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Sie saßen auf einem Sofa und schauten etwas unsicher auf ihr Gegenüber. Sie waren noch nie, noch nie bei einem Couchtermin. Man sah es ihnen an, das sie nicht wirklich freiwillig da waren.
Der Therapeut lächelte freundlich und machte eine einladende Geste.
Die Sitzenden entspannten sich etwas und lehnten sich etwas gemütlicher zurück.
Wer möchte denn von ihnen anfangen? Fragte der Psychater in einem ruhigen interessierten Tonfall.
Er schaute sie kurz an und wandte sich direkt an sein Gegenüber.
Wissen sie , wir sind uns nicht so richtig im klaren , wo unsere Probleme liegen. Schließlich haben wir ja einen gültigen Koalitionsvertrag. Aber immer wenn ich auf den zu sprechen komme, höre ich nur dass klären wir demnächst, die Zeit ist dafür noch nicht reif oder wir müssen unsere Finanzen erst mal klären und das Gespräch verläuft sich dann im ungefähren.
Na, na, fällt sie ihm ins Wort. Wir haben doch schon einige schöne Gesetze auf den Weg gebracht, ist das etwa nichts? Und tätsächlich sind so viele Dinge noch im Unklaren, dass es zur Zeit wirklich schwierig ist, Prognosen für die Zukunft abzugeben und sich allzu genau festzulegen. Wer weiß , was ob die NRW-Hochzeit klappt? Ohne die Fortsetztung ist doch alles sehr fraglich, was wir so alles im Koalitionsvertrag stehen haben, mein lieber Guido, nicht?
Guido seufzt, ach, ja das ist schon ein schwieriger Spagat,liebe Angie, aber ich sinke in der Wählergunst und sinke. Die warten doch darauf, dass ich ihnen mehr biete als die kleinen Steuergeschenke bisher.
Na, ob da deine deftigen Äußerungen hilfreich waren, halte ich doch für sehr gewagt, gab' sie zu Bedenken. Polarisieren ist selten für unsere Positionen nütlzlich. Seriöse und ständig wiederholte Allgemeinplätze, die den Boden für unsere Politik bereiten , sind doch viel erfolgversprechender, wand sie ein.
Ja, ja, murrte er, aber meine Wählerzustimmung sinkt und sinkt und dann ist es mit der NRW-Hochzeit auch Essig. Ich habe den Verdacht, sie haben da einen grünen Seitensprung angedacht.
Dann können sie mir noch mehr ausweichen oder meine koalitionären Steuersenkungswünsche abschmettern. Ich vertraue ihnen nicht mehr.
So, so, schaltete sich nun der Therapeut ein, wir haben also einen Vertrauenskonflikt. Sie , Guido, fühlen sich nicht richtig verstanden und ernst genommen und wünschen sich mehr Unterstützung von der anderen Seite? Ja, ja, strahlte Guido erleichtert, sie verstehen mich.
Und Angie, was denken sie über diesen Konflikt?
Angie schaute den Therapeuten treuherzig an und erwiederte: ich verstehe nicht so richtig. Ich tue mein Bestes! Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich muss viele Wünsche und unterschiedliche Interessen berücksichtigen und kann auch keine Entscheidungen zusagen, wenn sich ungünstige Auswirkungen auf meine Wahlhochzeitsaussichten abzeichnen. Ich denke die Zeit heilt alle Wunden und kleine und große Missverständnisse lassen sich mit viel gutem Willen, lieber Guido, heilen oder zumindest schmerzen sie dann nicht mehr so, schob sie etwas leiser noch hinterher.
Sehen sie, sehen sie, brauste er wieder auf. Nie bekomme ich eine klare eindeutige Antwort. Das Orakel von Delphi gibt mir eher die korrekte Uhrzeit an als sie.
Wie soll ich das nur aushalten?
Der Therapeut wandte sich nun an beide und fragte einlenkend: sie haben sich doch diese koalitionäre Ehe gründlich überlegt, lange dafür Wahlkampf gemacht und haben doch viele Gemeinsamkeiten.
Fangen wir doch damit noch einmal an. Was für Gemeinsamkeiten haben sie denn ?
Beide schauen betreten zu Boden und zucken unverbindlich mit den Schultern.
Wenn sie sooo fragen, Herr Ackermann, dann fehlen mir einfach die Worte, murmelte Angie.
Rot anlaufend schaute er triumphierend den Therapeuten an.
War das ein bescheuerter Traum. Aber ich musste ihn mal aufschreiben, damit ich ihn wieder loswerde.
Man, waren die Stones leichter zu Händeln, die wussten wenigstens , dass sie nichts zu bestellen haben.
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Ich weiß nicht , ob die Westerwelle die Titanic wirklich vom Kurs abbringen kann. Mal schaun.
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das gibt es schon (zu lesen auf www.titanic-magazin.de):
6.30 Uhr Guido Westerwelle (FDP, Außenminister) brüllt den Wecker dafür an, daß er es gewagt hat, ihn aus einer wichtigen Traumsitzung zu holen, sieht dann aber ein, daß er wach wichtiger ist. 7.00 Uhr Außenminister Westerwelle (FDP) macht lautstark das politisch verblendete Handwerkerproletariat dafür verantwortlich, daß seine Freiheit bei der Wahl der Wassertemperatur durch gelegentliche Schwankungen eingeschränkt sei. Aus Protest verbeißt er sich im Duschvorhang. 7.30 Uhr FDP-Chef und Minister des Äußersten Westerwelle bringt allein durch überhitzte Argumentation die Frühstückseier zum Kochen ("Gelb muß fest in der Mitte stehen und darf sich nicht von allen Seiten vollschleimen lassen"). Findet dann aber keine Zeit, sie zu essen, weil er sich so sehr über die rote Salami aufregen muß. 7.45 Uhr Auf dem Flur teilen Nachbarn dem Außenminister Guido "FDP" Westerwelle mit, daß sie in Flugplatznähe ziehen, um es endlich mal etwas ruhiger zu haben. Westerwelle sieht sich gezwungen, seine Stimme zu deregulieren. 8.00 Uhr Im Dienstwagen des Außenministeriums drängt Guido Westerwelle mit den Worten "So wie Sie zuckeln, sind Sie doch noch von Rot-Grün eingestellt worden. Geben sie Gas, sonst gibt's 'ne Chauffeurreform!" aufs Tempo. Als ein Verkehrsteilnehmer aus dem Straßengraben dem FDP-Mann hinterherzuhupen wagt, bekommt Westerwelle einen Schreikrampf, der erst am Nachmittag gegen Ende einer Pressekonferenz nachläßt. |
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Super, ich glaube, ich muss mir mal die Titanic zulegen als Inspirationsquelle.
Danke! |
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Wirklich lesenswert. Du hast immer so eine lustige Note darin und ganz viele Einfälle. Guido und Angie beim Therapeuten in der Paartherapie. Darauf muss man erst einmal kommen.
rr |
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Zur Zeit läuft so ne Serie auf 3Sat
In Treatment, die hat mich inspiriert. Danke für deine aufmunternden Kommentare. Kommen immer gut an bei mir. Gruß Goch |
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Das könnte ien Liblingssatz werden.
"Das Orakel von Delphi gibt mir eher die korrekte Uhrzeit an als sie." |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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