ARD/Infratest Dimap: Die 60% Lüge von der zweiten Chance für Wulff
"Viele Deutsche wollen zweite Chance für Wulff. Die Mehrheit der Bevölkerung findet das Verhalten von Bundespräsident Wulff "peinlich" - dennoch sind 60 Prozent der Deutschen der Ansicht, er habe eine zweite Chance verdient. Das ist das Ergebnis einer Blitzbefragung des ARD-DeutschlandTrends." (ARD 5.1.2012)
"Die Mehrheitsmeinung heute ist dass er eine zweite Chance verdient hat. Dass wer öffentlich um Verzeihung bittet noch mal einen Versuch starten darf." (Jörg Schönenborn)
Lieber Herr Schönenborn, Präsident Wulff hat zu keiner Zeit öffentlich um Verzeihung gebeten, wie Sie behaupten. Er hat nach wochenlanger Hinhaltetaktik in dem Interview zum ersten mal Entschuldigung gesagt. Er kann sich aber nicht entschuldigen, sondern nur um Entschuldigung bitten. Hat er aber nicht. Um Verzeihung gebeten hat Wulff ebenfalls nicht. Als Journalist sollten Sie besser auf sprachliche Feinheiten achten, denn meine Oma glaubt nun der Wulff habe um Verzeihung gebeten. Wen überhaupt ? 6o% der Befragten wollen Wulff eine zweite Chance geben? Wo steht das ? Ich kann die Graphik/Fragestellung bei Infratest dimap nirgendwo finden. Es gibt sie nicht, sonder Infratest dimap behauptet dies einfach ohne die konkrete Fragestellung zu veröffentlichen. Der "Schutzreflex" (Schönenborn) für Wulff entsteht durch schwachbrüstige Gefälligkeitsinterviews und suggestive Fragestellungen in Meinungsumfragen. Wer wollte Wulff fertigmachen ? Die trantütigen Stichwortgeber Schausten und Deppendorf ? Warum stellen die Demoskopen nicht folgende Frage: Man hat den Eindruck Wulff versucht die Aufklärungsarbeit der Medien mit aller Macht zu behindern ? http://i39.tinypic.com/dw6hao.jpg Bereits im Dezember, als die öffentliche Meinung zu Bundespräsident Wulff vollends zu kippen drohte, servierte Infratest dimap der ARD eine "repräsentative Umfrage" zum ersten Mann im Staat. Auch KT zu Guttenberg sollte vor gut einem Jahr mittels dieser medialen Schützenhilfe der Rückhalt des Volkes versichert werden. Genützt hat es nichts. Ein Blick auf die konkreten Ergebnisse der aktuellen Umfrage wirft Fragen auf. 47% der Befragten finden es nicht in Ordnung (sic), dass Wulff einen Kredit von einem befreundeten Unternehmer annimmt. Dass Wulff die Öffentlichkeit seit Tagen dreist belügt, indem er stur behauptet, das Geld käme von der Ehefrau Edith Geerkens, einer ehemaligen Verkäuferin, und nicht von ihrem millionenschweren Gatten, ist den Meinungsforschern keine Frage wert. Auch die Reisen des Egon Geerkens innerhalb Wulff's Wirtschaftsdelegationen in dessen Amtszeit als Ministerpräsident, berühren die Fragestellungen nicht. 54% finden es nicht in Ordnung, dass ein Ministerpräsident sich von befeundeten Unternehmern zu Urlauben einladen lässt. 47% halten ihn nicht für ehrlich. Umso verblüffender erscheint das Ergebnis, dass sich 70% , die klare Mehrheit wie uns auf allen Kanälen eingetrichtert wird, gegen einen Rücktritt Wulff's aussprechen. Alle aktuellen Online-Umfragen auf großen Online-Portalen wie Welt-Online oder n-tv, sehen diese klare Mehrheit eher bei den Befürwortern eines Rücktritts. Die Infratest - dimap Fragestellungen sind in mehrfacher Hinsicht manipulativ. "In Ordnung" ist eine äußerst vage, euphemistische Kategorisierung. Die Tatsache, dass Wulff seit geraumer Zeit schlichtweg schwindelt, wird völlig unterschlagen, die Wirtschaftsreisen des Darlehensgebers Geerkens ebenso. Selbstverständlich muss auch die Fehlertoleranz berücksichtigt werden und auch eine schlichte Fälschung des Ergebnisses kann nicht ausgeschlossen werden. Wenn Wahlcomputer manipuliert werden können, warum nicht simple Meinungsumfragen ? Die Unabhänigkeit von Infatest dimap kann nicht garantiert werden, nur weil der Umfrage der ARD Stempel aufgedrückt wurde. Die TNS Infratest Holding hält 74% an dimap und ist die deutsche Tochtergesellschaft der zur WPP Group gehörenden Kantar Group. Zu deren Kunden zählt beispielsweise die Deutsche Bahn. Die obigen Links lassen erahnen, wie eng eben auch die Verknüpfungen von Meinungsforschunginstituten mit PR und Politik sein können.
http://i42.tinypic.com/21j4pwj.jpgscreenshot:n-tv 20.12.2011