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Ordnung und Utopie
So hat er sich mit einem verschmitzten Lächeln immer vorgestellt, besonders gern den Kindern von Freunden und Kollegen und später auch seiner Schüler. Onkel Horst aus Halle-Neustadt, wo er eine winzige Plattenbauwohnung (kaum über 20 qm) als Zweitwohnsitz innehatte. Eigentlich war der gebürtige Vogtländer ein überzeugter (Ost-)Berliner. Die Wohnung in Schöneweide, die er mit Ehefrau und zwei Töchtern bewohnte, war auch nicht viel größer, aber mit Hilfe einer Unmenge von Ideen und viel handwerklichem Geschick, das den Schreinern, die die Inneneinrichtung von Segelbootkajüten herstellen, alle Ehre genmacht hätte, so ausgestattet, dass wirklich jeder Winkel optimal ausgenutzt war. Wenn man diese Wohnung gesehen hatte, konnte man sich auch gut ein Bild davon machen, wes Geistes Kind der Designer und Designtheoretiker Horst Oehlke war: kein Stylist, sondern ein natural born Funktionalist.
Der selbst gegebene Spitzname war natürlich eine Anspielung auf Ho Chi Minh aus Hanoi in Vietnam, einem Land, das Horst Oehlke oft besucht hatte. Er pflegte die Partnerbeziehungen mit vietnamesischen Designern und zu einer nordvietnamesischen Kunsthochschule. Das war Dienstauftrag und Herzensangelegenheit. Er hatte eine Neigung zur ostasiatischen Philosophie und Lebensanschauung. Jedes Jahr erhielten Freunde und Kollegen eine Neujahrskarte zum Jahr der Ratte, der Schlange oder des Affen, was gerade im chinesisch-uigurischen Kalender angesagt war. Der Holzschnitt mit dem jeweiligen putzigen Tier war selbst angefertigt.
Horst Oehlke ist in seinem Berufsleben als Designer einen für diese Profession im 20. Jahrhundert exemplarischen Weg gegangen. Er absolvierte Anfang der 1950er Jahre als künstlerisch begabter junger Mann ein werkkünstlerisches Studium, arbeitete dann als Textilgestalter. Von 1957-61 gehörte er zu der ersten Generation der Industrial Design-Studenten in der DDR, die unter dem Eindruck des Ulmer Funktionalismus an die Gestaltung einer technisch bestimmten Lebensumwelt gingen.
Die von ihm empfundene Notwendigkeit, das Berufsbild des Designers ständig in Frage zu stellen, brachte ihn zur Designtheorie.
Er kann als der Begründer dieser Disziplin in der DDR gelten. Als Autor designtheoretischer Publikationen erwarb er sich einen guten Ruf in vielen europäischen Ländern. Als Hochschullehrer führte er das Lehrfach Designtheorie ein und gründete die Forschungsabteilung Theorie und Methodik an der Burg in Halle. Die von ihm eröffnete und bis 1996 organisierte Reihe der designwissenschaftlichen Kolloquia an der Hochschule für industrielle Formgestaltung, später Hochschule für Kunst und Design, heute Kunsthochschule Halle war eine Institution in der DDR-Designszene und fand ebenso in der Bundesrepublik Beachtung.
Daran, dass die ehemalige Kunstgewerbeschule Giebichenstein zu einer modernen Hochschule für industrielle Formgestaltung, so ihr Name von 1958 bis 1989, wurde, hatte er einen entscheidenden Anteil. Die Hochschule für Kunst und Design, wie sie von 1989 bis 2009 hieß, hat er noch einige Jahre mitgeprägt.
Am 7. November 2011 wäre er achtzig Jahre alt geworden.
Mit der kürzlichen Umbenennung der BURG in eine Kunsthochschule (ohne Erwähnung des Designs in ihrem Namen), mit der sich diejenigen durchsetzten, für die die Gestaltung der praktischen Lebensumwelt nichts weiter ist als Kunst, die sich nützlich macht, wäre er nicht einverstanden gewesen. Für ihn hatte Gestaltung nichts mit Bekunstung zu tun, sondern war einfach der Versuch, Ordnung in das Chaos zu bringen.
Ordnung als Utopie - die Unsicherheit überwinden, die Angst vor dem Unbekannten, vor den überall lauernden Gefahren beherrschen, Wege durch den Dschungel der ungeordneten Welt definieren, das Fremde sich aneignen. Der Gestalter dabei als praktischer Aufklärer.
Aufklärung ist hier nicht nur zu verstehen als Hilfe zur Überwindung der der Unwissenheit geschuldeten Unmündigkeit, sondern auch als Erkundung und Eroberung des Geländes, des Raums. Ja, des Raums, denn aufklärerisch-emanzipative praktische Gestaltung ist nicht in erster Linie das Handhabbar- oder gar nur Erkennbarmachen der einzelnen Dinge im Lebensraum. Noch weniger ist sie ein Beschriften dieser Dinge mit was auch immer für Erzählungen. Sie ist ein In-Beziehung-setzen der Einzeldinge mit dem Sinn ihrer Minimierung und dem Ziel des Raum- und damit des Freiheitsgewinns. Und Freiheitsgewinn heißt Gewinn an Denkzeit, Handlungsmöglichkeiten und Muße zum Genuss.
