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Kein Tag wie jeder andere
Der 11. September 2011 ist in Europa der Tag des offenen Denkmals. Und da außerdem der letzte Sommertag des Jahres versprochen ist, schwingen wir uns auf die Räder, um die eine oder andere olle Hütte von innen zu sehen. Letztes Jahr in Treuenbrietzen war ja nicht viel los, deshalb fällt diesmal die Wahl auf Halle.
Der Denkmals-Tag ist inzwischen zu einer Art Volksfest ausgeartet, aber der Himmel ist blau-weiß gemustert, die Sonne kitzelt die Pigmente in der Haut und provoziert Endorphinausschüttungen. Alle haben gute Laune. Die Stadt ist voller entspannter Menschen. Also wollen wir nicht herummäkeln, auch wenn die seltsame Mischung aus Romantik, Historismus und Postmoderne dieser Feierkultur eigentlich alle Lügen straft, die nicht müde werden, zu behaupten, nach 9/11 wäre nichts mehr so wie vorher.
Staubige Reste der Industriekultur, Volkstanz, Bratwurst und Bier, Kaffe und Kuchen, Oldtimerbusse, Indianer-Tipis - also, bunt ist die Mischung!
Doch nun lasst uns gucken.
Die Fontäne auf der Peißnitzinsel, die höchstspritzende Europas, sacht der Hallenser. Sie ist eine Achtundsechzigerin und nicht mehr jeden Tag aktiv. - Na ja, aber bei dem Wetter bleiben keine Wünsche offen, halb Halle lagert hippiesk um sie herum und guckt stoned von was auch immer zu, wie sie den Schönwetterwolken da oben Feuchtigkeit spendet.
Die Schauburg hat den Charme einer Ruine, ist aber ein quasi original erhaltenes Art-Deco-Filmtheater.
Eine der ältesten noch erhaltenen Großgaragen Europas, eine sogenannte Aufzugsgarage mit 4 Etagen, erbaut 1927 bis 1929, heute wieder restauriert und um einen modernen Anbau ergänzt. Leider keine Oldtimer, die da drin stehen...
Der gänzlich unsanierte olle Gasthof ist von 1828 und genau so sieht's da drin auch aus.
Expressionistischer Wasserturm, Tipi, Volkstanz, Oldtimer, Bratwurst im proletarischen Halleschen Süden.
In einem unbeobachteten Augenblick gelang mir noch dieser Schnappschuss.
Tja, und pünktlich kurz vor 18 Uhr kam dann das hier - und das war's dann mit dem Sommer 2011.
Ab Montagfrüh wird nichts mehr so sein wie bisher. Außer dass ich früh aufstehen muss...
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Wie ich hörte, sieht es derzeit nicht gut für ihn aus, die letzten Hausbewohner ziehen demnächst aus, der Eigentümer will (zu) teuer verkaufen. Also bleibt das Ding leer stehen, bis es der Denkmalsschutz freiwillig aufgibt, dann kann abgerissen werden... Das Übliche.
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Halle müßte bei mir auch mal wieder auf dem Plan stehen, interessante Denkmäler - gibts Innenaufnahmen vom Art Deco-Kino? Jedenfalls macht Dein Beitrag viel Lust, auf Erkundungstour zu gehen, vielen Dank dafür.
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Leider sind wir nicht bis in den Saal vorgedrungen, es wurde nur zur vollen Stunde eingelassen und der Andrang war zu groß.
Eine Innenaufnahme findest Du weiter unten. Von DD nach HAL ist es ja nicht weit... :) |
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Auch Danke von mir. Und bei dem Gasthof schließe ich mich ebenso an. Da möchte man doch glatt gleich einziehen.
Noch spannender fand ich die Schauburg. Die hätte ich gerne von innen gesehen. Passiert da noch was? Das Gewitter am Abend fand ich sehr beeindruckend. Ich habe auf dem Balkon gesessen mit einem Bierchen und zugeschaut. Selten waren Blitze so faszinierend. |
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Innen sah das mal so aus:
![]() Seit einiger Zeit gibt es einen Verein, der ein Veranstaltungsleben und Gastronomie organisiert: kultur-halle.de/verein/#11start.html |
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Danke für den Link. Das scheint ein spannendes Projekt. Vielleicht muss ich mir doch mal Halle anschauen.
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Ach danke für den Bericht. Sag mal, sind wir nicht einst auch an dieser Fontäne vorbei gewandert oder war das ne andere Gegend? Schauburg - komisch, gab es früher fast in jeder Stadt, den Namen für ein Filmtheater.
Schöne Einblicke. |
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Sind wir! :)
Ja, Schauburg-Kinos gab/gibt es überall. Die in der Dresdener Neustadt z.B. ist immer noch ein Kino. Heutzutage gibt's überall ein XXL-Cinemaxx-Multiplexxx... |
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ich kam ja immer gar nicht klar mit den politessen in halle. kein witz, die klemmen dir einen zettel unters wischblatt, bevor du angehalten hast. aber die peissnitz lohnt schon mal.
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Mit dem Fahrrad ist man da besser dran, weil die Politessen nicht so schnell laufen können. :)
Der Feind des Radfahrers ist der gemeine Streifenpolizist. |
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ps: ... und politessinnen, sorry. ja, mit dem rad macht das mehr spaß da.
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Ja, das ist schon ein bisschen wie im Kommunismus. Keiner hat einen eigenen Garten, man haut sich auf die Kollektivwiese. :))
Jetzt müssten nur noch die Leute von der Stadtwirtschaft, die Montagmorgen den Müll einsammeln, welche sein, die montags eben Müll einsammeln und dienstags Soziologie-Seminare an der Uni geben. |
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Während der Fußball WM 2006 hatten die Müllmänner Berlins einen Ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Viele Niederländer wohnten vor dem Spiel Ihrer Mannschaft gegen Serbien in Berlin (das Spiel selbst fand in Leipzig statt) und ein Auftauchen der oranjegewandeten Müllmänner führte zu Standing Ovations.
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Alles so friedlich hier :)
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Dankeschön, goedzak.
Sowas könnste öfter machen, :) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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