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Links - was kann und muss das heute sein?

05.02.2009 | 09:22 rapp
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08.02.2009 | 17:53 golo42
Zunächst zu: Kant - ein "Linker"... Ich denke schon, dass Kant zur Entwicklung einer aufgeklärten Gesellschaft auch "linke" Meinungen begrüßt hätte, sofern diese ernsthaft, verantwortungsbewusst und zukommender Kritik aufgeschlossen eingebracht worden wären. Ich hatte mir das vorgegebene "links" aus gleichem Grund, auf dem auch Ihre Stellungnahme fußt, umdefiniert, um der Gefahr der Einengung, die im Alltagsgebrauch dieses Begriffes oft zu finden ist, herauszukommen. Gleich Ihnen meine ich, dass nicht das Etikett sondern die Art und Weise des sich entwickelnden freien Gedankenaustausches Güte und Wert bestimmen werden - die Praxis wird zeigen, wie weit wir es darin bringen.
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Links - was kann und muss das heute sein?

05.02.2009 | 09:22 rapp
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08.02.2009 | 13:19 golo42
Zu garlic: Habe Kant so gelesen, dass er eine bestimmte ernsthafte, aufgeschlossene, achtungsvolle aber auch mutige Weise der Teilnahme am öffentlichen Diskurs notwendig erachtete. "Linke" Ansichten (unter der Voraussetzung vorgenannter Bedingungen) wären ihm somit im Konzert der Meinungen wahrscheinlich auch willkommen. Aber Sie haben nicht ganz unrecht: die Klassifikation "links" engt den hier von dem meisten Kommentatoren beschrieben erwünschten Raum von Austausch und Meinungsbildung durch ihren oft festgeschriebenen Alltagsgebrauch ein. Mich stört das zunächst nicht, als die Bezeichnung glaubhaft in Abgrenzung zum engen Mainstream gewählt wurde und letztlich das Gewicht der Inhalte und weniger das Etikett interessiert.
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08.02.2009 | 11:16 golo42
Heruntergebrochen auf die Jetztzeit definiert sich mir in dem Kürzel "links" der Geist, den ich im Aufsatz "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" von Kant aus dem Jahre 1784 zu spüren meine. Eine solche, seinerzeit bemerkenswert enthusiastisch vom kargen Königsberger entworfene Landschaft geistiger Entwicklung in gegenseitigem achtungsvollen Austausch wäre mir außerordentlich wichtig. Vielleicht kann sie hier entstehen.
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Fasst die Piraten der Geldmeere!

Positionen | 12.01.2009 | 11:20 Michael Schneider
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08.02.2009 | 11:00 golo42
Noch eine Ergänzung zum Wesen der real existierenden Wirtschaftsordnung. Eine Auflistung von Pateispenden durch die Wirtschaft (www.zeit.de/bilder/2009/07/wirtschaft/22-parteien/22-parteien-500.jpg) spricht für sich. Eine Erörterung unter dem Blickwinkel der gemeinwohldienlichen privatwirtschaftlichen Nutzung der Allmende (wenn wir mit dieser das zur Verfügung gestellte Gemeingut wie Grund und Boden, materielle und personengebundene Ressourcen etc. meinen) böte sich hier an. Dass ein privater Nutzer seine Kreativität im Sinne privater Gewinnerwartung spielen lässt, ist selbstverständlich und sogar erwünscht, wenn dies mit dem Wohl des Gemeinwesens übereinstimmt. Damit ist die Notwendigkeit (und Schwierigkeit) einer transparenten demokratischen Ordnungsstruktur und Machtausübung angedeutet, die unkontrollierten Lobbyismus, wie er sich in diesem Spendenspiegel andeutet, wie er uns in der überwiegend privatwirtschaftlich organisierten Medienlandschaft darstellt, in gut ausgestatteten "Denkfabriken" und auch in der von mannigfacher Werbung übersättigten Alltagsatmosphäre gegenüber tritt, in die Schranken weist. Im Angesicht jener Durchdringung unserer Lebenswelt von dieser Form des (wirtschaflichen) Miteinander lässt die notwendige Strafverfolgung Einzelner am Rande und fordert eine zügige Evolution zu einer sozialen Marktwirtschaft in einem demokratischen, globalen Problemen gegenüber aufgeschlossenem Gemeinwesen. Notwendiger erster Schritt wäre die Zentrierung des Diskurses auf diese Notwendigkeit (durchaus im Sinne des enthusiastischen Artikels von Kant: "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" 1784).
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Fasst die Piraten der Geldmeere!

Positionen | 12.01.2009 | 11:20 Michael Schneider
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07.02.2009 | 21:46 golo42
Bestrafen? Der Wunsch ist groß. Doch sollte dies nicht davon abbringen, vordringlich die Gründe dieses Desasters aufzulisten, um dann gezielt zu reagieren. Der real existierende, am privaten Profit orientierte Kapitalismus ist vom Wunschbild einer sozialen Marktwirtschaft in einem demokratischen Gemeinwesen weit entfernt. Vielleicht auch, weil die Evolution uns statt zum Kosmopoliten zunächst zum robusteren, ethnozentrisch orientierten Hinterwäldler formte (s. B.Verbeek: Die Wurzeln der Kriege). Das "moralische Gesetz in mir" nach Kant bedarf ja sorgfältiger Entwicklung und Bildung in förderlicher Kultur; auch heute müsste er konstatieren, dass wir das aufgeklärte Zeitalter noch fern ist. Bei Strafe des Konkurses sind derzeit Unternehmer gezwungen, Gewinnmaximierung anzustreben. Zwar geben Regeln, Gesetze etc. sozioökologisches Gewicht vor, das bleibt unzureichend, wie auch dieser Artikel belegt. Dazu kommt, dass die anteilmäßig überwiegende private Aneignung produzierten Reichtums (Marx) dessen Nutzung dann vorrangig privatem Interesse unterwirft und demokratische Mitsprache zur sozioökologischen Zweckbindung kaum Raum hat. Eine Folge dieser Ordnung ist es ja, dass das bereits höchst verschuldete Gemeinwesen jetzt riesige Geldmengen bereitstellen muss, obgleich schon ein Teil der privaten Vermögen den Schaden beheben könnte. Deswegen: progressive Besteuerung von Einkommen und Vermögen, damit das Gemeinwesen Schulden abbauen kann und endlich als eigener Unternehmer Gesundheitswesen, Bildung, Rechtswesen... angemessen entwickeln kann. Private Unternehmer sollten quasi als Subunternehmer des Staates dann Gewinne erzielen, wenn ihr Wirken dem sozialökologischen Zielen entspricht. Vielleicht reicht eine solche Entmachtung der Verursacher und Profiteure zu, und wir können uns zeitraubende schwierige Strafverfahren ersparen.
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golo42
Jg. 1942, Nervenarzt/Psychotherapeut. Zunehmend bemüht, das Wesen der Seele aus evolutionsbiologischer Sicht zu erschließen. Damit stieg die Sensibilität für das Gewicht gesellschaftlicher Bedingungen. Entsprechender Wissenserwerb wie auch politische Aktivität wurden zwingender.
Ort:
Langebrück/Dresden
Mitglied seit:
3 Jahre 15 Wochen
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08.02.2009
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Logbuch
11:17
poor on ruhr hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:16
natalha hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:16
DandelionWine hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:09
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11:08
poor on ruhr hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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