Utopie" ist Bestandteil der Seele. Und wem man derart nahe geht, indem man seine innersten "Bedürfnisse" (jene, als welche sie interpretiert wurden) schlecht macht und unter solcher Rethorik abspricht ... reagieren entsprechend darauf.

Das ist das gleiche, wie wenn ich einem Fußballfan seinen Fußball schlecht machen würde... ich erntete mit sicherheit Ablehnung und sogar agressive Reaktionen.
Und Sport wäre hierbei sogar ein gutes Beispiel - sublimiert er doch im Grunde tiefste Gewalltstrukturen innerhalb jeder Introspektiver Erfahrung.... Der sportliche Wettkampf ist keine allzu junge Erfindung (Olympia) und nicht ohne Grund eine solche. Und seitdem sollen wir alle alles "sportlich" sehen/nehmen...
gerhard monsees schrieb am 24.01.2012 um 13:47
Habe einen Stern für meinen Beitrag bekommen. Sollen besonders "gefährliche" Blogs bekommen. Wegen "Verbrechen"?
chrislow schrieb am 24.01.2012 um 18:36
ist ein Stern denn schlechter als keiner?
...
Egal - kann man nichts machen. Und ich werde das ergebnis auch nicht verfälschen..:!
chrislow schrieb am 25.01.2012 um 14:53
chrislow schrieb am 22.01.2012 um 20:34

"...inszenieren eine Glaubensgemeinschaft um sie auf den rechten Weg zu leiten... "

-> Das bedeutet ja nicht, dass diese Glaubensgemeinschaft (hier etwa linke Politik) gleich dem rechten Weg/Ziel sei. Es ist eben nur der Weg, auf dem sich das quasi-individuelle linke Gedankengut auf einen Nenner reduzieren kann - welches dann ebensogut in den "Kapitalismus" integrierbar ist. Deswegen eben auch mein Ausdruck "Utopie" für die Zwangsneurose "Linkssein" in dieser welt.

Für diese "Neurose" gibt es unbewusste und unbekannte neurologische Grundlagen, die zu Selbstwahrnehmungen und Verhaltensmustern führen, die diese Weltbilder erzeugen können. Weswegen ich von unfreiwilligem "Linkssein" sprach - was aber nach derzeit gültiger pschologsicher Einschätzung sehr wohl den individuellen Willen darstellt. Ich unterstelle also eine gewisse Determinierung durch bisher unbekannte Einflüsse.

Das ist natürlich eine herbe Interpretation von Alltagsbedingungen und womöglich auch erheblich Anmaßend. Aber Kapitalimuskritik ist eben im Zweifel auch nicht viel mehr, als nur eine "Verschwörungstheorie" ... im Zweifel eben.
gerhard monsees schrieb am 25.01.2012 um 17:08
@chrislow

"Zwangsneurose Linkssein"

Neulich schrieb jemand, "Linke Spinner" hätten eine "spekulative Neurose" – nicht glauben, dass das, was ist, schon alles sein kann.

Danach ist wahrscheinlich jeder irgendwie zwangsneurotisch.
chrislow schrieb am 25.01.2012 um 22:49
Danach ist wahrscheinlich jeder irgendwie zwangsneurotisch.

-> Aber sicher. sobald sublimiert wird, erfüllt das Verhalten die Bedingungen einer Neurose. Und Sublimierung ist anerkannte - ja sogar erforderliche Kulturtechnik . Die Psychiatrisierung der Gesellschaft betrifft ja nicht nur irgendwelche psychiatrische Sonderfälle in Kliniken, sondern im Zweifel alle.

Eine Spekulationsneurose täte ich aber ganz anderen Individuen unterstellen.
gerhard monsees schrieb am 26.01.2012 um 15:31
@chrislow

Eine Spekulationsneurose täte ich aber ganz anderen Individuen unterstellen.

Yo. Aber ist das nicht eine interessante zwangsneutrotische Gemeinsamkeit, Börsenspekulanten und Kapitalismuskritiker wollen nicht glauben, dass das, was ist, schon alles sein kann.

Ich hab das jetzt gleich mal notiert.
gerhard monsees
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