Ein Irrtum drohte, dem viele unterlagen: Ordnung zu denken als endgültig festzulegendes System, damit wieder etwas zu setzen, was nicht begriffen und angeeignet, sondern hingenommen werden muss. Was nicht Material und Ausgangspunkt für Entwicklung sein darf, dessen Infragestellung als Verunsicherung verstanden wird.
Das bot Angriffsflächen für die selbsternannten Verteidiger des Individuellen gegen das Gemeinschaftliche, des Gefühls gegen das Vernünftige, der Spontanität gegen das Geplante, die mit diesen platten Dichotomien in Wahrheit nichts im Sinn haben, als Emanzipation und Befreiung der Menschen durch die freie Aneignung und Beherrschung ihrer Lebensbedingungen zu verhindern.
Gestaltung wird begriffen als Ordnung für den Moment, als Ordnung bis auf weiteres. Über den Moment hinaus muss die Ordnung transformiert, aufgelöst, wenn nötig zerstört werden, um die Möglichkeit der Neuordnung zu schaffen. Und die entsprechend verstandene Theorie der Gestaltung ist die Frage nach den Ordnungsgesetzen und der Versuch, Mittel und Methoden für die praktische Herstellung von Ordnung zu entwickeln. Das Kriterium dieser Ordnung sind nicht die technischen, logistischen und auch nicht die abstrakt-ästhetischen Aspekte der Dinge, sondern die Humanität des Gebrauchs.
Gestaltung einfach nur zu begreifen als künstlerische Verschönerung des von anderen Akteuren nach nichtkünstlerischen Kriterien vordefinierten Praktischen, vergibt dem Gestalter die Chance, die Struktur, die Funktion und die Gestalt der Dinge als integralen Zusammenhang zu begreifen, der erst die humane Qualität der artifiziellen Welt ausmacht bzw. ausmachen kann. So lässt er sich zum bloßen Stylisten erniedrigen.
Die Interpretation der Funktion und die konstruktive Festlegung der Struktur leisten in der arbeitsteilig organisierten und von bestimmten Interessen gesteuerten Welt des (post-)industriellen Kapitalismus die Techniker. Ihre Kriterien sind technische. Die Ziele und Motive der Produktion praktischer Gegenstände legen Ökonomen nach gänzlich unpraktischen Kriterien fest, denn ihr Auftrag ist ein rein ökonomischer. Wer artikuliert die Bedürfnisse der Menschen nach der Erfüllung ihrer praktischer Zwecke, nach Genuss, nach dem erfüllenden Erleben der eigenen Körperlichkeit und Geistigkeit?
Die werden als Kaufmotiv durchaus ernst genommen, aber billiger und effektiver nach den Kriterien der Mehrwertschöpfung ist es und wird deshalb so praktiziert, diese Bedürfnisse nur illusionär zu befriedigen, den Eindruck zu erzeugen, der Kaufakt, nicht der Gebrauch wäre der entscheidende Vorgang, das Haben, nicht das Benutzen wäre der eigentliche Genuss. Der Gestalter sieht sich mit dem Ansinnen konfrontiert, die Zeichen und Symbole der Verlockung durch Illusionen an die Dinge zu legen. Dazu reicht es, der Stylist zu sein, und stört es nachgerade, mehr zu wollen.
Die Humanität der Dinge besteht aber darin, realer Bedürfnisbefriedigung dienen zu können. Dazu wiederum muss ihre Funktionalität analysiert, kritisiert und neu festgelegt, ihre Struktur entsprechend geplant und dieser Zusammenhang in einer adäquaten Gestalt zur Erscheinung gebracht werden. Dies, und nicht nur ihr Styling, als originäre Aufgabe des Gestalters aufzufassen – darin bestand das Konzept der Formgestaltergeneration Horst Oehlkes, die das Bauhaus bewunderte, und im Geiste der HfG Ulm lernte, lehrte und arbeitete. Sie nannten es die Verwissenschaftlichung des Designs.
Auf den ersten Blick scheint es, als sei dieses geradezu manische Theoretisieren lustfeindlich, verkopft, und die stylischen Inszenierungen derjenigen, die die verheißungsvollsten Geschichten auf die Kuhhaut der Produkte projizieren, dagegen eine Hommage an die Emotionalität, eine Feier des Genusses. Die Traumfabriken des stylistischen Designs spucken aber nichts als leere Versprechen aus, die nicht eingelöst werden, die nicht eingelöst werden können, und vor allem, die nicht eingelöst werden sollen. Denn der beste Kunde ist der unbefriedigte, das erwünschte Konsumverhalten die Waren-Nymphomanie oder -Satyriasis.
