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Blogbeiträge

01.04.2011 | 21:51 grapelli

Ich vermisse Joseph Fischer ...

naja, sagen wir mal: ich vermisse „irgendsowas“ wie Joseph Fischer. Seit Fischer politisch nicht mehr zur Verfügung steht, wird im Büro der Ton angedreht, sobald Jürgen Trittin im Bundestag auftritt. Das ist kein gutes Zeichen. ... >> mehr
03.07.2010 | 00:16 grapelli

WAS IST POLITIK? EIN EWIGES MISSVERSTÄNDNIS.

»Es ist schwierig, jemandem etwas zu erklären, der dafür bezahlt wird, es nicht zu verstehen.« (Monika Maron) Es ist ein unglaublicher Satz, den Monika Maron ausgerechnet bei Maybrit Illner gesagt haben soll. Ausgerechnet in der g... >> mehr
03.07.2010 | 00:13 grapelli

AKTE GAUCK: DIE VERTANE CHANCE DER LIBERALEN

Seit zwei Tagen wird der Linken nun vorgeworfen, sie hätte eine große Chance vertan. Die Chance zur Aussöhnung mit der eigenen Vergangenheit. Warum auch immer sich andere Parteien um das Seelenheil der Linken sorgen sei dahin gestellt. Alle... >> mehr

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Ich vermisse Joseph Fischer ...

01.04.2011 | 21:51 grapelli
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01.04.2011 | 23:17 Ullrich Läntzsch
Fischer und "Verantwortungsgefühl"??? Jemand der für einen völkerrechtswidrigen Krieg mitverantwortlich ist??? Nichts habe ich in meinem Leben mehr bereut, als ihn gewählt zu haben!!!
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16.06.2011 | 23:53 grapelli
Hi Wolfram, ich komme selten zum Schreiben, sorry wenn ich hier nerve. Du meinst: „es ging hier um die Frage, ob das militärische Eingreifen des Westens eine unvermeidliche Zwangslage war oder nicht.“ Mal abgesehen von strategischen, historischen, politischen, vielleicht rhetorischen Spielchen: Ich hab vor einiger Zeit eine sehr bewegende Doku entdeckt, die aus dem belagerten Sarajevo erzählt. www.youtube.com/watch?v=lpP4yrwzLqg Die Menschen in diesem Film haben zu dieser Zeit unglaublich viele Erwartungen an den Westen. Der Film selbst ist sehr dicht, sehr still, beobachtend. Es gibt keinen Erzähler, die Geschichte spricht. Ich halte das für extrem sehenswert. Die Figuren in diesem Film haben eine einzige Hoffnung - Menschlichkeit. Bestimmt kennst Du wichtige Randbedingungen, Verträge, Umstände, allerlei Argumente, die jene bewegenden Geschichten dieser Menschen relativieren. Aber stell Dir mal vor, Du müsstest es ihnen erzählen. Ihnen, die über drei Jahre hinweg nicht gehen konnten, sondern rennen mussten. Ihnen, denen jeder Sniper aus den Bergen sofort den Kopf zertrümmerte, sobald sie die Straße betraten. Ihnen, die das Wasser aus der Regenrinne, die Lebensmittel aus dem Straßengraben und den Lebenswillen aus einer Illusion beziehen. Erzähl ihnen, dass Dich ihre Situation nicht zum Handeln anregt. Sag ihnen, dass Dir Deine Friedensliebe verbietet, ihr Leben zu schützen. Ich hab keine Idee woher Du die Gewissheit nimmst, dass der jugoslawische Diktator internationale Verträge einhält. Er hätte fremde Truppen ins Land gelassen. Ja. Die UNO wohl. Die Uno, die in Srebrenica zugeschaut und das Schlachtvieh noch auf die Wagen verteilt hat. Die Frage heisst: Soll sich der sogenannte bürgerliche Westen in die Belange dieser Menschen mischen. Ich würde sagen: Ja. Du würdest sagen: Nein. Wer Nein sagt, muss dann aber auch solche Filme ertragen und sich in Abwesenheit im Recht fühlen. Ach ja, und „Kein Serbe mit Verstand hätte Rambouillet akzeptieren können.“ ist echt keine Rechtfertigung für Völkermord. Das ist vielleicht ein bisschen gewagt, aber ich kenne Dich ja nicht.
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Ich vermisse Joseph Fischer ...

01.04.2011 | 21:51 grapelli
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01.04.2011 | 23:17 Ullrich Läntzsch
Fischer und "Verantwortungsgefühl"??? Jemand der für einen völkerrechtswidrigen Krieg mitverantwortlich ist??? Nichts habe ich in meinem Leben mehr bereut, als ihn gewählt zu haben!!!
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27.05.2011 | 21:09 grapelli
@wolfram "Der Knackpunkt war die Forderung, daß diese Truppen dann keine UNO-Truppen mehr wären, sondern unter dem direkten Kommando der Nato zu stehen hätten. Diese Bedingung war unannehmbar ..." Milosovic als Opfer? Dann machen wir doch Sebrenica zur Nagelprobe. Dieser Tage flimmert das Lebenswerk des dritten Opfers westlicher Politik, Mladic über die Schirme. Die UNO - die ja offensichtlich die Region befriedet hätte - hat zugeschaut. Mit so einem Vertrag könnte ich als Kriegsverbrecher auch leben. Ich glaube, es ist gerade die Schwäche der UN, die Milosovic und seine Vollstrecker ausnutzen wollten. Der Mann war clever, er wusste, dass ihm die UNO kleine Steine in den Weg rollt. Mal was Grundsätzliches: Haben der Kollege Diktator und sein Militärapparat auch eine eigene Verantwortung? Das kommt mir in Deiner Argumentation ganz schon kurz. Sind sie alleinige Opfer des Westens? Milosevic konnte den Vertrag nicht akzeptieren und musste morden? Der Arme??? Auch Mladic wird sich vor Gericht zum Opfer, zum Objekt in Deinem Sinn stilisieren, ähnlich Milosevic, der ja ebenfalls Genscher zum Urheber des Krieges machte. Genscher wiederum lässt sich mit Sicherheit Einiges vorwerfen: zu früh, zu doof, zu besoffen von seiner Einheit, aber bewusste Kriegstreiberei und ein beherztes Ja zum Völkermord? Ich weiß nicht ...
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Ich vermisse Joseph Fischer ...

