Gregor Keuschnig

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Der Online-Reich-Ranicki

Kultur | 09.06.2010 | 17:30 Frank Fischer
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11.06.2010 | 17:02 Gregor Keuschnig
Schöner Beitrag über ein erstaunliches Phänomen. Wie schon ausgeführt wird, ist das Verhältnis in Frankreich zur Literatur ein anderes als beispielsweise in Deutschland. Hieraus vermag sich das große Echo erklären. Hinzu kommt, dass er mit seiner Verbreitung über Le Monde sozusagen institutionalisiert ist. Die Literaturportale in Deutschland (die mehrheitlich keine Blogs sind) werden von den Mainstreammedien nicht einmal ignoriert. Auch Verlage greifen lieber auf Erwähnungen in drittklassigen Tageszeitungen zurück, wenn es um Referenzen für ihre Bücher geht. Blogs und Onlinemagazine sind für das deutsche Feuilleton nicht satisfaktionsfähig. Vielleicht, wenn sie von entsprechenden, mit "ihren" Formalqualifikationen ausgestatten Personen betrieben würden. Ob Assouline mit Reich-Ranicki vergleichbar ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aus einem anderen Grund erscheint mit der Titel gewagt: Reich-Ranicki hätte sich niemals der direkten Kritik der Leser gestellt. Das Selbstverständnis des deutschen Feuilletonismus ist die Entbehrlichkeit des Diskurses mit dem Leser, was das eigene Produkt angeht. Höchstens Affirmation ist hier gestattet. Da es genug Beispiele für die Berechtigung dieser Arroganz gibt, wird sie auch für den "seriösen" Leser praktiziert.
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27.03.2009 | 09:09 Gregor Keuschnig
Interessant ist, dass der Kritiker chris97 in seinem moderierten Blog Kritik an seiner Kritik in Form eines Kommentars nicht veröffentlicht. Soweit zum Thema pluralistisches und offenes Denken. Die E...
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27.03.2009 | 13:39 Gregor Keuschnig
@filtor Sie haben meine Metapher nicht verstanden und wenden sie wörtlich an um ein Statement abzugeben, was mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat.
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27.03.2009 | 09:09 Gregor Keuschnig
Interessant ist, dass der Kritiker chris97 in seinem moderierten Blog Kritik an seiner Kritik in Form eines Kommentars nicht veröffentlicht. Soweit zum Thema pluralistisches und offenes Denken. Die Enttäuschung der Kritiker beruht m. E. nicht zuletzt darauf, dass das links-ideologische Denken zu Gunsten offener Strukturen aufgebrochen werden soll. Da passt vielen die (politische) Richtung nicht - und dann schiebt man dann auch mal gerne technische Gründe vor. Natürlich ist die Technik hier noch optimierbar, aber die Qualität und Güte eines Textes hat zunächst einmal nichts mit der technischen Aufbereitung zu tun. Er "funktioniert" zur Not auch noch auf Papyrus. Jetzt komme ich zum Missverständnis, welches ausgeräumt werden muss. Ja, Journalismus heisst Zweifeln - das ist richtig. Das ist aber - leider - heutzutage die Ausnahme. Auch Journalisten vermitteln immer mehr das Gefühl des Wissenden. Blogger kopieren diese Hybris und potenzieren sie teilweise noch, um im allgemeinen Diskurs überhaupt eine Stimme zu erhalten. Das macht ja viele Blogs so gähnend langweilig: Ihre Meinung ist nicht nur pointiert (das wäre ja noch nichts Schlechtes), sie ist zementiert und unangreifbar. Um einen vielleicht holprigen Vergleich aus der Justiz heranzuziehen: Blogger sind Anwälte für etwas - Journalisten sollten ergebnisoffen ermittelnde "Staatsanwälte" sein (ergebnisoffen heisst: sie müssen in beide Richtungen forschen). Meine Meinung: Sich die Kritik anhören, sich ihr stellen, aber sich nicht in jedem Punkt den Kritikern ergeben. Die kochen oft genug auch nur mit Wasser.
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21.03.2009 | 21:13 Gregor Keuschnig
Wissen Sie überhaupt was "Neoliberalismus" ist oder benutzen Sie das nur als Schlagwort (wie eigentlich fast alles andere auch).
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Der Euro kann in dieser Form nicht überleben

