In der (medialen) Öffentlichkeit ist es Konsens: Die Hinterbliebenen des Angriffs auf die beiden Tankzüge in der Nähe von Kundus in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2009 müssen entschädigt werden. Die Einhelligkeit verblüfft....>> mehr
Schöner Beitrag über ein erstaunliches Phänomen. Wie schon ausgeführt wird, ist das Verhältnis in Frankreich zur Literatur ein anderes als beispielsweise in Deutschland. Hieraus vermag sich das große Echo erklären. Hinzu kommt, dass er mit seiner Verbreitung über Le Monde sozusagen institutionalisiert ist.
Die Literaturportale in Deutschland (die mehrheitlich keine Blogs sind) werden von den Mainstreammedien nicht einmal ignoriert. Auch Verlage greifen lieber auf Erwähnungen in drittklassigen Tageszeitungen zurück, wenn es um Referenzen für ihre Bücher geht. Blogs und Onlinemagazine sind für das deutsche Feuilleton nicht satisfaktionsfähig. Vielleicht, wenn sie von entsprechenden, mit "ihren" Formalqualifikationen ausgestatten Personen betrieben würden.
Ob Assouline mit Reich-Ranicki vergleichbar ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aus einem anderen Grund erscheint mit der Titel gewagt: Reich-Ranicki hätte sich niemals der direkten Kritik der Leser gestellt. Das Selbstverständnis des deutschen Feuilletonismus ist die Entbehrlichkeit des Diskurses mit dem Leser, was das eigene Produkt angeht. Höchstens Affirmation ist hier gestattet. Da es genug Beispiele für die Berechtigung dieser Arroganz gibt, wird sie auch für den "seriösen" Leser praktiziert.
Interessant ist, dass der Kritiker chris97 in seinem moderierten Blog Kritik an seiner Kritik in Form eines Kommentars nicht veröffentlicht. Soweit zum Thema pluralistisches und offenes Denken.
Die E...
@filtor
Sie haben meine Metapher nicht verstanden und wenden sie wörtlich an um ein Statement abzugeben, was mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat.
Interessant ist, dass der Kritiker chris97 in seinem moderierten Blog Kritik an seiner Kritik in Form eines Kommentars nicht veröffentlicht. Soweit zum Thema pluralistisches und offenes Denken.
Die Enttäuschung der Kritiker beruht m. E. nicht zuletzt darauf, dass das links-ideologische Denken zu Gunsten offener Strukturen aufgebrochen werden soll. Da passt vielen die (politische) Richtung nicht - und dann schiebt man dann auch mal gerne technische Gründe vor. Natürlich ist die Technik hier noch optimierbar, aber die Qualität und Güte eines Textes hat zunächst einmal nichts mit der technischen Aufbereitung zu tun. Er "funktioniert" zur Not auch noch auf Papyrus.
Jetzt komme ich zum Missverständnis, welches ausgeräumt werden muss. Ja, Journalismus heisst Zweifeln - das ist richtig. Das ist aber - leider - heutzutage die Ausnahme. Auch Journalisten vermitteln immer mehr das Gefühl des Wissenden. Blogger kopieren diese Hybris und potenzieren sie teilweise noch, um im allgemeinen Diskurs überhaupt eine Stimme zu erhalten. Das macht ja viele Blogs so gähnend langweilig: Ihre Meinung ist nicht nur pointiert (das wäre ja noch nichts Schlechtes), sie ist zementiert und unangreifbar.
Um einen vielleicht holprigen Vergleich aus der Justiz heranzuziehen: Blogger sind Anwälte für etwas - Journalisten sollten ergebnisoffen ermittelnde "Staatsanwälte" sein (ergebnisoffen heisst: sie müssen in beide Richtungen forschen).
Meine Meinung: Sich die Kritik anhören, sich ihr stellen, aber sich nicht in jedem Punkt den Kritikern ergeben. Die kochen oft genug auch nur mit Wasser.
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
>> mehr