01.04.2011 | 21:51 grapelli
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01.04.2011 | 23:17 Ullrich Läntzsch
Fischer und "Verantwortungsgefühl"??? Jemand der für einen völkerrechtswidrigen Krieg mitverantwortlich ist??? Nichts habe ich in meinem Leben mehr bereut, als ihn gewählt zu haben!!!
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27.05.2011 | 01:21 grapelli
"Es ging nicht um ein Ehrenwort, es ging darum, daß er bereit war, fremde Truppen in sein Land zu lassen." Es ist schon etwas her. Aber was Sebrenica angeht, hatte er fremde Truppen im Land, wie wir mittlerweile wissen.
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gerecht = zufrieden?

26.05.2011 | 13:04 Nietzsche 2011
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26.05.2011 | 20:36 grapelli
Zufriedenheit, Gerechtigkeit, Glück, was da als Bibelzitat steht ist eher Sühne, oder? Ich glaube, Zufriedenheit ist eine individuelle Größe, Gerechtigkeit hingegen ein sozialer Prozess. Geht es hal...
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26.05.2011 | 22:49 grapelli
@Nietzsche 2011 Ausgerechnet Amartya Sen hat diese Frage ja auf den Schultern von John Rawls beantwortet ;) Für Sen ist es doch eine Art politische, ökonomisches ”Empowerment“. Mit Gleichheit meint er „politische“ Gleichheit. Sein Paradebeispiel ist Botswana. Ein Land, das am Boden liegt, ”züchtet“ sich mit öffentlichen Mitteln einen öffentlichen Sektor heran: Lehrer, Krankenschwestern, Verwaltung und einen emanzipierten politischen Bürger. Hinzu kommt ein System aus Mikrokrediten: Farmen, Brunnen, etc. Für Sen ist die Frage nach ungleichen Skalenerträgen dieser Wirtschaft gerade essenziell. Es sind die Ungleichheiten und die darin liegenden Chancen des „homo öconomicus“, die Wohlstand, Bildung und Entwicklung ermöglichen. Sen schreibt eine Theorie des Kapitalismus. Deswegen paraphrasiert er auch seitenlang seinen Liebling Adam Smith und das politische Gegenüber John Locke. Sens Gleichheit meint die politische, juristische Gleichheit. Staatsrecht für Alle oder so. Trotzdem: es ist eine Entwicklungstheorie, die auf potenzielles Wachstum gründet. Was wir hier erleben ist doch viel eher die umgekehrte Richtung. Und daraus stellen sich neue Fragen an einen Begriff von Gerechtigkeit. Es gibt nicht mehr, sondern immer weniger.
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gerecht = zufrieden?

26.05.2011 | 13:04 Nietzsche 2011
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26.05.2011 | 20:36 grapelli
Zufriedenheit, Gerechtigkeit, Glück, was da als Bibelzitat steht ist eher Sühne, oder? Ich glaube, Zufriedenheit ist eine individuelle Größe, Gerechtigkeit hingegen ein sozialer Prozess. Geht es hal...
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26.05.2011 | 21:56 grapelli
@Nietzsche 2001 Bei Büchern, die „warum dies und das ....“ im Subtitel haben, werde ich ja immer argwöhnisch. Aber „Gleichheit ist Glück“ - da bohre ich gerne mal nach ;) Ist das denn so? Das Buch hab ich leider nicht gelesen, aber der Gleichheit traue ich nicht übern Weg. Ich vermute, dass es bei Pickett und Wilkinson ums Geld geht? Jedenfalls lässt sich das auf die Schnelle in Erfahrung bringen. Die Idee, dass die Erträge des reichsten Quintils einer Gesellschaft mit den Erträgen des ärmsten in Verbindung stehen müssen, stammt im Übrigen auch von Rawls. Das sind keine gleichen Verhältnisse, aber vielleicht irgendwie „gerechte“. Aber mal weg vom Geld: wie sieht`s denn aus mit der Gleichheit? Wie gleich darf‘s denn sein? Gleich im Sinne von Hautfarbe, Sexualität, Geschmack? Gleich im Sinne von Bildungsstand, Weltanschauung, Status? Dass Menschen nicht gleich sind, lässt sich leicht feststellen. Insofern ist der (Kon)Föderalismus eine feine Idee, wie ich finde. Ungleichheit bietet Chancen für Alle, kulturell vielleicht. Wir haben Spaß am Tango und kein Problem damit, dass ein argentinischer Gitarrist „andere“ Musik macht. Ich glaube, es wäre eine öde Welt, in der alle gleich sind.
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Der König von Prussia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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