Seine Studenten nannten ihn ‚den Ö’. In einer Umfrage der Studentenzeitung Forum wurde er von ihnen 1986 zum beliebtesten Hochschullehrer der DDR gewählt. Im Oktober 2010 ist Horst Oehlke gestorben. Die Trauerfeier in einer kleinen Dorfkirche in Berlin-Kaulsdorf war das letzte Beisammensein eines gar nicht so kleinen Kreises befreundeter Designerinnen und Designer, die sich in ihrem Alltag mit ihren Jobs mal mehr, mal weniger erfolgreich durchschlagen, mit ihrem Lehrer, Mentor und Freund, dem sie zu verdanken haben, dafür nicht so schlecht gerüstet zu sein.
Foto: Eva Mahn, 1996
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Gefällt Dir? - Und ich hab mir solche Mühe gegeben, tiefsinnig-abschreckend zu schreiben...
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Tiefsinnig-abschreckend ist dir nicht ganz gelungen, ich hab's gern gelesen.
Dass die HfG Ulm auch in die DDR strahlte, habe ich nicht gewusst. |
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Die DDR-Design-Zeitschrift 'form+zweck' hat immer mal wieder Atrukel aus der HfG-Zeitschrift 'ulm' übernommen. Während in den späten fünfziger in einschlägigen Artikeln der Ulmer Ansatz noch als "kalt" und "unkünstlerisch" kritisiert wurde, hat man 1968 die Schließung der HfG mit großem Bedauern und einem würdigenden Nachruf konstatiert. (Es soll ja sowas wei Entwicklung auch in der DDR gegeben haben...)
Als 1957/58 die Umwandlung der Kunstgewerbeschule in eine moderne Hochschule für Bildenden Kunst und industriebezogene Gestaltung anstand, sind Leute aus Halle nach Ulm gefahren und haben bei Maldonado u.a. Rat eingeholt. |
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:) Jetzt machst Du aber ein auf Brummelbär
Schulterklopf ;) por |
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Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen Sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben.
Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rethorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort "und" und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immer noch. :) |
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Streifzug!!! - Bist Du zu neuen Blog-Horizonten unterwegs?!? Es gab ja schon Anzeichen... Viel Glück auf den Weg, und ich freue mich auf das, was Du uns mitbringen wirst!
PS: Ich wage gar nicht zu fragen, was Du mir sagen willst. Stilkritik, wa? |
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...ist einfach nur Blutwurst, du weißst schon, passend zum Kamin :)
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Potzblitz, Streifzug, ist das von dir? Ich bin beeindruckt!
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Blitzsauber, Calvani, natürlich ist das nicht von mir. Ich habe nur einen Ball zurückgespielt, allerdings keinen, der dir nun wieder in den Sinn kommt, Glöckchen...
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...meine Texte erkennt man sofort, sie sind fein ziseliert, sehr persönlich, einfühlsam, zart, immer sehr zurückhaltend und dienen nie der direkten Bedürfnisbefriedigung, kurz gesagt sind sie ein Muss zum Genuss
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Müssen wir jetzt auch genießen?
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Streifzug, Schätzchen, ich bin das LÖCKCHEN, nicht das Glöckchen! (Ich weiß aber, worauf du anspielst...)
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...zum Genießen empfehle ich den Text von goedzak...
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Pah!
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@KalleWirsch
"Müssen wir jetzt auch genießen?" - Aber hallo, natürlich müssen wir das!!! Askese ist was unhippe Loser, Mensch! Genießen kann nicht jeder! Ein echter Genießer kommt auch ganz cool rüber! Wir leben doch postmaterialistischen Zeiten. |
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Streifzug, jetzt habe ich mir es am Kamin gemütlich gemacht und deine spannende Geschicht im flackernden Schein des 'fire' nochmal gelesen. Bin begeistert. Ich google jetzt aber nicht nach der Quelle. :)
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Na dann. ich will auf keinen Fall uncool wirken ;)
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Zu spät, Kalle.
Schade, schade :) |
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schrieb am
13.11.2011 um 09:47
Ohne irgendwem irgendwelche Illusionen rauben zu wollen- die fremden Federn, mit denen sich Streifzug hier zu schmücken versucht, sind im vollständigen Original nicht nur sinn-gebender, sondern auch besser:
j.mp/smkC6B Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich um ein Beispiel für eine so genannte Textwüste. |
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Lieber "Einer von Vielen",
schon wieder jemand aus der Truppe mit der Leseschwäche. Streifzug schrieb am 12.11.2011 um 15:53 Blitzsauber, Calvani, natürlich ist das nicht von mir. Ich habe nur einen Ball zurückgespielt,... goedzak weiß, um welchen Ball es geht, im Gegensatz zu dir, der du den Kontext nicht beachtest. Schwach, ganz schwach. |
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Danke für den Service der Quellenrecherche!
