Im Zuge der zunehmenden Mediatisierung – der doppelte Wortsinn ist hier gewollt – kommt es zu einem Kollaps aller bis dato tradierten zeitlichen Strukturen. Beispielhaft hierfür ist z.B. der Popanz, der um den Tod von Michael Jackson gemacht w...>> mehr
Ich denke, man muss hier sehr differenziert herangehen.
Der Filmer und der, der es schaut bedienen sicher gegenteilige, zumindest aber unterschiedliche Bedürfnisse.
Was jemanden dazu bewegt, Dinge aufnehmen, d.h. konservieren zu wollen, kann jemand, der sich nicht in der exakt gleichen Situatiion befand/befindet, nur ahnen, daher sind auch meine Annahmen rein spekulativ. Ich glaube aber, dass es sehr stark darum geht, das Gefühl des Extremen zu bewahren, als quasi autokatartischen Ritus - dass der Fotograf es des Geldes wegen tut, mag richtig sein, doch hat er ja vielleicht aus anderen Motiven angefangen, als er es denn jetzt tut.
Es kann aber auch um den bloßen Willen zu Ruhm, Aufmerksamkeit, etc. gehen.
Bei dem Zuschauer scheint mir das Motiv recht eindeutig: Man möchte dabeisein, sicher nicht bei der Katastrophe, aber doch beim Diskurs.
So ist es doch bei allen möglichen Dingen, die in digitaler Form im Netz kursieren und auf die sich dann soziale Bindungs- und Distinktionsmethodik projiziert.
ist die Faszination vielleicht Ausdruck zweier Kulturphänomene?
1. Eventuell hat man ja auf der Halbinsel ein Bild von Hitler, dass er Deutschland ja wieder groß gemacht hat von 1933 bis 1942 (sicher aber bis 1939). Dass das nur mit sündhafter Verschuldung möglich war und Hitler ja einen unermesslichen Genozid zu verantworten hat, wird dabei - das ist richtig vermerkt - ausgeblendet.
2. Unter Hitler ging alles schnell. Indien fühlt sich vielleicht immer noch historisch kastriert und möchte nun möglichst schnell aufholen.
Es ist doch eine Illusion zu sagen, dass "früher" eine breitere interlektuelle Auseinandersetzung mit Themen stattgefunden hat als heute. Kommunizieren kann man heute auch alles "breit", die Frage ist...
Richtig, es hat den Ursprung nicht darin, das habe ich auch nie behauptet, ich sage ja, dass Lösungen zu allen Problemkomplexen heute viel schwieriger sind, eben weil die Akteure im öffentlichen Raum (bspw. Interes-
-sensvertreter, Volksvertreter, Entscheidungsträger) sich ja um die inhaltlichen wie kommunikativen Folgen im Klaren sein müssen und immer damit rechnen müssen, dass inhaltlich richtige Entscheidungen (nach einhellliger Bewertung) an falscher Kommunikation scheitern.
Es ist doch eine Illusion zu sagen, dass "früher" eine breitere interlektuelle Auseinandersetzung mit Themen stattgefunden hat als heute. Kommunizieren kann man heute auch alles "breit", die Frage ist...
Um Inhalte heute breit zu kommunizieren ist ein großes Reservoir an Ressourcen sozialer wie materieller Art notwendig. Die Gründe hierfür sind recht unterschiedlich. Erst einmal gibt es natürlich mehr Menschen und die Legitimation einer Meinungsführerschaft, wie sie etwa in den frühen sechziger Jahren in Deutschland meist nur Akademikern vorbehalten war, erodierte. Die Folgen hiervon sind eben eine "Demokratisierung der Diskurse" - folglich auch ganz haptische Schwierigkeiten, etwa bei der Evaluation von Information (Wikipedia contra Brockhaus). Zweitens sind die technischen Möglichkeiten und die Omnipräsenz der notwendigen Kommunikation auch noch so sinnloser Tweets virulent. Dies beides führt eben dazu, dass sich ein Gewebe von höchst unterschiedlichen Qualitäten herausgebildet hat. Wenn man etwa durch Blogspot klickt, wird man viel wenig befördernden Datenmüll finden und vielleicht auch das eine oder andere Interessante hie und da. Wenn man allerdings "früher" zufällig 3sat o.ä. gesehen hat, konnte man fast sicher sein, etwas interessantes zu finden. note: Ich möchte nicht wie ein Nostalgiker klingen ("Früher war alles besser") - es geht mir nicht um eine normative Bewertung, sondern um qualitative Analyse.
Warum denn Senf, ich verstehe nicht, was das speziell mit dem Internet zu tun hat. Im Internet ist jedes Problem vertreten, jede Diskussion und jede Information in jeder beliebigen Komplexität. Wann w...
Die Nischen, ja die sind mehr geworden, z.B. ja auch diese Community hier. Aber öffentlichkeitswirksame, das heißt auch sich im öffentlichen Raum abspielende Diskussionen sinnstiftend zu möblieren ist de facto ja nicht mehr möglich, eben weil die Vielfalt so groß ist. Eine anregendes Gedankenbeispiel dazu: Würden Horkheimersche Ideen heute noch so breit kommunizierbar sein?
Warum sie an Barack Obama hassen, was wir lieben. 2012 steht in den USA im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfs und auch Europa schaut gespannt zu. Christoph von Marschall erklärt die unterschiedlichen politischen Kulturen dies- und jenseits des Atlantiks und entlarvt typische Vorurteile auf beiden Seiten
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