Politik | 20.03.2009 | 12:50 Jürgen Elsässer
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20.03.2009 | 17:31 Gregor Keuschnig
Man bewahre uns vor diesen Experten! Der Euro stünde "wackeliger" da als der US-Dollar. Ein Witz in Anbetracht der Tatsache, dass die US-FED die Notenpresse anwirft und Geld druckt (vielleicht nicht ganz 1000 Milliarden, aber einen Grossteil davon). Später muss man das Geld wieder einsammeln = die Zinsen erhöhen = den Privatkonsum, den man gerade angekurbelt hatte, abwürgen, usw. Anti-Mainstream ist ja ganz schön, aber ein bisschen mehr Fundament sollte es schon haben.
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20.03.2009 | 10:53 Gregor Keuschnig
Volle Zustimmung. Die ZEIT wird sukzessive zum gehobenen Boulevard-Magazin. Die Äusserungen all dieser 60 "Prominenten" kennt man schon zur Genüge; was Grass, Schwarzer, Christa Wolf und ZEIT-Hausautor Wallraff von Deutschland halten - tausendmal gehört (und es hat schon lange nicht mehr "Zoom" gemacht). Und Steuerflüchtling Boris Becker entdeckt plötzlich auch seine Liebe zu Deutschland - ja, gerne, aber doch bitte nicht hier (wird auch der Ghostwriter erwähnt?). Seit Giovanni di Lorenzo die Chefredaktion übernommen hat, weht ein Hauch von Douglas durch die Seiten der ZEIT; das Feuilleton wird mit Yuppies bestückt, die Prosa "Texte" nennen. Weist man den Redakteuren essentielle Fehler nach, ignorieren sie diese Hinweise in bräsiger Arroganz. Weil selber Mitglied in dieser selbstreferentiell-redundanten Parallelwelt der üblichen Verdächtigen ("III nach 9" - um nur das zu sagen) biedert sich die ZEIT-Entourage mühelos der "Knoppisierung" der (historischen) Publizistik an.
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An der Staatsgrenze

Positionen | 26.02.2009 | 14:30 Jakob Augstein
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27.02.2009 | 21:57 Gregor Keuschnig
Neoliberalismus bedeutet ursprünglich etwas ganz anderes. Der klassische Neoliberalismus grenzt sich gerade vom Laissez-faire-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts ab und sieht sehr wohl Rahmenbedingungen vor, in denen dann allerdings der Markt frei agieren soll. Der "Neoliberalismus" à la FDP und BDI hat damit nichts zu tun und ist eher ein Rückgriff auf den schrankenlosen Kapitalismus des 19. Jahrhundert. Es ist bezeichnend, dass die Aufhebung und Verwässerung der rahmenbedingungen, in denen sich Märkte bewegen können von der rot-grünen Regierung beschlossen wurde, deren Wirtschaftsaffinität bemerkenswert war. Dagegen wirken tatsächlich Figuren wie Rüttgers geradezu sozialrevolutionär. Das täuscht aber nicht darüber hinweg: Rüttgers ist ein gnadenloser Populist; 2010 gibt es Wahlen in NRW und da will er die zerstrittenen Sozialdemokraten links überholen. Seine ökonomischen Kenntnisse sind marginal; er wird nie eine fundierte wirtschaftliche Entscheidung treffen, sondern politisch agieren. Opel ist langfristig genauso wenig zu retten wie der Kohleabbau. Es wäre Zeit, den produktionsstandort Deutschland mit gezielten Massnahmen staatlicher Seite zu verändern, statt in Fässer ohne Boden Milliarden zu pumpen. Die Wahrscheinlichkeit zur Vernunft ist aber marginal.
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Journalismus 2.0

15.02.2009 | 17:27 Jakob Augstein
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19.02.2009 | 10:34 Gregor Keuschnig
Der Beitrag über Niggemeier auf diesem Blog ist arg demagogischi. Jemand, der sich mit Boulevard-Journalismus kritisch auseinandersetzt, muss nicht per se selber boulevardesk werden. Niggemeier ist deshalb zu eienr Kultfigur geworden, weil er, als "gelernter" Journalist, Blogger nicht dämonisiert und als blosses Klickfutter behandelt. Das er dabei Informationen aus Blogs "verwendet" ist legitim und müsste im Sinne der Blogger selber sein. Die Trennung zwischen Blogger und Journalist ist eine Abgrenzung der Journalisten gegenüber den meinungsstarken Ich-AGs, den digitalen Narzissten der sogenannten Blogosphäre. Dabei entscheidet leider nicht, ob der Text gut oder schlecht geschrieben ist (Herr Augstein ist da wohl die zu rühmende Ausnahme), sondern es wird auf Formalqualifikationen rekurriert, um einen irgendwie als störend empfundenen Konkurrenten "loszuwerden". Niggemeier (aber nicht nur er) zeigen, dass die behauptete Kernkompetenz des Journalisten, seine Recherchefähigkeit, immer mehr bröckelt zu Gunsten affirmativen Agenturabschreibens.
Gregor Keuschnig
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