Illusionen konnten nicht geraubt werden, denn Streifzug hatte ja schon zugegeben, dass der Text nicht von ihm ist. (immer die smileys dazu denken...!) Hintergrund ist: Ich hatte neulich in einem seiner Blogs auch eine zusammengestoppelte Textwüste als "Kommentar" gepostet. |
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war @E.v.V.
bist mir zuvor gekommen, Streifzug. |
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goedzak,
nichtsdestotrotz gefällt mir der Text so gut, dass er glatt von mir sein könnte :) |
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schrieb am
13.11.2011 um 20:27
schwach ist eher, dass Du das erst auf Nachfrage einräumst, und nicht, wie es korrekt wäre, direkt mit Quelle einstellst.
Da ist der Vorwurf des Schmückens mit fremden Federn sehr wohl angebracht, warum glaubst Du denn, weshalb ich nach dem Original gesucht habe? Richtig, weil Du zugegeben hattest, dass er nicht von Dir sei, ich ihn aber interessant fand und deshalb wissen wollte, woher er kommt. Dass er von Dir selbst sei, hätte ich ohnehin nicht geglaubt, versuche also nicht, Ursache und Wirkung wieder einmal zu Deinen Gunsten auszulegen. Lese-schwäche geht anders, und fairer Umgang miteinander auch. |
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Ach, lieber Einer von Vielen,
das war so offensichtlich und bei einem umgewandelten "Lorem Ipsum" Text bedarf es keiner "Quellenangabe". Für wie blöd hältst du die Leute eigentlich? Willst du ihnen jetzt auch noch Google erklären? |
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schrieb am
13.11.2011 um 20:59
@Streifzug,
Du kannst Dich zwar versuchen heraus zu reden, indem Du den Spieß umdrehst, das kennt man ja von Dir, überzeugen wirst Du mich damit allerdings nicht. Wie gesagt, fairer Umgang miteinander geht anders, da kannst Du Dir auch das "lieber" sparen, aber darüber müssen wir nicht reden! |
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Lieber Einer von Vielen,
Du hast da etwas anscheinend noch nicht ganz mitbekommen: Du bist mir schnurzpiepsegal. Auch hier ist der Rest geschenkt :) |
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@E.v.V.
Humorlos, aber immer korrekt? Brav. |
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Sehr, sehr schöner und lesenswerter Text - danke dafür!
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Lieber goezdak,
da nach meinem Geschmack dieser Blog einen ganz, ganz kitzekleinen Hauch von Personenverehrung ausstrahlt, der ob des Mangels an Kritik beinahe als Personenkult mißverstanden werden könnte, nachfolgend drei böse kleine Thesen von Gefahren, die von der Rückseite der Medaille called Design ausgehen: 1. Design schafft mit Hilfe ästhetischer Oberflächen, die operationalen Nutzens vorgaukeln, um nutz- und wertlose oder gar schädliche Technik an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. 2. Design - so nennt man den Versuch, mit Hilfe von Ästhetik unmenschliche operationale Zwänge zu kaschieren, statt sich der Mühe zu unterziehen, Technik dem Menschen anzupassen. 3. Design liegt auch vor, wenn die ästhetischen Struktur als Benutzeroberfläche für den Benutzer dafür sorgt, sich nicht mit der operationalen Struktur befassen zu müssen und so für immer vom Verständnis der Technik ausgeschlossen bleibt. 4. Design sorgt last but not least wie Mode für das Ausmaß an Häßlichkeit, das sich nur eine Saison ertragen läßt. Allerbeste Ullrich |
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... vier böse kleine Thesen ...
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...vier böse kleine Thesen...
Dagegen stehen die 10 Thesen des Dieter Rams*: 1. Gutes Design ist innovativ. 2. Gutes Design macht ein Produkt verständlich. 3. Gutes Design ist ästhetisch. 4. Gutes Design macht ein Produkt brauchbar. 5. Gutes Design ist unaufdringlich. 6. Gutes Design ist ehrlich. 7. Gutes Design ist langlebig. 8. Gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail. 9. Gutes Design ist umweltfreundlich. 10. Gutes Design ist sowenig Design wie möglich. * Dieter Rams ist der langjährige, fast schon legendäre, Designer der Fa. Braun, Kronberg, dessen Entwürfe bis heute mustergültig sind. |
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@Vaustein,
der "Schneewittchensarg" steht bei mir, funktionstüchtig! und dudelt ab und an noch Hintergrundmusik... |
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Lieber Vaustein,
nehmen wir als z.B. die Firma Braun, die verkauft auch Küchenmixer, selbstverständlich aus Plastik. Ist ja so schööööön. Kann man so sehen. Sie essen aber auch fleißig die lecker Weichmacher mit! Empfehle mal den Film plastic-planet: www.plastic-planet.at/derfilm/filmtrailer.html Der gute Appetit kann einem schon vergehen! Gutes Handwerk schafft Ästhetik aus sich heraus. Das Dilemma von Design ist einfach, daß sie als gut bezahlter Büttel der Industrie bereit ist, jedem Müll ein Aussehen zu verpassen, das sich verkaufen läßt. Grüße |
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ps: der Satz "Die Humanität der Dinge besteht aber darin, realer Bedürfnisbefriedigung dienen zu können" ist angesichts der Realität kaum an Zynismus zu überbieten
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Ulrich Läntzsch, das mit dem Personenkult hast Du richtig erkannt. Sollte aber auch nicht verwundern bei dem Gedenk-Text für einen verdienstvollen Mann, der dieser Tage 80 geworden wäre.
