goch

Blog 4 Fastfood & Satire

17.12.2011 | 17:13

Das geheime Tagebuch von Angie17-12Vorweihnachtliche Bescherung

 

Mein Gott, da hab ich doch meinem Wulf einen Persilschein ausgestellt und dann so was.

Das meine lieben Mitstreiter etwas geldgierig sind und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, wenn es ihnen zum Vorteil gereicht – geschenkt. Aber muss man sich so dämlich anstellen?

 

Ich versteh ja , dass man als christlicher Politiker seine Karriere verfolgt und seinen persönlichen Vorteil haben will, aber diese plumpe Art ist denn doch bedenklich.

 

Da wird doch zu deutlich, dass meine lieben Mitstreiter Politik betreiben , um ihres eigenen Vorteils willen. Dass man da erpressbar wird von den wirtschaftlich potenten Gönnern muss doch nicht jeder wissen. Aber so funktioniert nun mal unsere Politik.

 

Da machen das andere geschickter. Die nehmen die Frucht ihrer Arbeit erst nach dem politischen Amt in Anspruch. Mein Amtsvorgänger verdient ja jetzt sicher viel mehr als zur Zeit als er noch meinen Job hatte.

Ich halt mich doch auch zurück. Warum hat das denn mein Wulf nicht geschafft?

 

Die Fleischtöpfe warten doch auf alle, die zur aktiven politischen Zeit, die rechte Politik gemacht haben. Also dafür muss ich meinen Wulf wirklich tadeln. Konnte er sich denn nicht an Koch ein Beispiel nehmen? Das wird jetzt eng für ihn und für was? Für Peanuts!

 
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Kommentare
Rosa Sconto schrieb am 18.12.2011 um 00:49
Vielleicht ginge ja auch der Wolfgang als Nachfolger. Das bekommt sie bestimmt auch irgendwie hingetrickst.
goch schrieb am 18.12.2011 um 13:15
Vorsicht der ist schon wegen einer Schmiergeldaffäre angezählt (Kohl).
Hätte aber den Charme, dass die CDU einen fortschrittlichen Touch bekäme, wegen Vorurteilsfreiheit.
h.yuren schrieb am 18.12.2011 um 10:26
lieber goch, du hast wieder mal geschickt geschnüffelt, was die chefin wohl so notiert. besonders der satz hat es mir angetan:
"Die Fleischtöpfe warten doch auf alle, die zur aktiven politischen Zeit, die rechte Politik gemacht haben."
recht so.
goch schrieb am 18.12.2011 um 13:23
Ja, ich denke, das ist ein treibendes Motiv rechter Politiker. Der Kopierer ist da scheinbar eine Ausnahme. Ein Idealist sozusagen, er holt die Kohle aus dem Feuer für seine Klasse mit dem Pathos des Volkstribunen.
Scheinbar deshalb, weil für seine Interessen einzutreten ist erstmal nichts anrüchiges, sondern ja das Ideal der Demokratie.
Alle sollen ihre Interessen in den Entscheidungen der Politik wiederfinden und es soll ein gerechter Ausgleich gefunden werden.
Scheinbar ist er nicht an den Fleischtöpfen interessiert. Er hat ja bereits einen erkecklichen. Und den will er gegen uns verteidigen, indem er sich als unser Volkstribun geriert.
Diese Verlogenheit aufzudecken , und ihre antidemokratische Gesinnung deutlich zu machen, ist ja ein Hauptmotiv meines Blogs.
Ansonsten vielen Dank für die anregenden Kommentare.
claudia schrieb am 18.12.2011 um 14:31
>>Der Kopierer ist da scheinbar eine Ausnahme.<<
Scheinbar, weil er einer alten Reichstradition folgt: Adlige haben als Berater („Minister“) eines Königs oder Kaisers selbstverständlich aktiv in der P0litik mitgemischt. Das bekannteste Beispiel ist der Reichskanzler Otto von Bismarck. Von ihm ist der Spruch überliefert: „Ich bin ein Junker und will meinen Vorteil davon haben.“

Adeliche Reichtumserben wie die Guttenberge sind natürlich Kapitalisten. Für den Junker Karl Theodor gilt also: „Ich bin ein Kapitalist und will meinen Vorteil davon haben.“
Nur dass er nicht Politiker einkauft, sondern selber mitmischt. Vielleicht sind die Guttenberge ja ein bisserl geizig und sagen sich: „Was man selber machen kann kostet nix“. Das könnte Einiges erklären.
Der Uni Bayreuth haben sie aber indirekt schon Geld spendiert.

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>>Ein Idealist sozusagen, er holt die Kohle aus dem Feuer für seine Klasse mit dem Pathos des Volkstribunen.<<
Dafür könnte Bismarck als warnendes Beispiel dienen:
Das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ hat der Schlaukopf damit relativiert, dass er den Arbeitern eine Rentenversicherung "schenkte" und damit einen grossen Aufstand verhinderte.
Noch heute bejubeln manche den preussischen Junker als "Arbeiterfreund".

Die "Sozialistengesetze", aufgrund deren die sozialdemokratischen Reichtagsabgeordneten plötzlich ohne Parteibasis als isolierte und somit leichter korrumpierbare "Einzelkämpfer" im Parlament sassen, war ein voller Erfolg, der sich bis heute für die herrschende Klasse auszahlt.

Der Junker Karl Theodor, der dem Beispiel des bis heute bekanntesten Reichkanzlers folgt, ist sicher nicht so harmlos wie der scheint.
goch schrieb am 18.12.2011 um 14:41
An diesen Aspekt der Geschichte habe ich nicht gedacht.
Auch jetzt kommen austeritäre Zeiten. Merkels Agenda 2010 /2100 verlangt nach Volkstribunen, die das Zurückfahren des Sozialstaats volkstümlich betreiben. Merkel ist dazu nur bedingt fähig.
Vielleicht sieht sich Guttenberg wirklich in dieser historischen Tradition eines Bismarks.An seinem Ego wirds nicht mangeln.
claudia schrieb am 18.12.2011 um 15:30
>>An seinem Ego wirds nicht mangeln.<<
Sicher nicht. Das bekommt man als hochwohlgeborenes Kind schon von der Amme eingesäugt.
Teure Privatschulen besorgen die Feinpolitur und fertig ist die Herrscherpersönlichkeit.

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>>Merkels Agenda 2010 /2100<<
Man darf aber nicht vergessen, dass die Agenda 2010 vom derzeit nichtregierenden Teil des Lobbyblockes in Gang gesetzt wurde.
Deswegen mein obiger Hinweis, dass die Bismarckschen "Sozialistengesetze" sich bis heute rentieren.
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