goedzak

Механика чувственная!

30.05.2011 | 13:58

Schwarz-weiß

 

Eigentlich ist das ja das Metier von indyjane, aber ich erlaube mir mal, in ihrem Gefilde der Veranstaltungs-, Buch- und Ausstellungstipps zu wildern. - Ein Tipp für alle Freundinnen und Freunde der Schwarz-Weiß-Fotografie:

Noch bis 19. Juni in der Fotogalerie C/O Berlin im historischen Postfuhramt in der Oranienburger Straße in Mitte (das Gebäude allein lohnt schon den Besuch) eine Ausstellung des jüdischen deutschen Fotografen Fritz Eschen unter dem Titel 'Berlin unterm Notdach - Fotografien 1945 - 1955'.

In der taz von heute ist ein Interview mit Eschens Sohn Klaus zu lesen. Klaus Eschen war neben Christian Ströbele und Horst Mahler (lange bevor sich bei letzerem der Geist verwirrte und er ein Neo-Nazi wurde) ein Gründer des berühmten 'Sozialistischen Anwaltskollektivs' (1969).

K. Eschen betreute das 90 000 Negative umfassende Archiv seines Vaters, bis er es Ende der sechziger Jahre der   Deutschen Fotothek der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek - Dresden (SLUB) übergab.

 

Im taz-Interview sagt er dazu:

taz: Ihr Vater hat mehr als 90.000 Fotos gemacht. Der Nachlass ist im Besitz der Deutschen Fotothek in Dresden. War in Westberlin niemand interessiert? 

K. Eschen: In Deutschland gab es damals kein Interesse an Fotografien, jedenfalls nicht an journalistischen. Einer kommerziellen Agentur wollte ich den Nachlass nicht geben, die hätten sich nur die Rosinen rausgepickt und den Rest weggeworfen. 1967 lernte ich einen Lektor aus Dresden kennen, vom Verlag der Kunst. Er stellte den Kontakt zur Fotothek her - damals eine Sektion der Staatsbibliothek der DDR. Denen verkaufte ich es für einen symbolischen Preis von 15.000 Ostmark. Unter zwei Bedingungen: dass der Bestand zusammenbleibt. Und dass jeder, der von wo aus der Welt auch immer, Fotos haben will, sie bekommt. Das haben sie eingehalten.

 

(Foto von Fritz Eschen, Dezember 1945)

 

Über die Ausstellung in der C/O Berlin-Galerie:

Kapitulation, Stunde Null, Berlin in Trümmern. Der Tiergarten abgeholzt, die Gedächniskirche zerbombt, das Nicolai Viertel eine Ruinenlandschaft, der Lehrter Bahnhof voller Flüchtlinge – und langsam hält der Alltag Einzug in das Leben der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Neuanfang ist geprägt von Arbeitslosigkeit und sozialem Elend, Handel und Schwarzmarkt, Besatzern und Besiegten. Fritz Eschen erkundet das Leben und Überleben im zerstörten Berlin seit 1945 und lässt keinen Bereich des öffentlichen Lebens aus. Seine Fotografien sind wichtige zeithistorische Dokumente, frei von jeglichem Pathos und Dogmatismus und eben aufgrund ihrer unspektakulären Motive einzigartig.


 

Na, dann! Vielleicht trifft man sich...


 

 

 

 
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Kommentare
archinaut schrieb am 31.05.2011 um 08:54
Danke für den Tip,
lieber goedzak!
goedzak schrieb am 31.05.2011 um 11:27
Gern! - Man könnte ja gemeinsam hingehen... :)
archinaut schrieb am 02.06.2011 um 00:30
Oh ja, eine gute Idee...
wann treibt es Dich denn wieder in die Berliner Luft?

Um das Pfingstwochenende sieht es terminlich noch ganz gut aus bei mir ;-))
goedzak schrieb am 06.06.2011 um 13:58
Gestern am Vormittag war ich in der Nähe, da ursprüngliche Pläne sich erledigt hatten, besuchte ich dann spontan die Escher-Ausstellung im Postfuhramt. Deine Anfrage las ich leider erst heute morgen. :(
Einandermal... :))
archinaut schrieb am 07.06.2011 um 01:21
Oh, das ist schade...
also hoffe ich auf
"Einandermal" ;-))
jayne schrieb am 31.05.2011 um 08:57
danke für den tip, finde schon dies eine bild beeindruckend ...
goedzak schrieb am 31.05.2011 um 11:26
Auf der verlinkten HP der Fotothek kannst Du Dir noch mehr ansehen, nicht sehr hoch aufgelöst, aber immerhin. - Unter welchen Bedingungen man sich die Originale in der SLUB in DD ansehen kann, weiß ich nicht.
Salem schrieb am 18.09.2011 um 14:47
Die Originale kann - soweit ich informiert bin - nach Absprache mit einer der Mitarbeiter der Fotothek betrachten. Ist sicherlich spannend. Grüße Grünschnabel Liest Dresden.
goedzak schrieb am 18.09.2011 um 16:51
Danke für den Hinweis. Die Fotothek hat eine beachtliche Sammlung und ein Besuch lohnt sich für den Fotofreund und den beruflich Interessierten bestimmt.
Gruß zurück zum Weißen Hirsch! :)
indyjane schrieb am 31.05.2011 um 10:00
goedzak schrieb am 31.05.2011 um 11:29
Danke für die Ergänzungen!! Der Lehmstedtverlag ist sehr rührig im Bereich der Fotografie. - Ansonsten, siehe oben! :))
goedzak
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