Ansonsten scheint es sich hier um Missverständnisse zu handeln. Den 18:13 h von Dir zitierten Satz 'zynisch' zu nennen, geht nur, wenn er aus seinem Zusammenhang in meinem Text gerissen wird, was Du anscheinend tatest. In Deinen 'vier bösen kleinen Thesen' kommt das Wort Design vor. Aber ich glaube, wir reden doch von sehr verschiedenen Dingen. Mein Thema war jedenfalls nicht 'das Design', sondern die Designauffassung des Mannes, der hier gewürdigt werden sollte. |
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@Vaustein
Rams ist ein halbes Jahr jünger als Oehlke (und natürlich viel berühmter, das nur nebenbei), gehört also der erwähnten 'HfG-Ulm'-Generation an. Ihn in diesem Zusammenhang zu erwähnen, liegt nahe. Jonathan Ive, Chefdesigner bei Apple, ist übrigens Rams-Fan. Sieht man ja auch. |
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Lieber goedzak,
richtig mir geht es primär um das Design, da es ja in unserer Gesellschaft eine der Schnittstellen zur Realität darstellt, der sich niemand entziehen kann und zwar nicht nur in der Wahrnehmung, dann als ästhetisches Problem, sondern auch und gerade als sich alltäglich wiederhohlenden haptische Erfahrungen. Die Designauffassung bildet nun den theoretischen Überbau und zwar sowohl für die Ausbildung all derer, deren Produkte wir später in den Händen halten, bzw. optisch zu ertragen haben, als auch - und dies ist mindestens genauso wichtig, bildet die Designauffassung die Grundlage für die Rezeption. Und da überwiegt für mich eindeutig schlechtes Design, worunter ich auch Architektur subsumiere, die sich aber, nicht zuletzt aber durch die vorherrschende Designauffassung, legitimiert fühlt. Zwischenbemerkung: ich rede hier keineswegs, um einem verklärenden Blick zurück, zu verklären. Das Problem liegt unter anderem eben darin, daß ein Designer heute glaubt, mit seinem akademischen Handwerkskasten, auf die aus handwerklicher Tätigkeit erwachsene Erfahrung verzichten zu können. Ein zweites Problem ist eine Ästhetik, deren Formensprache sich nahezu ausschließlich aus den Möglichkeiten industrieller Fertigung speist, statt umgekehrt, der industrieller Fertigung Maßstäbe auferlegt, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen menschlichen Bedürfnissen und Ästhetik speist. Daher bitte ich Dich um Verständnis, daß ich mich - im Geist einer Schule der Thread-Abschweifung - weniger auf Oehlke und mehr Dein Ordnung und Utopie als Frage begriffen habe. Allerbeste Ullrich |
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Auf die Realität des Designs in unserer Umwelt kritisch zu gucken, ist mehr als berechtigt. - Abschweifungen sind völlig okay. - Also, keine Einwände.
Ich bin nur nicht sicher, ob ich deinen Alternativvorschlägen so folgen kann. Z.B.: Wenn anno dunnemals die Dinge die Spuren ihrer handwerklichen Herstellung trugen, was du offensichtlich schätzt, warum sollen dann die Spuren der industriellen Herstellung per se was schlechtes sein? Das wird ja vielfältig praktiziert, simples Beispiel Holzfolie auf Pressspanplatten. Diese Beschichtung mit Illusionen geschieht nicht, weil "Designer glauben, auf handwerkliche Erfahrung verzichten zu können" (was ohnehin nicht stimmt, Designer sind sehr technologiebewusste Menschen und oft selbst gute Handwerker), sondern weil die Auftraggeber auf solche Weise ihre warenästhetischen Strategien umsetzen, die natürlich auf die Beeinflussung der Käufer zielen. Eine Form des ästhetischen Betrugs ist es, an industriell gefertigte Dinge die Zeichen von vorindustrieller Handwerklichkeit zu pappen. |
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Nein, mir geht es nicht um den Verlust der Spuren ihrer handwerklichen Herstellung an den Dingen, sondern ihre Formensprache.
