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Blog 4 Fastfood & Satire

14.02.2010 | 17:47

Auf dem Ruderdeck der Titanic 14-02-2010

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Nu, mal genauer, Jupp flüstert Aufstocker. Können wir nun als einmalige Härte-Sonder-Beihilfe nen Umhang oder so bestellen, damit das Auspeitschen durch den Aufseher nicht so weh tut oder nicht?

Ich hab' aufgeschnappt , dass son ' Orakel geweissagt hat: auch Ruderer haben Anspruch auf menschenwürdige Behandlung und kulturelle Bedürfnisse.

Ob wir wohl ein Loch in die Bordwand beantragen dürfen, damit wir fernsehen können, während der Arbeitszeit, oder wenigstens in den Pausen Jupp? Was meinst du?

Jupp wiegt seinen Kopf hin und her, sieht sich ängstlich nach dem Aufseher um, und flüstert dann noch leiser: ja, ja, kann sein, hab' ich auch gehört, aber die Worte des Orakels waren zwar ziemlich klar, was die Rechte von Harz-IV-Beziehern angeht, aber wir haben doch die Ketten an und können uns nicht so richtig wehren. Besser wir rudern fleißig und hoffen, dass die da oben ein Einsehen haben, wie der Sprecher im Casino von dem ich dir erzählt habe, vielleicht helfen die uns.

Aufstocker stöhnt auf, aber das kann doch nicht alles sein. Wir haben doch Rechte.

Was ist mit unseren kulturellen Bedürfnissen? Es muss ja kein Casino-Besuch sein, aber mal an Deck gehen und uns mit anderen treffen und so das muss doch drin sein.

Pssssssssssssst, sagt Ein-Euro-Job-Jupp, dich könnte der Aufseher hören, dass du Ansprüche hast und dann erhöhen sie die Taktzahl mit der wir rudern müssen, dann wird’s nur noch schlimmer. Schließlich hast du doch einen Vertrag auf Lebenszeit. Da kommst du nicht raus. Wenn du kündigst, kriegst du ne Kürzung der Bezüge.

Warum rudern wir überhaupt, mault Aufstocker. Ich höre doch Motoren, die treiben das Schiff doch an.

Ja, ja, sagt Jupp, das stimmt schon. Aber wir machen doch nur zusätzliche Arbeit. Wir dürfen doch keine reguläre Arbeit machen.

 
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