Beispiel aus der Architektur, das Raster, rechte Winkel oder die Senkrechte als scheinbar natürliche Grundlagen bei Entwerfen, die nichts mit der Nutzungsqualität sondern nur alles mit möglichst einfacher Planung, Berechnung und Herstellung zu tun haben. Aber gut, nehmen nehmen wir Preßspannplatte & Funier. Das Hauptproblem der Preßspannplatte ist ja nicht die Idee, sondern ihre Umsetzung mit Klebstoffen, deren Ausdünstungen zum allergrößten Teil mega-gesundheitschädlich sind. Auch das die Entsorgung der Platten nicht unproblematisch ist, wie auch deren Verarbeitung. All das interessiert den Designer herzlich wenig. Hinter dem ästhetischen Betrug - des Vorgaukelns von Produkten aus solider Holzarbeit, auf den sich viele Verbraucher oft auch bewußt einlassen - steckt der kriminelle Betrug, bei dem des Profit wegens Arbeiter und Verbraucher und am Ende über den Müll, die ganze Gesellschaft den Preis bezahlt. Somit wird der Designer in einer kapitalistischen Industriegesellschaft, ob er will oder nicht, zum Komplizen der Verbrecher. In diesem Sinn wird hoffentlich endgültig deutlich, wie ich meinen obigen Zynismus-Vorwurf belege. Daher sei er wiederholt: Die Humanität der Dinge besteht aber darin, realer Bedürfnisbefriedigung dienen zu können @handwerkliches Geschick bis zu einem gewissen Maß will ich dies gern zugestehen. Allerdings wäre es schon etwas anmaßend, wollte ein Designer behaupten, mit all den Materialien, für die er bereit ist Formgebungsaufträge zu erfüllen auch nur auf das Niveau eines Gesellen zu besitzen. Von Meisterschaft kann ja wohl nie eine Rede sein. Der Satz: Die Humanität der Dinge besteht aber darin, realer Bedürfnisbefriedigung dienen zu können Grüße ps: Übrigens, sind die Platten aus größeren Spännen, haben sie durchaus ihre eigene Ästhetik. |
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"...mir geht es nicht um den Verlust der Spuren ihrer handwerklichen Herstellung an den Dingen, sondern ihre Formensprache." - Ach so? Was sind denn an einem auf der Drehscheibe hergestellten Keramikpott die Spuren handwerklicher Herstellung und im Unterschied dazu seine Formensprache?
Kann es sein, dass man doch nicht bei allen Themen mitschwatzen kann, ohne sich über ein paar Begriffe und Zusammenhänge erstmal grundsätzlich zu informieren? |
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Labert ein Blinder - blind geboren - über Farben, mag ich, bei allem Mitleid, mich nicht mehr mit ihm auseinandersetzen, vor allem wenn er sich der Erkenntnis verweigert, am Ende seiner Argumente angekommen zu sein, kommt dann noch intellektuelle Arroganz hinzu, sag ich nur:
Auf diesem Niveau, da müssen Sie auf mich verzichten. Grüße, weil es so meine Art ist. |
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Da bist Du ja mit dem Blinden eine Weile ja erstaunlich geduldig gewesen?
Auch eine Variante von Selbstgefälligkeit, jemanden blind zu nennen, nur weil man nicht sehen kann (oder möchte), was der sieht. Wenn Du dann noch bedenkst, dass ich bloß Kaffeetrinker bin... ;) |
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Schwere Kost, ne' Menge gelernt und anregend, z.B. die Wahrheit, die Mehrdeutigkeiten und Untiefen des schönen Satzes "Die Humanität der Dinge besteht aber darin, realer Bedürfnisbefriedigung dienen zu können" zu erkennen. Zur Illustration keine designtheoretischen Ausführungen, sondern ein Gedicht des besten Bielefelder Lyrikers Hellmuth Opitz, gestern in der "Lange(n) Nacht der Bibliotheken" hier gehört:
Das mit Krups Das mit Krups geht nicht mehr lange gut. Die Atemwege: das Rasseln, Röcheln bei jeder x-beliebigen 8-Tassen-Schicht. Krups ist alte Schule. Klassische Ausstattung: Tropfstopp. Schwenkfllter. Einschalttaste. Kaffee? Schwarz. Mehr ist nicht drin. Keiner dieser Schaumschläger, die hochfahren wie das Triebwerk eines Düsenjets für eine einzige Tasse Cappuccino. Nie stolz darauf gewesen, eine Crema zu zaubern, auf der ein Amaretto-Plätzchen 10 Minuten weich gebettet ist, bevor es sinkt. Krups kann keine Crema. Krups ist one-trick-pony: 5 Messlöffel Kaffeemehl auf 7 Tassen Wasser. Das kann er. Darauf versteht er sich. Aber selbst das läuft jetzt nicht mehr. 20 Jahre volle Kanne. Tausende von Tassen. Heiß gebrüht. Kalt abserviert. Krups ist fertig. Danke für das Blog. |
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War das eine Art open mike-Veranstaltung? Der Text lässt sich bestimmt gut in den Kneipenlärm hineinrufen. Danke dafür! (Ich weiß eine richtige crema ja zu schätzen. Wenn ich die aber nicht haben kann, nehme ich statt Fake-Espresso auch lieber einen Pott Maschinenkaffee...)
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Statt Maschinenplörre lieber zwei, drei Löffel gemahlenen Kaffee und Zucker in die Tasse, kochendes Wasser drauf, rühren, warten, genießen.
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Weinsztein, der du bist an deinem Orte, du weißt ja, dass man diese Art der Kaffeezubereitung in hiesigen Breiten die 'türkische' nennt. :))
Zuhause (in Ermangelung jeglicher Art von Coffein-Maschinen) praktiziere ich die auch, und zwar mit Begeisterung! Ich lasse nur den Zucker weg. Wenn das heiße Wasser aufgegossen ist, wird, wie du auch empfiehlst, gewartet bis das aufgequollene Pulver sich oben sammelt, dann wird umgerührt und nochmal gewartet, bis sich alles unten gesetzt hat. Dann kommt Milch rein - und zwar so: Kaffeelöffel dicht über dem Kaffeespiegel platzieren, Milch vorsichtig auf den Löffel rinnen lassen, bis die Milch von diesem sanft in den Kaffee gleitet. Auf diese Weise wird nicht nochmal der Grund aufgewirbelt. Diese Methode to put milk in a coffe cup wird inzwischen auch in New York praktiziert. :)) |
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Liebe arme Freunde des Kaffees,
Kaffee, Kaffee Oh jeeminee wie kann man nur ... rund um die Uhr bin ich versessen und trinke ständig und versessen nur handgebrüht und Zucker, nee den lecker Tee Schlürf!!! |
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Nanana, Ulli, Du wirst doch auf Leute mit anderen Neigungen nicht herab blicken?!
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"Bekunstung" ist ein interessantes Wort. Und dem Irrtum mit der Ordnung wäre ich garantiert erlegen. Und "Kunst die sich nützlich macht" hört sich an "wieviel zahlt du"..., zu kommerziell schon im Ansatz. Inspiration...
@ Streifzug soviel Poesie hätte ich nicht erwartet |
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Der Begriff 'Bekunstung' stammt von Lothar Kühne. 'Vermüllung' und 'Bekunstung' sind zwei Strategien, die praktischen Dinge schneller dem Gebrauch zu entziehen, einfach damit der Wunsch nach neuen Dingen schneller ensteht.
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also manchmal wunder ich wie einfach Einfaches klar gesagt werden kann ohne gleich die Keule zu schwingen. Damit sind Mendel & Oberer mit ihrer Behauptung von Nützlichkeit zwar nicht wiederlegt aber deren elitär-kommerzielles Kunstverständnis deutlich gemacht.
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Lieber goedzak,
mit großem Behagen gelesen, auch ohne Kamin: "Ordnung als Utopie - die Unsicherheit überwinden, die Angst vor dem Unbekannten, vor den überall lauernden Gefahren beherrschen, Wege durch den Dschungel der ungeordneten Welt definieren, das Fremde sich aneignen. Der Gestalter dabei als praktischer Aufklärer." Ja, Ordnung ist eine Utopie, im Großen wie im Kleinen (da reicht ein Blick auf meinen Arbeitstisch....;-) |
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In Deinem Arbeitszimmer würde ich mich wahrscheinlich wie zu Hause (vor meinem Schreibtisch) fühlen. :)
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Oh nein!
Gibt es bei Dir etwa auch so einen hohen Freitag-Stapel.... alle Ausgaben nur leicht angelesen, wartend auf Zusammenbruch des Internets (dann ist wieder Lesezeit)? |
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Mit großem Stolz kann ich berichten, dass ich im Sommer Grund reingebracht habe: meine Freitag-Jahrgänge bis etwa Juli 2011 liegen jetzt (halbwegs) abgearbeitet im Keller.
Meine Arbeitshöhle ist aber papiermäßig dadurch nur unwesentlich entlastet worden... |
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goedzak,
Keller? Da habe ich eine Anregung für dich: Das Zeitungs-Haus, ein Haus welches aus lauter Zeitungsrollen besteht. ![]() |
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Ha!
Wie würde der Fachmann so ein ... bezüglich des obigen Artikels einordnen? |
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Strohballenhäuser gibts ja auch, gute Idee. Aber ob meine Baustoffvorräte (oder heißt es Baustoffforräte?) reichen?
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"Wie würde der Fachmann so ein ... bezüglich des obigen Artikels einordnen?"
Eine bautechnologische Innovation, die die einen Designer (wie der Ö einer war) in eine Gestalt bringen würden, die keinen Extraaufwand an Kaschierung bringt, die neue Technologie nicht verleugnet, den Schutz des Dämmmaterials gegen Witterungsunbilden aber berücksichtigt... Die anderen Designer kriegten gesagt: Mach uns eine schöne neoklassizistische Fassade davor, denn Papierhäuser kauft ja kein Mensch!! |
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goedzak,
wie wäre es mit einem Sandwich-System: Innen: Touch-Screen Wände Mitte: Zeitungen Außen: Solarzellen (Der Film ist etwas älter, heute geht das wesentlich geschmeidiger.) |
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@Ullrich Läntzsch,
das ist eine interessante Anregung und passt gut zur Reihe: Einfach ein Haus bauen |
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An der HfG Ulm hieß die Architekturabteilung "Industrielles bauen". Da wurde mit neuen Materialien, Konstruktionsprinzipien wie Modularbauweisen usw. gestalterisch experimentiert. Solche Aspekte, wie sie auch schon am Bauhaus zeitweise eine Rolle gespielt haben (preiswerte Wohnungen für alle statt Luxusbedarf), moderne Technologien (HfG Ulm) und ökologische Erfordernisse müssen heute im Zusammenhang auch wieder von Ingenieuren, Architekten und Designern experimentell ausprobiert werden, was ja auch geschieht, siehe Eure Beispiele. - Es gibt aber auch immer noch die schnöde Verwertungsarchitektur und die edle Fassadenarchitektur.
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Streifzug, wieso hab ich den Beitrag von Dir übersehen? Tut mir leid! Ich schaue ihn mir gegen Abend gründlich an. Jetzt ist erstmal ein paar Stunden Goldener Herbst angesagt. Bis später!
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Wie sagt man so erhellend:
Ich brauche keinen Bohrer, ich will ein Loch. Ich brauche keine Zimmer, ich will Erlebnis-Räume. Verschiebt sich der Schwerpunkt der Verändernung momentan nicht von den einzelnen Komponenten(Produkten) hin zu ganzen Beziehungs-Geflechten? In dem Zusammenhang führt die Frage nach (beispielsweise) einer "Zeitung von Morgen" zu gänzlich neuen Lösungsansätzen. |
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goedzak,
Null Problemo, das kann man auch nun wirklich nicht verlangen, bei so einem Berg Copy&Paste-Blogs auf dem Laufenden bleiben :) Genieß den Goldenen Herbst. Ich bin auch gleich wieder unterwegs... |
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Ach hier ist was, wo ich mich dranhängen kann.
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So, Streifzug, jetzt hab ich den Beitrag zum 'einfachen Hausbau' nebst Kommentarstrang gelesen und angesehen. Seht interessantes Experiment! Der thread war auch interessant.
Schwärmerisch-naiver Beifall, gespeist aus pauschaler Industrie- und Arbeitsteilungsverachtung, konterkariert von miesepetriger Schimpferei auf angeblich links-alternative Öko-Werkelei. Lustig und reflexhaft. Die vorgestellten Beispiele muss man einordnen. Wer darin DIE Alternative sieht, folgt einem romantischen Konzept. Die Zukunft, wenn es denn eine geben wird, liegt in einer hybridtechnologischen, hocharbeitsteiligen, egalitär-kooperativen, vergesellschafteten Produktionsweise, nicht aber in irgendeinem pauschalen Zurück zu welchen Wurzeln auch immer. |
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@goedzak,
ich werde mal versuchen eine hybridtechnologische, hocharbeitsteilige, egalitär-kooperative, vergesellschaftete Produktionsweise mit "Einfach ein Haus bauen" zu kombinieren. |
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Der Cartoonist meint, wenn der Depp den Kapitalisten nicht freiwillig bezahlt hätte, wäre der Kapitalismus nicht entstanden?
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...warum darf er den Baum fällen?
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"...warum darf er den Baum fällen?" - Aus dem gleichen Grund, aus dem der erste Privateigentümer bei Rosseau ein Stück Land einzäunt und sagt, das ist meins! Weil er es will und weil ihn niemand hindert, sondern alle es anerkennen.
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Ein Irrtum drohte, dem viele unterlagen: Ordnung zu denken als endgültig festzulegendes System, damit wieder etwas zu setzen, was nicht begriffen und angeeignet, sondern hingenommen werden muss.
Das nehme ich mit. Thx. Während der Lektüre kam mir der Begriff Antientropist in den Sinn. Past aber nicht ganz :-) |
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Gerne! :)
Das mit dem Antientropisten musst Du mal erklären. Wie ist das gemeint? (Komme nicht drauf.) |
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Entropie als Maß für die Unordnung. Die nimmt ständig zu, das ist ein Naturgesetz (so habe ich das verstanden, leider ist der Wiki-Artikel mir zu schwierig Formuliert^^). Um der Entropie etwas engegen zu setzen bedarf es Energie. Das merkt man schon, wenn man sein Zimmer aufräumt.
Erklärung gelungen? |
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Na, einfacheres Wort (obwohl auch Fremd-): Pedant!?
"Nach Sigmund Freuds Phasentheorie der psychosexuellen Entwicklung ist die Pedanterie ein Charaktertyp der 'analen Phase'." :)) |
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anale Phase...
Mist in Foren nimmt ständig zu, man kann Mist bauen, aber auch mit Mist bauen. Kuhdung gilt als ausgezeichnetes Baumaterial. Was haben Ochsen beizusteueren? |
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Nein, nicht Pedant, der verzweifelt an der Entropie. Don Quijote passt eher :-)
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Schöner Text, hat mich an etwas erinnert, worüber ich schon manchmal gegrübelt habe:
Wie weit lässt sich die Perfektion von Design eigentlich treiben? Und kann man im Falle des perfekten Designs überhaupt noch von Gestaltung sprechen, wenn die Bedürfnisbefriedigung das oberste Gebot ist? Überhaupt glaube ich auch an ein ästhetisches Bedürfnis, das aber mitnichten für jeden dasselbe ist. Da würde doch so mancher Arts and Crafts statt Chrom und Kunststoff bevorzugen. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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